Ilnrichlige Meldungen über Feierschichten im Nuhrbergbnu.
Es wird uns geschriehen :
Durch unrichtige oder übertriebene Meldungen über Feierschichten und Lohnkürzungen im Bergbau sücht die sozialdemokratische Presse fortgesetzt die Bergarbeiterschast zu beunruhigen. Ohne scharfe Ausfälle gegen das Grü- benkapital geyt es dabei natürlich nicht ab. Neuerdings geht ein Artikel durch die sozialdemokratischen Zeitungen des RUHrreviers, wonach schon im letzten Viertel des verflossenen Jahres die Zahl der im Oberbergamtsbe- zirk Dortmund eingelegten Feierschichten insgesamt über, 1 Million oder auf den Kopf der Belegschaft 3,8 betragen haben soll, entsprechend einem Lohnautzsall von 6 Millionen Mark. Züm Beweis wird auf die amtliche Lohnstatistik hingewiesen, die für das 4. Quartal 1913 31,38 Millionen Arbeitsschichten verzeichnet gegen 32,4? Millionen im 3. Quartal 1913. Lediglich Prositwut der Grubenbesitzer, so wird dazu geschrieben, soll Schuld daran sein, daß die Bergarbeiter den Hunger- ricmen enger ziehen mützten.
Der Artikel beweist wieder einmal, wie gedankenlos die sozialdemokratischen Blätter arbeiten und wie unzuverlässig insbesondere ihre Mitteilungen über die Verhältnisse im Bergbau sind. Wenn im letzten Viertel des verflossenen Jahres etwa 1 Million Arbeitsschichten weniger verfahren wurden als im vorhergehenden Quartal, so ist das selbstverständlich nicht gleichbedeutend mit 1 Million Feierschichten. Sogar bei aufsteigender lKyn- junktur komint es nicht selten vor, daß die Gesamtzahl der, verfahrenen Schichten von einem Quartal zum andern abnimmt. Die Z a h l d e r A r b e i t s t a g e spielt dabei eine grohe Rolle. Im 4. Quartal eines jeden Jahres find infolge der vielen Feiertage (2 Weihnachtstage, Allerheiligen. Butz- und Bettag, Maria Empfängnis) sowohl die G e s a m t s ch i ch t e n z a h l als auch die Zahl der von einem Arbeiter versahrenen Schichten fast immer niedriger als im 3. Quartal, das im vergangenen Jahr überhaupt keine Feiertage zu verzeichnen hatte. Daß 4—5 Feiertage in einem Vierteljahr bei einer Gesamtbelegschaft von rund 400 000 Mann die Gesamtschichtenzahl erheblich vermindern, bedarf keiner Frage. Es braucht hier wohl nicht besonders betont zu werden, datz Feierschichten aus den Zechen nur dann eingelegt werden, wenn es die Verhältnisse unbedingt erfordern.
Wenn in den sozialdemokratischen Blättern von Hungerlöhnen die Rede ist. so werden solche Behaupt - ungen am besten durch die Zahlen der amtlichen Lohn- statistik für. das Jahr 1913 widerlegt, wonach das Jahresverdienst einks Arbeiters der Gesamtbelegschaft im R'ühxrevier von 1629 Mk. auf 1755 Mk., das eines Hauers (etwa 50 Prozent der Gesamtbelegschaft) von 1918 Mk. auf 2088 Mk. gestiegen ist. Auch im 4. Quartal war das Einkommen eines Arbeiters noch höher als im gleichen Quartal des Vorjahres, obwohl der Schichtverdienst infolge.der rückläufigen Konjunktur im Vergleich zum 3. Quartal 1913 etwas gesunken ist; das Eesamtverdienst betrug bei einem Arbeiter der Gesamtbelegschaft 425 Mark (417 Mk. im 4. Quartal 1913), bei einem Hauer 502 Mark (492 Mk.).
St'tf! Hüd Dad.
n Gießen. Die Gietzener Stadtverordnete n - V e r s a m m l u n g, bestehend aus nur 23 arbeitsfähigen Mitgliedern, statt der gesetzlich vopgeschrie- benen 36, sollte den Voranschlag für 1914-15^ beraten. Statt der beschlußfähigen 19 Stadlväter waren aber nur 15 erschienen, auch war eine nachträgliche Beschlußfähigkeit des Plenums nicht zu erreichen, weil der Rest der
Stadtverordneten krank oder von Gießen abwesend war. Die Sitzung muhte deshalb vertagt werden. Den Stadtvätern ist die infolge der Anfechtung der im November erfolgten Wahl von 17 Stadtverordneten drohende permanente Beschluhunfähigkeit lästig und unbequem. Man erwog, ob es kein Mittel gibt, über das vorhandene Ungemach hinauszukommen. Der Oberbürgermeister erklärte aber, daß man nach den Bestimmungen der hessischen Städteordnung sich in Ruhe und Geduld in das Unabänderliche fügen müsse, vis im Jnstanzenzug über die Giltigkeit oder Ungiltigkeit der 17 Mandate entschieden sei. In der Aussprache wurde daraus ningewiesen.daß die durch nichts gerechtfertigte Schwersälligkeit des Wagl- prüfungsverfahrens, wie sie die Städteordnung vorschreibt, unter Umständen die ganze Verwaltung lahm legen kann, sodaß sich für die Stadl die Lage sehr schwierig gestaltet.
n Gießen. Die am Montag stattgefundene Stadtverordneten-Versammlüng genehmigte den Voranschlag der Stadt, der den Ausschlag an Gemeindesteuern wie bisher auf 120 Prozent festsetzte. In einer längeren Rede verabschiedete sich Oberbürgermeister a. Dk Mecum von der Versammlung, in deren Namen ihm Stadtverordneter Petri für seine Tätigkeit dankte.
n Gießen. Ein elektrotechnischer Fachkurs in der Installation e l e k t r. Lichtanlagen wird in der hiesigen Gewerbeschule in der Zeit vom 21. März bis Mitte Juni ds. Js. abgehal- tzm. Unterrichtet wird wöchentlich an Donnerstag- und Gamstag-Vor- und Nachmittagen, sowie an Sonntag - Vormittagen mit Ausnahme der in diese Zeit fallenden Feiertage. Der theoretische Unterricht wird erstreckt auf Elektrizitätslehre, Anfertigung von Jnstallalionsplänen, sodann auch auf Installationsmaterialien und Kostenberechnungen. Hieran reihen sich Jnstallationsübungcn und die praktische Ausführung von Installationen in mehreren Gebäuden. Der Unterricht ist vorzugsweise für Handwerksmeister bestimmt, die mit Jnstallationsarbei- ten vertraut sind, jedoch kann auch solchen mit der elektrischen Installation betrauten Handwerksmeistern der Besuch des Kursus empfohlen werden, welche bisher eine geregelte Ausbildung noch nicht erhalten haben uNd ' fisch daher in der Ausführung von Licht-Installationen noch nicht ganz sicher fühlen.
* Der Sonntag in Wiesbaden abgehaltene Gaiutag des Main-Weser-Eaues des D e u t s ch n a t i o- nalen Handlungsgehilfen verbandes in Hamburg beschloß, den Gautag 1915 in Hersseld | abzuhaltenk
);.( Groß-Gerau. Vom 5. bis 19. April veranstaltet der hiesige Ortsgewerbeverein eine A u s st e l- l u n g für bürgerliche und ländliche Baukunst. An der Ausstellung beteiligen sich auf Einladung des Vereins auch zahlreiche Künstler der Raumkunst aus Darmstadt, Offenbach und Frankfurt.
):( Diez, 16. März. Das Hochwasser der Lahn ist seit gestern von 2.70 bis heute abend auf 4.45 gestiegen. Die stündliche Zunahme beträgt 7 bis 8 ! Zentimeter.
! Wiesbaden, 16. März. Wie heute Verwaltungsdirektor, Kampel-Düffeldorf in einer hier stattgefun- denen Sitzung milteilte, stellen sich die Kosten für, das B i s m a r ck - N a t i o n a l d e n k m a l auf der Elisenhöhe bei Bingen auf rund 3 Millionen Mark, statt der bisher veranschlagten Summe von 1 8(00 000 Mark. Die Grundsteinlegung findet bestimmt am ersten April 1915, dem 100. Geburtstage Bismarcks, statt. —
I Die Stadt Wiesbaden plant gleichfalls die Errichtung
eines Bismarckdenkmals. Für dieses sind bereits 80000 Mark durch Sammlungen aufgebracht. Die Gesamtbausumme wird auf 175 000 Mark veranschlagt.
! Alzey. Wie in Friedberg wurde auch das hiesige Lehrerseminar vom Kreisgesundheitsamt Alzey geschlossen, weil 74 von 167 jungen Leuten plötzlich von einer epedemisch austretenden inflluenza- artigen Halskrynkheit befallen wurden. Sämtliche Seminaristen wurden vorläufig auf eine Woche in die Heimat beurlaubt.
6elcdältlicdes.
:: Guter R a t i ft t e u-e r, kann man häufig hören; namentlich in diesen schlechten Zeiten. Besonders die Haussrau ist oft um einen guten Rat verlegen, wenn das Wirtschaftsgeld nicht langen will. Und doch wie schön kann man pch z. B. Helsen, wenn man anstatt der immer noch teuren Butter die berühmte und allgemein beliebte Pflanzenbutter 4 Margarine Dr. Schlinck's P a l m o n a verwendet. Niemand kann ein Palmona- brot von einem Butterbrod unterscheiden. Und in der Küche leistet Palmona dieselben Dienste, wie die beste Butter.
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zukommt ? Tausende von Anerkennungen bürgen dafür, :
daß Schwetasch-Stoffe ihres billigen Preises wegen, aber - auch in ihrer Qualität, Dauerhaftigkeit, in ihrem guten ! Aussehen und im vornehmen Sitze hervorragend sind. .
Die heutige Beilage der Görlitzer Tuchfabrik Otto Schwe-- t>
tasch G. m. b. H. Görlitz, empfehlen wir der Anfmerk- 1 samkeit unserer werten Leser.
Verantwortlich: Albin Klein, Gießen.
Die Hednng unseres Körpergewichts.
Von einem Spezialisten.
Die meisten Mageren nehmen täglich vier bis sechs Pfund solide, scttpruduziercnde Nahrung zu sich, und ihr Körpergewicht nnd Umfang ändern sich nicht in, geringsten, während andererseits runde nnd „umfangreiche" Personen nur ganz leichte Esser sind itnd dabei immer mehr zunehmen. ES ist Unsinn zu behaupten, das tage in der Natur des betr. Individuums. So ein Zustand ist kein natürlicher. Magere Leute bleiben mager, weil ihr Stoffwechsel defektiv ist. Sie absorbieren gerade genug von der cingenominenen Nahrung, »in das Leben und den Anschein von Gesundheit und Stärke zu erhalten. Da Hilst auch kein Stopfen, und von zwölf Mahlzeiten im Tag bleibt kein Pfund bei ihnen. Alle fetlproduzierenden Elemente der Nahrung passieren unbehelligt den Berdauungskanal und gehen nnvcrbraiuht wieder ab, ciiic richtige Berschivendung. Solche Leute brauchen etwas, tvas diese Elemente assimilieren hilft, bah sie ins Blut übergehen und vom Blutkreislauf aus den dürftigen Zcllcngewedeu zugeführt werden, ctivaS was die roten Blutkörperchen vervielfältigt und die Verteilung der Nährsubstanzen durch datz Blut anregt, fördert. Für diesen Ziveck empfehle ich immer folgendes Rezept: 1ä gr Eardamommlinktur, 00 gr Snlrado eomp. und 90 gr einfachen Zuckcrsirup, dazu genügend dcstill. Wasser zu», Nussüllen einer WO-Granim-FIasche. Das Rezept kann in jeder Apotheke oder Drogerie zusnmmcngestclli werden: nehmen Sie davon 20Minuten vor jeder Mahlzeit regelmässig I bis 2 Esslöffel ein, die Gewichtszunahme ist oft ganz erheblich und nimmt von Woche zu Woche zu. Seine verdauungtzsörderndcn, kräftigenden Eigenschaften kom- men bei Entkräftung sehr zustatten und geben zumal älteren Leuten neue Lebenskraft und Energie. Wenn Ihr Körpergewicht unter dein Normal ist, wenn Ihr NerdanungS- oder Äiervcn- silslcm nicht so funktioniert wie es sollte, versuchen Sie das genannte Rezept, und Sie werde» sehen, wie iä/icll es Hilst.
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Hundert Male hatte er sich schon über derartige Bemerkungen tödlich geärgert, sie mit Feuereifer widerlegt, und dabei merkte er, der seinen Ratten gegenüber; so viel Scharfsinn bewies, nicht im mindesten die Absicht.
Erst als er beider gefährlichsten Art von Geberlaune, der Laune, Ohrfeigen zu geben, angelangt way, gab man sich zufrieden und ließ die Sache dahingestellt sein.
Unmöglich bereitete der bekannte Sünder, der Buße . den Engeln im Himmel mehr Vergnügen, als es Herrn Häsekes Zechgenoffen bei der Rückkehr des soliden Meisters in ihren Kreis empfanden.
Der ehrerbietige Wirt und sein flinker Kellner mußten rastlos ab- und zufpringen, um den geradezu mufb- kantenhaften Durst der sieben wackeren Männer, zU stillen, und es war bereits eine Hekatombe, eine volle Hundertzahl von Seideln, geopfert, als um 10 Uhr
der Lehrjunke Häsekes erschien, um seinem Meister einen schönen Gruß von seiner Gattin auszurichten und sich zu erkundigen, wann er wohl heimzukehren gedächte.
Ein invernalisches Hohngelächter, fähig, selbst «inen Schusterjungen zu verblüffen, der doch an Knieriemen- und ähnliche Schicksalsschläge gewöhnt ist, empfing den Abgesandten.
Meister Strunzei und Gärtner Meier, ließen es sich nicht nehmen, ihn an die frisch« Luft zu befördern.
„Na, es scheint", sagte Sttunzel, von dieser Mo- ckion zurllckkehrend, „es scheint, daß auch Du Ritter des verbreitetsten Ordens, bist, des Hauskreuzes."
„Da bist Du auf dem Holzwege", rief Häseke. „Ich bin Herr in meinem Hause, hier habe ich das Zepter meiner Gewalt."
Und dabei klopfte er mit einem neun Zoll langen Hausschlüssel auf den Tisch.
Ein wildes Gebrüll belohnte diesen Scheyz; besonders zeichnete sich der hagere Kammerjäger durch «in mehrmaliges, sehr naturgetreues „Kikeriki" norden andern aus.
Noch schneller, mußten die bedienenden Geister fliegen, und wenn auch der Wirt durch seinen Schweiß hindurch schmunzelte, so sagte sich doch der flinke Kellner: „Wenn das noch acht Tage so fort geht, so laufe ich mir die Schwindsucht an den Hals."
Während dessen saß die ehrsame FraUMeisterin Häseke bitterbetrübt in ihrer hübschen Wohnstube.
Nur ihr einziger Sohn, der Quartaner, leistete ihr Gesellschast. Doch um 10 Uhr forderte sie ihn auf, zur Ruhe zu gehen; er klappte daher das Buch zU, in dem er gelesen hatte und ging zu Bett.
(Schluß folgt.)
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