Ausgabe 
16.12.1918
 
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Ja alter G-schüfttgreil *rtb VtWe «st g«ntz «uh V« Krf bet alt^n europäischen Geheimdiplomatie von den drei Ententegrv^ machten in Gnßlanb konferiert worden. Man hört, daß Eng­sand und Frankrich bet den kommenden Verhavdlungen gemein­sam auflreren werden. Man hört, daß dauernde Allian-ea ge­schloffen seien.

Au§ Frankreich und England kommen Aenßerungen, di« weit «Vhr auf die Befestigung der Siegersrcllung, als auf die Siche. ti-tm des Friedens hinaustaufen. und die mit dem Völkerbund tdcnh Wiffcmschem Plan oder, um einen anderen wirklich großen Friedenspoiit'ker zu nennen. Lord Grey. nicht im Einklang stehen Wüfon will abrücken von jener Politik, die nun schon so oft dazu geführt hat. daß neue Kriege sich an den alten Niederlagen ent. Zünden. Er weiß, daß die Dauer des Friedens nicht vom Maste des Uebels abhängt, das der Sieaer dem Besiegten zufügt. dast d»c Kräfte und nor allem die aufrichtige Fried-Lnsgesinnung der Volker nicht mehr Bedeutung haben, als eine augenblickliche Lage, die auszukosten manchmal mehr angenehm als verdienst­lich und auf die Däner rühmlich ist. Zwischen zwei Zeitaltern schwebt und schnmnft die Menschheit: hier die alte Gewohnheit der bewaffneten Selbst Versicherung, beruhend auf dem allge­meinen Migränen, das sich nur zuweilen anders gruppiert, dort die Erkenntnis dal' es so nicht weitergoht. und dag die mög­lichste Aerderung nicht auf der Landkarte, sondern in der Poli. tik zu vollziehen ist. wenn es arff die Dauer besicr Eden soll. h:er die militärisckx'. dort die mehr vsycholoaische Losung, hier Machtpottiik dr-t Mansch!ichkeitspolitik mit ihren für alle gleich geltenden Leitgedanken.

% Diejenigen. die den Gedanken an europäische Abwehr gegen Amerika he^en sollten, sind sicherlich heute zu d^r Erkenntnis gekommen, dast die wirkliche Gefahr für dieheiligsten Güter Europas", in Europa selber zu suchen ist. Das war es imm.'r und namentlich im August 1914. s

- ie Frage des Rolkerdmrd.es.

&c;c(, 14. Dez. Wie der New-Porker Korrespondent der ^Trwes" meldet, haben verschiedene amerikanische Korrespon­denten an Bord desGeorge Washington" gemeldet. Präsident W-llon werde bcchürworten. daß der Friedenskong^ß zunächst entscheiden soll, ob und wie der Völkerbund gegründet werden soll und dost der Kokest erst dann on die Frag« bezüglich der Wiedergutmachung, Bestrafung. Entschädigungen und tcrrito. rralen Ausgleiches gehen soll.

London. 14. Dez sWV s Meldung d-s Neuterschn Büros. 3*' einer Rede in London sagte Lloyd George: Wir können

mcl>t verlangen, dast Deutschland das. was es ans schuldig ist. sofort bezahlt Die erste Schuld, die Deutschland zu begleichen haben wird ist der Ersatz der Schäden, die es Frankreich und Delgien zufügte.

Polen geeen Deutschland.

»°rsch»u. ,8. De,. Die p-l-ische Nr«kk.

rvng hat dre Besetzungen Deutschland abgebrochen «nd

den deutschen LesaudLeu ausgcfordert, da, 2nnb zu ver­lasse».

Pn^land.

Wirtschaftlich« Folgen des Bolschewismus.

^ach einer in derKiewskasa Mys!" veröffentlichten anft- ^lchen Statistik sind bisher 513 Industrreunternehmungen sozia­lisiert worden. Meist ist hiarbri ganz planlos vorpe^angen worden Die amtliche Statistik mutz zrraeben, daß die Produk- tron aller sozialisierten Betrübe gegenüber bern früheren Zu. ftanb austeri.rdentlich zurückgegangen ist. Hierzu komutt. dast die Einnahmen f asl auf bn ganzen Linie weit hinter den Aus-

K crzrnskr Kmpse.

Roman von Helene Sckütky. peb. von Gersdcrfl.

(Copyright 1915 by C Lstermann-Stuttgart.)

Roch druck verboten.

..Erzählt ihr mir MM lieber, was sich alle? ereignet hat. fwt :ch ow. u'dert war. mit euch zusammen zu fern", erwiderte Nein hold ihre Mitteilsamkeit.

Und man begann ein' allgemeines Erzählen über Regi­ments- und Gefellfchaftsereiznifse. daß man hatte meinen kön. nen. Rrrnhold sri monatelang abwesend gewesen, wahrend ei sich doch tatsächlich erst etwa seit 14 Tagen, seit Hilde wieder in K war, zurückgezogen hatte.

Wrs chn besonders intereisiertr, waren zwei gang vnerrvor- rete Nachrichten.

^Weißt du, daß die altere Tronfhrim, Fraulein Frieda, sich entschlösse» hat. Diakonissin zu werden?" fragte ihn ein älterer Kamerad.Sie reist schon in den nächsten Tagen ab, nach Berlin, wo eine Kusine ihrer Mutter. Gräfin Seckendorfs. die Sybtiin einer großen Anstalt ist. sie in dir Geheimnisse der Kraickenpftc^-e einwrihen soll. Schade um das scbZne Mädel' Hätt 'm prächtige Regimerrtsdmv« aLgetzoben. Was ihr ,rur eingefallen ist!

Reiühcld fühlte sich merkwürdig'.ergriffen. Warum tat sie das wohl? Sie war ja immer ernst und tief veranlagt gewesen, cbei dies gänzliche Abwenden vorl der W>lt Hütte er doch nicht erwartet. Sie war ihm immer -ehr wert und sympathisch ge. v>efen. Er nahm sich vor. in den nächsten Tagen Besuch bei Obe^r von Tromthcim.zu mache:'., um Frieda Lebewohl zu sagen uird ilfi asttz- ßmt« cuf dem schweren, aber schönen Lebensweg «t wünschen

Als er seine Absicht ausführte, fand er. daß Frieda schon vdgererst war in Begleitung ihrer Mutter. Er konnte ihr nur noch durch den Oberst sein« herzliche Grüße und Wünsche nack- sendeic. ^

äc;,!e 3£euißfcit bttiaf Marquis Reymond. (Et war durch brsonder« Familinwrrhältmffe, wi« es hieb, ganz plötzlich

»euöti«t gewelea. auch Lrrulreuh abruretien. Sein Urlaub

»«M» p». dmx& Set Getfenflaxxg meist ü

vollem Betriebe befindliche Unternehmuage» mit Stnrichtu»^ Ausrüstung und Rohstoffe« unentgeltlich in die Hände fiel«. Fitr di« Zeit vom 1. Januar bt- zum 1. April 1918. als verhält nismästig noch sehr wenig Unternehmungen soziaUsteri war««, mußte der Shuat für die Betriebskosten dieser letzteren berett» 432 921 428 N. bergebev. Man darf airnehmen, daß die Gesanrb. summe solcher Unterstützungen des Staates heut« weit Lb«r 1 Milliarde R. beträgt. Auf den jüngsten startgefundenen Tagungen der u irtschoftlichen Verbände in Kiew wurde pro Abdruck gebracht. Westeuropa solle sich d«n Zusammenbruch der russischen Industrie zum warnenden Beispiel diene» laffen mi­die in Rußland begangenen Fehler o«rmeiden.

kmördüng drg NrN^izleü vs» Parfnaa!.

Lissabon. 16. Dez. Der Präsident vs« Portugal ist ermvr» det worden. *

§ie iifiitldifn ö= ? 3p f f Ist lüHlfltHfrr.

Scrlin, 13 Dez. Von deir 14 U-Booten aus Pola sind 13 in Deutschland angetommen. Eines wurde verssnktt

Die Armee nlens.

^711», 14. Dze. W e dieB. Z." meldet, sind von der Ar. meegruppe Mackensen bis jetzt bereits große Teilr in der Hei. mat eingetroffen Es sind angelangt die gesamte 11. Armee, Teile der 218. und 226. Infanteriedivision, sowie seinerzsit aus der Ukraine nach Rumänien entsandt; Tc-Ue dar 7. Laudwehr- dioisiou und Teile der 16. Infanteriedivision.

Die Matrosen an Kinde;»bürg.

Kaffel. 14. Dez. Im Namen der Kam-eraden der Nordsee, Vorposten und U.-Boot-Dogleitfloltillen und der Kaffeler Mo> trosen.-Kompagnien wird nachfolgendes mitgeteilt: Bon der

Nordseeküste komrnend. entbieten unffce Blaujacken der Nordsee, streitkräfte unsrem Genera^eldmorsrhall in tiefer Verehrung rbren Gruß. S^e erachten es als ihre hettigste Pflicht, treu zur jetzigen Regierung zu stehen und an der Wiederherstellung der Ordnung im Vaterlande mit allen Kräften mitznarbeiten und sie zu erhalten.

(nr? Wmsßkrn-LstNKMlMg.

Sertin, 14. L-ez Das Berliner Organ der Unabhängigen ..Die Freiheit" veri sfcntlicht in ihrem Freitag Abendblatt an der Spitze in auffälligem Druck die Mifterlung. ihr sei berichtet norden daß am 21 . Novenrber rn der 3-tlla des Prinzen Eitel Friedrich eine Unterredung zwischen dem Prinzen, der frühere» Kaiserin einerseits und Admiral v Htatze. dem früheren Staat»- sckretar des Auswärtigen Amtes andererfrii» stattgefuirden habe. Am gleichen Tage sei Reichsbagspräside», Fedrenbach in d« Villa erwartet worden. Die Plane der Einberufung des Reich», tage-s durften bereits in diefe-r Unterredung festgelegt morde« sein. Reichstagspräsident Fehrenbach ermächtigt die ..Deutsche Allgemeine Zeitung", dtesein Versuch gegenüber, das Hohe», zollernhaus mit der von ihm erlaffenen Einberufung des Reichstages in Verbindung zn brirmren. zu folgender Erkläru?^:

Ich habe die Kaiserin nicht gesprochen, ebenso wenig Prtrrz Eitel Friedrich. Wo die Villa des Prinzen Eitel Friedrich lisatt ist mir unbekannt. Ich habe sie me betreffs. Auch habe ich dre in Beziehungen mit irgend einem Prinzen d^s Hohenzollernhausrs goi.anden. Mit der Kaiserin habe ich nur ein einziges Mal, und ^war arn 29. Juli 1917. gesprochen, als die Fra kt ionsfuhr er gemeinsam nach der damals vom Reichstag befchloffenen Frie- derrsnote empfangen wurden. Die Mnze Meldung derFrei.

würde wahrscheinlich in Versetzung oder Verabschiedung aus- laufen^ da ihn seine FmnilimErhAtniffe .zwangen, den Aus- lnnddienft gany aufzi'.geben und in sein« Heimat zu bleiben.

Neinhold begriff sofort, welcher Art die sogenannten ..Fa. m.ilierwerhältnäffe" waren. Da hier alle Aussicht verschwunden war. Hildes ^>and und Millionen zu erlern, fiel auch dag Motiv zu krinerr« hiesigen Aufenthalt fori, besten Boden ihm ohnedies durch v ;t: chiedene leichtferbvge Aberlteuer zu heiß ge­worden mar. Dal^ geleoentlickie Begegnungen mit Neinhold, mrt Hilde selbst und der Familie Antelmonn hier in K unvermeid­lich gewesen wäre, mochte mit dazu beigetragen haben, sein« ^Fenrilie^r-erhältniffe'st die :hn so plötzlich nach Frankrorch zw. rückwiepm, sehr dringend zu Festalten.

Reinhold fühlte sich aller Beteiligten nregsn erleichtert, daß der Mrnn. welcher in ihrem Leben ein« Schicksalsrolle gespie-ü halte, für immer beseitigt zu sein schien. Trotz seiner eigerren Duldsamkeit mit den Schwächen seiner Nebenmensc5>en im oll, gemeinen hatte doch sein Blut de-! dem Gedanken an den heuch. lerischen lasterhaften Mann, der sich nicht scheute, das Reinste. Höchste an. sich zu reißen, vor Zorn gekocht und «r hatte selbst davor gebangt, daß dieser Zorn -hn bei irgend einer Gelegen, heit hinroißen u?rd eine Katastrophe herbeiführen könne.

Es war bester Jo, Und auch, daß Hilde einer ihr 1 ?^ äußerst peinlichen Begegnung mit dem verNoffmlenBraw tigam eines TageZ^ amsgefcht war. Für die kleine Käthe -rronthslm war es ebenfalls angenehm, d- er von der Bild, fläche verschwunden war. Trotz aller dieser Erwägungen blieb in einem Wurkel von Reinhold'tz Hirzen ein kleines unbefrie­digtes Gefühl zurück. E§ kam ihm ungerecht vor. daß dieser wiffenlose Menfch gamz ohne ernsten De-nkzettel. ohne Strafe davontam. Doch wer weeh? Vielleicht war er doch durch den Zusammenbruch all seiner Pläne, im sel!»en Augenblick, wo er schon den goldenen Preis in der Hand *, haben glaubte, gv. nügend bestraft. Die Enttäuschung mußt« furchtbar gewefr« sein, sowohl was seine Eigenliebe, wir was seine Habgier de« traf.

So waren mehrere Tage vergangen, nm seine» dienstliche» Pflichten und seine» schriftliche, Ergiiffe» an HM» gewidmet.

ffi absolut aus den Fingern gesogen. DM der Eftcheruftn^ de» Reichstage» hat kein Prinz und kein Mitglied de. Hohe»« zollerrchaufes auch nur das geringste -u tun.

Die Derjorgnug Deutschlands.

Berlin. 14. Dez. Bei den Verhandlungen der deuischer? Waff fensttllstandskommifsion mit den Vertretern der Alliierten ist Vorsorge getroffen worden, daß die Verhandlungen übet d e Versorgung Deutschlands mit Lebensmitteln mit großer schleunigung Wonnen werden. Es wird in Vrüsjel, Rotterdam und London verhandelt werden.

Gesterrcich-Jngarn.

Graf Czernin, der ehemalige Minster des Aoußeren machte gegenüber Volitikern Ausführungen, aus denen lermorgeht wie «eCjr die Donaumonarchie auf Deutschlands HUfe angewiesen tt>ac. Czeimin sagte:Wir bezogen

monatlich von Deutschland über lA) Millionen Mort, um unsere Valuta zu stützen, eine Summe, die im Lause des Krieges über vier Milliarden angewuchsen ist. Troy dieser Abhängigkeit blieb der einzige Weg, zum Frieden zu kom- nren, Deutschland zu bewegen, einen Frieden mit Opfern zu Miesien Wenn Dentichand nicht zur Nachgiebigkei! zu bo- ivegon lvar. lag das einzig bei den führenden deutschen Militärs, vor allem Ludendorsfl (5nn großer Patriot war Ludendorff. aber er hatte das Unglück, die ganze Welt nur durch Potsdamer Brillen zu sehen und jeden Friedensver* such z-u verwer fen, der keinen Sieg-Frieden brachte. Luderv dorff N)ar genau so wie Staatsmänner in England un- Frankreich. Im April 1917 übern-e-ickste ich Kaiser .l^rl rin Exposee nelche? von ihm dem Kaiser Wilhelm gescknckr wurde niit dem Bemerken, er'teile meine Auffassung. $ri diesem ber^t H u a.- Es ist vollständig klar, daß'uriserv mffktärische ^raff ihrem Ende entgegengeht und eine weitecr Winterkampagne vollständig ausgeschlossen ist. Ich habe di« feste Ueberzenung, daß auch Deutschland genau wie wir am Ende kemer K^ä-te angelangt ist: wie dies ja die politischen rranri>'ortlichen Faktoren in Berlin gar nicht leuanen Ich bin fest davon durchdrungen, daß. wenn Deutschland vew suchen sollte eine weitere Winter-Kampagne zu führen, sich m Innern des Reicl^^ ebenkalls Urnwälzungen ergeben wer­den welche nur viel ärger erscheinen, als rin von d«n Monarchen geschloffener schleckster Friede. Wenn dis Monarchen der Zentralnmchte nickt imstande sind, in den nächsten Monaten den Frieden zu schließen, dann werden es die Völker über ihre Köpfe l-inwegmachen und dann wer­den die Wogen der revolutionären Vorgänge alles hinweg- schwenrmen. n-osür unsere Brüder und Söhne henle noch kämpfen und sterben.^

Zwischen De«tfck--Oeste7reich und Ungarn ist. wie die -.P P N." erfahren, ein wirtschaftlicher Vertrag abge- Massen worden. Danach erhält De-utsä^sterretch von Ungarn M* Ende ds Is. 4ff000^Sck-aft, 3000 Rinder, 1000 Pffrde und 500 Waggon: Getreide. 300 Waggons Kartoffeln finb für den ,vafl in Aussicht gestellt, daß -Oestkrrrich für die nötigen Arbritskräfte sorgt. Zum Entgelt liefert Tatsch- Oesterreich Textilwaren, Leder, Dtetall, chemische Artikel und Papier.

Dnentzen in Dresden.

Dresden, 14. Dez. Im Anschluß an eine SpartakuZv^r- sammlung sammelte sich ein Zug von 500 Personew. die iv das St-dtinnere zogen. Sie forderten dort die Beseiffgnntz der deutschen Fahne an den öffentlichen Gebäicken und

die ihm ebenso fleißig jeden Gedanken jede Regung ihres be­kümmerten Herzens mitteilte. Mit seinen RegimentKkamerade» kam er viel zusammen, erschien jeden Tag zu allen Mahlzeiten im Militorkasino, inn vor aller Welt zu zeigen, daß er nich4 mehr im Antelmann schen Hause verkehrte. Diese Wandlung wurde denn auch allgemein bemerkt und besprochen.

Eines Wagrs wurde ihm durch einen Postboten rin Brief überbracht Er ahnte sogleich, von wo er kam und öffnet« ihn mit Herzklopfen. Dor Geheimrat schrieb:

Em. tzochwohlgeborens In Beantwortung Ihres Schrei­bens teile ich Ihnen hoftichft mit, daß ich meine Ein-williguna zu ihrer Verheiratung mit meiner Tochter Hildegard ein für allemal versagen mr;ß, aus SrLnden. deren nähere Anzrinander- setzung ich überflüssig finde. Hochachft>.ngsvoll

Geh. Iuftizrat K. Antelmann.*

Also nun war alle Hoffnung au«. E-st jetzt merkte Rein, hold an dem starken SäMerz. der ihn durchwühlte, daß er un­bewußt doch noch einen Schimmer von Hoffw'ng gehegt hatte. Er war eben mit seinem guten warmen Herzen gar nicht im Stande, die grausarn« Harte, die eigensinnige Ilnbeugfamkeift den gänzlichen Mangel jedes meichen Lisbesempfindens. wie sie ihm in der Natur des Geheimrats entgegentrat, jt* fassen.

Nachdem er lange Zeit mit aufgeftütztem Kopf dageseffen und immer die erbarmungslosen Zeilen angestarrt h»»tte, die ihn und Hilde alles Lebeirsglück beraubten, raffte er sich auf. legte den eben erhaliencn Brief in rin anderes großes Ammert, adressierte dasselbe an den Kommerzienrat und sandts es ihm ohn« weiteren Kon^mentar zu.

Erst jetzt beurerkle sr. daß noch rin Zweiter Brief auf seinem Tische log. Cr ergriff ihn und sah, daß er ihm bekannte Schrift, züge trug. Was wollt« wohl di« Gräfin Ptsffe«, di« PalLst. dcrme, fein« gütig« alts Freundin, von ihm?,

Ci« schrieb:

Mein lieber Herr von Gernishoffs Kommen Sk wenn möglich, noch heute, zu mein« Ihnen bekannten Tee-rit zu Ihrer ölten Freundin Gräfin 8.

kZortsetzung folgt.