Ausgabe 
18.3.1914
 
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Glücklich der, der seinen Beruf erkannt hat, er verlange nach keinem andern Glück, CEt hat seine Arbeit und Lebensaufgabe und wird ihnen obliegen.

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Das Reich der frau.

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IPcr darf sagen, daß er an der Sreube verzweifle, solange noch Arbeiten lohnen und Hoffnungen einschlagen.

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Die Gärtnerin und Gartenbaulehrerin.

Die Ausbildung für die verschiedensten Lrauenberufe wird infolge der ganzen wirtschaftlichen Verhältnisse in den meisten Kulturstaaten immer notwendiger, Kaum gibt cs noch einen Stand, der dieser Notwendigkeit entrückt ist, denn Lrauen aller Stände befinden sich unter den .Erwerbstätigen", Einer der gesündesten, von den Srauen ausgeübten Berufe ist sicherlich der einer Gärtnerin, Die damit verbundene Arbeit in frischer Luft übt einen wohltuenden Einfluß auf die Lunge» aus, fördert den Blutumlauf und begünstigt den Stoffwechsel, Da ist es keiii Wunder, daß sich dieser gesunden Arbeit immer mehr Srauen zuwenden, so daß es jetzt schon 4200 angestellte Gärtnerinnen in Deutschland geben soll und gute Ausbildungsmöglichkeiten zur Erlernung dieses Berufes sich dem weiblichen Geschlecht bieten.

Schon vor mehr als 20 Jahren (1892) gründete die durch ihre sozialwirtschaftliche Tätigkeit wohlbekannte Srau Kommerzienrat kenl in Eharlottenburg einen GartenbauliursiiS f»r Mädchen, der, da es damals noch keine Srauen dafür in Deutschland gab, von einem Obergärtner geleitet wurde. Aus verschiedenen Gründen mußte dieses Ilnternehmen aber nach zwei Jahren wieder aufgegcben werden, und eine regelrechte Obst- und Gartenbauschule wurde im gleichen Jahr (1S94) von Dr, Elvira Eastner in Sriedenau bei Berlin ins Leben gerufen, die 1901 nach Marienfelde verlegt ivurdc und jetzt jährlich etwa 60 Schülerinnen hat.

Die erste von den >n der Eastnerlchcn Schule ausgebildeten Gärtnerinnen, die dem Beispiel ihrer Lehrerin folgte und ebenfalls eine Gartenbauschule gründete, war Sräulein Martha Back, die sich 1900 in Holtenau bei JSiel selbständig machte und noch heute die von ihr gegründete Gartcnbanschnle und den Gbstgarten dort leitet, llach und nach folgten mehr Srauen ihrem Beispiel, und jetzt gibt es etwa 10 solcher Schulen in Deutschland, unter denen außer den bereits erwähnten die zu Godesberg, Wolfenbüttel, Scherpingen, Schwetzingen, Schneckengrün und die von dem Verein Lrauenbildung. Srauenstudium in Weimar gegründete die bekanntesten sind. Doch auch in der Handelsgärtuerei von Ad, Ehlers, Sriedrichstadt in Schleswig-Holstein, werden Srauen zu Handelsgärtncriunen ausgebildct, und die königlichen Lehranstalten nt Dahlem, Geisenheim und proskau haben ihre Pforten den Sraue» geöffnet. In diese Anstalten können sie entweder als Hospitantin eiiitrcte» oder als Schülerin, müsse» als solche icdoch eine vierjährige prak­tische Arbeitszeit Nachweisen, Der Besuch einer dieser 2ln- statten ist deshalb denen, die sich in ihrem Berufe noch weiter zu vervollkommnen wünschen, sehr zu empfehlen. Es sei hier bemerkt, daß auch in Oesterreich vor kurzem, im Oktober 191Z, in Grinzing, Kaasgrabengasse, eine Garlenbauschule gegründet ivorden ist.

In allen diesen Schulen haben die Mädchen eine zw«B jährige Lehrzeit durchzumachen, in der sie praktisch und theo-

Vfadjinderin und Gartenbau.

lleber die ideellen und praktischen Bestrebungen des Bundes deutscher Pfadfinderinnen haben wir an dieser Stelle schon mehrfach berichtet Die Piadfindcrinnen-Organisation fiat inzwischen gute Fortschritte gemacht, eine Ortsgruppe nach der andern ist entstanden und l>at sich dem Bunde a»ge, schloffen.

Eine der aussichtsvollsten 2lrbeiten der pfadfinderinnen ist entschieden der Gartenbau, der er nötig macht, daß sie sich in frischer, freier Lust gründlich a»sarbeiten, ivas ihrem Körper nicht nur dienlich ist. sondern sie auch in praktischer 2lrbe,t fördert, sie Sparsamkeit und Berechnen lehrt und sie den wert der weiblichen 2lrbeit im Gartenbau erkennen und schätzen läßt, Diele Ortsgruppen trachten deshalb mit Recht danach, etwas Land zu miete» oder zu erwerben, um dort Gemüsebau oder Obstzucht je nach der 2lrt und Beschaffenheit des betreffenden Bodens zu betreiben, und bringen dadurch auch Abwechselung in ihre Wanderungen, Spiele im Sreien und sonstigen sportlichen und nützlichen Tätigkeiten, Die Organisation ist ja >n jeder Ortsgruppe verschieden, da sic sich stets nach den örtlichen Verhältnissen richten muß, I>: eiiizelne» Städten mit Psadfinderinnen-Ortsgruppcn find sogar Gartenbaugenosscnschafte» vvii ihnen gegründet, wie in Frankfurt a, M., Iviesbaden, Metz, 2Irolsen, Hamburg, Magdeburg, Thorn, und in erstgenannter Stadt habe» sich sogar 900 junge Mädchen aller Stände dazu vereint. In Dresden gehört der Gartenbau ebenfalls u, a, zu einer der Lieblingsbeschäftigungen der pfadfinderinnen, die zu genanntem Zweck in Hellerau und Nickolsdors Land besitzen,

2llle von den pfadfinderinnen geernteten Erzeugnisse werdeii meistens an ihre Angehörigen zu Marktpreisen verkauft, so daß ihnen der Umsatz durchaus keine Schwierigkeiten macht. Die auf diese weise erzielten Einnahmen dienen zur Erhaltung und Erweiterung ihres Gartenbaues. In einigen Städten ist ihnen von der zuständigen Behörde Land unentgeltlich zur Verfügung gestellt, in anderen haben Privatleute ihnen etwas Land geschenkt, oder sie haben sich das zur Bebauung ge­eignete Land zu günstigen Bedingungen gemietet.

Unter Leitung einer erfahrenen Sührerin wird die nötige 2lrbeit von ihnen geleistet, ja, die Gartenbau- genossenschaft in Frankfurt a. M, hat sogar eine geprüfte Gartenbaulehrerin mit gutem Gehalt angestellt. So regt es

.................... sich in den verschiedensten Ortsgruppen, den pfadfinderinnen

irgendwelche Gartenbauarbeit zu ermöglichen, und fast alle trachten danach, sich zu den erwähnten Genossenschaften zw sammcnzuschließen, um auch in dieser Sache zu beweisen, daß die Pfadsinderinnen-Arbeiten in jeder weise aufs rationellste ausgeülff werden,

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Gartenbauschule voltenau.

Gärtnerinnen leim ä'bftpfliiien.

retisch, letzteres von akademisch gebildeten Lehrern, ausgcbildct rverden. Nach vollendeter Lehr eit erhallen fie ein 2Ibgangszeugnis, das jedoch keinerlei paallichc Be­rechtigungen hat. Nach einer gründlichen theoretischen und prak­tischen Ausbildung bemühen sich die ineisten, als volontärin in Handelsgärlnercien, auf Gbst- gütern oder als Hospitant!» an einer der genannten Gärtnerschulen sich weiter zu vervollkomnmcn, denn nur gründlich vorgebildete Sraucn finden ihr gutes Fort­kommen als Gärtnerinnen in Sanatorien, auf Gütern, in Haushaltungsschulen, Handelsgärtncreien und den verschiedensten Er­ziehungsanstalten, die im Interesse ihrer Schüler die Bebauung des Gartens in ihre Lehrpläne auf- genommen haben.

Die Erfahrung hat gelehrt, daß fast alle bisher angestelltcn Gärtnerinnen sich bewährt haben. So bekam eine Gärtnerin im Linswangerschcn Sanatoriuni in Jena die Oberleitung über die ganze 2lnstalt, Die Gutsgärtnerin muß vor allem besonders umsichtig sein, da sie oft ein großes Arbcits- personal zu beaufsichtigen und auch für den 2Ibsatz der Erträgnisse des Landes zu sorge» hat. In vielen Erziehungsanstalten, wie in Bcrnburg, plötzensce bei Berlin, haben Gärtnerinnen trotz ihrer schweren 2Iufgabe sehr erfolgreich gearbeitet. Der Verdienst für diese Tätigkeiten beläuft sich bei freier Station auf §00 bis 800 Mk, jährlich. Leider aber werden sie in kandelsgärtnereien weit schlechter bezahlt,

wer jedoch de» Beruf der Gartenbaulehrerin dem einer Gärtnerin vorzieht, muß unbedingt neben allen in der Gartenbauschulc erlernten Fähigkeiten auch gutes pädagogisches Talent besitzen, 2lls Lehrerin stehen ihr in erster Linie die Gartcnbauschulen offen, 2luch wirtschaftliche Srauenschulcn stellen solche Lehrerinnen an zur Unterweisung der Mädchen in dem Gartenbau und meistens auch zur Pflege des Hausgartens, Das reichste Seld harrt ihrer Bebauung jedoch als Lehrerin an Lehran- stallen für Knaben und Mädchen. Als 2Infangsgehalt wird der Gartenbaulehrerin bei freier Station meist §00 Mk, gezahlt, das oft bis 1000 Mk, und darüber das Jahr steigt.

Manche als Gärtnerin in einer Garlenbauschule vorgebildcte Dame gründet nach erfolgter Ausbildung und Vervollkommnung in ihrem Beruf selber eine Gartcnbauschule wie uns Martha Lack, eine der ersten Schülerinnen der Dr, Eastncrschen Schule, und Martha Brenmann, die Leiterin der wolsenbüttclcr Gartenbauschule, die aus der Holtcnaucr Schule hervorgegangcn ist, beweisen. Die Zahl der Schülerinnen ist nun wohl je nach der Größe der Anstalt und der zur Bebauung nötigen Ländereien sehr verschieden, so können in Marienfelde 60, in Godesberg 40, in Holtenau 26-Z0, in der Ehlersschen Kandelsgärtnerei, Sriedrichftadt, jedoch nur 6 junge Mädchen ausgenommen werden.

Auch das 2llter der Schülerinnen ist begreiflicherweise recht verschieden. Manche Dame ent­schlicht sich noch in reiferen Jahren zu dem geschilderte» Beruf, 2Indere treten gleich nach der Schulentlassung in irgendeine Gartcnbauschule, vervollständigen ihre Kenntnisse dann noch in oben angegebener weise und nehmen darauf, 2021 Jahre alt, irgendeine Stellung an, in der sie ihre gärtnerischen Kenntnisse verwerten und ihren Unterhalt dadurch erwerben können.

von nicht zu unterschätzender Bedeutung für den Obstbau IN Deutschland ist die gärtnerische Tätigkeit der Srau, was mit Sreuden zu begrüßen ist, da durchaus mehr Obst hier angepflanzt werden müßte, um das nicht geringe Kapital, das Jahr für Jahr dafür ins 2lusland gesandt wird, dem vaterlande zu erhalten, sollen doch nach den Ausstellungen des Dr. vernicks, eines Professors der Nationalökonomie, in 10 Jahren 20 Millionen ) ,,k zu ge»annt-m Zweck ins Ausland abgeführt worden sein.

Helene Grube,

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Gärtnerinnen bet der Arbeit an Frühbeeten.

| Heber das Erteilen guter Ratschläge.

Jin Erteilen und Befolgen von Ratschlägen sollte man eigentlich immer sehr vorsichtig sein; denn schon mancher, nicht reiflich er­wogene oder übereilt befolgte Rat hat üble Solgen gehabt, viel­leicht sogar schon Sreundschaften zerstört.

Ein guter Rast der zur reaz..,

Zeit gegeben wird, ist freilich für einen Ratlosen sehr angenehm;

auch wäre es ungefällig oder gar lieblos, wollte man z, B, als 2lelterer aus dem Schatze seiner Er­fahrungen jüngeren Menschen nichts Mitteilen: aber ein altes und sehr wahres Sprichwort sagt: ivenn zwei dasselbe tun, ist es doch nicht dasselbe.

Darum schon sollte man sich sehr besinnen, ehe man seine eignen Erfahrungen anderen zur Richischnur machen will. Besonders bei sehr eingreifenden, großen Schicksalsfragen soll man mit seinem Rat ungemein vorsichtig sein: ihn nie ungefragt geben und auch, wenn man darum gebeten wird, aufs sorgsamste prüfen und wägen, ob, was man bei sich selbst anwenden konnte, wohl auch wirklich für den andern gelten darf.

Häufig fragt jemand um Rat, in der Hoffnung, das, was er selbst in diesem bestimmten Sall für das Richtige hält, bestätigt zu finden. Er wundert sich dann, wenn der Gefragte anders urteilt, und ist in die noch unangenehmere Lage gekommen, ängstlich forschen zu müssen:wer von uns beiden hat denn nun eigentlich recht?"

Es gibt überhaupt nur wenige Menschen, die scharfsichtig genug sind, fremde Verhältnisse objektiv zu beurteilen, um einen gerade für diesen oder jenen Sall passenden, praktischen, zuverlässigen Rat geben zu können. Darum soll man sich vor jedem hüten, der die Nicht seltene Sucht hat, andern seinen Rat aufzudrängen, und sich beleidigt fühlt, wenn dieser nicht befolgt wird. Das eigene Gewissen um Rat "ragen, den Mut haben, danach zu handeln und dann für diesen Schritt auch einstchcn, dal ist schli, ,lich das Allersicherste in ernsten Lebensfragen, A- «ft- W.

Goldene Worte.

Nicht der Mensch soll, Gott will richten, will die Spreu vom Korne sichten; Nur verzeih'» ist Menschenpflicht: Sott durchschaut das Herz, Er walte. Doch du, Menschenseele, halte Redlich mit dir selbst Gericht,

Hätte die Katze Slügel. kein Sperling wäre in her Luft mehr,

Ob gut sie oder ob sie schlecht gerate», Und wie der Menschen Urteil fallt, Ein tapfres Herz bekennt zu seinen Taten Sich frei vor aller Welt. ^

«Nagst du die Lüge noch so gut In das Gewand der Wahrheit kleiden. - Der Dümmste ist nicht dumm genug, Um beide nicht zu unterscheiden.

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