1 Gefell' d>ch einem Bessern zu,
1) Daß mit ihm deine veffern Kräfte ringen;
7U wer selbst nicht besser ist als du.
Der kann dich auch nicht weiterbringen,
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Das Reic
b der f rau.
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Ueberwinde einen Geizigen durch Gaben, einen Treulosen durch Treue, einen Zornigen durch Sanftmut, einen Lösen durch Güte-
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11. IL
Auswüchse in der Dulmode.
Abb, i.
Sortgesetzt gibt der Damenhut Veranlassung zu Verkehrsstörungen! Bald geniert er die Mitmenschen durch seine Krätze, bald sind es die Hutnadeln, durch die unsere lieben Nächsten gefährdet werden, und jetzt bedrohen die unförmlichen Sedergefiecke in nicht unerheblichem Mähe das Antlitz jedes Koma sapiens, der in die Nähe eines mit solchem .Schmuck" ausgestattetcn Idutes geraten sollte, Kein Wunder, daß die Herrenwelt da jede Galanterie beiseite setzt und in einigen Großstädten energischen Protest gegen diese Sederbüschel an den Damenhüten er!,oben hat. Scheint es doch, als ob die holde weiblich- keil das, was sie dem Damenhut an Umfang in der Sorm genommen hat, durch den eines den Trophäen von wilden gleichkommendcn Sederfchmuckes zu ersetzen bemüht ist, „Maler, pinsel und kandbesen" scheinen ihnen außerdem hin und wieder bei diesem „kutaufputz" als Vorbild gedient zu haben! Betrachten wir ein- mal die nette, kleine Samtform (Abb, 1>, die mit den drei Sederbüscheln aus einem pariser Modesalon hervorgegangen, so werden wir finden, daß wir durch Entfernen der beiden .Sciten- büschel" ein ganz allerliebstes kütchen erhalten.
Ein ähnliches Experiment läßt sich mit dem kut,
Abb 3 — ebenfalls einem pariser Modell — vornehmen. Durch Entfernen des vorderen Sederwedels, nur mit dem Hinteren Sedergefteck geschmückt, würde ein ganz annehmbarer kut daraus entstehen.
Das verschleiern „ä la karemsdame" ist wirklich in Aufnahme gekommen, und in den verschiedensten europäischen Großstädten promenieren unsere Damen mit Schleiern vor dem Gesichtchen, wie Abb, 3 veranschaulicht. Doch können wir zwei Arten dieser orientalischen Verschleierungen an den Damen des tstkzidents im Iahre des Keils 1014 unterscheiden, Lei der einen
ist die obere Gesichtshälfte ganz leicht, fast hauchartig verhüllt, während die unt- ,e kalfte mit einem beinahe undurchsichtigen Schleier umgebxn ist, Gder die obere Gestchtshälste b eibt ganz frei, der Schleier beginnt überhaupt erst an der llase und legt sich wie ein undurchdringl,cher Nebel um Nase, Mund und Kinn, Die sonderbarsten Muster sind ihm dabei oft eivgewcbt, Als dritte Art könnie nock die Manie genannt werden, die Schleier mit Schönheitspflästerchen zu bekleben, die sich von de» weißen Gcsichtshüllen in ihrem tiefen Schwarz malerisch abheben und ihnen oft sogar eingcwebt sind. Man erkennt daraus, die Mode macht bedenkliche Sciteiisprünge, um „Neues und Auffallendes" zu bieten.
Als neu müssen auch bunte Blümchen bezeichnet werden, die aus gefärbtem Bindfaden gedreht sind, um küten und .Kleidern als Schniuck zu dienen und i,n Gegensatz zu den oben beschriebenen „Nou- v-iutez" oft ganz allerliebste Wirkungen erzielen,
lvie sehr wir bei einigen Modellen das Bestreben er- kciinen können, das, was die küte an Breite verloren, ihnen jetzt an der „Länge" hinzuzusetzen, veranschaulicht Abb, 4, bei der die weiße pelzform an und für sich auch recht hübsch wirkt und «rst durch das tanncnbaum- artigc, hohe Sedergefteck verunstaltet wird,
lim Gegensatz zu diesen Absonderlichkeilen möchte ich aus Abb, 5 und 6 verweisen, durch die zwei küte dar- gesicllt werden, die modern und doch durchaus nicht auffallend sind. Der erstgenannte "
ist aus kleinen buntschillernden Sedern zusammengesetzt und wirkt besonders hübsch durch die flügelartig geformten, übcrci-ianderlicgende» Teile, durch die sich jeder weitere Aufputz erübrigt.
Bei Abb, ö sehen wir eine ganz einfache schwarze Samttogue, deren einziger Aufputz in . dem stilvolle», sclbsigearbeitcten Schmetterling besteht, Sür geschickte Sraucnhände muß cs ein wahres Vergnügen sein, diese hübsche ?e>int-Iacc-Arbeit auszusühre». Auch im Srühjahr und Sommer würde dieser moderne kutschmuck für Slrohhüte, sowie für leicht« Seidcnhüte zu empfehlen sein, - Also fort mit allen Auswüchsen einer ungesunden Mode- richtung, die jenseits der Vogesen auch nur ihr „besonderes" Publikum hat und von der vornehmen Pariserin ebensowohl gemieden wird, wie von der joliden deutschen Srau, kelene Grube.
„kleine Binder müsien vegetieren," sagte mir einmal ein Arzt; „sic müssen nur sauber gehalten werden und regelmäßig ihre richtige Nahrung bekommen," Den ganzen Sommer über schob er selber frühmorgens den .Kinderwagen mit seinem Töchterchen in eine stille Ecke des Gartens, Da blieb er den ganzen Tag stehen. Nur von Seit zu Zeit sah jemand nach dem Kinde und brao e ihm seine Slasche. Es war strengsten» verboten, den Ivagcn hin und her zu schieben. Der Vater hielt das Nüttel» für das klein« Gehirn für direkt schädlich, lind die Klein« gedieh bei dieser Methode ausgezeichnet.
Also wozu das stundenlange Ausfahren der Kinder, womöglich bei fest zugezogcnen Gardinen? Es ist nicht nur unnötig, sondern geradezu schädlich. Und außerdem eine unglaut- uche, Zeitvcrschwcndung, die sich heutzutage, da Zeit Geld ist, keine kausfrau mehr gestatten dürfte,
wenn die Kleinsten in der oben beschriebenen weise gehalten werden, kann die Mutter in der Zeit, die sie sonst für das „Ausfahren" verschwendete, recht gut die Garderobe ihrer Kinder selber anfertigcn, was mit kilfe guter Schnitte und der dabei gegebenen genauen Anleitungen zur kcrstellung der Kleidungsstücke selbst einer des Schneidern» sonst unkundigen Srau er möalicht wird. Die dadurch gemachten Erspar- niste sind weit größer, als cs anfangs den An schein hat- denn man spart durch diese Selbst anfertigung der Garderobe nicht allein den Schneiderlohn, sondern erübrigt auch manche Mark durch Benutzung noch vorhandener Sachen, sowie durch vorteilhaftes Zuschneiden, bei dem man es mit der Zeit zu einer erstaunlichen Sertigkeit bringt
Andererseits aber hat die im kaufe geschnei derte Garderobe vor der „fertig gekauften" dci' Vorzug, daß man durch bessere Stoffvcrwenduna und dauerhaftere Arbeit wiederum Vorteile erzielt', da gute Kleidungsstücke fertig gekauft auch nicht billig zu beschaffen sind. 2L
wer trägt die Schuld
Abb. t.
drei
wir saßen in ihrem gemütlichen Salon, die Geheimrätin und ich, und plauderten von alten
Zeiten, wieviel wir uns zu erzähle» hatten nach der langen Trennung!
„wenn wir nur nicht ge stört würden!" sagte mciiic Wirtin, Und dann klingelte sie und befahl dem eintrelcn den Mädchen: „Sollte Lesucli kommen, Anna, so sagen Sic ich sei nicht zu kaufe?
Das Mädchen zögerte au der Tür, „Nun, Anna?" — „Gnädige Srau, darf ich nicht sagen: es ist schon anderer Besuch da?"
kalb lachend, halb arger lich erwiderte die Geheim- rätin: „Ein richtiges, brauchbares Kleinmädchen tc*'',,. Sie nie, Anna I - o(l etwas daran wie man
‘ügi! Tatsache ist, daß ich niemanden empfange,: will, And das iberden di.- kerrschaften schon verstehen. Man nimmt das nicht' fo genau hier in der Stadt, Aber meinetwegen, sagen Sic, in* ^ was Sie wollen!" -
i Ein ^>ahr später saß ich wieder in dem kleinen roten Salon der Geheimrätin, Ein mir fremder Dienstmädchen reichte uns den Tee,
„Sie haben die gewissenhafte Anna vom vorigen Winter nicht mehr?" fragte ich nach dem Tee, so nebenher,
Srau Gcheimrat schien sich des kleinen Zwischenfalls von damals nicht mehr zu erinnern, „Gewissenhaft?" meinte sie, „Ach ja, ich entsinne mich, das war sie im Anfang; so eine richtige, treuherzig« Landpomeranze. Aber die Großstadtluft bekam ihr nicht. Sie wurde raffiniert und fing
an zu lügen, und das kann ich nicht vertragen: da Mutzte sie natürlich gehen,"
Z lUff* Anna I Knni» Shlert
Abb, ».
(Eine Zeitverschwendung und wie ihr abzuhelfen ist.
„warum nähen Sie die Kleider Ihrer Kinder nicht selbst?" fragte ich kürzlich e:ne Bekannte, eine geschickt-, fleißige Bean,teufrau, - „weil ich mit dem besten willen nicht die Zeit dazu habe," seufzte sic; „jeden Tag gehen jetzt zwei bis drei Stunden mit dem Ausfahren unseres Kleinsten hin,"
Zwei bis drei Stunoen für das Ausfahren eines Babys! Ist das nicht eine unerhörte Zeitver- schwendung? Kann man den Kinderwagen nicht ebensogut in de» Garten, auf den Balkon oder in Ermangelung dessen vor ein weitgeöffnetes Sen st er stellen? Ich bin fest überzeugt, daß das einem kleinen Kinde außerdem zuträglicher ist, als das stundenlange kerumfahren, oft auf holperigen wegen, in Strahenlärm und -staub. Und wieviel kann die Mutter in den so gewonnenen Stunden beschaffen!
Goldene Worte.
»bd S,
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wenn du am rechten Grt das rechte Wort zu sagen käst unterlassen, bleibt es immer zu beklage^ wenn in Gedanken dann du's sagest hinter!^», wird die Versäumnis dir nur fühlbar um so mehr. Doch unterlaß' nur nicht, und jage dir es fein, vielleicht ein andermal wirst du dann klüger fein.
wer trocken Brot mit tust genießt,
Dem wird es gut bekommen, wer Sorgen hat und Braten ißt,
Dem wird das Mahl nicht frommen.
weine! nie entweiht die Trän«
Das erhabenste Gesicht,
Sühlen ist der Menschen Ehre,
Aber — unterliege nicht!
Da» keil der Sreundschaft ist die heiligste der Gaben; Nichts keiligeres kann uns Sott verleih»,
Und einen Sreund kann jeder haben.
Der würdig ist «in Sreund zu fein-
Briefpapiere, Briefumschläge. Korresfpondenzkarten, Siegellacke
in allen Tarten und Qualitäten empfiehlt
_JljbhiH! Papierhandlung, Giessen. Seitenweg sz
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