Ausgabe 
12.12.1918
 
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wertere Gang des Krieges zeigte, in der Verwendung «Niger technischer Mittel bei Beginn des Krieges vielleicht schon etwas weiter hätten sein können. Was den Geist und den inneren Wert der Truppe anlangt, so hat wohl kein Volk jemals mit einer besseren Armee einen Krieg begonnen, als wir tm Jahr

Noch im Frühjahr 1917 war der Geist unserer Truppe aus­gezeichnet. Die Erfolge unserer damaligen Offensiven sind, für sich betrachtet, militärisch sehr viel höher einzuschätzen, als ^ die späteren Angriffe unserer Gegner. Mit dem Beginn der feindlichen Offensiven im Sommer 1918 trat der Umschwung (in. Die als für döe Verluste bei unserer Frühjahrs-

Offensive eintreffenden Mannschaften bestanden hauptsächlich aus Leuten, die aus der russischen Gefangenschaft oder aus der östlichen Etappe kamen. Sie waren vollgestopft von bolsche­wistischen Ideen und hatten die feste Absicht, diese Ideen auch in die Truppe hineinzutragen. Ferner bestanden sie aus jungen Leuten, die bisher 30 bis 40 Mark täglich in den Munitions- Fabriken verdient halten und die nun sehr wenig damit einver­standen waren, das angenehme Leben in der Heimat mit dem gefahrvollen und entsagungsreichen an der Front vertauschen zu miisien. In dieser Stimmung bildeten sie auch den besten Nähr-, boden für bolschewistische Ideen. Ein solcher Ersatz war natur­gemäß den seelischen und körperlichen Anforderungen der Front­kämpfe nicht gewachsen. Erschwerend kam noch hinzu, daß unsere Feinde uns damals durch die Masienoerwendung von Tanks überraschten, auf deren Abwehr wir nicht genügend vorbereitet waren. Bald aber wie früher schon in ähnlichen Fällen wurden hiergegen geeignete Maßregeln gefunden, die uns in die Lage vrsetzten, dieser Ungetüme Her: zu werden.

Demokratische Mepmeyer!

Die Sozialdemokraten fahren fort die neue demo­kratische Partei mit Hohn und Spott zu ühergießen. So schreibt der bekannte (Kopf-ab) W e n d e l in der Frankfurter Volks stimme":

Was sehen wir statt dessen? Die Furcht vor derSozia­lisierung", die Angst um den Kassenschrank treibt, wie das nahende Gewitter eine Hammelherde, das Bürgertum in hellen Haufen um die kompromittierten politischen Geschäfts- buber von gestern zusammen, und es ist nur eine Art Schutz­färbung, daß sie sich demokratisch nennen und republikanisch gebärden. Denn die Fiickbeck, Kopich und Wiemer Banner­träger des republikanischen Gedankens wer lacht da nicht! Wenn nämlich die imperialistisch-militärische Gewaltpolitik gesiegt hätte, wenn die ganze Welt unter Ludendorfss Stiefelabsatz geraten wäre und wenn Wilhelm II. in Lohen- grinrüstung seinen triumphalen Einzug durchs Branden­burger Tor hielte, wer anders stände mit erhitzten Bäckchen i'nd gekrümmtem Rücken vor der vordersten Festtribüne als die Fifchbeck, Kopich und Wiemer! Aber es kommt noch besser. In die Deutsche demokratische Partei warf zunächst die Fortschrittliche Volkspartei ihre Konkursmasse hinein, während die Nationalliberalen als Deutsche Volkspartei neu firmiertem Aber die Erkenntnis, daß gegen den vor der Verwirklichung seiner Ziele stehenden Sozialismus eine geschlossene Front aller Nutznießer des Kapitalismus oberstes Gebot sei, führte diese und jene zusammen, und heute ist der nationalliberale und fortschrittliche Kehricht auf einen großen Haufen zusammengefegt, über dem das Schild prangte Deutsche demokratische Partei? Oder unter den offiziellen Buchstaben: Demokratische Piepmeyer!

Roch ein Beitrag:

Leipzig, 10. Dezbr. Eine von der Leipziger Demo­kratischen Volkspartei am Montag abend abgehaltene Ver­sammlung im Kristall-Palast ist von den Unabhängigen ge­stürmt und gesprengt worden. Bei Beginn der Ansprache kletterte eine Gruppe von Soldaten und Matrosen mit dem bekannten Dr. Geyer an der Spitze auf das Podium. Es kam zu einer allgemeinen Schlägerei, und die Bürgerlichen wurden in den Saal hinuntergedrängt, wobei es nicht ohne Verletzungen abging. Sogar Gegenstände, z. B. eine ge­füllte Wasserflasche wurden zwischen die Anwesenden ge­worfen. Die Bürgerlichen verließen darauf den Saal, worauf derSieger" die Vorgefundenen Flugblätter der Demokratischen Partei unter Hohn- und Schmährufen ver­brannte.

Hie hat die Mär ei» Ende!

Preist glücklich, die da starben von Feindes Hand den Tod,

Die nie n'ehr wieder kehren zu sehn der Heimat Nct.

Die jubelnd sind gezogen vor Jahren in diesen Krieg,

Zum Tode wund noch kämpfen um einen deutschen Sieg.

Nun liegt am Grund zerschlagen all unsre Herrlichkeit, . Drum leget zu den Toten, das einst so weltenwcit Vom Fels zum Meere strebte, das Banner schwarz-weiß-rot, Das hoffnungskühn entfaltet des Kaisers Heergebot.

Der Nibelungen Klage rauscht wieder vom Donaustrom,

And trauernd läuten die Glocken zu Worms im alten Dom. Den Helden entsinken die Schwerter,' sie stehen stumm und bleich Und wieder hat ein Ende die Mär vom Deutschen Reich.

Preist glücklich, die da starben von Fnrides Hand den Tod,

Die nie mehr wieder kehren, zu sehn der Heimat Not,

Me jubelnd sind gezogen vor Jahren in diesen Krieg,

Jum Tode wund noch glaubten an einen deutschen Sieg!

(Theodor Mauch in der Münchener Zeitschrift Deutschlands Erneuerung". 1918, XII.)

Akuljlhe pmirii! lindSfrlinfr taislatl.

Freudestrahlend berichtet dasBerliner Tageblatt", der ge-. schästsführende Ausschuß des (liberalen) Deutschen Bauernbun­des habe beschlossen. ein Bündnis mit der Deutschen Demokra­tischen Partei abzuschließen. Diese Partei ist bekanntlich von ^err» Theodor Wolff (dem Leiter des Mosieschen Blattes in

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der Jerusalemer Straße) gegründet und wird von ihm, ebenso wie von ihrer zweiten Nährmutter derFrankfurter Zeitung", mindestens zweimal täglich angepriesen. Man wird sich keinen besseren Sachwalter der Vauerninleressen denken können, als den Leiter desBerliner Tageblattes" und die ihm ebenbür­tige Frankfurterin. Herzlichen Glückwunsch?

Ans der Heimat.

Friedberg, 12. Dez. Es hat mit Recht Befremden erregt, daß so manche Formationen in unserer Stadt völlig sang- und klanglos eingczogen sind, ohne daß nur der mindeste Empfang oder eine Begrüßung stattgefuudsn hat. Sv war beim Ein­zug des Res.-Jnf.-Regts. Nr. 222, das zur Demobilifation in unsere Stadt gelegt wurde. Das war den Behörden bekannt, sie waren auch über die Zeit des Einmarsches unterrichtet. An den Bürgern hat es'gewiß nicht gelegen, denn die hiesige Bür­gerschaft ist dafür bekannt, daß sie den heimkehrenden Kriegern genau den herzlichsten Empfang hätten zuteil werden lassen, d->n die Erbacher den» Vruderregiment 221 bereitet hatten. Diese Un- . terlc.ssung ist umso bedauerlicher, als es sich um ein h e s s i s ch e s Regiment handelt, das in dom Kriege sich unvergänglichen Ruhm erworben hat. Es handelt sich um eine jener Formationen, die vielfach ans Freiwilligen bestehend, im Sommer 1914 neugebil­det wurden. Seine Feuertaufe erhielt es in Nordfrankrcich, kam dann mit den Regimentern 221, 223 und 224, die die 48. Dcvision bildeten, nach Polen, wo es sich in den Kämpfen um Lotz aus- zetchnete. Im Januar 1913 kam die Division in die Karpath.en, um das bedrängte Ungarn vor dem Russeneinfall zu schützen. Die Heldentaten der deutschen Siidarmee während des strengen Karpathenwinters sind in das Buch der Geschichte eingetragen. Nach dem Durchbruch bei Tarnow-Gorlice warf sich die deutsche Südarmee aus den Karpathen den Russen in die Flanke und drängte sie bis zur Strypa zurück.- Bei der Brussilow-Offensive im Juni 1916 stand die Armee Vothmer. zu der die 222er zählten, wie ein Fels in der Brandung und rettete die Lage. Nochmals brachen sie den Rusienausturm, als Kerenski seine Getreuen zum letzten Ansü'un bewogen hatte. Im Frühjahr 1917 kam das Re­giment nach Frankreich, wo es sich vor Verdun, dieses Jahr in Französisch.-Fland-ern und zuletzt bei Cambrai und Le Cateau rühmlichst ausgezeichnet und bis zuletzt Stand gehalten hat. Da ein öffentlicher Empfang der Tapferen dieses Regiments nicht stattgefuüden hat, so halten wir es für unsere Ehrenpflicht, an dieser Stelle den Viave.. zuzurufen: Herzlichstes Willkom­

men zu Friedberg in der Wetterau?

H FrieLbeiZ, 12. Dez. Die städtische Vekleidungsstelle teilt uns mit: Auch Strümpfe unterliegen von jetzt an nicht

mehr der Bezugsschein Pflicht, ebenso brauchen für folgende Artikel keine Bezugsscheine .mehr ausgestellt zu werden: Sweater jeder Art, Damen-Westen. Antertaillen, Kopfschützer und ähnliche Sachen, Schals, Matratzen, gefüllte JnletZ, Kopf- und Umschlageiücher, Decken aller Arten.

* Der frühere Ministerialrat und Vorsitzende der Ab­teilung für alle Schnlangelegenheiten, Staatsrat Ernst Süf- | sert wurde zum Präsidenten der Oberrechnungskammer er*

I nan nt.

Frankfurt a. M. (N och zwei Tote.) Bei den Vlündernngen und der Schießerei in der Mainzer Landstraße sind außer dem bereits gemeldeten Todesfall noch zwei wertere Personen im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen Aus Starkcnbulg.

Darmstadt. Um die Mittagsswn.de zogen gestern mit j klingendem Sviel Angehörige mehrerer Truppengattungen ! durch die Rhe'nst'siße und Wilhelminenstratze. Von den ! Straßengängern aufs freudigste begrüßt bot der Durchzug \ der heiter dreinschauenden Soldaten ein Bild größter Ord- H nung und ungebrochener Kraft. Es dürfte jetzt, wo die Truppendurchmärsche ihr Ende erreicht haben, auch an der Zeit sein, die Straßen ihres Fahnen- unb sonstigen Schmuckes zu entkleiden. An den Eingängen unserer Stadt werden au-st bereits die Ehrenpforten abgebaut. Gestern wurden am Ostbahnhof etwa IGO Pfund frisches Fleisch beschlagnahmt das aus dem Odenwald, anscheinend von einer Geheim- schlachtu'ag hierhergebracht worden war und einem Ab­nehmer zugeführt werden sollte. Das Fleisch wurde zunächst ! nach dem Schlachthof gebracht.

Darmstadt, 10. Dez. In der gestrigen Sitzung des A.- und t S.-Rates wurde beschlossen, mit Rücksicht auf die drohende Pe.

] setzung von Dannstadt den Arbeiter-, Bauern- und Soldatenrat \ auszulösen und da Air einen V o l k s r a t für die Republik Hes­sen zu bilden. Alle hessischen A.> und S.-Näte seien aufgefor- ! dert worden, in gleicher Weise vorzugehen. In der gleichen Sitzung wird scharf kritisiert, daß der Großherzog Ernst Ludwig \ nicht dem Beispiel der übrigen Fürsten folge und offiziell auf den Thron verzichte. Man könne die Entscheidung darüber nicht ' der Nationalversammlung überlassen und werde eventuell von \ neuem eine Republik bilden, wenn die Nationalversammlung ! sich eventuell für eine Monarchie aussprechen sollte. Es sei zu befürchten, daß ein Rheinbund mit dem Großherzog an der Spitze üch bilden werde. Für einen Großherzog sei jetzt in Hes­sen kein Platz mehr Entweder solle er fliehen, oder er müsie interniert werden, wenn er nicht abdanke. Bei der Frage der Sequestration des Vermögens der gt?ßherzoglich>n Familie er­klärt der Ministerpräsident Ulrich, daß sich die Regierung mit dieser Frage schon eingehend beschäftigt habe, es seien aber all­gemein rechtliche politische und wirtschaftliche Verhältnisse in Betracht zu ziehe-n. Bürger Bastian verbreitet sich über die Steuerpolitik, wobei er den Bedarf des Reiches, des Staates und der Gemeinden auf etwa 14 Millionn Mark rechnet. Da­durch fallen wir unter einen ungeheuren Steuerdruck, der noch durch die Kriegsentschädigung, Beschlagnahme eines großen Tei­les der Kohlen, wie des Erzes, sowie Einziehung der im Aus­land angelegten Gelder außerordentlich erhöht werde. Es müs­sen Geldinstitute gebildet werden, welche für die Kapitalien auf- kommen und die Zinsen einziehen. Man müsie dafür sorgen, daß der in Hesien sehr hohe Steuersatz bei den Reichssteuern nicht ungerecht angewendel werde.

Aus Rheinhessen.

Mainz, 9. Dez. (Die feindliche Bese^Ung.) Heute nachmittag 2V% Uhr zogen die ersten Franzosen tu Mainz ein. Ein Infanterie-Regiment mit leichter Maschinen* gewehrabteist'ng veranstaltete unter Vorantritt einer Musik« tapelle eine Umzug durch die Stadt. Auf Anordnung de- franzö,fischen Militärbefehlshabers für Mainz haben alle deutschen Militärpersonen. (Offiziere, Sanitätsoffiziere, Bo­omten, Unteroffiziere und Mannschaften) den französischen Offizieren die vorschriftsmäßige Ehrenbezeugung zu erweisen Ungehckrfcrm gegen diesen Befehl wird streng bestraft. Von heute mittag 12 Uhr ab wird der Personenverkehr über di« Mainzer Eisenbahnbrücke eingestellt.

Aus Nheinhessen, 9. Dezbr. Die größeren Orte Rhein- Hessens sind nunmehr ausnahmslos mit ranzösischen Trup­pen besetzt. Kleinere Orte unter 500 Einwohnern sollen, wie verlautet keine Einquartierung erhalten, während größere Genreinden mit etwa 5 Prozent ihrer Einwohner­schaft durch feindliche Besatzung belegt werden. Tie Feinde, die sich der Einwohnerschaft gegenüber selbst zurückhaltend und ruhig verhalten, wurden von der rheinischen Bevölkerung überall mit kühler Zurückhaltung und Würde empfangen. Nirgends ist etwas von Zwischenfällen bekannt geworden.

Worms, 8. Dez. Auf dem Transport von Offstein nach dem hiesigen Handelshafen wurden 50 Ballen Kunstbau,n« wolle gestohlen. Oberbürgermeister Köhler f)at die Ver­waltungsgeschäfte wieder übernommen. Ter Arbeiterrcck Recht ien hatte zuvor erklärt, daß er nicht mehr als Kontroll- beamter das Rathaus betreten werde.

Wöllstein, 10. Dez. Einen tragischen Tod fand bet Schneidermeister Konrath von hier. Ter in den besten Jahren stehende Geschäftsmann geriet bei einem Gang über Feld in der Dunkelheit vom Wege ab und stürzte in eine Sandgrube, wobei er das Genick brach. Konrath wurde später tot in der Grube aufgesunden.

And Hcsicn-Nassau.

FC. Aus Nassau, 8. Dez. Der Nassauische ? . M,

Beilage zum Amtsblatt der diesseitigen LandwirtsclMs- karnmer schreibt' Die Bildung von Bauernräten schreitet im Nassauer Land schnell vorwärts. Fast ist der ganzr Regierungsbezirk Wiesbaden mit Bauern- und Arbeiter­räten überzogen. In einzelnen Kreisen allerdings fehlt eD noch an örtlichen Organisationen. Verschiedentlich hat man geglaubt, es genüge, wenn man einen Kreisbauernrat alK ,.Beratende Stelle beim Landratsamt" bildet. Tiefe An^ nähme ist irrig, und es muß hier von vornherein gesagt wer« den, daß Vauernräte oder Kreis-Bauernräte, die auf Ver­anlassung des Landratsamtes gegründet werden oder ge­gründet worden sind, nur von kurzer Lebensdauer sein kön­nen. Der Landrat soll nickt in irgend einer Eigenschaft, auch nicht etwa als Vorsitzender eines landwirtschaftlichen Bezirks- Vereins, in der Agitation zur Bildung von Orts-Bauern­räten und Kreis-Bauernräten in Erscheinung treten, denn ex ist ja derjenige, der kontrolliert werden soll.

FC. Wiesbaden. 8. Dez. Die rote Fahne, die mehrere Wochen auf dem Schloße, dem seitherigen Sitz des Arbeiter- und Soldatenrats wehte, ist eingezogen worden in Anbe-». tracht des Einmarsches der französischen Besatzungstruppen. Die einstige nassaujsche Residenz liegt nun ckieder in Ruhe und Frieden da.

FC. Eltville, 6. Dez. In der Villa Marix dahier wurde ein großer Silberdiebstahl cmsgeführt. Als bei Ausbruch des Krieges die Familie in ihre Heimat, nach Frankreich, sich be­gab, ließ sie auch das gesamte Silber in der Villa zurück. Als später die Besitzung unter deutsche Verwaltung gestellt würbe, verschloß man das Silber in einem Schrank und versiegelte ihn. Jetzt ist festgestellt worden, daß der Schrank auf der Rückseite erbrechen, auch die Siegel gelöst, aber wieder kunstgerecht auf­gesetzt waren. Das gesamte Silber ist verschwunden.

FC. Eltville, 8. Dez. Von dem zum Transport nach

I Würzburg bereits im Schiff lagernden Wein der königlichen Domäne wurden in der Freitag Nacht zwei Viertelstück 15er gestohlen. Branddirektor Bischofs machte jedoch die beiden gestohlenen Fässer ausfindig. Sie befanden sich auf einem Wagen, der zu dem Wagenpark des hier einquartierten Ar­tillerie-Regiments aus Thorn gehörte. Bischofs schaffte mit seinen Wachtmannschatten der Bürgerwehr den mit Wein beladenen Wagen nach dem Rathaushos und stellte den Wein in die Spritzenhalle und schloß sie ab. Als gestern morgen Polizeisergeant Adler auf dem Rathaushos ein Fuhrw^rZ bemerkte, begab er sich dorthin und sah, wie einige Artillerie- Unteroffiziers und Mannschaften das eiserne Tor der Spritzenhalle erbrochen hatten und im Begriffe waren, den Wein wegzuschaffen. Adler schloß schnell das eiserne Tor zu, um den Abtransport zu verhindern. Die Feldgrauen brachen aber auch dieses Tor auf und schafften den Wein weg. Nach längeren Unterhandlungen mit den betreffenden Offi­zieren gelang es dem Domänenrentmeister Hahn die beiden Fässer mit Wein wieder zu erhalten.

FC. St. Goarshausen, 6. Dez. Eine Militär-Pserdever- ste'rgerung fand hier statt. Gegen tausend Käufer und Neu­gierige ans der näheren und weiteren Umgegend hatten sich eingesunden. Die Preise für die Pferde waren verhältnismäßig hoch, trctz des zahlreichen Angebots. Das Paar Doppel Pony kostete durchschnittlich 1750 Mark. ältere Pferde 150 Mark.

Ans Knrhesirn.

FC. Frankcnberg, 8. Dez. Der Arbeiter- und Svlda-te?b rat Frankenau ist, wegen fortgesetzter Störung der Organ! sation der Volksernährung und der damit verbundenen öffentlichen Ruhe und Ordnung aufgehoben worden.

Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil- Ott^ H i r s ch e l, Friedberg; für den Anzeigenteil: C. Schmidt, Friedberg. Truck und Verlag derNeuen Tageszeitung*,^ A- G., Friedberg t. &