HerxenskKmpse.
Roman von Helene § ckütky. geb. von Gersdorff.
(Gop^r'lZht 1915 by C. Ackermann.Stuttgart.)
59) Nachdruck Laoten.
23. Kapitel.
Während sich die ^anze Stadt mit den Ereignissen im Äntek- mrrnnschsn Hause aufs lebhafteste beschäftigte und Wahrheit und Dichtung bunt durcheinanocr vermengt wurden, verlebte die Heldin dieser phantastischen Gerüchte schöne Tage stillen verborgenen Glücks. Trotzdem sic, wie auch die gute treue Lina sich von den Schrecken und Strapazen ihrer Flucht körperlich vollständig erholt hatten, war es doch bei allen Hausbewohnern wie ein stilles Einvernehmen, daß zunächst niemand ihre so schwer errungene Ruhe stören wollte.
Von E. war noch kein Lebenszeichen eingetroffen, keine Antwort auf den Brief des Kommerzienrats es herrschte eisiges Todesschweigen, trotzdenr schon mehr als eine Woche seit Hildes Flucht au§ dem Vaterhause vergangen war. Anlelmann's wußten nicht, wie dies Schweigen zu deuten war. Beim Eeheim- rat war das überhaupt schwer. War es Zorn? war es Rat- losigkeit? war es vielleicht gar ein weichere?, der Reue ähnliche? Gefühl? Jedenfalls waren sie dadurch in der Lage, sich auch nich4 Lcherftiirzen zu müssen, sondern Hilde eine Frist vollständig geistigen und körperlichen Ausruhens gönnen zu können:
Neinhold brachte jede Minute seiner dienstfreien Zeit ln Hilde's Gesellschaft zu. Die Liebenden waren glücklich, so wie e? war, und schoben alle Zukunftspläne einstweilen absichtlich beiseite. Ausgehen mochte Hilde gar nicht, ihr graute vor d-un ersten Verlassen der schützenden Mauern in ihre? Onkels Hause, vor, der ersten Berührung mit der Außenwelt.
Dennoch kam bald der Zeitpunkt, wo sie sahen, daß dieses süße Sichgehenlassen aushören müsse, daß sie Stellung zu der Sachlage nehmen, einen Entschluß zu fassen genötigt waren.
Bei einem Ausgang war Frau Ella mit einer bekannten Dame Zusammengetroffen, durch welche sie eigentlich erst richtig erfahren hatte, bis zu welchem Grade ihre. Familie den Mittel- puickt eine? unglaublichen Klatsches und Tratsches bildete. Neben dem gutartigen, der Wahrheit ziemlich nahekommenden Gerede waren allerlei verleumderische und garstige Gerüchte aufaetaucht, welche sowohl Hilde?, wie Neinholds guten Namen ernstlich zu gefährden drohten.
Sehr empor? mE aufgeregt ^am Äe Äontmerzieirratiik nach Hause und lief direkt zu ihrem Gatten, um wie gewöhnlich mit ihm großen Rat zu halten.
Das Resultat war, wie nicht anders möglich, daß sie mit Reinhold und Hilde reden mußten, was mm weiter für Maßregeln zu ergreifen seien, um diesen Redereien ein Ende zu machen. -
„Die armen Kinder!" seufzte Frau Ella. „Sie sind so glücklich und zufrieden. Und nun muß man sie schon wieder aus ihrer kaum gewonnenen Ruhe ausstöbern! Wollen wir nicht zuerst mit Reinhold allein reden?"
,,Ma? soll das nützen. Frauchen?" antwortete der Kommerzienrat. „Wir wissen ja schon, wie er dazu steht. Ohne Einwilligung de? Vaters ist für ihn als Offizier die Heirat N'.'.t Hilde unmöglich. Daran kann er nichts ändern."
„Also Trennung? Aber das ist fürchterlich!" rief Tante Ella ganz außer sich „Besonders, da die nötigen Mittel vorhanden sind, auch ohne fein, de? Rabenvaters, Einwilligung. Das ist keine Lösung des Knotens, das ist nur ein neuer Akt des Dramas."
„Aber was bleibt anderes übrig?" erwiderte Onkel Bernhard, ebenfalls niedergeschlagen. „Entweder müssen sie hei- i raten oder sich trennen, und da orsteres unmöglich scheint, so l bleibt nur letztere? möglich."
„Und da« soll ich ihnen sagen?" rief Tante Ella fast verzweifelt. „Rein, das bringe ich nicht fertig? Bernhard, ich bitte dich, übernimm du dis Hiobsbotschaft oder soll ich Hans rufen?"
„Nein. Ellachen, damit ist nicht? geholfen! Da heißt e?, den Stier bei den Hörnern greifen. Komm, ich werde versuchen, ihnen den Fall klar zu legen. Schließlich sind sie ja beide gute verständige Menschen. Sie werden die Notwendigkeit eins^hen und keine Szenen machen."
Nein, sie machten kerne Szenen. Neinhold war gerade an. westnd. Er saß mit Hilde Hand in Hand m Tante Ella's Vou- douir. Sie machten beide gerade sehr ernste Gesichter, als Onkel und Tante eintrglen. * /
„Kinder", hob Onkel Bernhard an. „leider ist es die höchste Zeit, daß wir ernstlich besprechen, was nun weiter mit euch beiden geschehen soll. Es ist zwar sehr hübsch so. wie e? jetzt ist. daß e? aber nur ein Uebergangsstadium sein kann, ist klar, nicht wahr?"
„Onkel Bernhard, wir waren eben dabei, uns das klar M machen", erwiderte Neinhold. „Hilde weiß alles, wie es stehch _und ist auf das Schlimmste gefaßt."
„Äch, da? ist gut, daß sie schon ein wenig orientiert ist", sagte Tante Ella erleichtert aufatmend. „Ich hatte solche Angst, Illusionen bei ihr zerstören zu müssen. Hilde, Liebling, es H doch abscheulich, nicht wahr?"
„Tantchen, ja, es ist ein wenig hart, daß nun wieder neu« Hinderenisse sich zwischen un? auftürmen wollen", erwidert« Hilde. „Aber wir müssen eben Geduld haben. Nachdem wir schon so viele Schwierigkeiten glücklich überwunden haben, dür- fen wir jetzt auch nicht verzagem Es ist doch viel, daß wir uns wenigstens sehen dürfen."
„Aber, Kind, das ist's ja eben! Das will die böse Welt auch nicht mehr dulden!" entgegnete Tante Ella. Ella seufzt^ und erzählte, was sie vorhin von der bekannten Dame vernom« men hatte.
Hilde war starr und auch Neinhold sehr betroffen.
„Das geht nicht. Hilde, mein Lieb, daß man deinen Ruf ctn* zutasten wagt!" rief er sehr entschieden. „Das muß aufhörenk^
„Aber wie soll man dem Gerede Schweigen gebieten?" fragte Onkel Bernhard. „Das ist eher gesagt, als getan."
„Rein, Onkel Bernhard, es muß auch getan werden!" ev* klärte Reinhold fest. „Und zwar folgendermaßen? bi? sich unser Schicksal entschieden hat. muß ich euer Haus meiden, darf et mit keinem Fuß mehr betreten. Die Welt die alles erfährtz wird auch dies erfahren und ihre Schluffs daraus ziehen."
„O. Reinhold!" rief Hilde schmerzlich.
,.E? hilft nichts, Liebstei Es muß fein!" erwiderte eg milde, ober im Tone eines unerschütterlichrn Entschlusses. ..Dei« reiner Name muß mir höher sichen, als alles andere, selbst als deine Sehnsucht nach mir. al? meine nach dir. Uns bleibt j« *immer noch der schriftliche Verkehr als kleiner Trost."
„Reinhold hat vollkommen Recht, so leid es mir tut", ös» stätigte der Kommerzienrat dessen Rede. „Indessen ist es nur ein momentaner Ausweg, nicht aber eins rationelle Hilfe."
..Die gibt es vorläufig auch gar nicht" versetzte Reinhold. „Aber nun hört, was wir vorhin schon, ehe ihr kamt, mit einan. der verabredet halten Um die Situation zu Karen, muß ich einen Schritt tun, dessen Ergebnis ich allerdings schon vorher weiß der aber der Form wegen dock getan werden muß. Ich werde bei Hildes Vater schriftlich um ihre Hand anhalten, wa» ja bis jetzt noch gar nicht geschehen ist."
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