KttS Stils 9ttl*C{ftf SLV Frauen. I öU beschleunigen. Logisch wäre es nun. wenn die Sozialdemokratie weiter sagte, daß es dann auch cftei h- gültig fei. ob der Bauer abliesere oder nicht, was natürlich durchaus nicht unserem Standpunkt entspricht. Also das Gegenteil ist der Fall. Von uns verlangt die Negierung in der Ablieferung Unmögliches. Wir geben der Regierung zu bedenken, daß sie allein unfähig ist, einen Staat zu regieren, dar ja nicht nur von Arbeitern bewohnt ist.
Marie Diers schreibt in der „D. Tagesztg.":
Wir haben jetzt ein merkwürdiges Recht zugewiesen gekommen, ein Recht, das die erdrückende Mehrheit der Frauen weder verlangte noch verstand, und das nur von einer verhältnisrnäßig sehr kleinen Anzahl groß- Piftlischer Theoretikerinnen heiß Sesürwortet wurde. A° 'r ich glaube, daß es wenig Frauen mehr gibt, die es -etzt nicht begrigen haben, daß die ernsteste Forderung'von heute lautet: Mitarbeiten, wie es unsere testen Männer, an der Spitze unser höchster, Hinden- burg, Vormacht! Daß eine Zurückhaltung auf Zaghaftigkeit, aus Gleichgültigkeit oder in Groll rmd Schmerz heute für die Landfrauen in erhöhtem Maße eine unverzeihliche Pflich-Versäumnis bedeutet, ebenso schlimm, crls wenn sie bei einer Feuersbrunst ihre Kinder im Stich ließen, um die eigene werte Haut möglichst schnell und Bequem in Sicherheit zu bringen.
Lllle Gründe und Bedenken, die wir früher gegen das Stimmrecht hallen, gehen uns gar nichts mehr an. STscnrt wir aus alter Gewohnheit oder Grundsatz versagen. kommen uns die geschlossenen Frauenheere der Sozialdemokratie über den Kopf, wir geben einfach die Möglichkeit, unser Schicksal und das unseres Besitztums, unserer Kinoer selb'L zu bestimmen, an diese Partei ab, die noch viel weniger als die vorige Regierung Verständnis und Gunst für die Bedürfnisse und Röte des ptatten Landes hat, und das unerträgliche Joch, das eine herrschende und städtische Arbkiterkla^e auf die Landwirlschast leaen wird, werden unsere Kinder dann ihren pstichtvergessenen Müttern zu darrten haben!
. Da wird manche fragen: Ja. wie können wir das andern bei der Ueberzahl jener Partei?
Aber da brauchen wir uns nur klar zu machen, daß die Frauen der organisierten Sozialdemokratie noch nicht 7 Millionen, die gesamten stimmfähigen Frauen dagegen 21 Sinnierten betragen, so erkennen wir, wieviel wrr durch geschlossenes Vorgehen und Eintreten jeder einzelnen erreichen und retten können.
Dies ist eine Angelegenheit, die auch die Mütter von jungen, nun plötzlich stimmfähigen Töchtern angeht.. co töricht fs uns dünken mag, die unmündigen zwanzigjährigen Mädchen zur Politik beranzuziehen. so uegt doch, etwas darin, an dem unser Verstand vielleicht umlernen könnte.
Wrr waren durch die Bank allzu wenig politisch erzogen. Vis in die höchsten Stellen hinauf fanden sich auch bei den Männern statt eines wirklichen, nüchternen, klaren, zuareifenden politischen Sinnes die drei spezifischen Frauensünden : politische Ungewißheit, Gleichgültigkeit gegen nationale Kräfte. Gefühlsverschwommenheit. Jetzt erleben wir die furch,baren Folgen. Vielleicht hilft eine durchgreifende Politisierung, die bis auf di- halbwüchsigen Kinder herabaeht, diesem verhängnisvollsten aller Volksübel ab. Vielleicht!
Machen wir aus der Rot eine Tugend. Führen wir Mütter uns selbst und unsere Töchter in die Poli ik ein, um durch das Gewicht unserer geklarten Meinung und befestigten Willens ein neues, gesundes und in sich kräftigeres Deutschland aufzubauen.
Wie machen wir das? Denn schöne Worte und allgemeine Ratschläge wollen wir nicht mehr hören, jetzt heißt es endlich: Praxis treiben. Ob es uns im Augenblick lieb oder leid ist, darauf kommt es nicht an. Das Vaterland und das eigenste Lebensinleresse verlangen es von jeder deutschen Frau!
Es ist ja nicht daran zu denken, die Frauen in den kurzen Wochen bis zur Nationalversammlung staatsbürgerlich zu bilden. Es ist nur möglich, ihnen bis dahin die großen Umrisse des staatlichen Lebens und ihrer Pflichten darin, die Kenntnis der jetzigen Parteien und deren Programme zu verschaffen, damit sie wissen, welche Partei sie zu wählen haben, und warum.
Karrern und Diktatur.
Erbauliche Dinge über unsere Ernähnm^sverffält- nisse berührt eine aucb -onft noch sehr inleresiante Eingabe der Bauernschaft von Sachsen-Weimar an die doniae Regierung. Als der nohrungfchaffende Teil der Bevölkerung hatten die Bauern geglaubt, daß man ihnen ihr Recht auf Beteiligung an der Regierung nicht rauben würde. Die sogenannte Regierung hat diese selbstverständliche Forderung aber abgelehnt. Die Bauernscha c von Sach en-Weimar hat den Diktatoren jetzt eine Eingabe zu"e^en lasten, in der die Bauern- uno Landarbeiterräte u. a. aussühren:
Die republikanisch-provisorische Regierung hat die Beteiligung der Bauern^ an die Regierung zurückge- wiescn. S e sülchtet, daß durch unseren Einritt die Sicher geil t er durch die Revolution in die Wege ge- ^eftelen Umgestaltung nicht mehr gewährleistet sei. Wir -edauem, da st uns die Regierung auf diese Weise in jine Opposition hineintreibt, deren Erbitterung und Emschlosser.heit die Vertreter der Regierung doch riel- re»cht unterschätzen. Wei er hat uns Staatsminister Bauderr erzählt, daß der- Staatssekretär des Reichs- ernählun samtes auf dem Standpunkt steht, daß es sanz gleichgültig sei, vb man die Brotration erhöht -der nicht, ob man die fleischlosen Wochen weglasse ooet nicht, der Zusammenbruch unserer Ernährung und Bi' hunnersnot kämen doch. Deshalb habe man sich entschlossen, die erhöhten Rationen ruhig auszugeben. Nach unserer Ansicht ist das ein unerhörter Standpunkt, der den Wunsch durchbluten läßt, die Katastrophe nocb
ffnlcr künftiges SktaveiUeken. .
Die „Baseler Nachrichten" schreiben: Lloyd George hat in einer Rede erklärt, daß Deutschland 24 Milliarden Pt und Sterling werde zahlen mästen. Das sind 600 Milliarden Franken, also 120mal mehr, als Frankreich durch den Frank'urter Frieden auserlegt wurde. Frankreich halte nach einem Krieg von 7 Monaten pro Kopf seiner Bevölkerung 138 Franken zu zahlen. Deutschland wird nach Abzug der Kriegsoerluste und der Bevölkerung, die es an Frankreich und Polen wird abgeben mästen, noch etwa 50 Millionen Einwohner zählen. Legen wir diese Zahl zu Grund, da wir doch nicht abschätzen können, wie viele Millionen durch die fortgesetzte Blockade und den Bolschewismus noch überdies umkommen werden, so ergibt sich c.ne Forderung von 12000 Franken pro Kopf bis zum letz en Kriegskrüppel und bis zum letzten Waisenkind, dessen Va er gefallen und dessen Mutier verhungert ist. Das durch 7 Kriegsmonate ge'chwä ' le, aber an sich reiche Frankreich mußte 138 Franken pro Kopf zahlen, das durch 4 Kriegsjahre erschöpfte Deutschland, dem man gleichzeitig die wichtigsten Rohstoffgebiete wegnimmt, 12000 Franken. Lloyd George "kann diese Notwendigkeit mit der zündenden Beredsamkeit eines Shylock beweisen.
Kirchliche Nachrichten.
Cvnnyolischk (Sk«!ein*!*.
4. Sonntag im Advent, 22. S embcr 1918.
Gottesdienst in der L:.rokirche.
Vorm. 9 3 /i Uhr: Herr Pfarre; Kleberger. Nachm. 5Vs Uhr: Herr Pfarrer Ritter. SUeih- nach'sfeier des Kindergottesdrenftes. MttwtUunz des Chorfchule.
Jk
Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach.
10 Uhr Gottesdienst.
*
Evangelische Stadtm'issiorr Frftdberg, L"dwigstraße 24. Sonntag. 22. Dez., nachm. VJ 2 Uhr: Sonnlags- Ichule. 3VZ Uhr: Eoangelisationsversam nlung.
Mittwoch (1. Feiertag), 25. Dez., abends 8'/^ Uhr: Weihnachtsfeier.
Donnerstag (2. Feiertag), 26. Dez., nachm. 5 Uhr: Kinderseiec in der Burgkirche,
Katholische Gemeinde.
Sonntag, den 22. Dez. 1918. 4. Sonntag im Adv.em.
Veichtgelegenheit am Samstag von 4 Uhr an »ntz Sonntags früh von 6 Uhr an.
V-fi Uhr Frühmesse.
8 Uhr MUitärgottctzdiensi (Singmesse mit Predigt). 7-2 Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachm. 2 1 / 4 Uhr: Advents-Andacht.
Während der Woche- Um %7 und 7 Uhr Rorateamter. Nach dem Hochamt Ausgabe von Büchern aus der Bor» imnäuß-Bücherei.
lleravlwonlich ffir den vo'itftcbrn und lokaler' ?p|t r tiß
Hirsche!, Friedberg: für den Anzeigenteil: C. Schmidt, Friedberg. Truck und Berlap der „Neuen Tageszeitung", A 01. Friedbera *
^nsefJmpiden iifh! k- 3 « zhp WäSsI aia?h«iia!!r( k n.
Lrlrkffcxd: Die IWcn Mrsrrfsssmrzgrl!k!rdkv Nolksksmmr der Republik HesskÄ.
lbez.irk
in der Stadt Friedberg.
Nr und
De erchnung des Bezirks
Straßen a n gs b e
Wahllokal
Name des
Wahlvorstehers I Ctellvertieter des
I Wohlvo ftehers
I
Süd-West-
Lezrrk
Am Tankenrain. Bndgaffe. die ungeraden Nummern der Franlfurlerstratze, Gutenbergstraße. Hamburger- straße, Ho prtalgasse. die ungeraden Nummern der Kai eriiraße von 69—199. Mam-ertoranlage westlich d Kaiieriirahe.Neulorgaste. Ockstädlerstratze, Weedgaste
Taubstummenanstalt Kaiserstraße 144
Beigeordneter Geh. 2usti^rat Windeüer
Oekonomierat
Spieß
n.
Nord-West-
Bezirk
Gannerweg. die ungeraden Nummern der Kaiserstraße von 1—57, Neubausgasse. Obermürlerstraße. Rtedstraße, Srädterweg, Borstaor zum Garten, Wecher- stratze, Forsthaus Winrerstein
Stadthaus Zimmer DU. 4
Stadt^ekretar
Völker
Kaufmann Heinrich Windeik»
lll.
Burg-Bezirk
Bu-g, Straße am Burgberg, Gießenerstraße. Fuden- gaste, ^udenplacken, die geraden .'.ummern der Kaiier- straße von 2—2ti, Sandgaste, Ujagaste, Uja—Vorstadt
Lehrer-Seminar
•
Geh.- Schulrat
Dr. Karg
Direktor
Dr. Strecker
IV.
Bezirk
Innenstadt
Al e Babnhosttraße, Apothelergaste, Augustinergaste, Engels aste, Große Kloster^aste. Große Kö lergasse, die eeradim ^tummern der Kallerstraße von 28—90, Kleine Kloster aste, K eine Kohleraaste. Schtrngaste, Schnuriaste. Schulstr, Verbindungsgaste. Wolfengaste
Polytechn. Lebranstali Augustmergaste 8
Stadtverordneter
Scrlba
Kaufmann
Jul. Kann
V.
Nord-Ost-
nezirk
(Barvara-
Vorstadtt
Am Schlag, Bardaragaste, Fauerbacherstraße von
1—SO, Langoaste. Liauer^aste, Mittetstraße. Müht» weg. Ödere Lied rauenitraße. Querstraße, Schmidt- straße, Slädterftraße
Eastroirtlchal von A. Küffner, Fauerdacherstr. 6
Stadtsekretär
Wrlhclm
Stadllekretar
Büttner
VI
Innerer
Süd-Bezirk
Bismarckstraße. Tsarbergaffe. Haagstraße. Hanauer straße, die geraden Nuinmern der Kaiierstraße von 92— 128 , Ludwigstraße
Alte Post
(Städtischer Lebens- mutelausjchuß)
Stadtverordneter
Langsdorf
Stadtverordnete»
Valentin
VII.
Aeutzerer
Süd-Bezirk
Am ttoeispioö, Dieffendacherstraße, die geraden 'Nummern der Franlfur erstrage. Harngraven, Hinden- bur istraße 2m Krämer, bie geraden Num « ern der Kaiierstraße von 130 an aufwärts. Leonhard straße, Alain erioranlaqe östlich der Kaiserstraße, MaiN er- iorweg, Molitestraße, Schützenrain. Wuhetmstrahe
Mu^eumsaebäude Haagstraße 16
Stadtverordneter
Dretz
'Geh. Iustizrat Warth arst
Vlll.
Süd-Ost- Bez rk Fauerbach
Der Stad teil Fauerbach, soweit er zwischen der Ufa, der Fritz Neuterstraße und dem Bahnkörper gelegen ist. entjprechend dem Broikartenbezirt Ui
Schule
ln Fauerbach
Ctad'v?rordneter
Phtttppi
Stadtverordnet«
Loth
IX.
Lazarett-
Bezirk
Die Friedber 7 er Neserve.Lazarette, ausgenommen die Angehörigen derjetben, bre Bürgerwohnungen haben
Ne^ervelararett
Blindenanstalt
Laz.-Hilfsinfp.
Lenstng
San.-Feld webe! Heller
X.
Eor-ll on- Bezirk
Die kafernementmäßig unlergebrachlen Angehörigen des Eriatz-BataiUons 2n anterie-d'iegimcnl 1»7
und joa,tiger Truppenteile, deren Standort Fnedberg ist
Alter Bahnhof
Ostz.-Stellvertreter
KroUmana
Ofd.-SteNvertretet
Dw»
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Friedberg, den 1& Dezember 1918.
Der VürgermeisteL
2. D. Damm.


