Ausgabe 
18.4.1914
 
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ze» Boris und Kyrill. Der Kronprinz sprach dem Kai­ser seinen Dank aus für die Verleihung des Grotzkreu- zes des Stesanordens und Prinz Kyrill für seine' Er­nennung zum Oberleutnant des 11. Hufaren-Regiments.

England.

* Zn der ersten Maiwoche wird das englische Mittelmeergeschwader den Häsen von T r i e st, P o l a und Fiume einen Besuch abstatten. Das österreichisch- ungarische Geschwader wird am 22. Mai den Besuch der englischen Flotte in Malta erwidern.

Schweden.

* Nach den vis Mitternacht vorliegenden Ergeb­nissen sind bisher in die schwedische Zweite Kam­mehr gewählt worden r 21 Mitglieder der Rechten, 55 Sozialdemokraten und 40 Liberale. Die R e^ch t e ge­winnt 15 Sitze und verliert einen, die Sozialdemo­kraten gewinnen 9 und verlieren 3, die Liberalen ver­lieren 20. Die srüheren liberalen Minister Schotte und Petren wurden wieder,gewählt.

Amerika.

* Die nordamerikanische Regierung hat H u e r - t a s Anerbieten, die Flagge der Vereinigten Staaten zu salutieren, angenommen. Die nordamerikanischen Kriegs­schiffe werden darauf die m e i i k a n i s ch e Flagge sa­lutieren.

kine mVm Bevölkcrunflsbilanz.

Als erster Bundesstaat gibt das Großherzogtum Hessen eine Uebersicht über die Geburten und die Säug­lingssterblichkeit im Jahre 1913. Verglichen mit den vorausgehenden fünf Jahren ergibt sich folgendes Bild:

Jahr

Pebend-

flertcn iitio

Vorjahr

es starben

es überlebten

(tebovene

Säuglinge

das 1. Jahr

1908

37 359

4- 480

4700

32 659

1909

36 299

060

4722

31 577

1910

34 670

1629

3913

30 757

1911

33 209

1461

4273

28936

191-2

32 339

870

3247

29096

1913

32 296

43

2986

29 310

Dieses Ergebnis ist im Vergleich mit

den Vorjahren

nicht ungünstig. Während nämlich seither Jahr für Jahr einen empfindlichen Rückgang der Geburten brachte, sind 1913 fast ebenso viel Kinder als 1912 geboren worden. Der kleine Rückgang der Geburten wird - und das ist das Erfreuliche - sechsfach ausgeglichen durck ein weiteres Herabdrücken der Säuglingssterblichkeit auf 2986. Da­mit ist Hessen auf einem Stand angelangt, auf den das Land stolz sein kann. Ls starben nämlich 1913 nur mehr 9,2 Prozent der Säuglinge. Welchen Fortschritt das be­deutet, ergibt ein Vergleich mit früheren Jahren (1905 noch 15,4 pLt., 1904 sogar 15,7 Prozent) und mit anderen Ländern. Das rechtsrheinische Bayern z. B. dürfte auch heute noch die doppelte Kindersterblichkeit haben (1907 : 23,1 pLt.).

Aus aller Mil.

! Vom Main. Am Ostersonntag waren es 100 Jahre, datz in Miltenberg 65 sächsische Soldaten, die für Deutschlands Freiheit kämpften, bei der Ueber- fahrt über den Main ertranken. Aus diesem Anlatz wurde am Sachsengrab vom Veteranen- und Militär - verein und vom Turnverein des Main-Spessartgau und anderen eine Gedächtnisfeier adgehalten. Das Grad war mit Kränzen und Fahnen geschmückt. Die Stadckapelle spielte Trauerchoräle.

::: M ünche n. Der gesamte Magistrat von Partenkirchen ist vom Landgericht in München we­gen Beleidigung einer Lehrerin zu Haftstrafen verurteilt worden. Der Bürgermeister erhielt drei und die betei­ligten 5 Magtstratsmitglieder erhielten je zwei Tage Haft. DerWerdenselser, Anzeiger", das Publikations - organ des Markts-Magistrates Partenkirchen schreibt jetzt zu dieser Angelegenheit:Die in verschiedenen Tages - blättern erschienenen Darstellungen anläßlich der Verur­teilung des Magistrates Partenkirchen enthalten viele Unrichtigkeiten, aus die wir vorerst nicht eingehen wol­len. Auch aus die zwischen den Parteien gewechselten Schriftstücke soll hier zunächst nicht eingegangen werden, nachdem hierüber erst noch die dritte Instanz zu erken­nen hat. Denn gegen das landgerichtliche Urteil ist be­reits Revision zum Obersten Landesgerichte Mün­chen eingelegt, umsomehr als bis jetzt zwei sich wider­sprechende Urteile vorliegen: das Urteil des Schöffenge­richts Garmisch mit einem Freispruch und das Urteil des Landgerichts München 2 mit einer Verurteilung."

::: Hamburg. Das LuftschiffHansa" ist vor der Luftschiffhalle in Fuhlsbüttel bei Hamburg ge­landet. DieSachse n" ist nach Berlin zurückgekehrt.

Das MilitärlustschiffZ. 5", das Donnerstag mor­gen in Johannisthal zir einer Uebnugsfahrt aufgestiegen war, hatte auf dem Flugplatz eine ziemlich sckwierige Landung. Infolge des ungünstigen Wetters ftietz das Lustschiff mit der Spitze aus den Erdboden auf, srdatz der vordere Laufganq eingedrückt wurde. Das Luftschiff ist jetzt wieder in der Halle.

Wien. (Der Arzt als Opfer seines Berufs) Unter furchtbaren Qualen ist der Universitätsprofessor D r o b a an der Rohkrankheit, die er sich durch Ansteckung zuzog, gestorben. Als unlängst ein Bauer, der an einem bös­artigen Geschwür litt, ins Krakauer Krankenhaus einge­liefert wurde, berief Professor Droba aus Moskau einen Veterinärarzt, der ein Serum gegen die Rotzkrankheit er­

funden hatte. Mit diesem Serum wurde der Bauer so erfolgreich behandelt, datz eine Besserung seines Leidens eintrat. Am Dienstag vergangener Woche bemerkte Droba, datz er sich selbst infiziert hatte und sagte es einem Kollegen voraus, datz seine Krankheit einen tödlichen Ver­lauf nehmen werde. Wie festgestellt wurde, war auf den Bauer die Krankheit von seinem Bruder übertragen worden, der als Diener im Krakauer Militärmagazin an­gestellt war und dort die Katzen mit Pferdefleisch zu füttern hatte, das wahrscheinlich von rotzkranken Tieren stammte.

vom bcffifcben Lebrcr-Umin

* Hessischer Landeslehrerverein. Am 14. April fand unter dem Vorsitz des Hauptlehrers Hufs im Kaisersaal zu Darmstadt die diesjährige Ver- treterversammlung des Hess. Landeslehrervereins statt. Es waren von den 102 Zweigvereinen 100 Vereine mit 186 Abgeordneten vertreten. Der Vorsitzende des Darm­städter Lehrervereins begrüßte aufs wärmste die Tag­ung, und besonders darum, datz sie sich zusammenfand in dem Orte, in dem vor kurzem die Organisation die glänzendste Probe bestanden habe. Der Ausgang der letzten Besoldungskämpfe könne die Lehrerschaft nicht ent­mutigen, alles, was nachzittere, werde umgesetzt werden in lebendiges Schaffen an Volksschule und Lehrerstand. Das Mitglied des Vorstandes, Lehrer Wagner-Grotzen- Buseck, wurde aus Anlatz seiner 50jährigen Schuldienst­zeit und wegen seiner langjährigen Tätigkeit im Vor­stand zum Ehrenmitglied des Vorstandes ernannt. Zuin einmütig gutgeheitzenen Jahresbericht wurde folgende Re­solution einstimmig angenommen:Aus den Fällen Kayser" undJung" hat sich ergeben, datz die Vor- tragssreiheit der Lehrer einer gesetzlichen Grundlage bis­her entbehrt, und es ist deshalb der dringende Wunsch des Landeslehrervereins, datz bei der bevorstehenden Re­vision des Volksschulgesetzes rechtliche Klarheit in dieser Frage geschaffen werde. Sollte Grotzh. Regierung Ver­anlassung nehmen, eine Einschränkung der bisherigen Vortragsfreiheit eintreten zu lassen, so hoffen wir, datz die daraus entspringenden Gefahren für die Lehrer durch bestimmte Abgrenzung und Kennzeichnung der verbote­nen Vereine beseitigt werden. Jedenfalls dürfen wir for­dern, datz den Lehrern mindestens dieselbe Freiheit ge­sichert werde, wie den staatlichen und kirchlichen Beam­ten." Die Kasse des Unter st ützungsvereins für Schülverwalter steht sehr günstig. Da vom 1. Januar 1915 ab der Vertrag mit dem seitherigen Verleger (Emil Roth in Eietzen) desS ch u l b o t e n" ab läuft und nicht mehr mit einem Verlage abgeschlossen werden soll, wird einer Darmstädter Firma der Druck (bisher Brühl'sche Druckerei in Gietzen) des Schulboten" nebst Jnferatenverwaltung übertragen wer­den. Der Voranschlag wurde genehmigt. Darin Ist zuck erstenmal eine Summe ausgeworsen für die innerhalb des Landeslet.rervereins neugegründete Rechtsschutzkasse aus dem Gebiete des Zivilrechts. Der Mitgliederbeitrag soll von 5 auf 6 Mark erhöht werden. Bei der Vor - standswahl wurden Bach-Mainz, Moll-Selzen und Wag- ner-Grotzen-Bufeck einstimmig wiedergewählt. Zu Schrift­führern bestimmte die Versammlung, ebenfalls einfttm- mig, Loos- und Seitz-Darmstadt. Die Anträge wurden im Sinne des Vorstandes erledigt. Der Verlauf der Tagung zeugte von der inneren Geschlossenheit des Ver­eins und bedeutete für den Vorstand eine glänzende Ver­trauenskundgebung. An die Versammlung schloff sich eine Besichtigung des Mausoleums, der Pestalozzischule und des Hallenschwimmbades.

)1u5 Stadt und Land.

n Der Grotzherzog hat dem Pfarrer Adam Glück zu Heuchelheim die evangelische Pfarrstelle zu Ober-Esch- bach und dem Pfarrverwalter Wilhelm Buchhold zu Hainchen die evangelische Pfarrstelle zu Heuchelheim übertragen.

* Die Absertigungsbesugnisse des Salzsteueramts Bad-Rauheim Hauptsteueramtsbezirk Gietzen sind vom 1. d. Mts. dahin erweitert worden, datz nunmehr Zollbegleitscheine I und II über Warensendungen aller Art, soweit deren Abfertigung nicht gemäß § 4 des Zoll­tarifgesetzes beschränkt ist, vom Salzsteueramt Bad-Nau- heim erledigt werden können. Bisher war dieses Amt nur zur Erledigung von auf Reisegepäck ausgestellten Begleitscheinen I befugt.

Billige Briefe nach den Vereinigten Staaten von Amerika (10 Pf. für je 20 Gramm) befördern in der nächsten Zeit folgende Dampfer:Kaiser Wihelm II." ab Bremen 21. April,Kaiserin Auguste Victoria" ab Hamburg 23. April,Kronprinz Wilhelm" ab Bremen 28. April,Imperator" ab Hamburg 2. Mai,Kron­prinzessin Eecilie" ab Bremen 5. Mai,Amerika" ab Hamburg 9. Mai,Kaiser Wilhelm der Große" ab Bremen 13. Mai. Alle diese Schiffe sind Schnelldampfer, oder solche, die für eine bestimmte Zeit vor dem Abgänge die schnellste Beförderungsgelegenheit bieten. Die Portoer- mätzigung erstreckt sich nur auf die Briefe, nicht auch auf Postkarten, Drucksachen usw. und gilt nur für Briefe nach den Vereinigten Staaten von Amerika, nicht auch nach anderen Gebieten Amerikas, z. B. Kanada. Es em­pfiehlt sich, die Briefe mit dem Leitoermerke wiedirekter Weg", oderüber Bremen oder Hamburg" zu versehen.

n E i e tz e n. Die Vorarbeiten für die G e- werbeausstellung haben einen sehr guten Fort­gang genommen und die gemeldeten 400 Aussteller habe» alle, nack den uns gewordenen Mitteilungen,

Plätze gefunden. Vor allen Dingen heute schon sagen, die Ausstellung

zweckentsprechende wird, das kann man recht vielseitig und sehr interessant. Das Kleingewerbe und die Hausindustrie kommt schön zur Geltung und neben einigen Grotzsirmen wird Kunst und Technik dem Ganzen einen geschmackvollen Reiz geben. P r a k t i s che Vorführungen einzelner Erwerbszweige, Vorträge und natürlich allgemein übliche Zerstreuungen bringen dem Besucher noch besondere Abwechselungen.

n E i e tz e n. Die Fensterputzer in Eietzen hatten, um bessere Arbeitsbedingungen zu erzielen, vor Ostern die Arbeit eingestellt. Es kamen dabei 1215 Arbeiter und 2 Unternehmerfirmen in Frage. Jetzt ist eine Einigung erzielt. Die Unternehmer zahlen bei 10- stündiger täglicher Arbeitszeit für die Woche 27 Mark, übernehmen die Krankenkassenbeiträge, zahlen den vol­len Wochenlol,n, auch wenn Sonn- und Feiertage hin- tereinandersallen, und bezahlen jede angesanqene Ueber- stunde.

o Butzbach. Der Oberlehrer an dem Realgymnasium zu Darmstadt Professor ». Wilhelm Kalbfleisch ist zum Direktor der hiesigen Realschule mit Wirkung vom 1. April 1914 ernannt.

o Grünberg. Oberamtsrichter Geheimer Iustizrat Mickel ist auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom l.Mai 1914 in den Ruhestand versetzt und ihm vom Grotzherzog das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen worden. Als Nachfolger wurde Amtsrichter Dölp bisher beim Amtsgericht Ulrichstein mit Wirkung vom 1. Mai 1914 ernannt.

o Vilbel. Der Gemeinderat beschloß gegen die Stimmen der sozialdemokratischen Fraktion, die Erhebung einer Filialsteuer von solchen Geschäften, deren Haupt­sitz sich nicht in Vilbel befindet.

o Hungen. Das vor kurzem errichtete Konsum­haus Nehren hat bereits ein zweites Geschäft eröffnet.

o Dauern heim (Kreis Büdingen). In letzter Iest ist Dipheritis in zahlreichen Fällen aufgetreten, wovon zwei tödlich verliefen. Auch in dem benachbarten Blofeld sind Kinder und Erwachsene daran erkrankt.

o F r i e d b e r g, 16. April. Vorgestern fand hier eine Zusammenkunft der Abiturienten der Augustiner - schule vom Jahre 1889 statt. Achtzehn ehemalige Schü­ler, die vor 25 Jahren in der Schule waren, kamen im Hotel Trapp zusammen und feierten den Tag bei einem Mahle.

o Schotten. Das auf dem Reipperts gelegene Jagd­haus W o l f s l a u f", von Kommerzienrat Tloos in Nidda, an einem reizenden Aussichtspunkte erbaut, ging für die Kaufsumme vnn 23000 Mark an einen Herrn von der Brauerei Stern in Frankfurt über, der auch den um­liegenden Jagdbezirk gepachtet hat.

s D a r m ft a d t, 15. April. Die Grotzherzoglichcn Herrschaften, der Erbgrotzherzog und Prinz Ludwig, sowie Prinzessin Luise von Battenberg find heute vor­mittag 7 Uhr 17 Min. mit Gefolge aus Gardone im Neuen Palais eingetroffen.

s D a r m ft a d 1. Auf dem Weiterjtädter Eierzier- platz soll eine neue Lustschisfhalle gebaut wer­den. Die Halle wird von einem bewährten Unterneh­mer ans Saarbrücken in EisenlonstruNicn ausgeführt und soll im August fertig sein. Sie wird 180 Meter lang, 35 Meter breit und 30 Meter hoch.

s Darm st ad t. Der nationalliberale Landlags- abgcordnete Edmund D i e h l hat infolge andauernder Krankheit in einem Schreiben au das Kammerpräsidium ecklärt, datz er sein Mandat niederlege. Diehl war Bürgermeister von Eau-Odernheim und vertrat den zweiten rheinhessischen Wahlkreis (Alzey). Er gehörte der Zweiten Kammer seit dem 18. November 1899 an rmd war im Herbst 1911 nach dem neuen Wahlgesetz auf seck,s Jahre wiedergewählt worden, hatte jedoch im letz­ten Jahre wegen seines leidenden Zustandes zumeist den - Kammerverbondlungen sernbleiben müssen. Die Wahl dürfte voraussichtlich ncch im Laufe des Monat Mai stattsindcn. Der Wahlkreis gilt als ein sicherer Besitz­stand der Nationalliberalen Partei.

! Mainz. Der Termin für die neuen Stadt- verordneienwahlen, die am 3. Dezember v. Js. für uu-

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gültig erklärt worden waren, ist vorläufig auf den 7.! M a i festgesetzt.

Mainz. Der Festausschuß des 1.Deutschen Volks­trachtenfestes, dem jetzt noch vorlchiedene bewährte Kräfte ! beigetreten sind, ist emsig mit den Vorarbeiten beschäftigt | und kann mit Befriedigung auf seine bisherige Tätigkeit! mrückblicken. Die Ehrenpreise, darunter solche von Fürst­lichkeiten, sind schon zum größten Teil eingetroffen und werden demnächst ausgestellt. Allmählich zeigt auch das Publikum ein größeres Interesse wie bisher und manches j Vorurteil ist geschwunden. Da der Besuch des Festes durch das Herzogpaar von Sachsen-Koburg und Gotha feststeht, wird aller Voraussicht nach auch unser Groß- , herzogspaar sich einfinden. Um ollen Irrtümern vorzu-

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