Ausgabe 
5.12.1918
 
Einzelbild herunterladen

vom Staat zu ruckerstatte? werdest. Stadtv. Dr. Bruck (Bp.^ ers klärte, es stehe noch nicht fest, ob der Staat die Summe zurück- erstatte.

Wir können nicht umhin, die Unvernunft solcher Lohnzah­lungen festzr,stellen. Wir gönnen gewiß Jedem den höchsten Lohn, aber fragen sich die Herren denn nicht, woher die Gelder genommen werden sollen, gerade jetzt, wo uns ein Wirtschaft, licher Tiefstand bevorstebt. Das wissen die Herren ja auch sehr wohl man hat doch in der letzten Sitzung des Frankfurter Soldafenretes hervorgehoben, daß die. Arbeitszeit eventuell auf 6. schlimmstenfalls auf 4 Stunden herabgesetzt werden müßte, damit die Arbeiter nicht stellungslos auf die Straße geworfen würden. Man müsse für Arbeitsgelegenheit und Herbeischaf­fung non Rohstoffen sorgen. Daß ist zweifellos richtig, aber irH solchen Lohnzahlungen, wie oben angegeben, wird man das Wirtschaftsleben nicht einranken, sondern die Arbeitsgelegenheit vermindern.

Eugkn Wring: Soziale Rettung.

(Nachdruck erlaubt.)

Ein einziger Monn, ein 65jähriger Greis, der blinde Seher Eugen D ü h r i ng, der große Denker und Reformator, hat sein ganzes langes Leben dazu benutzt in seinen Schriften auf die jetzige Smiftut hinzuweifen, die noch dem Gesetz der Rache und Vergeltung Hereinbrechen mußte. Dicking hat sie voraus­geschaut. die ganze deutsche Gelehrten». Zeitur^s- und Schrift- stellerwelt nahm aber von diesem eigenartigen Manne niemals die geringste Notiz, man hat ihn mit Absicht toigeschmiegen.

Tausend- deutscher Männer und ganz bestimmt nicht die Untüchtigsten, stehen jetzt ratlos da. Von der Verzweiflung ge­packt, fragen ne sich, wohin steuern wir. was soll das werden? Nicht als Schlimmstes sehen sie die äußere Niederlage an, sie erschrecken vor dem Tier im Menschen, das in allen Formen auf- tritt. vor der Bestie, die triumphierend ihc Hrupt erhebt. Sie denken weiter daran, ob wirklich der sozialdemokratische Zwangs- ftaat Mit stiuer persönlichen Unfreiheit das Ende vom Lr-'d sein soll, ob der Mensch zum Herdenvieh werden, ferne persona Kche Freiheit verliern soll. Gibt es gar keinen Halt, kernen Ausblick, kerne Rettung?

Eugen D ü h r i n g hat am Abend feines Kämpferlebens der Menschheit in zwei merkwürdigen Büchern den Spiegel vor- gcha'ten. Sie heißenWaffen Kapital und Arbeit" sowieSo­ziale Rettung". Auf jeder Seite bieten sie Ueberraschungen, fordern den Widerspruch und die Kritik heraus, sie reizen aber den ernsten, gebildeten Mann stets von neuem zum Lesen, zum Nachdenken. Man fühlt inst'nktio. daß hier ein Gerstesricse zu der Welt spricht, der rn einem ganz eigenartigen Stil und von einem ganz neuen Standpunkt aus das Leben und Treiben der seitherigen Menschen klarlegl und gelstelt, gleichzeitig aber auch Vorjchläge zur Rettung macht.

Glicht der Sozialismus vermag der Menschheit die ersehnte Rettung ans all dem Wrrrsa! zu bringen. Schon die Charakter­eigenschaften des größten Teiles seiner Lehrer und Vertreter und vor allem des großen Trostes, der sich jetzt in deren Gerst- ergenlchasr befindet, aus den Sozialismus als die Welterlösung schwört, machen eine solche Hoffnung zu Schanden. Scharfsinn''g hat Diihrrng den Beweis erbracht, daß der Sozialismus die größte Bestbränktheit des Iohrhunderts ist. Im sozialdemokra­tischen Staate mit seinem Kommunismus regiert der Zwang, die Knute, gestaltet sich das Schicksal der Menschheit noch tau­sendmal schlimmer als im alten Ständestaat-

Transsozial heißt Dührings Losung. lieber das Soziale hinaus ze-' ' v* bring einen Zukunftsweg. Recht und Ge­rechtigkeit stellt cr zr ^ Spitze. Wäre nur ein bischen mehr Ehrlichkeit. Treue und Nechr ' "'b'il bei den Menschen, um wie viel besser stünde es um sie. Die Grundpfeiler der mensch­lichen Kulturwelt find und bleiben Familie und Eigentum. Nicht das Kapital bekämpft Dühring, ist' es doch eine Natur­notwendigkeit, sondern seine Auswüchse.

Entprobung und Eiftprolitorisierung, diese inhaltschweren Worte hat Dühring gebildet. Weg mit dem übermäßigen Reich­tum. desien Kehrseite die Züchtung der Proletariermassen g-ew« fev ist Das erstrebenswerte Ziel muß sein: Das Ueberwiegen *»es mäßigen Besitzes und der selbständigen Existenzen, persön­liche Freiheit und freieste Wirtschaft: allerpcinlichste Vermei­dung von Unrecht an Mitmenschen, strengste Achtung des frem­den Eigentums und Rechtes.

All dem steht das Wesen des Sozialismus ober fremd und feindlich gegenüber. Sozialismus. Vergesellschaftung läßt Düh­ring nur für wenige sich dafür eignende Dinge zu wie z. B. die Post, die Eisenbahn, den Wald die Licht- und Wasserversorgung durch Staat und Gemeinde. Weitet darf Staats- und Muni-- zipolwirtschaft nicht gehen.

Unrecht abwehren. vor Unrecht und Gewalt schützen, muß des Staates erste Losung sein. Alle Bandenbildungen. Zusam­menschlüsse von Gesellschaften Unternehmern und Lohnarbeitern, für sich allein oder, was jetzt in Aussicht steht, untereinander, die damit auf die Ausbeutung anderer Stande, die Gefährdung der Allgemeinheit und der Verbraucher hinzielen hat der Staat mit allen Mitteln zu verhindern. Und hiermit arbeitet dieser Staat schon ans das im Sinne Dührings. der mit Jahrhunderten und Jahrtausenden rechnet für die Zukunft des Menschenge­schlechtes entscheidenste Ziel hin. die Ausmerzung des Schlechten, der Raubgsbilde. der Bestien in Menschengestalt, die Züchtung eines körperlich, geistig und sittlich edelgearteten Geschlechts, die Züchtung von Charattermenschen.

Es sieht so aus und die jetzige Sintflut scheint es darzutun, daß daß Gute und Edle vom Schlechten und Bösen dauernd über­wuchert und erstickt bleiben soll. Dühring aber verzweifelt trotz alledem nicht, er hält die Rettung, den Weg des Guten für «öglich.

Wer den Glauben an die Menschheit nicht verlieren will, 9em seien Dührings Bücher zum Lesen und vor allem zum Nach­denken empfohlen. Mit seinen unnachsichtig nach allen Rich­tungen hin vertretenen Ansichten hat sich Dühring den Haß Einzelner, ganzer Derufsftände, minderwertiger Elemente und Raffen zugezogen, wie sonst kaum einer in der Welt. Systema­

tisch schweigt man daher blasen genickten Denker, bet Dühring jj trotz mancherlei Grundirrtümer ist. tot. Die verhältnismäßig jj wenigen tiefer gebildeten Führer der Cozialdemokratt« wittern | aber in ihm ihren Todfeind, sie ahnen, daß dieses Mannes Lehre ihren morschen Bau stürzen wird.

Dr. Eugen Dühring. der 1838 geboren und seit seinem 30. Jahre erblindet ist, hat die meisten seiner Werke aus dem Kopf so in die Feder dittiert, Haß sie nur selten einer kleinen Korrektur bedurften, er hat denkerische, mathematische und na- turwisienschaftliche. volkswirtschaftliche und litteraturgeschicht* liche Bücher geschrieben, die alle von der landläufigen lieber- lieferung abweichen. Dühring hat keiner Lehre entsprechend schlicht und einfach gelebt, hat samt seiner Familie sich von der Inanspruchnahme fremder Hilfe so weit wie möglich fernge­halten.

Seine Weltanschauung wird zukünftig in vielen wesentlichen Punkten den Sieg davontragen. Jeder einzelne aber vermag es schon jetzt sich ihr anzupasten er soll nur stets Wort und Treue halten, des Mitmenschen Rechte respektieren, den über­triebenen Luxus meiden, sich keiner Handarbeit mehr schämen. Dann steht er persönlich unabhängig da wird nicht Sklave, son­dern Mensch und Freiherr im wahren Sinne des Wortes.

Wern üträ 5a!!-lilbk!lkrri!tk.

Wir gaben einen Aufruf der im ..Reichsausschuß der deut­schen Landwirtschaft vertretenen Körperschaften zur schleunigen Bildung von Bauern- und Landarbeiterräten wieder, desien Hauptteil wir nachstehend wiederholen möchten:

EinBauern- und Londarbeiterral" ist in jeder selb­ständigen Gemeinde zu wählen. Gutsbezirke sind in der Regel einer benachbarten Gemeinde anzugliedern. Jeder Rat muß aus mindestens sechs Personen bestehen und zu gleichen Teilen ans den Kreisen der im Hauptberuf selb­ständigen Landwirte und Arbeiter hezw. der nicht landwirt- schaftlick'en Landbevölkerung gebildet werden. Für den Be­reich jeder unteren Verwaltungsbehörde ist an deren Sitz ein Kreis- (Bezirks- und dgl.) Bauern- und Landarbeiterrat" zu bilden. Die Unterzeichneten Körperschaften bilden einen Zentral- Bauern- und Landarbeiterrat in Berlin, der An­weisungen und Ratschläge erteilt.

Die Geschäftsstelle des Zentral-Bauern- und Land­arbeiter-Rates befindet sich in Berlin W. 9. Königgrätzer- Straße 19. H. Dahin sind alle Zuschriften zu richten.

Dazu sind von der Regierung folgende Ausführungsbestim- mungen erlasien worden!

Vorstehende Vereinbarung der kandwlrtfchgftlichen Ver­bände tritt mit dem Tage ihrer Bekanntmachung in Kraft. Bauerniäte (Orts-, Gemeinde-, Wirtschaftsausschüsse und der­gleichen). die nach anderen Grundsätzen gebildet wurden, sind nach einer Wahlordnung umzuformen, die sich im Sinne der vorstehenden Vereinbarung zu halten hat. Dazu werden auf Grund der Bekanntmachung über Krieosmaßnohmen zur- Siche- rung der Volksernährung vom 22. Mai 1916 (Reichs Gesetzbl. S. 401) folaende Ausführunasbestimmungen erlasien:

1. Die Wahlen zu den beiden in der Vereinbarung genann­ten Gruppen erfolgen getrennt. Wahlberechtigt sind in beiden Gruppen solche ortsansässige Personen beiderlei Geschlechts, die zur Zeit der Wohl das 20 Lebensjahr vollendet haben.

2. Die erste Wahlgruppe bilden die im Hauptberuf selbstän­digen Landwirte' die zweite Gruppe bilden die Arbeiter bezw. die nichtlandwirtschaftlichs Landbevölkerung, als welche jedoch nur solche ortsansässige Personen zu gelten haben, die ganz oder vorwiegend landwirtschaftlichen Interessen dienstbar sind.

3. Die Wahlen haben in beiden Gruppen noch dem allge­meinen gleichen. geheimen und direkten Wahlrecht zu erfolgen. Der Wahltermin ist mindestens 48 Stunden vor Beginn der Wahlhandlung bekanntzugeben.

4. Die Vorbereitung und Leitung der Wahl ist Sache der Gemei ndevorftä nde.

Der Staatssekretär de? Reichsernährungsamts.

Wurm.

Jede andere Bestimmung über die Bildung von Bauern- und Landarbeiterräten, wie sie verschiedentlich auch von örtlichen Ar- beiter» und Svldatenräten ..erlasien" wurden sind also unzu­lässig und ungültig: an Stelle der willkürlich ..gegründeten"

Räte sind Bauern- und Landarbeiterrate auf obiger Grundlage zu wählen Das Erforderliche ist sofort von den Gemeindevor- ständen- zu veranlassen.. Im Hinblick auf verschiedene Versuche den Großgrundbesitz auszvschalten. sei ausdrücklich daraus hinge­wiesen. daß in der Wahlgruppe derim Hauptberufe selbstän­digen Landwirte" natürlich jeder Landwirt aktives wie passives Wahlrecht hat: die Größe seines Besitzes spielt dafür überhaupt keine Rolle. Im Hinblick auf die wichtigen Aufgaben, die die Rate in Unterstützung der zuständigen Behörden bei der Durch­führung der landwirtschaftlichen Notwendigkeiten haben, ist die schleunige Bildung von Bauern- und, Londarbeiterräfen, soweit sie bisher noch nicht oder nicht rechtmäßig erfolgt ist, dringend zu empfehlen

Ans der Heimat.

Einhaltung der Lrbeusmittelvorschriften. Dem Vernehmen noch, ist bei der Bevölkerung, namentlich auf dem Lande, die Ansicht verbreitet, daß mit dem Eintritt der neuen Regierungs- form die bisherigen Lebensmittelvorschriften außer Kraft ge­treten seien. Derartigen falschen Gerüchten ist auf das Ench fchiedenste entgegenzuarbeiten. Die Bevölkerung wird vielmehr erneut darauf hingewiesen. daß die genaue Einhaltung der Vor­schriften befr. Abgabe von Nahrungsmitteln nur gegen Kür­ten, Verfüiterunflsverbote usw.. im geegnwärtigen Augenblick mit verschärfter Genauigkeit durchgeführt werden mästen, wenn eine Stockung der Lebensmittelversorgung in den wichtigsten -Verbrauchsgebieten vermieden werden soll. Wan^ die von den Ententeländern in Aussicht gestellte Zufuhr von Lebensmitteln eintreffen und zur Verteilung kommen kann, und wie groß diese Mengen bemesien sein werden, steht noch in keiner Weise, fest. Nur die strikte Aufrechterhaltung unseres Ernährungssystems

und die Beachtung der erlassenen Dl^chriften kann das deutsch^ Volk vor der Hungersnot bewahren.

Au- Starkcnburg.

Darmstadt. 2. Dez. (Auf was die Todesstrafe ruht.) IO der letzten Vollversammlung des Arbeiter- und Soldatenrote« feilte Bürger Dr Wolfs mit, daß im Erießheimer Lager jung« Soldaten des Inf.Regls- Nr. 177. das dort liegt, die dort aus- hängende rote Fahne abgerisien und verbrannt haben. Der Nechtsausfchuß hat hierüber ernstliche Erwägungen gepflogen, diesen Fall als Dummen-Iungenstreich aufzufasien, in Zutuns- werden aber solche Ueberschreitungen unbedingt mit der anqe- drohten Todesstrafe gesühnt. Es folgt die Beratung eine^ Antrages betr. die Gebührnisie für die Delegierten. Funktio­näre des Arbeiter-, Dauern- und Soldatenrates. Als Funktio­när wird angesehen, wer laut Auftrag (als Ausschußmilglied usw.) dem A.- und S-Rat Dienste leistet, ohne Angestellte« (Hilfskraft) zu fein. Danach sollen Delegierte für ihre Teil­nahme an den Plenar- und Ausschußsitzungen außer Dergutun« eines verloren gegangenen Arbeitsverdienstes je Mk. 3. Funktio. näre an leitender Stellung je Mk. 5 rückwirkend ab 9. Novem­ber erhalten. Hilfskraft? werden nach den üblichen Sätzen be­zahlt. Mitglieder, die über ein Einkommen von mebr al? Mk. 5s>00 haben, erhalten keinerlei Vergütung, nur der Aufwand für auswärtige Dienstreisen wird ersetzt. Innerhalb Hustens wird hierfür der Betrag von Mk 12. halbe Tage, halbe Sätze und für llebernochtung Mk. 7 festgesetzt. Bürger Bastian be­gründet den Antrag mit dem Hinwe's auf die in der Stadt umschwirrenden Gerüchte über die Höhe der Tagegelder, welch« die Delegierten sich bewilligt hätten und mit Rücksicht auf dt« absolut notwendige Sparsamkeit. Don den meisten Rednern, z« denen die Delegierten Dr. Wolfs. Seliger, Delp Minstterprä. sident Ulrich. der eine Zurückweisung an den Ausschuß bean­tragte. Sparr. Knoblauch. Stork usw. wird auf die Unzulänglich­keit der Beträge hingewiesen, wählend Dr. Questel ausdrücklich für dieselben eintritt. Der Vorsitzende teilt mit. daß in einer Versammlung der Londeearbeiter und Soldatenrote als Auf­wandsentschädigung ein Betrag von 10 Mark festgesetzt wurde. Nach weiteren Ausführungen verschiedener Redner wird al« Aufwandsentschädigung von Mk 5 (außer entgangenen Arbeit-- verdienst) für Delegierte, einen Betrag von Mt. 10 ftir Funktio­näre außer dem Arbeitsverdienst festgesetzt. Die Bestimmung wirkt rückwirkend bis 9. November.

FC. Benshcim. 2. Dez. Die hiesigen Granit- und Syenit, werke Bensherm Karl Kreuzer. G. m b. H.. bringt ihrer frühe­ren Arbeiterschaft zur Kenntnis, doß sämtliche Arbeiter, die bei der Mobilmachung sowie während des Krieges ihre Arbeite statten bei den Werken zu verlosten gezwungen waren, restlos wieder in Arbeit genommen werdm.

FC. Vom Odenwald 2 Dcz. Die 67jährige Witwe Riegqe« in Höchst wurde, da sie einen Sohn im Kriege verloren hat, jctzt infolge der Heimkehr des Heeres zu besten Empfang auch Höchst reichlich geschmückt ist. von Schwermut befallen. Nach dem Besuch des Grabes ihres Sohnes nahm die Frau scharfe Essig Estenz, an der sie kurz darauf verstarb.

FC. St. Goarshausen 1. Dez. In Nochern. Lierschied urtfc Paterf.berg fanden größere Pferdeversteigerungen durch das hie­sige Landratsamt statt. Sie waren von Landwirten aus den Rheinorlen vor allem überaus stark besucht. Trotzdem waren die Preise sehr gedrückt. Man zahlte für brauchbare Pferde 300 bis 500 Mark. Schlachtpferde kosteten durchschnittlich 100 Mk.

Aus Hessen-Nassau.

FC. Wiesbaden, 2. Dez. Bei der hiesigen knappen Lebens- mfttelmrlerlung wußte sich die Witwe Kath. Machleidt zu hel­fen Sie erschien anfangs Juni beim LebenZmitlelamt und klagte, daß ihr die Haushaltausweiskarte abhanden gekommen fei. Die Beamten hatten Verständnis für diesen Verlust und stellten der Frau einen Ersoyschein aus. Doch nach einiger Zeit hatte Frau Machleidt abermals das Pech. Karten, diesmal Markenavsgabekorten. zu verlieren. Auch hierfür bekam steErsatz. Kurz danach aber stellte fick heraus, daß die Frau auf diese WCse für sechs Personen, statt für zwei. Biet bezog. Auch di« anderen Lebensmittel erhielt sie über das ihr zustehende Maß. Die Schöffen verurteilten wegen dieser Verfehlung d:e Witwe nur zu 50 Mark Geldstrafe in Anbetracht ihrer seitherigen makel­losen Führung

FC. Wiesbaden, 2. Dez. Weil er eine Hausschlachtung ohne Genehmigung ausgeführt und Marken nicht abgegeben hatte, wurde der aus Eltoille gebürtige Dachdecker Johann Rith dahier vom Schöffengericht in eine Geldstrafe von 150 Mar­genommen. In den Rhein sprang bei Biebrich der l8jährige Handlungsgehilfe Kombach von hier. Der junge Mann war mit feiner Braut nach Biebrich gegangen und äußerte unterwegs, daß er nicht mehr nach Hause zurückkehre. Im Geschäft feien ihm Dinge nachgesagt worden, die er nicht auf sich fitzen lasten *önne. Am Rheinufer angekommen, sprang er plötzlich in den Strom und kam in den Fluten um.

Ave Rbrintzkstkn.

FC. Worms, 2. Dez. Der Ivjähnge Adam Becker in Geins­heim machte Jagd auf Spatzen, wobei der Schütze den bfährigen Sohn des Petec Danig mit einer Schrotladung traf, fodaß der­selbe kurz darauf verstarb. Ein anderer 14jahriger Jung« wurde ebenfalls dabei verletzt.

Au- Kiirhcsirn.

FC. Aus Kurhesten. 2. Dez. Tie oberelfäfstschen Flücht­linge. die seit Beginn des Jahres 1916 in den Gemeinden Amöneburg. Anzefahr, Kirchhain. Mardorf. Neustadt sowie in Roßdorf und Stausebach eingequarliert waren, wurden jetzt in die Heimat zurückbefördert.

FC. Kirchhain, 1. Dez. Große Mengen von Lebensmitteln, Kleidungsstücken und Leinen wurden nachts bei dem Gut^be. sitzer Korell in Wasenberg gestohlen, außerdem 4000 Mark ba­res Ge.'d. Korell befindet sich im Felde und seine Ehefrau war vor Angst nicht in der Lage. Hilfe zu rufen.

Perontlvortlich für den polltiick^n und lokalen 5eil: C tto Hirsche!, Friedberg: für den Anzeigenteil: E. Schmidt, Friedborg. Truck und Verlag derNeuen TugeözeltungE, «. G.. Friedberg i, Ä.