Ausgabe 
7.1.1914
 
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Gefängnis und seine Söhne wurden zu Slrascn von 60 Mark bis 6 Monate verurteilt. Die Verurteilten uud der Amtsanwalt legten Berufung ein, die den Erfolg batte, das; der alte Schömvo jetzt vier Monate, der eine Sohn statl einem Monat drei Monate und ein zweiter Lohn zu seinen sechs Monaten noch drei Monate dazu be­kam.

! O b e r u r s e l. Am Donnerstag abend trifft Prinz Heinrich der Niederlande im Sa­natorium Hohemark ein, um sich hier, wie im Vorjahr, einer auf mehrere Monate berechneten Kur zu unter - ziehen.

):( Frankfurt a. M. Für die städt. obligato­rischen Fortbildungsschulen ist mit Anfang des Jahres eine Aenderung dev Ortsstatuis geplant, nach der künf­tig die Berechtigung zum Einjährig-Freiwilligen Dienst nicht mebr als Befreiungsgrund vom Besuch der Schu­len gelten soll. Der Schulvorstand hat beriits entspre­chend beschlossen. Sein Beschluß bedarf noch der Zu­stimmung der oberen städtischen Behörden.

o E r b a ch. In den drei verflossenen Jahren er­beutete mit Tellereisen Forstwart Friedrich in Schönnen auf der dortigen Jagd 50 Füchse.

):( Kreuznach. Ein Nachkomme des Wägers aus Kurpfalz ist gestern im Alter von 75 Jahren in Langenlonsheim gestorben, der Ritter Georg Borosini, Edler von Hohenstein.

):( Koblenz. Ein hiesiger Bahnassistent wurde in dem Augenblick, als ein Schnellzug hielt, von einer ausgehenden Wagentür derart am Kopfe getroffen, daß er tot umfiel.

'Alldeutscher Verband, Rkein-Main-Oinu.

In der Winter-Versammlung der Alldeutschen Ver­trauensmänner des Rhein-Main-Gau, die stärker wie je besucht war und in Mainz stattfand, berichtete an erster Stelle der stellvertretende Vorsitzende des All­deutschen Verbandes, Admiral z. D. Breusing Exz., Ber­lin, über die außerpolilische Lage. Der Redner stellte den Satz auf, daß das Deutsche Reich endlich wieder aktive Politik treiben müsse, wenn unser Volk nicht in seiner Entwicklung dauernd Schaden nehmen solle. Er erklärte einen friedlichen Ausgleich mit England für höchst erwünscht und begründete seine Auffassung, das; England dazu um so geneigter sein werde, je stärker die deutsche Flotte sei. Wer genau prüfe, werde erkennen, daß Englands Weltmacht ernsthaft gefährdet sei; vor allem im fernen Osten zögen sich Wolken zusammen; Japan rüste gegen England, das wisse jeder Politiker

Durchgreifende Kuren

bei

ßaiS'tiXungenkiden

ist der Titel eines in unserem Verlage erschienenen Büch­leins, in welchem eine neue kombinierte Milch- und Pfldnzenkur beschrieben wird. Dieses Büchlein wird gratis an jeden Kranken versandt, der es verlangt. Je­der Hals- und Lungenkranke sollte es sofort verlangen, selbst wenn sein Leiden harmloser Art zu sein scheint. Denn jede schwere Erkrankung der Lunge, vor allem die mörderische Lungenschwindsucht, beginnt mit dem bißchen Husten" mit demkleinen Katarrh" und ver­nichtet oft in wenigen Wochen ein blühendes Menschen­leben.

Das Mittel selbst besteht cms giftfreien, von alters her berühmten und auch von dem verstorbenen Pfarrer Kneipp empfohlenen Heilpflanzen. Die gute Wirkung liegt in der geschickten Zusammenstellung, die darauf be­rechnet ist, das Uebel von mehreren Seiten zutzleich zu packen.

Es wird auch bei größter Körperschwäche gut ver­tragen und ist so billig, daß auch der Minderbemittelte seine segenbringcnde Wirkung sich zu Nutzen machen kann. Kein Arzt dürfte gegen seine Anwendung etwas einzutoenden haben, wenn man ihn darum fragt, da es sich nicht etwa um eines der teuren und dabei oft schädlichen Geheimmittel, sondern um eine wissenschaft­lich einwandfreie Sache handelt.

Damit jeder, der es benutzen will, es erst versuchen kann, ehe er Geld dafür ausgibt, senden wir

eine Probe völlig kortenlos

zugleich mit dem Büchlein. Nur 20 Psg. für Porto rc. sind in diesem Falle in Briefmarken beizufügen. Mit­tellosen Kranken senden wir das ganze, zu ihrer Wie­derherstellung nötige Quantum kostenlos und portofrei, wenn sie uns eine Bescheinigung ihres Pfarrers oder der Orts-Polizeibehörde über ihre Mittellosigkeit und ihre Krankheit einsenden.

Deutfche Gmllfcbaft für Pflanzenbeilkunde

Scrlin Halensee 8.

über dem Kanal. Aufgabe unserer Politik sei es, die Gelegenheit auszunützen, die sich aus der zunehmenden Stärke unserer Flotte und aus den Verlegenheiten Eng­lands ergäbe. Wir haben die Aufgabe, die öffentliche Meinung aufzuklären und sie dahin zu bringen, daß in dem ganzen Volke der Ruf ausgenommen wird: aktive Politik - der Ruf nach einer Politik, die uns vor der Verkümmerung rettet. Der glänzende Dortrag von Exz. Breusing wurde mit langem begeistertem Beifall ausge­nommen. Der Verbands-Vorsitzende Rechtsanwalt Elaß, Mainz, sprach sodann über die Iaberner Vorgänge und die Lage im Reichslande. Es handelt sich in Iabern nicht um einen Angriff des sog. Militarismus gegen die Freiheit des Bürgertums - ganz und gar nicht - son­dern um eine Notwehr-Handlung des Regiments 99 gegenüber der planmäßigen Hetze aller deutsch-feindlichen Elemente im Reichslande. Die sachliche Haltung des Reichskanzlers erklärte der Redner für durchaus der Sachlage angemessen und bedauerte nur, daß er nicht zum Angriff gegen die reichsfeindlichen Hetzer verschiede­ner Richtung im Reichslande übergegangen sei; das habe der Kriegsminister getan und sich damit den Dank aller Staatstreuen verdient. Erfreulich sei auch die Festigkeit des kommandierenden Generals in Straßburg, der sich nicht habe einschüchtern lassen. Die Ausführungen des Verbands-Vorsitzenden wurden häufig durch Zustimmungs- Kundgebungen unterbrochen und fanden am Schluffe be­geisterten Beifall. An beide Vorträge knüpften sich gründ­liche Besprechungen, an denen sich die Herren Fabrikant Klingspor-Offenbach, Professor Dr. von Liebig-Gießen, Professor Dr. Merbach-Wiesbaden, Lehrer Daab-Rüffels- heim, cand. rer. pol. Weber-Saarbrücken, und Professor Weißgerber-Offenbach beteiligten. Um 7 1 /., Uhr schloß der Vorsitzende Gymnasiallehrer Grünschlag-Mainz die Tagung, die allen Teilnehmern eine Fülle von Belehrung und An­regung gebracht hatte.

Zur Rauchschüdenflagr im iheinisch-lvestsäUschen Industriegebiet

wird uns geschrieben:

Zahlreiche Blätter des Jndustriereviers brachten kürzlich ein Referat über einen Vortrag, den Gutsbesitzer Siepmann, Günnigfeld, in der Sitzung des westfälischen Bauernvereins in Essen über Rauchschäden gehalten hat.

Die Darlegungen des Vortragenden zeugen z. T. von einer sehr einseitigen Beurteilung der Rauchschäden- srage. Herr Siepmann malt die Wirkungen des Räu- ches der industriellen Betriebe auf die landwirtschaftlichen Kulturpflanzen mit den schwärzesten Farben. Er behaup­tet sogar, daß die Rauchbeschädigungen in kurzer Zeit den Ruin der Landwirtschaft im Industriegebiet herbei­führen würden. Das ist natürlich stark übertrieben. Wenn auch selbstverständlich nicht geleugnet werden kann, daß, nameMlich in der Nähe indifftrieller Werke, durch den Rauch Schäden entstehen und Ertragsausfälle ver­anlaßt werden, so sind dieselben doch keineswegs so groß wie behauptet wird.

Wie überall, kann man auch im hiesigen Revier vielfach beobachten, daß einzelne Fruchtbestände gut, an­dere schlecht stehen. Manche Landwirte haben sich nun daran gewöhnt, den schlechten Stand ihrer Feldfrüchte ohne weiteres auf Rauchschäden zu schieben, obgleich vielsach die Bodenbeschaffenheit, nicht ausreichende Düng­ung, unzweckmäßige Fruchlfolge oder schlechtes Saatgut die Schuld trägt. So erklärt z. B. auch der Vortrag­ende, daß namentlich die Kartoffeln infolge des Räu- ches stark zu leiden hätten und schon im August abftür- ben, er hat aber nicht von der allgemein"bekannten Tat­sache gesprochen, daß die Kartoffeln außerordentlich stark unter verschiedenen Kartoffelkrankheilen zu leiden haben, die ein frühzeitiges Absterben und somit einen geringen Kartoffelertrag herbeisühren. Diese Krankheitserschein­ungen, besonders die Blattrollkrankheit und die Sten­gelsäule find erheblich, sie werden durch krankes Saat­gut erzeugt und kommen in demselben Umfange auch in rauchfreien Gebieten, vor, sodaß infolge des starken Auftretens dieser Krankheiten schon von einem drohenden Ruin des deutschen Kartoffelbaues gesprochen worden ist. In den letzten Jahren |Vnb zur Beurteilung des Umfanges von Rauchschäden von vielen Gutachtern Er­tragsermittelungen in landwirtschaftlichen Betrieben des -Industriegebietes vorgenommen worden. Es hat sich gezeigt, daß bei guter Düngung, sorgsältiger Pflege uud richtiger Mutzwahl gesunden Saatgutes auch unter dem Einfluß der Industrie noch befriedigende Erträge geern­tet werden können. So wurden festgeftellt pro Mor­gen 450 Zentner Runkelrüben, 100 bis 130 Ztr. Kar­toffeln, 16 bis 18 Ztr. Roggen und 300 bis 400 Ztr. Weißkohl.

Wo solche Erträge geerntet werden, kann doch nicht von einem Ruin der Landwirtschaft gesprochen wer­den ! Da wo Krankheitserscheinungen auftreten, wo ungünstige Bodenbeschaffenhcit und unzureichende Er­nährung vorliegen, können solche Erträge natürlich nicht erwartet werden. Die häufig zu beobachtenden Ertrags­ausfälle bei den Kartoffeln in unserer Eeaend haben vielfach noch eine ganz besondere Ursache, die nicht vek-

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schwiegen werden darf: Viele Landwirte verpachten grü­nere Ackerflächen an kleine Leute, die alljährlich oft 8 bis 10 Jahre hindurch ohne nennenswerte Düng­ung Kartoffeln anbauen. Es ist Nar, daß unter solchen Umständen der Boden kartoffelmüde wird, daß die an sich zu Krankheiten neigende» Kartoffeln degenerieren und Ertragsautzfälle entstehen.

Die oben genannten Zahlen über Ertragsermittel­ungen lassen aber erkennen, daß auch im Industriege­biet noch recht befriedigende Ernten erzielt werden kön­nen, wenn für eine sachgemäße Dündung und Psltzge der angebauten Kulturpflanzen gesorgt wird. Daran fehlt es jedoch leider vielsach, wenn es auch ein« allbe­kannte Tatsache ist, daß in unseren modernen Landwirt­schaftsbetriebes eine stärkere Düngung als früher ge­geben werden muß; denn die »euch hochgezüchteten Sor­ten der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen bringen wohl höhere Erträge, erfordern aber auch eine reichlichere Er­nährung, wofür Stalldünger allein nicht ausreicht.

Die tierischen pflanzlichen Schädlinge, deren Auf­treten der Vortragende, wie es scheint, fast ausschließlich der Industrie zur Last legen will, finden sich in glei­cher Menge auch in industriefreien Gegenden. So ist;. B. im Jahre 1911 fast die gesamte Rüben- und Pfer- debohncnernte in der Provinz Sachsen durch Blattläuse zerstört worden.

Der Rückgang der BauMvegetation im Industrie­gebiet, von dem der Vortragende spricht, ist eine nicht zu leugnende Tatsache, aber diese Erscheinung findet sich in der Nähe aller großen Städte, besonders dort, wo vielejStadtkomplere dichttpeieinandett liegen, wo die BäuMe also von allen Richtungen von Rauchgasen getroffen werden. Nun bildet aber das ganze Industriegebiet einen gewaltigen Stadttompler, in dem nicht nur die Bergwerke, Hütten und andere industrielle Unternehm- ungen, sondern mehr noch die unzähligen Hausfeuenm- gen und Feuerungen der Kleingewerbeireibenden Rauch­gase in die Lust senden. Für den Rückgang der BauM­vegetation im Industriegebiet kann daher nicht die In­dustrie allein oder gar einzelne Wecke verantwortlich ge- macht werden, sondern diese bedauerliche Erscheinung ist als eine Gesamtwirkung aller Rauchquellen aufzufassen. Und es ist eine bekannte Tatsache, daß die Hansfeneü- ungen, infolge ihrer weniger guten Verbrennung, eine erheblich größere Rauchmenge verursachen als die in­dustriellen Anlagen.

J?a$ aller Mir.

::: Berlin. Am Montag abend fand die Erst­aufführung desP a r s i s a l" im Beisein des K a i - ferpaares, des Kronprinzerpaares und eines zahl­reichen Gefolges im Kgl. Opernhause in Berlin statt. Das Werk machte einen tiefen Eindruck.

* Heidelberg, 6. Jan. Oberbürgermeister a. D. W i l ck e n s ist an einer Lungenentzündung heute Nacht 1 % Uhr gestorben-

Verantwortlich: Albin Klein, Gießen.

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