Ausgabe 
28.3.1914
 
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Nr. 23

Telep hon: ?!r. 362.

Monarcden'krgegnuag in (jenedig.

* König Viktor Emanuel, der Dienstag, Y t Uhr zum Besuch des deutschen Kaisers in Benedig nlras, wurde bei seiner Ankunst trotz des herrschenden : egenwetlcrs von einer zahlreichen Menschenmenge cr- >arlet. Um 10 Uhr begab sich der König au Bord der ffohcnzollern". Die Begrünung zwischen den beiden ! ionarcheii war überaus herzlich, sie kühlen sich cinan- t wiederholt und schritten die Front der Ehrcuwachc ater den Klängen des italienischenMarcia Reale" ab. ie Monarchen unterhielten sich daraus längere Zeit al- in in der sogenannten Laube aus dem Achterdeck. Die nterredung der Majestäten dauerte weit über 1 Stdc. ach 11.15 Uhr verlieh der König dieHohenzollern" nd kehrte ins Palais zurück.

- Der Kaiser, der, einem Wunsche des Königs von ialien folgend, von einer besonderen Erwiderung des 'csuches bei dcni schlechten Wetter Abstand nahm, be- >b sich mit (befolge gegen 1 Uhr von derHohenzol- in" nach dem Königspalasl, um dort an der Früh - ückstascl teilzunehmen. Das Publikum brachte dem Kai r lebhafte Kundgebungen dar. Um 2% Uhr begaben ch der Kaiser und der König aus das Kriegsschiff bocben", um es zu besichtigen. Der Kaiser führte dem önig den PanzerkreuzerGoeben" im Gcsechtszuftand n. Der König besichtigte die einzelnen Gescchtsstationcn ul grohem und verständnisvgllem Interesse und lobte e ausgesührtcn Uebungcn. Aus dem Flaggschiffe der mischen Mittclmeerdivision waren während des Auf- ilhalts der Majestäten am Großmaste die beiden Stan- rrtcn Seite an Seite gehiht, am Vormaste die Groß- ümiralsslagge des Kaisers.

Samstag, den 28 März 1914.

i in Bewegung. Zu ihnen gesellten sich auch solche, die aus Interesse an der Luremburger Unabhängigkeit Geg­ner einseitiger Manifestationen sind, und schrien hinter j den in Uniform durch die Stadt gehenden Offizieren:

!Zabern",Wackes",Schießpreußen". Andere geplante ! Manifestationen, wie Störung des Hofkonzerts durch j lärmende Musik, unterblieben. Die Kundgebung wird

> von allen Parteien des Landes streng kritisiert. Die be- ! hördlichc Untersuchung richtet sich gegen 51 D e m o n - ! st r a n 1 c n.

Englisch französisches Wilitärabtzommen ?

Der PariserErcelsior" veröffentlicht eine Unterred- ! ung seines Londoner Korrespondenten mit einem der ! hervorragendsten englischen Staatsmänner, dessen Na- ! men geheim gehalten wirb; es kann sich jedoch nur um j Lord Roberts handeln. Der Staatsmann äußerte ! sich über etwa getroffene militärische V e r st ä ri­tz i g u n g e n zwischen der englischen und der französi-

> scheu Regierung und lieh durchblicken, dah tatsächlich der- j artige Abmachungen zwischen den beiden Regierungen ^ getroffen worden sind. Die französische Negierung ver- j öffentliche nur aus dem Grunde nichts Genaueres da- j rüber, weil sie der englischen Regierung keine Ungelegen- i heilen mit der mächtigen englischen Arbeiterpartei im

eigenen Lande bereiten will. Möglich ist in diesem ! Zeitalter der Furcht vor Deutschland alles!

? e 1 t j> t) o n 0,

26. Jahn

öelnch Kaiser Wilhelms am russische' gof.

Der französischeMatin" veröffentlicht eine Jnsor- talion seines Petersburger Korrespondenten, wonach ne Zusammenkunft zwischen Kaiser W i l - elm II. und dem Zaren in Reval oder einem ande' » Hasen der Ostsee geplant ist. Das Datum der Zu- mmciikunst steht noch nicht fest, jedoch dürfte die En- cvue nach der Rückkehr des ruffischen Hofes aus der rim, also wahrscheinlich im August, nach dem Besuch 's Präsidenten P o i n c a r c e statlsinden. Wenn eine erlobuNg zwischen dem Prinzen Paul von Rumänien it einer Tochter des Zaren stattfinden sollte, so werde aiscr Wilhelm seine Reise so einrichtcn, dah er bei der o ch z e i 1 zugegen sein kann. DerMatiu" erklärt, c Reise des Kaisers als einen reinen Hösiichkeitsakt, i der Kaiser den Berliner Besuch des Zaren anlählich :r Hochzeit der Prinzessin Viktoria Luise zu erwidern ünsche.

ieutschfeindliche Demonstrationen in Luxemburg.

L u> r e m b u r g, 26. März. Vor einigen Tagen »rden deutsche Ossiziere in Luremburg i n öbelhast«r Weise auf der Strahe dadurch in- lticrt, dah man ihnenZabern-Wackes" usw. nachschrie, lättcrmeldungcn zusolge liegt den deutschseind - ch c n D e ni o n st r a t i o N e n eine A n i m o s i - it gegen das Hofmarsch allamt zugrunde, nde Dezember hatte die sranzösische GesellschaftAlli- ice Francaise" im Cerclegebäudc zu Luremburg einen all veranstaltet, wozu nur sranzösische Offiziere der renzgarnisonen und drei Generale eingeladcn waren, iesc Ballsestlichkeit war fast allgemein als sranzosen - .'undlichc Kundgebung ausgcfaht worden. Als nun be­im! wurde, dah das Hosmarschallamt zu dem Hos- nzcrt nur deutsche Offiziere Ungeladen" habe, gleichsam s Gegenmanifestation zu der von der Alliance ver- istaltcten das Hosmarschallamt besteht ganz aus eutschen setzten sich die franzosenfreundlichen Elemente

Polülfcne Rundfcftau

* Heute hat im Schloß M i r a m a r e bei Triest die Begegnung Kaiser Wilhelms mit dem

j Erzherzog-Thronfolger Franz Ferdinand statt- I gesunden.

* Die Reise des Kronprinzenpaares ! in die deutschen afrikanischen Schutzgebiete gelangt in ! diesem Frühjahr, noch nicht zur Ausführung, da es sich : als unmöglich herausgcslellt hat, die Reise tn der zur j Verptgung stehenden Zeit so vorzubereiten, wie cs nach > der kolonialpolitischen Bedeutung und dem insormatori- j scheu Zweck erwünscht erscheint.

* Der Reichstag hat die Genehmigung zur ! Strafverfolgung des Abg. Dr. Werner (Wirtsch. V.)

; entsprechend dem Kommissionsantrag nicht erteilt.

* Der Reichstag hat heute über die Aender- j ung des Handelsgesetzbuches (Konkurrenzklaufel) beraten ! und sich nach Erledigung einiger Petitionen bis zum 28.

April vertagt.

* Bei der Reichstags st ichwahl in Borna- Pegau hat. der sozialdemokratische Kandidat Ryssel über den Freikonservativen General v. Lieber! ge­siegt.

* Hamburg. In der Generalversammlung der Hamburg-Amerika-Linie, in der auch der Abgeordnete Dr. Diederich Hahn das Wort ergriff, erklärte die Verwaltung bezüglich der Aussichten, dah nach der in Fachkreisen überwiegend vertretenen Ansicht tn der zwei­ten Hälfte dieses Jahres eine neue Steigerung des Verkehrs eintreten dürfte.

* Hamburg. Der Hamburger Senat hat die ncuerrichtets Professur für Kultur und Geschichte Indiens am H a mb ur gischen K o l o n i a l - I n st i t üt dem Prosessor der Indologie an der Universität Christi- ania, Dr. Sten Konow, übertragen.

Xus Stadt tmd Land.

» Die Säüglingssterblichkeit im Erotz- herzogtum Hessen während des Jahres 1913 ist gegen die Vorjahre wiederum wesentlich zurückgegan- g e n. Wie derDarmst. Ztg." mitgeteilt wird, starben im ganzen 3003 Säuglinge (Kinder im ersten Lebens -

jahre). Da 32 297 Kinder lebend geboren wurden, so kommen auf 100 Lcbendgcborenc 9,3 gestorbene Säug­linge, gegen 10,1 im Jahre 1912, 12,9 in 1911, 11,3 in 1910 und 12,9 im Durchschnitt der Jahre 1906 bis 1910. Vor 10 Jahren war die Säuglingssterblichkeit doppelt so groß wie gegenwärtig. Wär.e diese so ge­blieben, so würden im Jahre 1913 nicht rund 3000, sondern rund 6000 Säuglinge gestorben sein. Bor vierzig Jahren starb jedes fünfte Kind, gegenwärtig stirbt erst lichkeit im Jahre 1913, wie schon seither, in der Pro­jahres. An, n i e d r i g st e n war dte Säuglingsslerb - lichkeit im Jahre 1913, wie schsn seither, in der Pro­vinz Oberhessen, wo die Sterblichkeit zwischen 5,7 und 7,5 Prozent schwanlle. Dann folgen die Kreise Er­bach mit 6,9, Landkreis Darmstadt 7,1, Dieburg 8,2, Landkreis Offenvach 8,2 und Bingen 8,6. Am ungün­stigsten liegen die Verhältnisse immer noch im Kreis Bens- Heim mit 13,8. Von den größeren Städten schneidet Worms mit 12,7 am wenigsten gut ab. Die Stadt Mainz hat eine Säuglingssterölichkeitsziffer von 11,8, Offenfiach 10,8 und Darmstpdt 7,8. Recht hoch war die Säuglingssterblichkeit in folgenden Gemeinden: Lam­pertheim 21,5, Lorsch 18,3, Wimpfen 21,1, Dietzenbach 18,0, Klein-Krotzenburg 22,7, Alzey 19,5, Osthosen 16,8, Finthen 18,1, Güntersblum 24,6 und Horchheim 20,0. Zahlreich sind die Gemeinden, die sich durch niedere Säuglingssterblichkeit auszeichnen. Nur eine sei rühm­end hervorgehoben, nämlich Hechtsheim bei Mainz, wo im Jahre 1913 104 Kinder zur Welt kamen und nur 3 im ersten Lebensjahre starben.

n Gießen. Am 1. Apr.il findet in öffent­licher Sitzung der Stadtverordnetenversammlung die Dien st einführ ung des Oberbürgermeisters K e l- l e r durch den Provinzialdircktor Eeheimerat Dr. Usin- ger statt.

n G i e ff e M Nächsten Dienstag finden die I Wahlen zum Ausschuß der Allgemeinen Ortskrankenkasse j der Stadt Gießen statt. Es sind zwei Wahlvorschläqc ! eingebracht, der eine von den verschiedenen Erwerbs- resp. Staudesorganisationen, der andere von den sreien j Gewerkschaften.

o Bad-Nauheim. Rauchschutzapparate wird i die Stadt Bad-Nauheim für die Zwecke der Feuerwehr ! und der Sanitätskolonne anschaffen.

o H e u b a ch. 75 Jahre ist der nunmehr neun- ; zig Jahre alte Konrad Baus bei der Familie Vogler als Dienstknecht in Stellung. Der Jubilar verrichte! noch - mit bewundernswerter Frische seine Arbeiten.

o Lauterbach. Am 18. Februar fand in ; Beim u 1s Hai n Beigeordneten wähl statt,

: bei der Hch. Rausch mit 58 Stimmen gegen Hch. Oech- ^ ler 7. mit 56 Stimmen zum Beigeordneten gewählt wurde. Die Wahl ist von dem Gr. Kreisrat beanstan­det worden, weil vorher unter verdeclten Vorwänden Freibier gespendet wurde. Eine Voruntersuchung ergab, daß schon vor W-eihnachten oft Freibier in Wirtschaften getrunken worden ist, angeblich aus Anlaß einer Ver­lobung, die niemals stattgefunden hat, und eines Ge­burtstages, der jedoch in eine spätere Jahreszeit fällt. Ein Zeuge, der unvorbereitet verhört wuyde, ließ durch- blickcn, daß Freibier auf Kosten der Beigeordnctcnwahl getrunken worden ist. Die Sache wurde deshalb dem Kreisausschuß zur Entscheidung vorgelegt. In der gest­rigen Sitzurig wurde festgestellt, daß tatsächlich vor und am Tage der Wahl Freibier aus Kosten des als Sieger hervoirgeganjgenen Hch. Rausch getrunken worden ist. Das Urteil lautet: Der Beanstandung des Großherzogl. Kreismts wird statlgeoeben und die Wahl des Beige­ordneten in Bermutshain vom 18. Februar 1911 für ungültig erklärt. Der Wert des Streitgegenstandes wird auf 500 Mark festgesetzt.