Ausgabe 
28.3.1914
 
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s D a r m st a d t. Die Strafkammer ucruricilte den 11jährigen Kaufmann Franz Höhn aus Heppen­heim früheren Rechner des Spar- und Kredilvereins Heppenheim, der nach Unterschlagung von 210 000 Mk. vor zwei Jahren nach Amerika flüchtig gegangen war, rmd von dort wegen der von ihm begangenen Urkun­denfälschungen ansgelieferl wurde, zu 3 Jahren Ge­fängnis, abzüglich 6 Wochen Untersuchungshaft. We­gen der Unterschlagung der Gelder, die inzwischen ersetzt worden sind, konnte er nicht abgeuyteilt werden, da seine Auslieferung von Amerika nur wegen Urkundcnsälschung ersolgte.

):( Frankfurt a. M., 26. März. Das Schwur­gericht verurteilte heute den Bankier Rudolf Plaut von der falliten Banksirma Plaut, Hetz u. Co., wegen Depotunlerschlagung und Vergehen gegen die Konkurs- ordnung unter Annahme mildernder Umstände zu zwei Jahren Gefängnis; 9 Monate werden auf die Unter­suchungshaft angerechnet.

):( Frankfurt a. M. Auf dem Feld b er a im Taunus liegen 30 Zentimeter Neuschnee bei 2]4 Er. Kälte.

! Worms. Die Wiedekherstellungsarbeilen an der Liebsrau«nkirchc sind nun vollendet. Die Abiturien­ten Hans Rösch (med.) und Franz Denzinger (arch.) wurden wegen der von ihnen abgelegten vor - züglichen Prüfung mit der Zuerkennung des vpn Erz. Freiherrn Heyl zu Herrnsheim gestifteten Ehren- . Preises ausgezeichnet.

! H e i d e s h e i m. Gras v. Franken-Sierstropff, welcher das Schlotz auf der zur hiesigen Gemarkung ge­hörenden Königsklinger Au gegenüber Eltville bewohnt, hatte bei der Ortsbehörde den Antrag auf Ueberlaffung der Eemeindejagd gegen jährliche Zahlung von 6000 Mark gestellt. In der Sitzung des Eemeinderats hat dieser einstimmig beschlossen, dem Antrag des Grasen stattzugeben. Der seitherige Pachtpreis betrug 2700 M. Ein seines Geschäft.

::: H e r s s e l d. Der 27. Lehrgang der hiesigen Kriegsschule ist in einer Stärke von 23 Offizieren,

1 Sanitätsoffizier, 1 Zahlmeister, 141 Kriegsschülern, 9 Unteroffizieren, 73 Infanterie-Ordonanzen und Burschen, 28 Pferdepflegern und 56 Pferden eröffnet worden. Der Lehrgang dauer! bis zum 28. November 1914.

Jfu$ alier Mil.

::: W o lf e n b ütt e l. Am Donnerstag traf der Herzog E r n st A u g u st in Begleitung des Staats - Ministers Wolf hier ein, Um das Landeszentrolgefäng- nis zu besichtigen. Als der Herzog im Gesängnis cin- tras, lietz er den Auftrag zur sofortigen Lieferung von anderthalb Zentner Wurst erteilen. Autzerdem lietz er von einer naheliegenden Konditorei grotze Mengen Ku­chen und Kaffee für die weiblichen Gefangenen bringen. Fünf Strasgesangenen wurde autzerdem vom Herzog der Rest ihrer Strase im Gnadenweg erlassen.

::: Jena. Geh. Rat Pros. Dr. Eucken istvon den kaiserlichen Universitäten Tokio und Kioto cingela- den worden, an jeder von ihnen einen Zyklus von Vor­lesungen zu hallen, und zwar wird ^er überLeitende Ideen der Gegenwart" (in deutscher Sprache) reden. Autzerdem wird er einzelne Vorträge (in deutsch und englisch» hallen. Die Vorlesungen werden Mitte Sept. d. Js. beginnen, so datz Professor Eucken im Winter­semester wieder in Jena sein und Vorlesungen halten wird.

::: Im geschürten Schwarzwald und in den Vogesen schneit es in den letzten Tagen ohne Unter­brechung, so datz die Schneedecke auf dem Feldberg über einen Meter beträgt. In den Hochvogesen liegt der Neuschnee 35 bis 40 Zentimeter hoch. Die Skibahnen sind bis auf 1000 Meter abwärts überall benutzbar.

::: E i n gewaltigerStausce ist von einem schweizerischen Syndikat zur Ausnützung bünd- nerischer Wasserkräfte in der Gegend von Röffna und Mühlen an der, Stratze über den Julierpatz geplant. Er wird eine Länge von vier Kilometer, eine Breite von einem Kilometer und eine Ticsc von 55 Meter erhal­ten. Der Gesamtinhalt des Staubeckens soll 65 Mill. Kubikmeter Wasser betragen. Bei Roffna, am Ausgang der Juliersctiluckil wird eine Staumauer von 55 bis 60 Meter Höhe erstellt werden. Im Kanton Glarus hat sich ein Bergsturz ereignet. Am Sulzberg in dem vom Elärnisch überragten Klöntal stürzten 50 000 Kubikmtr. Gestein und Erbmassen auf die tiefer liegenden Alpen. Mehrere Bergheimwesen und Häuser mutzten geyäumt, das Vieh konnte gerettet werden.

::: Grotzsatspe (Pommern). Hier wurde der Tischler Goetzke von der Kreissäge völlig zerschnitten.

ver olympische Zuschuß.

* Der von der Regierung geforderte Zuschutz von 46 000 Mark als erste Rate sür die Olympischen Spiele 1916 hat bekanntlich die Bewilligung des Plenums erhallen. Ohne Diskussion wurden die An­träge der Fortschrittlichen Volkspariei, der Nalionallibe- ralen und der Konservativen, entgegen dem Beschlutz der Budgelkommission, die Regierungsvorlage wieder her­zustellen und die erste Rate sür die Olympischen Spiele zu bewilligen, mit grotzer Mehrheit unter lebhaftem Bei­fall angenommen. Dagegen stimmten die Sozialdemo­kraten, die Polen und Elsässer unsd ein Teil des Zen­trums, darunter die Abgg. Gröber und Erzberger.

Der Beschlutz ist mit Genugtuung zu begrützen, nicht so sehr des Geldes wegen, als um des Eindrucks im Auslande willen, das sicher mit allgemeiner Befrie­digung die Anerkennung der Bestrebungen einer grotz - zügigen Körperkultur durch die deutsche Volksvertretung zur Kenntnis nehmen wird. Die Ablehnung der For­derung wäre eine glatte und runde Blamage für das Reich und den Reichstag gewesen. Grundsätzliche Geg­ner der Veranstaltung der Olympischen Spiele gibt es nur sehr wenige, denn selbst ein Führer der äutzersten Liicken hat gesagt, datz es seiner Partei leid tue, gegen die Beteiligung des Reichs stimmen zu müssen. Aoer ob prinzipiell oder nicht, diese Bedenken hätten zurück- gestellt werden müssen. Ein Protest wäre früher am Platze gewesen und kann später wieder erhoben werden. Aber nachdem deutsche Sportsleute mehrmals in ver- verschiedencn Ländern zu Gaste gewesen sind, mutzte auch das Deutsche Reich einmal fremde Sportsleute bei sich zu Gaste sehen und ihnen einen würdigen Empfang bereiten. Deutschland hat eine Pflicht, sich bei seinen Gastgebern zu revanchieren. Und wie die Dinge liegen, zumal der Reichstag schliehlich eingesehen hat, was seine Pflicht ist, darf man hoffen, datz die Olympischen Spiele in Berlin nicht hinter denen, die das Ausland geboten, zurückstehen werden.

Der aus 3 Jahre verteilte Reichszufchutz von 200 000 Mark wird noch ergänzt durch Spenden der Bundes - staaten, der Städte, sowie anderer Behörden und Pri­vatleute. All diese Summen kommen ungekürzt den deut­schen Turn- und Sportverbänden direkt zu statten. Für dieses Geld können vor allem ausreichend Sport­lehrer angcstellt werden. Diese Sportlehrer sorgen über­all für Anleitung und sportlichen Betrieb, bilden neue Hilfskräfte aus und helfen die Gedanken der leitenden Verwaltungsbehörden des Sports in die Tat umsetzen. Ein anderer Teil der Summen steht für die Durchführ­ung der Verteilung von Kaiscr-Wilhelms-Plaketten be­reit. Diese Plaketten sollen sür die vorbereitenden Prüs- ungskümpfe an Schulen, Seminaren und in den Regi- I meutern bis 1916 zur Verteilung kommen und zwar in einer jährlichen Höhe von 25 000 Mark. Wieder ein anderer Teil des Geldes wird verwandt werden für l Gewährung von Reisen und Aufenthaltsbeihilfen an aussichtsreiche Olympiakämpfer, die Gelegenheit haben ' sollen, ihr Können zu verbessern und an dem anderer zu messen. Hier l'omml nicht etwa blotz eine kleine An­zahl Auserlesener, sondern die Mehrzahl der sporttüch­tigen Jugend in Betracht, die wenigstens auf den näch­sten Bezirkskämpsen ihr Können zeigen sollen, damit die grotze werbende Bedeutung der Spiele überall zutage trete.

tmchiiche Nachrichten.

Evangrlische Gemeinde in Giehin.

Samstag, den 28. März, in der Stadlkirche, nach­mittags 2 Ubr: Beichte.

Sonntag, den 29. März, Judika.

Gottesdienst.

In der Stadtkirche.

Kollekte sür die Armen.

Vormittags 9 1 /, Uhr: Konsirmation der Kinder aus der Matthäusgemcinde. Feier des hl. Abendmahls.

Psarrer D. Schlosser.

Nachm. 2Hz Uhr: Kinderkirche sür die Matthäus - Ge­meinde. Psarrassislent Hoffmann.

Abends 6 Uhr: Pfarrer Schwabe.

Mittwoch, den 1. April, abends 6 Uhr,: 6. Pas­sionsandacht. Psarrer Schwabe.

Nächstkünftigen Sonntag, den 5. April, abends 8% Uhr, findet im Markussaal ein Vortrag des Herrn Ober­bibliothekar Dr. Hepding über: Eine hellenistische Gyotz- lladt (zum Verständnis aus den neutestnimentlichen Schriften), mit Lichtbildern, statt. Dazu werden beson­ders die Mitglieder der Bereinigung der konfirmierten

männlichen Jugend der Matthäusgemeinde und des Wa burgvereins eingeladen.

Weitere Abendmahlsseiern finden statt: Am Grti donnerstag, abends 6 Uhr, und am Chaysreitag i

i Hauptgotlesdienst.

I n der Johanneskirche. Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.

Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde Psarrer Bechtolsheimer.

Abends 6 Uhr: Pfarrer Ausfeld.

Abends / 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten män lichen Jugend der Lukas- und Johannesgenieint Nächstkünftigen Sonntag, als am Sonntag Pa warum, feiern wir den Landes-Butz- und Bettag diesem Tage wird in beiden Kirchen die alljährliche K> lekte für bedürftige hessische Gemeinden, die an Ort mit üoerwiegender katholischer Bevölkerung bestehen, hoben werden.

An demselben Tage wird im Abendgottesdie Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- n. hannesgcmeinde gemeinsam gehalten werden. Anmel ungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erdete Weitere Abendmahlsseiern werden gehalten Gründonnerstag im Abendgottesdienft um 7.45 Ul am Eharfreitag im Hauptgottesdienst.

Am Gründonnerstag ist im Vormittagsgottesdici Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden aus Johannesgemeinde. Die Konfirmation derselben ist 2. Osterseiertag im Hauptgottesdienst und in Verbin ung damit Feier des heiligen Abendmahls. Die Bcick dazn wird am 1. Osterfeiertag im Anschlutz an den Aden gottesdienst gehalten werden.

Katholische Gemeinde in Gießen.

Samstag, den 28. März.

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Ge

genheit zur HI. Beicht.

Sonntag, den 29. März. Passions-Sonntag.

Vorm. 6j4 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.

Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe.

Vorher Aussetzung des Allerheiligsten.

Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.

Vorm. 9 Uhr: Hl. Messe mit Predigt.

Vorm. 11 Uhr: Heilige Messe mit Predigt.

Nachm, um 5 Uhr ist die letzte Betstunde, darauf sei

licher Schlutz des grotzen Gebets mit Te Deum.

Dienstag und Freitag, abends utn 6% Uhr, Fastenandacht.

Freitag um 7 Uhr ist hl. Messe mit Segen. Diaspora:

In Hungen um 9 l / t Uhe.

Verantwortlich: Albin Klein, Gietzen.

Hach dem Mnier, wenn der Körper geschwächt ist

und daher vielen Störungen ausgesetzt ist,

ist es notwendig, dem Körper neue Kräfte und Widerstandsfähigkeit zu geben, das Blut zu bereichern

In den ersten Frühjahrsmonaten ist der Körper den meisten und ernsterem Störungen TT £ 1X STt I ü TJTVT zur Hand hat, um dem Körper neue Kräfte, Leben ausgesetzt, deshalb ist es von grösster Wichtigkeit, dass man ein vielerprobtes Mittel -Li .Ci A C _Ci Lw-1A> L1. 1 energie und gesundes Aussehen zu verleihe

(Ovolecithin 0,5, Eisenoxydhydrat an Zucker gebunden 0,75, aromatische Bestandteile in Cognac 40, Rest dest. Wasser.)

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