Ausgabe 
10.1.1914
 
Einzelbild herunterladen

li was Unglück und Sorgen dir bringen, :i Es ist nicht vergebens: mi Immer aus du-, !>->» Grunde springen Um Die ©uellen te> -"»!

]!-"-......rr^g. ry ,,.^ i . J | == 3 r -r Ja =^., , IE =

Das Reich der frau.

jjr ' ==jF=|R|=q|. -

Dankbare Menschen find wie fruchtbare Selber; ste geben das Empfangene zehnfach zurück.

1 Er. .3

31-ii - ==!== -li--1[

1 ------=31---=n

13, XU.

^ie Schürze im Wandel der Zeiten.

Daß manches aus einem Nützlichkcitsprinzi-' geborene Kleidungsstück der Srau seiner Ursprünge lichen Bestimmung ganz entrückt und nur noch als Luxusgegenstand bei rocktet werden kann, dürfte als bekannt vorausgesetzt werden, dah aber die a-chürze schon im INilte auch bei uns als her-

vorragendes Prunkstück angesehen und nicht nur zum Schutz des Kleides. andern auch zur Zierde diente, ist wohl manchem Dämchen, das fich gegen die Schürze sträubt, kaum bekannt. Denn, kand aufs kerz, meine jungen Damen! viel« von Ihnen schämen sich häufig dieses nützlichen Gegenstandes

und entfernen ihn schleunigst, wenn Sie bei der Arbeit, mit der Schürze an- getan, betroffen werden.

Doch hören Sie nur. welche Be­deutung die jetzt so oft mißachtete Schürze in früheren Zeiten bei den Srauen hatte! Ganz abgesehen davon, daß schon die ältesten Völker sich ihrer bedienten und die für so manches vor- bildlichen Grieckinnen und Römerinnen sie alz Prunkstück trugen, auch in Deutschland liebte man sic schon im IS, Jahrhundert, und im IS, wurde sie von ehrbaren patrizicrinncn aus feinstem Linnen mit Spitzen und Stickerei verziert oder aus schwerer Seide, kostbar geschmückt, getragen, so daß sic sogar mit unter den derzeit erlassenen Klcidergesetzen angeführt und gegen ihre Pracht geeifert wurde, wie z, B, in der Kleiderordnung des ffierzogs Johann von Sachsen aus dem Jahre 1612,

normale Kind, sobald sein Geistesleben erwacht, die Gegenstände und Menschen, die cs umgeben, be­obachtet, aber das ist noch keinbewußtes" Beobachten, Das muß jedes Kind erst lernen. Darum achtet es aufEreignisse" so sehr viel später, alz auf seineUmgebung", und derZusammenhang" dieser und jener Ereignisse bleibt am allerlängsten van ihm unbeachtet, Es gilt also, durch richtiges Sragen die Beobachtung in dem werdende» Menschen anzurcgen.

Ivie steht Dein Ball aus, bunt oder grau?"Ivelche Puppe hattest Du in der kand, die große oder die kleine?"wieviele Pferde rvaren vor dem wagen?"Blühen die Lliiinen in den Vorgärten schon?" Das Kind lernt hierdurch mit Nachdenken beobachten, und nach und nach wird ihm der Unterschied zwischen dem kauptsächlichen und dem Nebensächlichen klar.

Man wehre Kindern nie, ihre kleinen Erlebnisse zu erzählen, sollten sie uiis noch so uninteressant erscheinen. Durch kurze Zwischenfragcn wird der kleine Mensch dann merken, ivas seiner Beobachtung entging. Das treibt ihn, ein anderes Mal genauer auf dies und jenes aufzu­passen, 2luf gemeinsaiiicn Spaziergängen kann die Mutter soviel für das Erwecken der Beobachtungskunst *un, kann daran anknüpfend das Kind iepre», sich selbst eine Schlußfolgerung zu bilden, wenn man ein Kind, das stets auf sich allein angewiesen ist, mit einem Kinde ver­gleicht , dessen Beobachtung auf leichte Art geweckt wurde, dann ivird man sehr bald den großen Unterschied zwischen beiden erkennen.

Es heißt nicht mit Unrecht: Das Kind istgeweckt", denn nur selten ent- wickelt sich jemand aus sich selbst. Der kleine verstand muß nach und nach, auf liebevolle Art geweckt werden. Solche»

Abb 2 .

Schürze au» dem 17- Jahr- Abb, 1.

hundert, (aus den Nieder- Schürze am Lude des Id. Iahrhuiiderts. landen.) (deutsche.)

Abb, S Line vithmartchnerin.

abb, 3.

Schürze au» dem )7. Jahr­hundert. l^u'nerin.)

abb, r, vierianderiu mit schürze.

Kind wird alles leichter und schneller begreifen, und dieseGewohnheit scharfen Beobachtens" wird ein starker Grundstein für die ganze spätere geistige Ent­wickelung, für den Ausbau seiner Gedanticnwelt werden, 2llle großen Erfindungen beruhen auf scharfer Beobachtung, Diese führt im ärztlichen Berufe zur scharfen Diagnose, wie sie im kaufmänni­schen Berufe die sich darbietcnden Vorteile erkennen lehrt und den Juristen klarer die kandlungsweise der Menschheit verstehen läßt. Kinder auf dem Lande beobachten meist gründlicher als Großstadt- Kinder, Das liegt an demZuviel" der Eindrücke, die in jungen Jahren schwerer zu verarbeiten sind. Um vorzubeugen, dah sich die Aufmerksamkeit zer- splittert und die Beobachtung oberflächlich wird, dämme man durch geschickte Sragen dasZuviel" ein und gestatte nie, daß Kinder über alles mit- reden. Man überzeuge sie, dah sie von einzelnem viel zu wenig verstehen, um sich ein Urteil bilden zu können. Erst sollen sie ordentlich beobachten lernen. Lernten sie solch richtiges Beobachten, dann iverden sie jede Sache auch korrekt beschreiben können, den richtigen Ausdruck finden und im Urteil über Menschen klar und maßvoll sein. A, M. Witte.

abb, »,

Schürze aus bemJ». Iahrhiinbert

läranzösin im Straßcnliostüm.)

Di« Deutsche trug dann im 17. Jahrhundert auch nur eine schinalc, schlichte Schütze, die sie , Sürtuch" nannte, End« des 17, Jahrhunderts ging sie bis auf den Rocksaum herab, ivnrde aber auch bei allen festlichen Gelegenheiten umgelegt.

Das 18. Jahrhundert brachte nnt dem Barock und Rokoko auch kleine, zierliche, mit Gold- und Silberspitzcn geschmückte Schürzen aus Frankreich zu uns, die sogar zur Balltoilctie umgcbunden wurde», wie sehr die Männer die'er Zeit gegen jene Sitte eiferten, beweist uns der Vers unter einem Bilde derLipperhcideschcn Kofiümsaminlung" in Berlin, das eine Dame» Dire,wir«-Kostüm i»it Schürze aus den, Ende des 18, Jahrhunderts zeigt I

Und darunter:

© liebes neues Säculum,

Mach deine Mode» nicht zu dumm,"

So gingen die Weiber und Mädchen umher, von Eitelkeit voll, von Häuslichkeit leer,

O tempora, o mores, o Sitten und Zeiten, vernünftigen Männern könnt ihr- keiratcn verleiden,"

Abb. s,

Läuerüi an» Detsen Mit Schürze.

In der Biedermeierzeit wurden dann auch über bauschige Röcke gekrauste Schürzen gebunden und bei allen festlichen Gelegenheiten umgclegt.

Nach und nach aber verschwindet die Schürz« nach außen hin und wird jetzt nur noch zum Schutz und putz bei den kausklcit, benutzt, von manchen Damen, wie schon eingangs bemerkt, jedoch gänzlich INAcht und Bann gitan, Aber sowohl unsere Arbcits- als -auch unsere Prunk- Schürzen ),nd. dank unserer vorgcjchrittencn Industrie, recht geiällig und die letzteren oft sogar in künstlerischer Ausführung vorhanden, ivie auf Abb, 10 14 ersichtlich,

21» Strahenkleidcrn uns im Sestsaal bemerken wir die Schürze in unserer Zeit jedoch nur noch bei Volkstrachten, die fle uns oft in recht origineller weise veranschaulichen. So trägt die hessische Bäuerin eine schwarze teinenschürze, die an buntem Band genäht, dar rund um die Taille gebunden nach vorn genommen, dann in große Schleife ge­knüpft wird und in langen Enden vorn herabfällt.

Eharaktcristisch ist auch die große, fast ganz um den Rock gehende Vierländer-Schürze, die noch heute, wie vor Zeiten, von den vierländerinnen zu ihrem 2lnz»g getragen ivird, in dcn> sie als Blumen- oder Gemüfevcrkäuferinnen in die den vicrlandcn nahe gelegenen Städte gehe».

Die Dithmarfchner Tracht verlangt dagegen eine schmale, lange, reich­bestickte Schürze, die so lang ist, daß sie , oben im Gurt noch durchgezogen und als Schlupfe und Ende über den Leib fällt.

Im ganzen gibt es wohl kaum eine Volkstracht, die nicht auch die Schürze aufweist, ein Be­weis, daß sie bei den meisten Völkern stets auch als Schmuck, und Prunk- stück in hohem 2ln- sehen stand,

Kclene Grube.

Abb

dtUiat Steelchürzeu

Abb S.

Obtom lvnN»aN»tchie»c

Heber .^Beobachten".

Bei fast jedem Menschen ist die Sähigkeit, dies oder jenes zu beobachten, verschieden. Die Sinnezschärfe wie die Intensität geistiger Auffassungsgabe ist bei niemand die gleiche, und es würde vollständig vergeblich sein, eine gleiche Beobachtungskunst bei der gesamten Menschheit erzwingen zu wollen, Wohl aber sollte es Aufgabe der Erziehung sein, bei jedem Kind« di« Leobachtungs- fähigkcit zur denkbar größten Entwickelung zu bringen.

Schnelle, gründliche Beobachtung wird zur Schnelligkeit im Urteil, im Kombinieren, kurz, zur rechten Geistestätigkeit führen und nutzbringend für das ganze Leben sein. Es ist richtig, daß jede.

Industrie und Frauenarbeit.

Die in der Industrie gemachten Erhebungen in bezug auf die Zahl der in den verschiedensten Betrieben beschäftigten Srauen und Mädchen haben den Beweis geliefert, daß sich die gewerblichen 2lrbeiterinnen in einem Jahr um §8 000 vermehrt haben. Dabei sind die 2lrbeiterinnen, bei Arbeitgebern, welche weniger als 10 Arbeiter beschäftigen, noch gar nicht mit inbegriffen. Säst

l 1 /« Million Srauen und Mädchen wurden 1910 in den der Statistik unterworfenen Betrieben be­schäftigt, von denen §070 unter 14 Jahren waren. 172Z3Z standen im Alter von 1416, S1368S waren 16-21 alt und über dieses Alter hinaus zählte man 803 SS?, Interessant ist die Beobachtung, daß die meisten weiblichen Arbeiterinnen in der Textilindustrie und bei der iyekleidung tätig sind. So arbeitet fast die kalfte der Kinder unter 14 Jahren in genannter Industrie und etwa ein Sünstel in der Bekleidung, Auch von den Mädchen bis zu 16 Jahren sind §100 --

in der Textilindustrie beschäftigt und 44 000 bei der Bekleidung, während in der Nahrungs- und Genuß- inittelbrastche nur 20 000 arbeiten, von den Srauen gehören 430 000 der Textil­industrie, 214 000 Ser Bekleidung und 181 OM der Nahrungs- und Ge- nußmittelindustrie an.

Am geringsten sind die weiblichen Arbeiterinnen auf Zimmerplätzen und Bauhöfen anzulreffcn, wo nur 30 Mädchen im Alter von 14 bis

16 Jahren zu verzeichnen waren.

Da der Begriffungelernte 2lrbeiterin" mit der Zeit wohl ganz fortfällt, wird infolgedessen di« Konkurrenz zwischen Männern und Srauen auch weit geringer. Auf alle Sälle wird dieungesunde" Konkurrenz, die durchUnterbietung der Frauenarbeit" entsteht, mehr dadurch schwinden. fe- ®-

1 * i

Goldene Worte.

/»ast du das deine recht getan, was gehen dich der Leute Reden an? wer für alles gleich Dank begehrt,

Der ist selten des Dankes wert.

Laß ste nur spotten, laß sie nur schelten I ^ 9

was von Sold ist, dar wird schon gelte» Bbtrac tiutM,

10-1«.

mit BunnvutorttUnt.

Rccbnutidsfcrmulare mit Tirmenaufdruck

liefert schnell und billig Druckerei Klein» Sellersweg $$.