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Washington, 30. Nov Präsident Wilsons Vorbereitungen Kvm Besuche der Friedenskonferenz sind vollendet. Er schifft sich nächste Woche auf dem Linienschiff „George Washington" ein Dec Personal der amerikanischen Delegation wird bekannt gegeben werden, wenn der Präsident k-ei Eröffnung des Kongresses am Montag oder Dienstag seine Red- halten wird. Es wird eine Marinebefatzunz an Bord des „Eeörge Washington" sein Und mehr als 10 000 Offiziere und Soldaten werden sich im Schutzgeleite befinden, ln welchem der Dreadnought „Pennsylvania" und andere Schiffe der Flotte sich befinden.
Washington. 1. Dez. Wilson wird persönlich die Stelle eines Ehefs der amerikanischen Delegation auf der Friedenskonferenz einnehmen. Die anderen Mitglieder werden Lansing, Oberst Houfe. General Blitz, Henry White, früherer Botschafter in Frankreich und in Italien, sein.
Aas iirr poraf^isfit? des IMMikudruchs irr Mlelrüchtl.
Wien. 29 Nov (Wolff.) Der Berner Korrespondent des „Neuen Wiener Journal" erhalt von einer Persönlichkeit, welche dem Ministerium des Auswärtigen in Wien nahe steht, folgende autbiut'sche Mitteilungen: Graf Eze:n:a erklärte kurze Znt
nach seinem Amtsantritt 1917 als Miufter des Aeutzern im Aufträge Kaiser Karls in Berlin Keifer Wilhelm. Oesterreich- llngarn stehe am Ende seiner militärischen und wirtschaftlichen Kräfte und könne den Krieg kaum über den Winter fortsetzen. Czernin lege also Kaiser Wilhelm aufs dringendste nabe. Frieden zu schließen, wenn es fein müßte, mit großen Opfern. Oesterreich- Ungarn erkläre sich seinerseits zu dem weitgehendsten Entgegenkommen bereit. Kaiser Wilhelm wies damals ohne persönlich Stellung zu nehmen. Czernin an das Hauptquartier, wo die Beratung mit Hindenburg und Ludendorff staftfand. wobei ellerdings Hindenburg ziemlich passiv blieb wahrend ? brn* darff daß Wort führte. Czernin leate in sehr bewegten Worten die traurige Lage der Monarchie dar und schloß' Oesterreich-Ungarn steht vor dem Ende. Es kann einfach nicht mehr Länger kämpfen. Ludendorff aber erklärte: Ich bin der An
sicht, daß lediglich das unglückselige Verwottungssysiem an der pessimistischen Austastung schuld ist. die gewaltigen Kräfte der österreichisch-ungarischen Monarchie seien bereis ausgezehrt. Ich Sin, schloß Ludendorff bereit, den Beweis dafür zu lie^rn. indem ich der Verwaltung Oesterreich Ungarns während der Kriegszeit deutsche Kommistore attachiere. Graf Czernin war Lber diese Antwort Ludendorsts in höchstem Grade betroffen und erstattete Kaiser Karl Bericht, der natürlich einen solchen Eingriff in die innere Verwaltung Oesterreich-Ungarns ab- lehnte Kurze Zeit darauf beaab sich Czernin neuerdings ins deustche Hauptguartier und ließ nunmehr zum erstenmal di« Möglichkeit durchblicken. daß OestrrreickpUngorn gezwungen fein könnte bei einer längeren Fortsetzung des Krieges einen Sonderfrieden zu schließen. Auf diese Erklärung hin erhob sich Ludendorff und sagte mit dem größten Ernste: Sagen Sie dem
Kaiser Karl, daß an dem Tage, an welchem Oesterreich-Ungarn einen Sonderfrieden schließt, er die Kriegserklärung Deutschlands zu gewärtigen habe Einen solchen Akt von Treubruch konnten wir nur mit dem Beginn der Feindseligkeiten bc nt- worteo Graf Czernin brcch. hierauf das Gespräch ab und kehrte nach Wien zurück wo er Kaiser Karl erklärte: Unser Schicksst ist auf Leben und Tod mit demjenigen Deuffchlands verbunden. Wir können nicht anders, als an ferner Seite ausharren.
Der tief erschreckte Saume!.
München, 4. Tezbr. Eisner hat heute einen neuen Demonstralionszvg von heimgekehrten Fronttruppen erhalten Unter Führung von Offizieren gefolgt von einer gewaltigen Menschenmenge, zogen die Soldaten, bewaffnet Unter Vor- antragung einer Tafel mit der Aufschrift: Wir fordern die Nationalversammlungk" zum LandtagsgebLude. Es ertönten stürmische Rufe: „Eisner heraus!" Der tief erschreckte Ministerpräsident hat in einer Ansprache die Einherirfung der ^rovisori'chen bayerischen Nationalversammlung innerhalb Meier Tage versprochen.
^ Stockholm, 3. Dezbr. (WB.) ^Sozialdemokraten" beschäftig sich mit der Entwicklung der Dinge in Deutschland r»nd erklärte: Kurt Eisner berührt sich in seiner Stellung
nahme zn den Arbeiter-. Soldaten- und Bauernräten mit der Sportakusgruppe Darin liege eine große Gefahr, hie jeden Tag wächst, zumal wenn das Bündnis -wischen den Männern des alten Systems und der neuen Berliner Negierung weiter besteht, denn das begünstigt ständig die demagogischen Northcliffsmänner in London und Paris und die Spartakus- leute in Berlin.
Der bolschewistische Skandal.
Die Zustände an der Ostfront spitzen sich allmählich zu einem unerhörten Skandal zu. auf den unsere Regierung scheinbar keine Antwort zu geben weiß, als dre berühmten „ernsten Vorstellungen": Leben wir im Kriege mit dem Sowjet-Rußland oder nicht? Dre Herren Vokksbearstragten mögen sich darüber äußern und zwar schleunigst, denn sie tragen für das Blut der dort fallenden deutschen Soldaten dir Verantwortung. Wir hätten einmal den Skandal in der sozialistischen Presse hören mögen, wenn unter dem alten Regime deutsche Soldaten im Lsren von den Russen während des Friedenszustandes erschossen worden wären. Jetzt schweigt dicNbe Presse in allen Tonatten. Ern Vewers für die grenzenlose Verlogenheit dieser Oraane. die sich bisher als Hüter des deutschen Volkes aufge',pi-lt haben.
Was geschieht? Die Bolschewisten haben Plestau und Narvo überfallen und stehen dort im wütendsten Kampfe mit den deutschen Nachhuten. Russische Kriegsschiffe haben die Frech- hert. die Stadt Rawa zu beschießen. Das find die brüderlrchen Grütze der russischen Arbeiter-Republik. Eine saubere Brüder-
lichkrtt, für die unsere Feldgrauen ffn Osten wenig Verständnis haben werden. JDie „Rote Fahne" ist bereits außer sich darüber, daß deutsche Soldaten überhaupt wagen, sich nicht widerstandslos von Bolschewrsten abschlachten zu lassen. Inzwischen scheint dre Ostarmee eingesehen zu haben, daß es ohne energischen WO derstand nicht gebt. In Mitau ist eine eiserne Division gebildet worden, die unter der Führung von Offizieren den Abmarsch der deutschen Armeen aus dem Osten decken soll. Die „Rote Fahne" bringt es fertig, dazu folgendes zu bemerken:
„Der Berliner Soldatenrat und die Regierung müssen schleunigst Abordnungen zu der 8. Armee schicken, um diesen Plan von den unabsehbaren, unheilvollsten Folgen rückgängig zu mack-en und der Ausführung der Epoche machenden Narrheit der 8. Armee entgegenzuwirkcn."
Wrr richten an alle Feldgrauen die Frage, ob sie eine derartige Sprache dulden wollen oder nicht? Die „Rote Fahne" verlangt also, daß unsere Soldaten sich im Osten widerstandslos nredermetzeln lassen. Das muß festgehalten werden.
Berlin, 3. Dez. Wie sich weiter herousstellt. ließ sich b*e frühere russische Botschaft hier nicht nur die Verbreitung von bolschewistischen Propagandaschrrften. sondern auch die Beschaffung von Waffen angelegen sein. In dem Zuge, der die Bot- schaff an die Grenze brachte, ließ ein Mitglied der Mission ein Päckäien mit Papieren liegen. Darin befanden sich 21 Rechnungen über Ankärffe kleiner Mengen Waffen und Munition. Sie erstrecken sich auf die Zeit vom 21. 9. bis 31. 10. 1918 und lauten auf insgesamt 159 Mauserpistolen, 28 Brownings. 23 Parabellum Pistolen nebst etwa 27000 Patronen für inZgesamr 105 000 Mark.
Die Erklärung Radeks, Drittel 2 des Friedensvertrages, habe die russische Regierung nicht grbi idert. in Deutschland re- nolutionäre Propaganda zu treiben, erhielt damrt noch weitere Unterlagen,
verschiedenes. .
Herr Meier und die Mchlschieber Durch die Presse ist d.e Meldung geaaagra, daß in Bochum während der Revolutionstun'ulle versehentlich auch eine ganze Reihe von Mehlschiebern aus dem Gefängnis befreit worden feien Eine soätere Meldung besagte, daß die Hälfte von rhnen bereits wieder hinter Schloß und Riegel säße. Wo die andere Hälfte geblieben sein mag. weiß man offenbar, nicht. Dabei bandelt es sich hier um eine Gesellschaft, die wirkt,ch näherer Betrachtung wert wäre. Gegen sie b h eine Bande von 55 Schiebern, schweb. ein Monster verfahren. Die Untersuchung ist zwar heute noch lange nicht abgeschlossen, aber das kann heute schon ge;oqt werden, daß die Houxtbelasteten zu ganz exemplo- rischen Strafen dürften oeruriettt werden — und das mit vollstem Rechte. Denn in der niederträchtigsten und g.'mttnsten Weife haben diese Subjekte das Volk betcogen und bestohlen, nur aus Habgier, um während der Zeit, da die Mehrzahl ibrer Volksgenossen darbte und Not litt, sich die Tcrscben zu füllen. Man muß geradezu den vSoyf schütteln, wenn man die Summen hörr. die bei einzelnen der Angefchubdigten beschlagnahmt wer. den konnten, namentlich wenn man be-denkt. daß es sich hier immerhin nur um einen Teil der Beute handelt und daß als gewiß anzunehmrn ist daß sie es fertig brachten, andere Teile davrn irgendwo in Sicherheit zu bringen. Bei Leuten, die vor dem Kriege auch keinen roten Heller besaßen, wurden Beträge vo>. 300 000 Mark. 280 000 Mark. 150 (M Mark ufw. beschlagnahmt Die strengsten Strafen sind also schon daraus gerechtfertigt — sie können freilich das Unheil nicht mehr gutmachen, das durch diese Sorte von Leuten angerichtet wurde. Denn wenn die Dinge im Deutschen Belke dahin gekommen sind, wo sie heur- stehen so ist das N'chr zum Geringsten mit dem ver- brecherifchen Treiben der Diebe, Schieber und Schleichhändler zu vs-danken.
Die ersten Spuren von Unstimmigkeiten in der Mehlner- faraung Bochums wurden im Jahre 1916 entdeckt. Allein in diesem Jahre verschwände.; 21236 Doppelzentner Mehl! Und so ist das fröhlich wertergegangen. Wer alles an diesem unerhörte Vclksbettug beteiligt ist. läßt sich heute auch noch nicht im Entferntesten sagen. Festgestellt ist aber leider heute schon, daß die Korruption brs in die Reihen der Polizei ihre Opfer gefunden hat.
Von hinter Gefängnismauer« sitzenden Personen, die, wie gesagt, während der Revolution „versehentlich" befreit worden sind sitzt leider bis zur Stunde erst die Halite wieder hinter schloß und Riegel. Auf die Frage: wer denn dieses „Ver
sehen" der Befreiung beging, antwortet eine Notiz des gewiß unverdächtigen „Volksblattes";
„Der Soldat Sally Meier Molfftrnße (ein Mitglied der bekannten Schieberfamilie), erschien als Anrührer einer Gruppe Soldaten im Amtsgerichtsgefängnis und nannte die Schieber, die zu entlassen feien- er arbeitete nach einem aufgestellten De-' freiungsplan."
Auch in Biebrich hat sich ein ähnlicher Vorfall ereignet der nicht im Interesse des Volkes liegt. Dort sitzt ein Haupt.' mann Phrlippi der gleichzeitig Hauptteilhaber einer Holz- Handlung ist und sich in seiner Eigenschaft als Hauptmann zu. gunsten feiner Firma Schiebungen zuschulden kommen ließ, die rn dre Hunderttaufende gingen. In seine Angelegenheit wurden zahlreiche Militärpersonen verwickelt. Reben Aberkennung emes Militärdienstgrades wurde Philipp! zu einer empfind- Uchen Freiheitsstrafe verurteilt und das mit Recht, denn solche Volksschadlinge. die die Haupturheber des Unglücks sind, dag uns betroffen hat gehören hinter Schloß und Riegel. Rach bisher unwiderfprock)en gebliebenen Meldungen ist in den Re- rolutionstagen dieser saubere Herr Hauptmaun vom Volke eb nfalls befreit worden. Liegt das etwa im VolkZinteresse?
- n „freiwilliger" Hilfsarbeiter des A.- und S-Nates. "
Gine nicht beabsichtigte Wirkung hatte die Meldung des Vrauereidirettors und Leiters des Ernährungsamts für den Kreis Hindenburg. Siegfried Haendler. der sich dem A.- und S.-Rat schriftlich als Hilfsarbeiter zur Verfügung stellte. Einmütig wurde das Angebot abgelehnt, dagegen ein Antrag angenommen, dem Herrn ^Ernährungsrat" ein Mitglied des L-
vnd S.-Rais zur Ueberwachung zu gebe«. Ein Mitglied deV Soldatenrats plauderte nun aus, was er sn lebenden Tkerer» beim Herrn Direktor alle» gesehen habe, und sofort be»s:h sich eine Militärpatrouille und ein Verlreter und S^Rates
nach der Brct'ckerei und stellte fest:
11 große cknd 9 kleine Schweine.
3 Milchkühe, von denen reine Milch abMiefert wurde,
'48 Hühner,
26 Enten,
8 lebende. ^ geschlachtete Gänse,
6 groß- Speckseiten. Wild, zirka 300 Flaschen Kognak und mehrere taufend Zigarren
Die Vorräte wurden vorläufig beschlagnahmt. „Interes. sank ist", bemerkt dazu die Breslauer „Volkswacht", „daß dev Herr Direktor noch vor kurzer Zeit im Kino bei einem patrio. tischen Bilde auffprang und rief: „Leute, schreit: Hoch Hin-
denburg!" ufw. Der Herr Direktor, er war ja satt?" .... Warum vergißt das Blatt hinzuzufugen, wetz Stammes dieser Siegfried ist?
Pserdekartem
Das Kriegsministerium macht bekannt: Die öffentliche«
Versteigerungen der durch Beendigung des Krieges überzählig werdenden Dienstpserde haben aus verschiedenen Gründen bereits beginnen müssen, ehe die hierfür vorgesehenen Ausweise (Pserdekarten) den Zivilverwaltungsbehorden zur Verteilung an die pferdegebrauchende Bevölkerung überwiesen werden konnten. Nachdem dies nunmehr geschehen ist, liegt es im Interesse der Pferdegebraucher, sich zur Erlangung die für ihren behördlich anzuerkennenden Pferdebedarf erforderlichen, Pferdekarten bald- nröglichst bei der zuständigen Stelle (Landratscnnt. Polizeipräsidium. Magistrat ufw.) zu melden, da zu den Versteigerungen in einigen Tagen nur noch Karteninhaber Zutritt erhalten werden. Solche Gebraucher von Pferden, die zu den kleinen, unbemittelten Landwirten und Gewerbetreibenden zählen und zu» Erlangung der unumgänglich nötigen Spannkräfte Vorzugs* weife bLNicksichtigt werden müssen, erhalten rote Pferdekarten. Auf den Versteigerungen sollen zunächst nur die Inhaber roter Karten, die deutlich sichtbar getragen werden müssen, zum Bieten zugelassen werden, die Inhaber weißer Karlen erst dann, wenn erstere abgefunden sind. Sercchenkranke und seuchenver- dächtige Pferde werden nicht versteigert. Seuchenansteckungs- verdächtige Pferde (mit Ausnahme der rotzansteckungsverdäch- tigen) werden gettennt von den gesunden veräußert. Mit Rücksicht auf die allgemeine Transportlage können die Pferdever- steigerungen nur in den Dem'obilmachungsorten der Truppen stattfinden. Als Zahlungsmittel werden Kriegsanleihen zum Nennwert in Zahlung genommen.
Landwirtschaftliche Maßnahmen.
Berlin, 8. Dez. Wie die der Regierung nahesiehenden „Pcl.-parl. Nachrichten" hören, werden die Arbeiten zur Aufhebung der Gutsbezirke in Preußen beschleunigt. Es handelt sich um 14 000 Gutsbezirke, die außerhalb jeder Gemeindeverfassung stehen und in denen der Gutsherr bisher souverän schaltete. Dste dieselbe Korrespondenz mitteilt, bat das preu. ßifche Landwirtschailsminlsterium angeordnet, daß in de» Stac.tsforsten ein möglichst hoher Abschuß von'Wild Herberge- führt wird. Ebenso soll mit allen Mitteln auf eine Erhöhung der Ergebnisse des Fischfangs hingewirkt werden. Der Fischfang war besonders deswegen zurückgeganqen. weil während detz Krieges der Bestand an Netz-n nicht hatte vervollständigt werden können. Es ist deshalb vorgesorgt, daß die Netze für die Hofireibjagd unt-r entsprechender Umarbeitung den Fischern zur Verfügung gestellt werden. Zur Erweiterung der vorhandenen Anbaufläche ist auch Bedacht darauf genommen. Moore und Oedkand zu kultivieren. Hierfür sollen besonders Arbeitslose engagiert werden. Für angemessenen Lohn, gute Unterkunft und ausreichende Verpflegung der Arbeiter sollen Garantien ge. boten werden. Schließlich ist zur Milderung einer eventuell einttetenden Heizmittelnot die Vermehrung des Holzschlages in den Staatsforsten angeordnet worden. Auch auf die Besitzer von Vrivafforften soll von der Regierung in diesem Sinne einge- wirkt werden.
Der deutsche Gettc'dehandel.
Hamburg. 1. Dez In der gestrigen Versammlung des Vereins der Eettkidehändlec der Hamburger Börse wurde über Maßncrhnker. berate."., d>e dem Getrttdehandel die Möalichkeit bieten können, an der Versorgung Deutschlands mit Drot'e- tleiü" wieder Mitwirken zu tonnen. Wenn man sich auch nicht der Ansicht verschloß daß nach Lage der Verhältnisse, die ein« Kontrolle der Einfuhr und ver Verteilung noch auf längere Zeit fordern, an eine Wiederaufnahme drs freien Handels nicht zu denken fer. fo müsse doch schon j-rtz! gefordert werden, da^für eine Kontrolle nur die bisher am Getreidehandel beteiiigtei, Kreise in Fcoge kommen, eine Zentralisierung vermieden werden müsse und selbständige Verteilungsstellen in den großen Um- schlogsplätzen eingerichtet werden. Man werde für den Ausbau des deutschen Cettei^ehandels sich das englische Vorbild dienen lassen müssen. Es wurde eine Fünferkommifsion gewählt. die sich mit d»r Angelegenheit eingehend beschäftigen und mit einem annchmbaren Vorschlag an den Verein herantrete» soll. Eine andere Kommission wurde beauftragt. Vorschläge auszuarbeiten. die eine geeignete Grundlage für die Befreiung de§ Getreidehandels von den ihm jetzt auferlegten Fesseln bie. ton können. Mit Bedauern wurde zum Ausdruck gebracht, daß der Getreidehandel im Wirstchastsrat nicht in hinreichender Weife vertreten worden fei.
14 Mark Tagegelder.
In Frankfurt hat der stellvertretende Polizeipräsident dem Vorsitzenden der Stadtverordneten ein Schreiben zugehen lassen, worin er Milteilungen über die Errichtung einer Arbeiterwehr macht. Sie umfaßt 1006 Personen, von denen jeder täglich 14 Mark erhält. Die Polizeikosten betragen im Monat 667 960 Mark. Diese Kosten und außerdem 200 000 Mark für den Ar>» Letter- unid SoldaLenrat sollen von der Stadt gedeckt und spate»'


