Ausgabe 
10.1.1914
 
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I

am Staat, dessen Autorität am festesten durch das Heer gestützt wird.

Es folgen die

Schlustworlc der Angeklagten:

Angeklagter Oberst von Reuters Zunächst möchte ich nochmals sagen, daß ich das volle Bewutzl- sein habe, dag mein Ossizierskorps, meine Unteroffiziere und Mannschaften geschlossen hinter mir stehen. Ich wie­derhole, was ich am Anfang gesagt habe, datz das, was meine Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften getan haben, auf meinen Befehl getanwurde. Dafür über­nehme ich die volle Verantwortung, auch jetzt noch, am Ende dieser Verhandlung. Ich habe auch heute noch den vollen Eindruck, daß ich ge­zwungen war, so zu handeln, nachdem ich mir meine Bestimmungen genau angesehen und es dann als not­wendig bettachtet habe, so zu handeln. Ich glaube, da­bei im Einklang gewesen zu sein init meinen Vorschrif­ten. Ich habe unter der Notwendigkeit, allerdings un­ter einer bitteren, bitteren Notwendig­keit gehandelt, und habe so gehandelt, wie ich es vor Gott und meinem Kaiser und König zu verantwor­ten gedenke. Auch die F e st n a h m e der Leute war meiner festen Ueberzeugung nach durchaus notwen­dig. Ich glaube, daß ich auch menschlich richtig ge­handelt habe, denn ich bin fest überzeugt, hätte ich die Leute herausgelassen, so wäre es unbedingt an jenem Tage noch zu nächtlichen Zusammenstößen gekommen, bei denen Blut geflossen wäre. Durch diese Zurückhal­tung in dem Keller habe ich bei der Zivilverwaltung und bei der Bevölkerung die Ueberzeugung erweckt, daß es nun bitterer Ernst geworden ist, und deshalb sind dann wohl auch weitere und stärkere Ruhestörun­gen an den folgenden Tagen unterblieben. Ich bin fest überzeugt, nur meine verfluchte Pflicht und Schuldigkeit getan zu haben.

Angeklagter Leutnant Schad: Wenn ich mich besinnen würde, dasz ich Kornmann geschlagen habe, so würde ich es ruhig sagen. Ich habe es aber nicht ge­tan. Ich wäre ja als Offizier durch meine Uniform aus­gefallen. Meine Ehre und meine Uniform steht mir viel zu hoch, als daß ich sie durch eine unwahre Angabe hier vor Gericht beschmutzen würde.

Verhandln ngssührer: Es haben sich doch noch in letzter Stunde juristische Fragen ergeben, die eine Fällung des Urteils noch am heutigen Tage uUmöglich machen. Das Urteil wird heute Samstag vormittag 10 Uhr, veckündct werden.

Der ganze Gang dieses Prozesses hat wieder ge­zeigt, daß im Elsaß viele deutschfeindliche Elemente sind. Jeder Deutsche kann es nach den in Zabern vorgekom­menen öffentlichen Unruhen, die von einem Teil der dortigen Bevölkerung angestiftet wurden, nur begrüßen, daß Oberst von Reuter energisch für Ordnung sorgte. Selbst die Anklagebehörde ist zu der Einsicht gekommen, daß er berechtigt dazu war.

Politische R»incH;fcaii

* Zwischen Bulgarien und der Türkei finden fortgesetzt sehr rege Unterhandlungen statt, die die Unterzeichnung eines Offensiv- und D e f e n - siv-Bündjiisses zum Gegenstand haben. Die Ver- \ Handlungen werden gleichzeitig von Feth Bei in Sofia nnd von Toschew in Kcu'tantinopel geführt.

Stad! und Im.

* Die durch das Schneewetter am Abend des 28. I Dezember im hiesigen Orts-Fernsprechnetze verursachten ! umfangreichen Störungen sind nun sämtlich beseitigt. ! Es wird sich empfehlen, daß die Fernsprechteilnehmer etwa noch bestehende, dem Telegraphcnamte entgangenen Schäden daselbst sogleich in der üblichen Meise (durch Fernsprecher oder kurze schriftliche Mitteilung) zur Spra­che bringen.

o Friedbera. Auf der Eisenbahnlinie nach Bad Homburg sind infolge des Tauwetters zwischen Rod­heim und Ober-Rosbach größere Dammrutschungen ein­getreten. Die gefährdete Strecke kann nur eingleisig be­fahren werden.

):( Marburg. Der ordentliche Professor Geh. Justizrat Dr. jur. Ernst Heymann hat einen Ruf an die Berliner Umversität als Nachfolger von Prof. Hellwig erhalten.

! H e r s f e l d. Nachdem die hiesige Metzger-In­nung vor einigen Wochen mit dem Preis für das Rind­fleisch heruntergegangen ist, ist der Preis nun für das Schweinefleisch in einer Innungsversammlung einstimmig ebenfalls herabgesetzt worden und zwar aus 80 Pfg. das Pfund.

s D a r m ft a d t. Bei dem kommandierenden Ge­neral des 11. Armeekorps, Generalleutnant von Plüs- kow, bisherigen Divisionskommandeur in Darmstadt, fand gestern abend ein Aloschiedsessen statt, dem auch das Großherzogspaar mit Gefolge beiwohnte.

s M U n d e n h e i m. Eine unangenehme Ueber- raschUng erlebte dieser Tage ein Bäckermeister. Es wurde ihm in seiner Wohnung ein in der Lotterie zugefallener Gewinn von 1700 Mark im Aufträge eines Gläubigers durch den Gerichtsvollzieher beschlagnahmt.

)'( Frankfurt a. M., 8. Jan. Heute morgen j e r f d) c* ^ der in der Höhestraße 40 wohnhafte 28jähr.

! Rud. K l e i n s ch u t autz Neckarsulm die 29 Jahre alte ' Frau seines Logisherrn Eple. Hierauf brachte er sich einen Schuß in der rechten Schläfe bei und verletzte sich ! tödlich.

! S o> d e n i. T. Einem hiesigen Briefträger wurde j durch einen unglücklich geworfenen Schneeball ein Auge j so schwer verletzt, daß nach ärztlicher Aussage die Seh­kraft jedenfalls verloren ist.

! Cronberg. Am letzten Sonntag, dem ersten : im Staatsbetriebe, beförderte die Cronberger Bahn mit ! 220 ankommenden und 260 abgehenden Wagen rund I 22 000 Rodler und Schneefchuhläufer. Die ! Bahn hat damit abermals einen Rekord geschlagen. Wie ! «ungeteilt wird, übersteigt der sonntägliche Winlerverkehr, gutes Wetter und gute Schneeverhältnisse vorausgesetzt, den Sommersonntagsverkehr bereits nicht unbeträchtlich.

nt. Wied (Westerwald), 26. Nov. Me derEr­zähler vom Westerwald" schreibt, erhielt der hiesige Ge­sangverein dieser Tage eine Medaille zugesandt, die gelegentlich des hiesigen Sängersestes am 21. Juni 1908 geprägt und an alle am Fest beteiligten Vereine ver­liehen worden war. Die Medaille kam aus Schleusin­gen in Thüringen und war dort im Magen einer Kuh gefunden worden. Ein merkwürdiger Weg von der Fahne eines Westerwälder Gesangvereins in den Magen einer Thüringer Kuh.

Mcdälilickez.

:: De r Unterschied zwischen Malz und Gerste ist nur sehr wenigen Menschen bekannt. Viele

I «vissen nicht, daß Malz gekeiinte Gerste ist oder glauben, I das Keimen der Gerste sei von geringer Bedeutung. Malz ist aber nicht nur viel wertvoller als Gerste, son­dern enthält auch Nährstoffe, die dem menschlichen Kör­per erst durch das Mälzungsverfahren zugeführt wer­den können. Außerdem kann nur gute Gerste zum Kei- men gebracht werden. MalZ läßt sich aus schlechter Gerste also gar nicht Herstellen. Wer z. B. Gerstenkaffee als Malzkaffec verkauft, macht sich strafbar. Der Unterschied ist allerdings für die Hausfrau schwer zu eckennen. Des­halb wird man bei lose ausgewogenem Malzkaffee im­mer vorsichtig sein müssen, abgesehen von der leicht mög­lichen Verunreinigung. Aus diesen Gründen wird der in der größten Malzkasffce-Fabrik der Welt hergestellte echte Kathreiners Malzkaffee nur in geschlossenen Paketen verlaust, die man sofort an der Schutzmacke, dem Kneipp- Bild, erkennt.

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