Ausgabe 
18.12.1918
 
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Aminner 297 kilijchreig

LMüL MMmoch. den 18 . Dercmvcr 1918

11 . Jahrgang«

Vle tut (« anesrettung" erlcheml ,eoe" Weriiai. Reaelmahcge BeilagenLer Kauer auo Setten".Sie 5'p-nnttuve". Seragsprei»: Bei oen Boitanilatten o.ec.el,akiruch VJti. 2.7t Mnvj ttin uod) vas Bestellgeld: > e» k>en Genien monalttck 1.00 Mt. etnichlietzlrch Trägerlobn. ^nxeigen: L,runo^erte 25 Big., totale 20 Uiq., Aasigen von auswnrrs veroen onrch Bo lnocllna me erl'vl'en. Enüttnnnsor, istttevberq. Schrittleiluna und Serlaa ce>e'ssn>. 'ana »er trage 12. sem pre her 1^. Yotiiek.Lsno Br. 'lmr ^ran.turt a. M.

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plnritrnlctt interniert.

Budapest, 16. Dez. Monlai na mittaci i[t General- tetbmarF.'-ai v. Mackensen in Foth im 2 ck loste des ©raren Karo ly i. di n bei Budave-t, in'eruiert worden. Er wurde auf der Durch'eile in Budapest angehalten. Es fand beim Aunisterpräiidcn en eine Konferenz statt, q if der dem Feldmarsck all erö,snet wurde, daß Ungarn auf Wun ch der Franzosen ihn und seine Truppen internieren müsse. Mackensen wurde daraus zwangs­weise ncn'i Fach überführt. Die noch in Ungarn be­findlichen Truppen werden in einem Internierunüslagcr westlich von Budapest versammelt.

Heber die Einzelheiten wird aus Budapest ge­meldet, daß Mackei sen mit einem deutschen Militärzug, der aus 40 Last- und 3 Salonwagen bestand, mit seinem Stabe aneekon men sei. Zum Empfang lallen ich der Prä ident des Soldatenrates und noch inest ere Ojfkziere zum Bahnhof begl ben. Inzwischen habe d.r Leiter der französischen Mi!i:äcmi:ston dem Kttegsmir i ü.ttuln den Wun'ck übermittelt, dost der Feldmars., cui entwasjnet und inteuüerf werde. Maclensen habe dagegen ent­schieden protestiert. Es sei drei Stunden lang in seinem Salonwacen verhandelt worden. Dann sei ein Major Göre erschienen und habe brüsk crtU rt :Herr Feld- marsch all, ich gebe I neu noch eine Bedenkzeit von zehn Minuten, dann fordere ich Sie am, mir zu folgen. Einen Ausweg gibt es nicht. Ich erwarte sie in zehn Minuten auf dem Pe-ron." Inzwischen wurde der Bahnhof von 200 Mann mit Maschinengewehren ab- ge p. rrt urro alle Eisenbahnbrüchen beseht. Zehn Mi- nuten nach V 2 l Ahr erschien 9Jia ensen in der Tür des Salonwagens, an eblid) seelisch gänzlich gebro en, und erUarle sich bereit, zu folgen. Die Filmoperateure wurden auf den Wunsch des Eeneralf-Zdmarschalls ent­feint. Dann bestieg der b eueral das Automobil und fuhr mir dem ajor Gore ins Kriegsmini erium. Wei­tere Nachrichten sind noch nicht erngedofjen.

§ie tschechischen Hochverräter.

'n, 14. Dezbr. DieKöln. Ztg." meldet aus Wien unternr 10. Dezember: Die Tschechen enthüllen nunmehr das ganze System ihres HochvSnats. Die Narodni Listy" schildert diefes al'v: Alles wurde ver­raten. Truppenbewegungen, Munitionsiranspotte, stra­tegische Pläne, die wirtschaftliche Lage, Stimmung bei Hose, Mini terbrie'e. militärische Geheimbefehle, Siatt- Halterei-Erla'se, BrZagenbestellungen, belauschte Teleson- gespräck e, die Börsenlage, ja sogar ganze Seiten aus Notizbüchern österreichischer Minister. Alle diese Dinge gingen im geheimen über die Grenze, die Originale in den Drähte r der Regenschirme, in Einbänden von Büchern, im Griff des Stockes, als Inhalt der Knöp e. oder mit rmstchtbarer Tinte auf feioene Unterröcke einer Opernsängerin geschrieben, oder einmonttert in die Kolben einer Maschine. Gegenüber der österreichischen Bestie war alles erlaubt Der Berrat wu Hs und nahm überhand. Tschefchische Aerzre begannen in sc! recklicher Menge Blinddarmoperationen vorzunehmen. Erkrankte Soldaten könn en nicht ge und gemacht werden. Die Spitäler waren gespickt vo !, auf den Kliniken wurden Soldaten beoöa htet, deren Krankheit rätselhaft und rmer orschlich waren, auf den Strogen in Prag wim­melte es von Krüppeln mit einem oder zwei Stöcken, denen die Militärärzte absolut nicht Helsen tonn en. Unternehmungen reklamierten die Leute aus dem Mili­tärdienst, ob sie solche gebrauchen konnten oder nicht. Bürgermei ter, Fabrikanten, alles reklamierte, was es nur konnte. Als der österreichische Saat Metall brauchte uns sammelte, bekam er am wenigsten aus Böhmen. Die Kriegsanleihen wurden nicht gezeichnet, uno wer es tun mußte, Lcaytete, diese Papiere so schnell wie möglich wieder los zu werden. Ärit einem Wort: auf alles, was Oesterreich von seinen Völkern wollte, ant- wottete unser Volk mit einem einmütigen Rein.

Das Warschauer RegierungsorganMonitor" ver­öffentlicht ein Dekret der polnischen Negierung, durch das die Wah en zur Konstituante auf den 23. Januar 1910 mwaseizt werden. Das preußische Teilgebiet soll an der Wahl leilnehmen r nd zwar in folgenden Wahl­bezirken: Karthaus mit 12 Mandaten, Ällenstein mit 12. Thorn mit 12, Po'en mit 13, Gostyn mit 12, Oppeln mit 13, Beuten mi 9, Ka owitz mit 9, Danzig mit 5, Flatow mit 7, Neige mit 3.

Zdcale mrd ^-ttsachev."

Amsterdam, 16. Dez. (WV.) Nach Neutermel- dunaen aus London fienu' cn die Londoner Sonn ags- blätter die Ankunft W lfons in F ankreich da u, um die ^ Vorhe.rsck aft der Engländer zur See m betonen. Der | Observer" schreib!: Wil'on, deffen Ideale dw Welt erobert haben, ist aekommei?, .um sie an dem harten Prüfstein der Tatsachen zu ervioben. Niemals war ein East in Frankreich oder Gro britanni-n wiNkom- \ men er, niemals bat ein 6:aa-emaun unbedingteren | Glauben in die Reinheit seiner Riottve und an die Festigkeit seiner Denkungsart einaeflöstt. Das Blatt schreibt weiler, Milson we-de mit seinem scharfen Ver­stände erkenn- n. da: es d e brauche F otte oewesen sei, die die Freiheit und die chivi'isatton vor dem Ruin be­wahrt haste. Der Prändenr habe leine Auslegung des Begrisies der Freiheit der Meere nicht genau difiniert. Wir erwarten kiese Definitton mit vollem Vertrau.n, das; ihm nichts ferner liegt, etwas vor-uschlagen. was die Lcbensinieres'en Erosibrilanniens schädigen würde. Wir wollen nicht an d e Rlöglichkeit denken, dag der Sie ', den wir in so ausgiebi em Akäsie erringen halfen, in eine verhängnisvolle Frieder läge für uns verwandelt werden könnte. Wir sind mit Wilsons Wunsch, einen Völkerbund zu errichten, von Herzen einverstanden, aber rvi-. müssen erst einen aus die üäorrdauer des Bündnisses mir Frankreich, Vstn-en und Italien gegründeten rmd durch die Seeniacht, di? wenn.ig, an den Küsten des europäischen Konttnenls zur Geltung gebracht wer­den kann, gestütsten sicheren Frieden haben. Durch un­sere geographische Lage, d e bewirkt, dasi wir mir einem Fuße in der alten Welt stehen und mit dem anderen , Fuge in der neuen, bilden wir ein Glied, das einen Zummmcnhang im Völkerbunde Herstellen mufz lölZir werden unsere Seemacht zur Sicherung der Freiheit der Ateere und zur Bewahrunz der Freiheit der Welt be­nutzen. wle wir ste stets benutzt haben.

Par.'s. 15. Dez. (WB.) Haoas. Herr und Frau Wilson legten am Grabe La^ayettes einen Kranz nieder. Dann statteten sie Poincar.^ im Elyfee-Palast einen Besuch ab.

Der RüMirrlt §o?fs.

Berlin, 16. Dez. Der Staatssekretär Dr. Sols hat aus seinen Amrag die Emlayung voin Amte des Auswärtigen vom Na e der Bolksbeaustraglen erhallen. Er sührt die Ge,chttite weiter, bis ecn Nach'olzer ge- sunden sein wird. Irgend eine Entscheidung über einen Istachsolgec ist zur Stun e nicht getroffen.

Eine feln^iA Stifirnr ii'jcr unirrt (fmillmg.

Während lautKöln. Ztg." von einzelnen Be" richterstattern englischer Blätter erklärt wird, dag die deutsche Hungersnot nur eine Vorspiegelung sei, mit der man nur eine mildere Behandlung zu erzielen suche, bekundet nunmehr der bis nach Berlin vorgedrungene Berichterstatter desDmly Expreff" die Wahrheit, inde.n er erklärt, dag er die Sa,st- uno Krastlo.igkeit der Ber­liner Kost in mehreren Hotels und Restaurants aus- probiert und festgestent habe, dag es überall eine Fülle von Gerichten, aber eigentlich nichts zu essen geve. Der Berichterstatler gibt alsdann eine Statistik über den enormen Rückgang unseres Biehüestandes aus einer Un­terredung mit Dr. Wurm wieder.

Po^eu usrd Dsuilchland.

Berlin, 16. Dez. DiePolitisch-Parlamentarischen Nachrichlen" schreiben: Die polnische Negienmg har die Beziehungen zu Deutschland abgebrochen und dem deutschen Gesandten in Warschau, Grasen Harry Kehler, die Pässe zugesteUr. Graf Kehler befindet sich mit dem gesamten Personal auf der Rückreise nach Deutschland. Es ist hier nicht bekannt, welche unmittelbaren Vor­gänge auf die Entschließung der polnischen Regierung von Einfluß gewesen sind. Der Telegrammverkehr des deutschen Gesandten in Warschau war schon seit längerer Zeit abgeschnitten; so wurde ihm verwehrt, mit Berlin durch Ehiffretelegramme zg verkehren.

Freiwillige Uoiksmelzr.

Berlin, 14. Dez. Vom Rai der Volksdeauftrakten ist fol­gender Gesetzentwurf gut Bildung einer freiwilligen Volks, wehr beichlosien worden:

1. Zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit ist eine freiwillige Volkswehr zu bilden. 2. Die Voll­machten zur Aufstellung der Abteilungen dieser Volkswehr er­teilt ausschließlich der Rat der Volksbecmftragtcn. der auch Zahl und Stärke der Abteilungen festfetzt. r. Die Volkswehr unter­steht ausschließlich dein Rai der Bolksbeauftragsten. Sie ver. pflichtet sich der lozialdenwkratifchen Republik durch Hanbfchlag. ji v Ig.-er BottKWMMrrben m» SwiwUUfle aufaenommerr. Sie Z.

wird außerhalb des Rahmens des Heeres stehen. Gerrcb liwe und Disziplinarvcrhältnisse werden nock gereaelt. 5^ Die Frei­willigen wählen ihre Fühler selbst und zwar etwa \ 0 Q williae (HnndertschLsj) einen Führer unl diel Zugführer % rerc Hundertschaften bilden ein-e Ableilunn und^I^n D ,r - ' T b? teilunasführer und einen Stab Ihm steht ein Verlrauensrat non fünf Frelwilligen beratend zur Seite 6 Jeder Frerwill q» ist im Dienste zum Gehorsam gegenüber seinem leibst gewählter Führer verpflichtet. 7. Für die Annahme der Freiwill'gen is Vorbedingung: a) In der Neue! Zurückle-rung des 24 Lebens j,ihres, b) körperliche Rüstigkeit, c) längerer einwandfreie Frontdienst. 8. Die Freiwilligen hoben zunäättt eine Vrobezeb. von 21 Dagen zu leisten, wird ihre Einnung s cTtac T <^nt lo stn'c ste zunäcbst auf ll Monate zu verpflict-ten. Die Vernf!i'bt"n kann nach Ablauf dreier Zeit von drer zu drei Monoren ve- länger t werden. Frühere Losung des Drenstverhältnilles ist bei schwerer T^erletzung der durch daäielbe begründeten Vili-'b^r zulässig. Sic erfolgt durch den Ab»->ilun'>sfübrer unter Wirkung des VertrauenZrates. 9. Die Freiw'.liigen und wb Mannschaften des Soldrtenstondes *i> bekleiden autzrurüsteu n bemannen und unterzubrinnen. Wea^n beiond-'rer V'kleidr'nr und Abz.erchen bleibt Bestimmung Vorbehalten. Kebührn-lle unk Versorgungsanfvrüche bleiben bestehen 19 Das pren-'ö.-h, KriegLministerium hat mit Zustimmung des Rates der Volks beauftragten die erforderlichen Ausführunashestimm,snaen z? erlassen.

Dcr Wiederanfhan der Web.

Bern, 14. Dez. (WB.) Ter amerikanische Vressedienst meldet aus Baltimore- Der Marinesekretär Daniels' sagst aus dem Handelskongresi. daß die Vereinigten Staaten am der Friedenskonferenz keine Entschädigung und keine Ge­biete verlangen würden. Sie würden jedoch in den Frie< densbedingungen auf Vorkehrungen bestehen, die den firmeren Nationen die gleichen Neckte siä)ern. Bedingungen die geeignet seien Entrüstung un> neue Kriege hervorzu< ruftn, würden ausgeich^altet. Ter Marineielretär sagte ferner, daß, wenn die anderen d^ationen geratet bleiben, Amerika sich ebenfalls rüsten müsse. Vor allein aber müsse die Handelssckissahrt alifrechterbatten bleiben Als die reichste Nation, die im Kriege die geringsten Verluste an Männern und Wohlstand erlitten habe müßten die Vereinigten Staaten ihren vollen Anteil an dem Wiederaufbau der Welt beitragen, und sie müßten sogar nock mehr darüber hinaus tun und für die Ernährung sorgen. Solange wir selbst Brot haben, sagte Daniels, können wir weder Freund nock Feind leiden sehen. Das ameriknniscke Volk wird Gerechtiakeit ver­langen. Es wird den Nach>egeist nickt dulden. Wenn sich dir? Nationen auf eine klug? Abrüstung einigen, so werden die Vereinigten Staaten ihr-e Flotte aus die gleich? Starke bringen wie die anderen Staaten. Es wird vom Kongreß weise gehandelt sein, wenn er dem weiteren dreijabrigep Marinek>auprograinm zustirnmen wird in derselben Stärke, wie es das Progrnnrm vor drei Jahren vorsieht. Wir wer-- den fortfahren Handelsschiffe zu bauen, denn der wackiende Welthandel verlangt es. Wir müssen Freihandel treiben, nicht nur mit allen Ländern der beiden Amerika, sondern mir allen Ländern der Welt, die unsere Produktion benötigen. Es würde ein Unglück für unser Land sein, wenn wir nicht in freundschaftlichen Wettbewerb mit allen übrigen Ländern träten nm die Welt durch Austausch von landwirtich^st- .ichen und Industrieerzeugnissen besserzustellen. Wir wollen­der Monroe-Doktrin stets treu bleiben. Wir brauchen voll* kommen? Bürgschvlften für die Freiheit der Meere und eine Völkerliga, die alle Nationen gegen Kriege sickert, damit jedes Land in den Stand gesetzt wird, sein Schicksal selbst zri be­stimmen.

Entcntcwnhnsinn und Völttrbuud".

Kristiania, 11. Dez. (WB.) Im ..Dagbladet" schreibt dessen politis^r Mitarbeiter Karl Johannien unter der UeberschriftEntentewahnsinn und Völkerbund". Offenbar vergesse man nickst nur in dkorwegen, sondern auch anderswo immer mehr, daß der Völkerbund der Ausdruck für Versöh« nung und Frieden sein sollte, nicht aber für Krieg und Ober. Herrschaftl ebenio wie man vergesse, daß außerhalb der angel« sächsischen und romanischen Welt auch nock beträchtliche Menschen lebten, deren Recht zu leben, prodirzieren und denken ebensogut sei. wie das der anderen. Man verdrehe in seinem Siegesrausch, seinem Ententewahnsinn den Völker­bund zu einer Weitherrsck)aft der angelsächsischen Rasse. Deutschland solle nicht etwa Mitglied des Völkerbundes wer­den, sondern dessn Untertan. Auch Rußland dürfe nicht mn- machen, sondern solle bekänwst werden. Gegen dieD Parodie eines Völkerbundes, die an eine Freiheit der Meertz^ geschützt von zahllosen Dreadnoughts erinnere, müßten aüs vernünftigen Männer ankämpfen, die noch an einen wahre» Völkerbund glaubten. Sonst solle map den Gehcmketr lieber mu aujgebrn»