Ausgabe 
16.12.1918
 
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tlHe« R-s-lke verftMmMch herunter. Nackchem ste sich wieder zerstreut zu haben schienen, sammelten sie sich später wieder auf dem Altmarkt, wo es zu Reibereien mit veeschie' Lenen Patrouillen kam. Die Ansammlung wuck)S inzwischen auf 800 Personen, die -»m Polizeipräsidium Zogen und dort die FMsterscheiben einwarfen. Bei den Fusarnmenstöhen mit tcn Patrouillen gaben diese verschiedentlich Schreckschüsse ab, die durch Gewehrschüsse ernüdert lvurten'. 3 Mann wurden Hierbei leicht verletzt.

PerschikdensK.

Schlechte Etamrute unter de« Matrose». Der Oberste Sol.

baienrat der Cffieiftaticm spricht über jene ehemaligen Ange­hörigen der Varn« lm Inland (Kiel), die in einer jeden Ge­sittung Hohn sprechenden Weife auslrelrn, se'nen tiefsten Abfchen aus und bittet die Arbeiter- und Soldate«räte irr. Inlande, in rücksichtsloser Weise gegen derartig« E!en;Lntr vorz^x^hen.

Spaltung im altbaqerische« GaecrnbvT'd. Eine Qbmännrr. uird Vcrtrauensmännerverfammlung des Vayer. Baurcnbnndev aus dem Rsrchstagswahlkreije Psarrkirä-cn. die vom ALg. Was­ser geleitet wurde, beschloß lautDonauztg einstimmig fol­gende Entjchli..'k.ung: J Di« Obmnnct und VertrauensmLu-

ner der Bäuernbuckdspartei im Reichstagssixrhlircitz Pfarrkir- chLn, welck-e den Haup'stamm des Deu^ubundes im Rothal darstcllt, lehnt schloff und entschieden die radiknl-revoluli c- scziatistische Paitcirichtur^ (Landauer) ab. (Richtung C'.au dorfer.) 2 Die Obmärmerversammlung fordert von der Vor- standschost Mittel un Wege 51 , suchen, di, den Anschluß des Bauernbundes an die Bauer Volkspartei als selbständige Gruppe ermöglichen unter Wahrung einer angrmesfencn Man datszahl bei den Wahlen im Reich. Land. Kreis. Distrikt und Gemeinde. 3. Für den Fall der Ablebnung dieser Forderung durch die Vorstandfchaft ss>dt die heutige Obmännerversammlung den Mitgliedern des Bauernbunte«; im Reick)stagswahlkreis die Wahl für die davor. Nalionalversanrmlung frei, wobei der Wunsch mrsgesprochen wird, daß die Mitglcotei des B'nern- bundes \m Interesse des Dauern-, Bürger- und Lewertestan-des mehr nach rechts als nach links Anschluß füllen."

Die Lage bei Krupp. Das Direktorium der Firma Krupp rechnet, wie eine Tiersammlung der Krupp'schrn Hilfsmeister ans Grund von Verhandlungen mit der Firma mitteilt, mit der bevorstehenden Besetzung durch den Feind. Deshalb könne von einem regelmäßigen Betrieb keine Red« mehr fein. Die von den Hilfsmeisterv geforderte Anstellung ist nicht möglich .weil Krurp höchstens noch 23 006 Mann einschließlich der wieder ein­zustellenden Kriegsteilnehmer beschäftigen könne Im Verlauf des Krieges war die Zahl der Krupp'siten Angestellten und Arbeiter auf 114 000 Mann gestiegen. Dadurch, daß die Firma jetzt täglich 2 Millionen an Lohn auszahlen müsse, werde ihr Kapital allmählich aufgezehrt.

Verhaftung eines Kruppsche« D-rekto«-. Auf eine von der Firma Krupp eingereichte Besck'merte üb» die In-haftnahmr eines Mitgliedes d«S Kruppschen Direktoriums ist folgende Ant- wort eingegangen' Direktorium Krupp. Essen. Die am 11. De­zember erfolgte Inhaftnahme als Geisel müssen wir auf 3 schärfste verurteilen. Der Arbeiter- und Soldatenrat ist um Ve. richt ersucht. Neichsvegierung: Ebert.

Stadt und Sand.

ImHellerckand" veröffentlicht der Pfarrer Gros aus Esch IL Taunus einen zeitgemäßen Aufsatz über das Verhältnis zu ..St-adt und Land". Er geht davon aus, daß in Deutschland ur. sprünglich nur Landbewohner gewesen seien und daß der Deutsche die ..sonncnlichte. freie Weite des Landlebens" dem Drang der Sta>dt vorgezogen hat. Mit der Zeit sei aber ein Wechsel der Anschauungen eingetreten. Alle Rechten und Freiheiten seien nach der Stadt gewandert, der Bauer dagegen sei immer mehr in Knechtschaft geraten.

Es kam die neue Zeit. Dampf und Elektrizität wurden Knechte des Menschen. Die Maschine trat ihren Sie^eszug an. Eine Masienerz^ugurig von Waren kam auf. Eisenbahnen und Dampffchiffahrt machten die Erde kleiner. Die Städte wuchsen ins Riesengroße. Aller Reichtum strömte dorthin. Da war Glanz und Pracht. Lichtfülle und lustiges Leben, da warerr alle Bildungsstä'ten. daher kamen alle Zeitungen, da saß die Obrig­keit. Da Städter erschien als' der Mensch an sich, er dünkte sich weit erhaben über den, der da hinten aus dem Lande lebte. Das ging so^ar so weit daß der Stadtpfarrer und Stad.ftehrer seinem Amtsgenasseu auf dom Dorfe sich überlegen fühlte, ein­fach um fernes städtischen Wirkui^sfeldes willen, und daß. wer die Stadt verschmähte (wie Schreiber dieses), für einenschnür, rigen Kauz" angesehen wu^de. Aus dem Dorf verbauert, ver. trauert und versauert man, das war und ist Stadtanschauung, oder sagen wir es rund heraus Stadfbochmut."

Dss Land sei der Stadt fremd gewordenWas brauchen wir den Bauern, sagte die S adt Sie vergaß das alle Natur­gesetz. daß die Stadt- vom Lande lebt, und zwar zunächst in dem Sinn, daß ohne den Zustrom der Menschen vom Lande die Stadt gar nicht möglich faxt. Der Städter ist raschlebiger, die Fa­milie in der Stadt stirbt bälder aus, das Land aber ist der große Meufchenborn. feine übrrftrömende Fülle bringt der Stadt Men- scheu mit unverbrauchter Rerventrast und damit erst die Mög­lichkeit de» Aufschwunges. Jeder Staat, der diesen natürlichen Urquell jekner Kraft nicht achtet und schützt, geht dem Untergang entgegen. S« lebt also de« Stadt vom Lande. Aber auch in dem den meisten viel näher liegenden Sinne, daß das Land das tägliche Brot für dir Stadt erarbeitet. Auch das war in »nferm Voll schwer vergessen, wir wichtig es ist, möglichst das eigene Brot zu essen. Sorglos dachte dir Menge, was der deutsche Alker uns nicht erzeugt, das holen wir un§ vom Aus­land. Und wenn einmal vorausschauende Vaterlandssreunde auf die Gefahr der Einkreisung und Abschltastung von der See hinwiesrn, Vorratswirtschaft verlangten, so hieß es, was malt ihr ein Unmögliches Schreckgespenst an die Wand! Das Ge» foodt W Fletsch und Blut cumegommen. Ut barte Wirklichkeit

yeworven- Nun braucht Sit Sa# ßanSL 3*4 »uu schlea », al- fd die alte Kluft zwischen Stadt und Laich geschlossen, Ql# sei die Losung:Stadt und Land. Hand ln Hand, für das teure Vaterland!" Da# war ln den unvergeßlichen Tagen am Anfang des Weltkrieges, als die Begeisterung alle über den Alltag hi nüb erhob. Aber der Alltag setzte sich langsam mied» <m seine gewohnte Stalle ln der Stadt wie auf dem Land."

D» Verfasser prüft dann die Frage, ob der Städier ein Recht bat. ten Bauer Wucherer zu schelten und er kommt za felgendem bemerkenswerten Ergebnis:

Wucherer", nennt der Städter heute den Dauern, und doch sollte gerade er damit sehr vorsichtig sein. Wenn die großen Knegslieferanten Millionengewinne machen, so heißt man da» in der Stadt ..Ausnützen der Konjunktur" beim Dauer ober Wucher?" Der Gedanke schrankenloisrn Verdienstes, rücksichts­losen Gebrauches der Gelegenheit stammt aus der Stadt, nicht r.om Land. Und der städtische Hamster ist es. der ihn auf das 1 Land verpflanzt hat. Ein Beispiel: Als der Höchstpreis für

Honig auf drei Mark festgesetzt wurde, sagte ein Bauer zu mir:

.Herr Pfarrer, man schämt sich fast, da» viele Geld zu vor. langen." Dann aber kamen die Hamster, boten 5, 6 . ja 8 Mark, nachher war für 3 Mark natürlich kein Honig mehr seil! Wie Unrecht aber die Stadt dem. Lande tut. zeigt sofort der Tatbeweis daß da§ Dorf, als es von der Rot der Stadt wirklich Einsicht und Kenntnis bekam den Kindern der Stadt leine Türen auf- ' tat und sie nicht ftijfat, oll' - hl mancherlei üble Erfahrungen ; gemacht wurden. Und gerade diese Wohltat, die das Land der ! Stadt an ihrem Kostbarsten erwiesen hat sollte zeig.n. daß eine j Brücke möglich ist. Und alle, di« unser Volk lieb haben, müsien mithelfen, daß die Kluft zwischen 'Stadt und Land auso.afUllt wird. Beide müssen sich verstehen und in ihrer Notwendigkeit, j ihrer E'cevart anerkennen lernen. Denn teilte ohne Zweifel.

; aber auch für alle Zukunft sind Stadt und Land «uf Gedeih und i Verderb aneinander gebunden, eino Genossenschaft mit und«, j schrämt 1 er Haftpflicht. Was in der Frage Stadt und Land für die Zukunft uns nottut, will ich mit kurzen Stricken zum Beschluß noch zu zeichnen versuche«. Alle besinnlichen Menschen ! in der Stadt werden setzt erkannt hoben, daß die allzu große Entfernung von der b' Her Statut, die Entfremdung von der Scholle, das Nirfem ..'.ch.^um dar Städte uv gef und und vom Hebel war. daß unsere Aufgabe sein muß'Möglichst viel' Menscknrn aus das Land?" Zum andern: Möglichst viel Boden angabauk. nationale Eigenwirtschaft, die uns vom Ausland un. abhängig macht, so weit es nur geht. Zum dritten: Es gilt

dafür zu sorgen, daß die Menschen aus dem Land einen möglichst hohen Blldungsgrad haben uird dadurch imstande sind, dem Boden die höchsten Erträge abzurinacn. Endlich: Die natu»,

nale Vorratswirtschask wird Stadt und Land enger zusammen- binden' da wird das Genossenschaftswesen noch große Aufgaben haben. Heute aber dürfeil wir schon da« sagen: Auf einen

Stand, dem die testen Kräfte fahren, der mit Kindern, Frauen uad alten Leuten vier Iabre lang einen schnöden Aushnng«. rungsplan vereitelt hat. müssen wir stolz sein, diesem Stand müsien wir dankbar sein Da« Vaterland ist zuerst Land, das hat der Stadl die har^e Zeft w^gthämrnert. Darum

. wir wollen sein ein einig BoN von Brüdern, in keiner Not o-ns trennen und Gefahr?"

Dieser Schluß ist umso boinerkonswerter. oJg unseres Wist sens Herr Pfarrer Ervlln Grv- der ftpisinnigen Partei ange. Hort Seine Ausführungen sind daher für jene Kreise beson­ders lehrreich und zuw Nachdenken geeignet.

A'ia der ^el -rat.

Friedbcry, 14. Dez. Heub? tagte km ..Ngtskester eine aus den vcrschiedemn Teilen Oberhesiens »nd Srarkenburgs zahl­reich besuchte Versammlung zum Zwecke der Gründung einer

- g-anz Hessen umfasienden Bürgerpartei. Stadti-eiordneter Se.

; nunarlehrer Leuck igens führte im Namen der Ginl>erlsfer

den Vorsitz und legte in einer einleitenden Ansprache die Rot- \ wend. ckeit bar, eine Parteiorganisarior. für Hesien ins Loben

- zu rufen, die der Sammlung aller Deut'ächenksndew. cruf dem \ Doden des Privateigentums stehenden Hessen darftelle. Es ^ gelte vor allen:, der ungeheuren Verwirrung im politischen j Denken des de - tz--?n Bo.' es, das durch eine großlenterls iuter j mrttalla! gerichtete Presse nregef.'ihrt sei. Einhalt zu gebietan ^ und den Mächten wieder Geltung zu versclmssen, die Deutsch, r land groß und wohlhabend gemacht haben. Er nms nach, wie } sich im Parteilichen, in den Urteffen ül'er d«e Krlogsursacho und i über unsere Niederlage außerdem auch in der Tatsache der ' deutschen Nevolution mit ihren Deileftcrsche'nungan ein te.

! klo.gercucrlkr Tielliand der politischen Einsicht in den Massen : offen!,cre. Es gebe nur einen We.i ans der nationalen Er.

niedrütrmg wieder ,u staatl'ch gwrdn len S^crhaltmsien zp.rück- Sl'kch-.cu, das fei der Zusammenschluß oller auf deull-llnationL> lem frech ?tl ckem Boten st'.tender Bürger zn einer großen deutschen B,:rgcrr< Uci, die Stadt und Lind umfasse. In der »ehr anregend verlaufende» Disluision sprachen Prof. Weber- Dad-Rauleim, Direkror Aliendorf-Friedberg. die Landtagsaüge- ordneten Dorsch-Wölsersheim. Drauer-Ober-Ofleiden. Dr. v. Hel- moll-Niederwöüstadl, Dr. Weber-Konradsdorf. Reichstagsabge- ordneier Dr Werner.Butzbach. Prof. CebharteFriedberg. Direktor Spieß- ^riedberg, Oberamrsrichter Fuhr-Bad-),anheim. Fabrikant K. Kling'por-Offerchach. Kandidat Schmal-Friedberg, die Rechts­anwälte Dr. Meijel-Darmsiadt und Brücher-BateRauheim. Alan gründete nach eingehender Erörterung der einschlägigen Fragen die geplante Hessische Volkopartei, die als Landesverband der demschnalionalen Volkspartet beitlitt. E» wurde ein vorläufiger geschäftsfährender Ausschuß gewählt, dem die Her n Pros. Dr. Werner, Butzbach, Dr. v. H«Imolt, Nieder- Wöllstadt, Seminarlehrer Leuchlgöns, Friedberg für Oberhesien. Rechtsanwalt Dr. Meijel, Darmlludt für S»arkenburg angehöcen. Der Ausichuß wird durch weitere Vertreter für Starkenburg und Rheinhesien vefftärlt werden. Der heisijchen Voikspartel sind beigetreten : Der hessische Bauernbund, die deutichvöllische zrnd die christlich soziale Partei, sowie eine Reihe ehemaliger natio- nalliberaler und souschrikUicher Parteimitglttder. Der Beitritt weiterer Rtttglieder aus dem nationalliberalen und fortjchrittlichen Lager steht zn erwatten. Die neue Panel wird fojon tn reg« Oraa«Uatioas- und WerhetättakeU ein treten.

VW. Kriegsanleihe. Die Stücke zu der 6% Vlll. Kriegsanleihe sind jetzt lämirich erschienen und tonnen bei den Zeichnung#stelle, ur Empfang genommen werden.

E van st. Männerabend. Die verabredete Zusan» menkunst kann erst am nächsten Donnerstag, ltt. Dezem­ber, abends 8 l /s Uhr im Deutschen 5>aus statisindea. Gegenstand der Besprechung ist das beim letzten Mal# von Herrn Prälat 0. Smoell behandelte Thema: Gepenwartsaufstaben für die kirchliche Einzelstemeinde-, Es wird zu zahlreichem^Vesuche sreundlichst eintjeladen.

svriedberg, 1^!. Dez. (Pferdediobstahl.) 2n seinem Vorhaben gehindert wurde vergangene 9tacht ein Sol­dat, der zwei vom Pserdedepot des ehemaligen Ge­fangenenlagersabgeholte" Pferde für sich in Sicher, heit brinsten wollte. Vom Gefangenenlager kommend, lies der Dieb in die Här^de einer patrou^ ierendeu Aus- sichtsperson des Arbeiter- und SoU atenrates, die ihn nach dem Zweck seines näck.tUck cn Dienstes s^agte und eoti. Papieie von ihm verlangte. Der Mann anlwo:- tele mit Ausflüchten, worauf die Palrouiile den Soloat aufforderte die Pjerüe wieder in das Pserdedepot zu- rückzufuhren. Daraus vergas e e der Auffichlssoldat, seinen Vorschriften gemäß, den Atann und erklärle ihm, durch das Benehmerl des Mannes veranlaßt, die Zweck­losigkeit ein«.s Fluchtversuches, da e? sonst von der Schußwaffe Gebrauch machen mützle. Dem ^'ianne ieooch jagren diese Worte nichts und er srr.'ile wieder­holt das Weite zugewinnen. Als cs schliesilich quer- -eldein entfliehen wolfte, gab die Parrouille aus einer Entfernung von 1520 Lieler einen Schuh aus ten Entwichenen ab. sodah derselbe schweroeiwur.det in das Lürgerbospital einec.iesert uerden muhte. Allen, die immer noch der Meinung- sind, irr der heu­tigen Zeit besähe jcder ein Freiönes für Drebslähte und Plünderungen, möge dieser, an und für sich be­dauerliche Vo^sall eine ernstliche Warnung sein. Der Soldatenrat wird nicht erlahmen für dergleichen Um­triebe ein wachsames Auge zu haben.

Frankfurt a. M. (Die 81er als Polizei truppe.) E.rt- Preck-end d.m Wasfenstillstandstedingungen ist nunmehr ein Teil der hier stationierenden PoUzcitruppe hierher verlegt worden. Es handelt sich um eine Kompagnie des Inianle'-ie- Itegiments 81 in Stärke von ettva 250 Mann. Di? Trupp# führt ihren Sicherheitsdienst irach den Direktiven des Vclizei'Prä sidenten.

AuS Starkenburg.

DarNstadt, 1?. Dez. (Rücktritt des Direktors Möller von der Heag.) Nachdem schon seit einigen Tagen mit der Rückkehr der Truppen Verhandlunc^cn mit der Leitung der Heag stait- sanden. di« darin gipfelten, daß das rücksichtslose Auitreren der Direktors Möller gegenüber den Beamten, dem Werkstätten» unb Fahrp«rsonal l« Gcholttz-. Lohn- und Dirnstsragen unbedingt einer joforiigen Denderung bedürfe, fand gestern in der Schloß' bierhalle eine von etwa 200 Beamten und Bediensteten ter Heag besuchte Versammlung statt, in der nach sehr lebhafter er­regter Aussprache die schortige Beurlaubung resp. der Rücktritt des Direktors Möller verlangt wurde, mit dem Ultimatum, daß andernfalls innerhalb 24 Stunden ein Generalstreik eintretea ! werde. Der Des6,lutz wurde heute vormittag dem Oberdürger- meister Dr. Gläßing, der bekanntlich Vorsitzender des Auffichts« rajor- der Heag ist, und den Direktor Dköller trotz der Unmenge von Beschwerden, die dauorrrd tarnen, immer wieder unterstützt und gehalten unh chn al» unabkömmlich vom Heeres-dienst reklamiert hat (M ist etwa 44 Jahre alt) vorgetragen und Er- süllurrg der Wünsche zrrgesagll Direktor Möller hat seinen Urlaud sofort angetreren.

TC. Bon der B-rgstratze, 12. Dez. Aus bis fetzt unaufge«

! klärte Weise ging eine bei Heppenchsini nn Felde stehend« Drosch- halle in Flammen auf. Dreisig Faß Bcnzo! und Schmieröl, das dort von der Elnquartieiung lagerte, verbramU-en.

LuS Rhrrnhefikll.

k'O. Mainz, 12. Dz. Ein Dienstmädchen, das vor einigen ^ Tagen enilassen wurde, machte Meldung, daß seine früter« Herr- > schuft in der Bingersttaße eivr« große Anzahl von Vorräten ge- \ hamstert habe. Gestern fand eine Revision statt, die mehrere j Säcke Erbsen, Dohnen. Gries, zu'ci Säcke Zr:cker und eiiren hal- ^ ten Zentner Dohrlenkaffee zutage förderte. Weiter kamen zrrm ^ Vorschein zwei Säcke Mehl, zweihundert Sjück eingelegte Eier, cck)tzig Dosen Oelsardinen, hundert Dosen Fleischkouferoen und ein Faß gesalzenes Fleisch.

Vno Heffen-RafsB,^ «

ffS. Si« Goarshausen. 11. Dez. Der kurzNch nus dem Felde gurückpekehrte Aucsust Dauer in Boqel ge­riet beim Dreschen deraift in die Dreschmaschine, dah er nach Wiesbaden ins Krankrurhaus geschafft und ihm dou ein Bein amputiert im'rden mutzte.

Wiesbaden, 12. Dez. Infolge der Verordnorvg dez Rats der Vollsbeauftraglen »wrn 3- Doz«ml>er 1918 und der allgemeinen Verfügung des pr«ußischen Iuftizministerr vom 4. Dezember über die Gewährung von Straffreiheit und Strafmil­derung mutzten beute am Schöffengericht ein« große Anzahl von Anklagen kostanlos eingestellt werden, da sie unter den Erlatz fallen. Eine weitere bedeuttrrde Zahl von Terminen, dl« dem­nächst anstehen, fallen aus demselben Grunde fort. So wurde» aufgehoben mm einer Llbtrilung vom hiesigen Schöffengericht von 22 Terminen, die un einem Tag bei kommenden Woche cid* standen, 20, an einem crirdern Termmtog wurden sämtlich« Te^. min« gestrichen. Nur rh? ganz oorfch'-vindend Nelner Teil von Verschlungen bleibt iwch zur Aburteilung übrig. Aus dem hio, sigen Gcrichtsgejangnis werden durch den Erlaß von achtAtg In, fassen fünfuudscchzig auf freien Fuß gesetzt.

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Veranttvortlich für dun politisfhcn unb lokalen Teil: Cf!#' Hirschel, Fnedberg; sfir den Anzeigenteil: C. S ch m i d k» ^riedbelg- Truck und Verlag der ..'Neuen Tuacözcitung^

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