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Wer ein Mnd anlügt, der lügt nicht, nur eine Menschenseele an. die noch in der Gnade Lottes steht, sondern beschädigt auch die unschuldu des lindes und rüttelt an das schlechte Beispiel des L
die unschuldig« Gläubigkeit seiner Wahrhaftigkeit durch Rügens.
Das Reick der f rau.
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3BB^
Auf diese Zlrt wird die Gewissenhaftigkeit des lindes zu Grund« gerichtet, der Damm treuer wahr- Hastigkeit ist durchbrochen und lügenhaftes Wesen über» schwemmt vielleicht sein ganzes übriges Wesen.
Alb. Stolz.
13,VÜL
Das Kind und seine Kleidung im 39. und 20. Jahrhundert.
welche fortschritte kinsicht gemacht haben, Lleidung unserer /ander, wandelten die Mädchen
Abb. i.
Aus dem so. ,7-dren.
wir in hygienischer und ästhetischer erkennen wir auch besonders an der Lin getreuer Abklatsch ihrer Mütter, noch gegen Lnde des vorigen Jahr- Hunderts als Modedamen »en miniature» umher und wirkten in ihrer Lleidung geziert, ja oft direkt abstoßend, abgesehen von dem Unzweckmäßigen und Unhygienischen, das all diesen Lleidern zugrunde lag.
wenn nun viele Pädagogen auch 'egen eine Mode der /linder eifern, so läßt es stch wohl kaum vermeiden, daß die Zeit lsaltung und Kleidung der /linder nicht auch ihren -tempcl aufdrückt, was an und für sich durchaus kein fehler ist, wenn dabei nur das Einfache, Natürliche, die Entwickelung des Lörpers fördernde gewahrt bleibt.
Daß gerade diese "f orderungen früher und besonders im vorigen Jahrhundert bei der Lmdergarderc be ganz außer acht gelassen wurden, lehrt uns die /iostümkunde und Lultur zei.hichte dieser Zeit, die uns Linderbilder überliefert hat, welche nicht nur lächerlich und unschön, sondern oft sogar abstoßend wirke».
Als die Empiremode, die uns aus den erite» beiden I/ckr zehnten des vorigen Jahrhunderts einige schöne Vorbilder lie'erte. etwa um das Jahr 1820 ausarlete, ging diese Ausartung auch gleich auf die Lindergarderobe über, und aus dem langen, lasen Lmpirerock wurde ein stark verkürzter Rock. unter dem lange, mit steifen Aufsäumen, oft auch mit nicht minder steifen Klei: en Volants verzierte, bis über die Lnkel reichende ftojen hervorsahen.
Ein fester Gürtel um die Taille, steife Tollfalien am Rock und
der breite /tragen, der große Schntenhut mit lan Iwallendem Schleier liehen dem Mädchen keine Bewegungsfreiheit. sondern zwangen es. steif und geziert einhcrzugehen. (Siehe Abb. l.)
fast noch absurder für unsere heutigen Begriffe erscheine» UNS die Anzüge der kleinen .Liedermeierdämche»' von 12-13 fuhren aus Sem Jahre IZöv, die im Lorsctt und angetan mit bis auf die Absätze reichenden kosen und bis zuin Llleulogen gehenden langen f ilethandschuhcn steif und gravitätisch spazieren geführt wurden. (Siehe Abb. 2 s
Die lange, mit fischbein gesteifte Schiiebbentaille. zu der weite, volantreiche Röcke getragen wurden, sowie die kleine, über die Dhren gehende /iapoite aus den fünfziger Jahren wurden genau nach den Vorbildern der Mütter auch auf die Linder übertragen. And 186V erscheine» sie wiederuin wie die Mama im weiten Lrinolinenrock und Zuavenpickchen. Auch der große, mit wallender Jeder geschmückte SchäfcrHut durfte nicht fehlen, trotzdem er selbst das lieblichste Lindergesicht oft recht alt erscheinen ließ.
Die stnnatur dieser /iinderanzüge erstreckte sich noch auf die letzten Jahrzehnte des vorigen Jahrhunderts, und wohl erst mit der Late- Greenway-Mode trat ein« Befreiung der nüder- sinnigen Ilebertragung der „Damenmode" au f d.e Mädchengarderobe ein. Zwar sind die nach den Bildern der englischen Malerin Late Greenway gearbeiteten LIeider ihrer Länge wegen immer noch etwas unbeholfen und der dazugehörcnde große kut auch noch recht unbequem, aber sie umwalle» den Linderkörper mit ,dcn weichen, un- ausgebildeten Lnochen doch leicht und lose und wirken somit nicht hemmend für feine Weiter- entwickelung.
Einmal in andere Bahnen gelenkt, einan- zipierte sich die Lindermode nach und nach gänzlich von der des Erwachsenen, und unsere Mädchen tragen jetzt noch bis zur Schulentlassung leicht um die Küsten gelegte Röcke mit losen Matrosenblusen (siehe Abb 5) oder irgendeinen schlichten Rock mit loser Bluse (Abb. 6). Bei de» lang- tailligen Lleidern, wie sie durch Abb. 7 und 8 dargestellt sind, verbietet sich jegliche Einschnürung schon von selber, und die modernen Empire- und Prinzeßkleider der Mädchen umschließe» den Lörper ebenfalls in zweckentsprechender weise.
So können sich unsere Linder in den kurzen Röcken und losen Taillen frei und ungehindert bewegen und sich nach kerzenslust darin austoben. freilich gibt es auch heute noch unverilünftige Mütter, die den so einfachen zeitgemäßen. Grund- schnitt mit unzweckmäßigem Besatz von Spitzen und dergleichen überladen, so daß uns die dainit bekleideten Linder wie ein wandelndes .Spitzenbündel' erscheinen, doch ist jetzt immerhin die Möglichkeit geboten, die jüngere Generation der f rauenwelt alle» hngienischen Anforderungen gemäß zu kleiden und sie auch in der Lleidung solange wie möglich kindlich und natürlich zu Hallen.
kelcne Grube.
Etwas vom Lehren.
Jedem Menschen sind von Jugend an Leime in die Seele gepflanzt, Leime des Guten und des Bösen, die je nach der Entwickelung die Gber- hand gewinnen; und es hängt Nicht alles von der natürlichen Anlage allein ab, sondern auch ungemein viel von der Art, wie dieser Leim gezogen wird, wie das in die Erde gesteckte Samenkorn nur unter gewissen Bedingungen gedeihen und zur kräftigen Pflanze her.,»wachsen kann, wenn Sonne und Regen fruchtbar auf seinen Ent- wickelungsgang einwirken, so wird sich auch in den allerseltensten fällen der Eharaktcr von selbst entwickeln. Die Erziehung reist und bildet ihn für das Leben. Manches gut veranlagte Lind bleibt nur deshalb hinter seinen Altersgenossen zurück, weil die Erziehung die vorhandenen Leime ' nicht gepflegt, während vielleicht andererseits ein durchaus nicht hervorragend begabtes Lind die j Gefährten überflügelt, weil liebevolle Erziehung, tiefes, verständnisinniges Eingehen auf die geringen Leime und treue pflege sie mehr und mehr auszubilden vermochte. Deshalb gilt es für Ellern und Erzieher, die Individualität eines an. vertrauten Lindes zu studieren, dann. dement- kwechend sein« Erziehung zu leiten; nicht den Launen kleiner Tyrannen blindlings zu folgen oder gar den Eigensinn als Eharakterstärke anzu- sehen, sondern darauf hinzuwirken, daß sich das Lind schon in jungen Jahren unabhängig von feinen- • -"rameirt mache. Es ist ein etwas prol Cob. wenn man jemand als
I »tc >1' bezeichnet. Die Erziehung ist
I *>3 £ ju auserfehen. das Temperament zu
zügeln. Man soll lernen, mit dem Pfund, das in jungen
Seelen reift, zu wuchern und edle, tüchtige Menschen aus
ihnen zu bilden, wenn die jungen Menschenkinder, Ivie fröbel, der große Pädagoge, so treffend sagt, dann festgewurzelt in Gottes Erde stehe» und mit dem kaupt bis zum Kimme! ragend in diesen schauen, somit im Kerzen beides, „Leben
der Natur und 5teuften des kimmels, vereinen, dann
wird die eigene /traft hinzukommen, die sie treibt, das Edle, das in ihnen schlummert, zu pflegen und etwaiges Unkraut zu ersticken.
Es gibt Mütter, die sich als „moderne' Mütter aufspielen, als auch solche, die >nit dem, in dem letzten Jahrzehnt so beliebten Schl.ign-orl „das Jahrhundert des Lindes' eine» ge- wiycn Sport treiben, die die .Linder sich frei enlwickeln lassen', wie sie stolz hervorheben, und ini Grunde genommen doch dainit lediglich ihrer Bequemlichkeit ein Mäntelchen umhängen, wir lasse» den Lindern jede frciheit, einzig und allein aus Bequem- lichkcit, und denken nicht an das Ende.
Allein aits sich selbst. ohice die Grundlage richtiger Erziehung. ist »och nie ein Mensch bedeutend geworden.' Aus die berühmten Männer wirkten die Lehren ihrer Mütter. Einzeln«' sind für die Nachwelt unvergessen. Die rührende, verklärte Gestalt Monikas, die Mutter des Heiligen Augustin, die kluge, für Lunst und Wissenschaft tief empfindende kerzogin Anna Amalie von Sachsen-Iveimar, die lebensvolle Erscheinung der frankfurter patrizicrin frau Rat Goethe, die heldenhaft« Dulderin i», Unglück, Lönigin Luise von Preußen! wie Schutz, görtir bewachten diese edlen frauengestalten den tebensmorgen ihrer Linder. Sie wurden das Ideal des Jünglings und oft dcr Trost des sterbenden Mannes. Solche Mütter lehren ihre Söhne zu streben und zu hoffen. Sie glauben an sie. selbst wenn die wclt^ie verläßt. Die Mütter unsrer Märtyrer, unserer gaben häufig den ersten Impuls zu ihrem Ruhm. ' Sie trugen und waren reich belohnt, sahen sie den Lorbeer auf des Sohnes kaupt. Einer der größten Pädagogen aller Zeiten, keinrich Pestalozzi, der unablässig für die Erziehung und die Bildung der Jugend wirkte, hat in „Licnhard und Gertrud' eine Mutter ge- zeichnet, die viele sich noch heute zum Vorbild nehmen könnten, da sie durch ihr Leben, ihr Beispiel, chre frommen Lehren ihren Lindern und ihrer Umgebung zum Segen ward. Linder sind klug und beobachten alles. Es heißt außerdem nicht mit recht: Lang ist dcr weg durch Lehren, kurz und wirksam durch Beispiel!
Eltern und Erzieher lehren durch das Beispiel, das sie geben, wenn die Linder fühlen, daß man bei aller Strenge gerecht ist, wenn sie sehen, daß man selbst sich nicht gehen läßt, dann lasse»
sie sich willig leiten und führen, dann danken sie durch ihr ganzes Wesen und durch ihr Leben die Mühe, die mehr oder weniger das Lehren in der Theorie und in der praris verursacht.
A. M- w.
Abb. 4.
Um das ttabe zsöd.
kelden und großen Lünstler, sie alles aus Liebe zu ihren Lindern
Schriftliche Urkunde und vorherige mündliche Abmachungen.
Abb. 2. Rückansicht.
Abb 2.
Aus dem ttadr I»ro.
Abb. «.
Abb S
»tnbeeNeid-, ms ttll
Unser Recht hat für die allermeisten Rechtsgeschäfte die sogenannte formfreiheit der Verträge. Nur in bestimniten Einzelfällen fordert das Gesetz zur Gültigkeit eines Vertrages die Einhaltung einer bestimmten form. So muß ein Schcnkungsversprechen, um gültig zu sein, gerichtlich oder notariell beurkundet werden, eine Bürgschaftserklärung, die nicht von einem Laufmann erteilt wird, muß schriftlich sein, ein Vertrag über Grundstücke muh gerichtlich oder notariell beurkundet sein, das Testament bedarf gewisser genau vorgeschriebener formen usw. Im allgemeinen ist also eine mündliche Abmachung ebenso ein „Vertrag" oder „Lontrakt' wie eine schriftliche, so sehr auch das Publikum noch von altersher gewöhnt ist. mit diesen Aus- drücken einen schriftlich abgeschlossenen Vertrag zu bezeichnen.
Die bindende Lraft der mündlichen Abmachung kann aber zerstört werden durch einen später abgeschlossenen schriftlichen Vertrag und umgekehrt. Dieses Verhältnis der später aufgenommenen schriftlichen Urkunde zunr früheren mündlichen Vertrag halte das Reichsgericht in einer seiner jüngsten Entscheidungen zu beurteilen und kam dabei zu grundlegende» und für die Interessen des Kandels- und Gewcrbelebens überaus wichtigen Ergebnissen. Der fall lag so, daß über den Inhalt der mündlichen Beredung eine Urkunde geschrieben und von dem andern Teil ohne Durchlesen unterschrieben wurde. In dieser Urkunde waren einiqe Uebenbcstimmungen — es handelte sich um einen besonders vereinbarten Erfüllungsort — enthalten, von denen vorher nicht gesprochen worden war. Als nun auf Grund des schriftlichen Abkommens geklagt wurde, brachte der
Beklagte den Einwand, daß diese Nebenbestimmungen nicht als verabredet gelten könnten,
weil sie nicht Gegenstand der mündlichen Be> spreckung gewesen feien, und er, der Beklagte, eine Willenserklärung dieses Inhalts, wie der Lläger auch erkennen mußte, nicht habe abgeben wollen.
Das Reichsgericht verwarf diesen Einwand. Es führte in den Entfcheidungsgründen dieses wichtigen Urteils aus, daß das Unterschreiben einer Urkunde eine Willensdisposition sei. Die Sicherheit des Rechtsverkehrs lasse es nicht zu. den Einwand, die Urkunde vor der Unterschrift nicht gelejen zu haben, anzuerkennen, wer eine Urkunde über einen vorher mündlich besprochenen Vertrag ungelesen unterschreibt, gilt daher alz einverstanden auch mit Uebenbestimmungen. wi« z. B. einem vereinbarten Erfüllungsort, der vom gesetzlichen abweicht, die nicht Gegenstand der mündlichen Abmachung gewesen sind. Rur wenn der schriftliche Vertrag nach den allgemeinen Grunojätzen über den Betrug der Anfechtung unterliegt, kann die Sachlage anders beurteilt werden. Sur Annahme eines Betrugs reicht aber natürlich die Tatsache allein, daß der schrin- liche Vertrag Rebenbestrmmungen enthält, die mündlich nicht besprochen waren, keineswegs aus. Die alte Mahnung: erst lesen, dann unter, schreiben, gilt darum beim modernen System der grundsätzlichen Vertragsfreiheit nicht minder als zu Zeiten, in denen die mündliche Abrede über die meisten wichtigen Rechtsgeschäfte unverbindlich »ac. Dr. iur. A.
Xt*. 7.
SH. &
Briefpapier , Briefumschläge, Korresfpondenzkarten, Siegellacke
in allen Tarten und Qualitäten empfiehlt
fl'Mn KM» P ri t ndlung, Giessen. Seifenweg sz.


