Dabei stellt sich der Preis für schwefelsaures Ammoniak heute frei Verbrauchs- ort so, daß die Stickstosfeinheit im schwefelsauren Ammoniak trotz seiner mannigfachen Vorzüge erheblich billiger ist als im Chilesalpeter.
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Landwirte rechnet!
Das schwcfelsaure Ammoniak wird von der Badischen Anilin« u. Sodafabrik in Ludwigshafen und der Deutschen Ammoniak-Verkaufs-Bereinigung in Bochum geliefert als hochprozentige Ware mit einem gewährleisteten Gehalt v. 20,6 °lo Stickstoff „ gedarrt u. gemahlene „ „ „ „ „ „ 20,8°| 0
während der Chilesalpeter gewöhnlich nur 1b'/, Stickstoff enthält.
Das schwefelsaure Ammoniak hat also einen um mindestens 37°l 0 höheren Gehalt an. Stickstoff und darf daher ohne Berücksichtigung seiner sonstigen Vorzüge frei BerbrauchSstelle auch mindestens 37 ®l# mehr kosten.
Vergleicht die Preise an Ort und Stelle!
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Der von der Delegation der vereinigten Salpeterproduzenten auf Grund der Hamburger Börsennotierungen aufgestellte Preisvergleich ist irreführend, weil für den Verbraucher nicht die Hamburger Notierungen, sondern die Preise an Ort und Stelle maßgebend sind. ‘ >
Die Anwendung
des schwefelsauren Ammoniaks ist äußerst einfach. Man muß nur darauf achten, es so früh wie möglich zu geben, um eine volle Ausnutzung zu erzielen Grundfalsch und eine Verkennung der von Wiffenschaft und Praxis gemachten Erfahrungen ist es, wenn man das schwefelf. Ammoniak ebenso spät anwenden wollte, wie den Chilesalpeter.
Zur Kopfdüngung der Wintersaaten streut man das schwefelf. Ammoniak im zeitigen Frühjahr, sobald die Witterung aufgeht, in einer Gabe breitwürfig über den Acker. Ein Eineggen oder Walzen nach der Kopfdüngung ist nicht nötig; sind diese Arbeiten aber aus anderen Gründen erforderlich, so können sie nach dem Ausftreuen des schwefelf. Ammoniaks unbedenklich vorgenommen werden.
Den Sommerhalmfrüchte« und Hackfrüchten gibt man das schwefelf. Ammoniak vor dem Säen
bezw. Pflanzen und zwar streut man es breitwürfig auf die rauhe Furche und eggt es mit den nachfolgenden Bestellungsarbeiten leicht ein. Paßt es mit den Bestellungsarbeiten, so ist es zweckmäßig, das Ammoniaksalz auf schweren Böden etwa 14 Tage und auf leichten Böden etwa 8 Tage vor der Saat bezw. dem Pflanzen auszustreuen.
Auf Wiesen und Weiden streut man die Hälfte bis zwei Drittel der zu gebenden Ammoniakmenge möglichst frühzettig bei aufgehender Witterung im Februar — März aus und den Rest nach dem ersten Schnitt bezw. nach dem ersten Abweiden. Auch hier kann Eineggen und Walzen, wenn es sonst nötig erscheint, nach der Düngung unbedenklich vorgenommen werden. Sollte der erste Schnitt nicht mit Ammoniak gedüngt sein bezw. keinen genügenden Ertrag gebracht haben, so empfiehlt sich die Anwendung des Ammoniaks auch noch gleich nach dem ersten Schnitt.
Ausführliche Schriften über die Herstellung sowie Anwendung und Wirkung zu den einzelnen Kulturgewächsen
stets unentgettlich durch die
Landwirtschaftliche Auskunstsstelle
der
Deutschen Ammoniak-Verkaufs-Bereinigung, G. m. b. H.,
in
Cassel, Schöne Aussicht 12.
«uchdrnckerel Wild. Etrimvf. ®. m. b. ß., Bochum.


