Herzenskiimpfe. j
f?oman non Helene S 4 0 t f q, geb von Geisdorff.
(Ovp>rixhl 1U15 bj C. ^deimann.Stutl^flit.)
*1) Nachdruck verboten.
20. Kapitel.
Als sie ins Freie traten, — Hilde und Lina eingehüllt in die warmen Mäntel und Tücher, die d'e vorsorgliche Zofe schon hergebracht hatte. — schlug ihnen ein orkanartiger Wind mit schweren Regentropfen in«; Gesicht, der Josefs tröstende Versicherung, das Wetter habe sich gebessert. Lügen strafte. Nur mit Mühe konnten sie die kleine schlüpfrige Böschung hinunterklet* tern. die zum Flvßuier führte, besonders da es stockfinster war und die Augen sich erst allmählich an die Dunkelheit gewöhnten. I'as festgeankerte Boot schwankte, von den unruhigen Wogen ^in und her gestoben.
»Wollt' ihr Mädche es wirklich wage?" fragte Josef noch- nals zweifelnd „Bester wär's schon, ihr ließet's bleibe!"
Ohne andere Antwort kletterten beide in den festen, gut gebauten Nacken und liehen sich auf den Seitenbankcn nieder. Zosef machte denselben von dem dicken Pfahl los an welchem rr fesigebunden war rollte das Teil zusammen und sj)eg ebenfalls ein. Dann letzte er sich an das eine Ende, nahm zwei Ruder unter den Bänken vor. lieh dieselben ins Wasser und steuerte das Bort so weit vom Ufer fort, daß es sich ungehindert bewegen konnte Zwei kleine, wetterfeste Laternen am obernen und unteren Ende des Schiffes verbreijet.'n ein mattes Licht in und um das kleine Schiff. Sobald sie im richtigen Fahrwasser waren, beaann Josef kräftig zu rudern Doch ging es nur langsam vorwärts, teils wegen des hohen Wogengangs. teils weil die Fahrt stromaufwärts ging.
..Fosef. wa meinsic wenn ich helfe tät?" rief ihm Lina nach einer halben Stunde zu.
„Schade tat'« nicht" rief er zurück. „Nimm die anderen Ruder, du weißt jo. wo sie sind."
^edes Kind aus dem Bolke. das am Rhein ausgewachsen ist. weiß mit Sckiften uwznaehen Geschickt und scknell machte das kräftige Mädchen die Ruder los. ließ sie ins Wasser und war bald am entgegengesetzten Ende des Bootes mit taktmäßigen Schloten bei der Arbeit. .
„Bravo. Linche. brav?" lobte Josef. „Du verstehst noch?' Hast in deinem seine Lebe noch nicht vergesse. wie man's macht. Jetzt komme wir nochmal so schnell voran'"
Dann wieder langes Schweigen und eifriges Arbe?1en gegen Wind und Wellen. Das Schiss schwankte beständig, bald war es oben, dann unten, hie und ba fuhr eine Welle über den Rand, machte die Reisenden über und über naß und setzte sich
bann als kleine Lache <wf den Bode«. Aber es hielt sich wacker und steuerte tapfer vorwärts. Josef konnte seinen Kurs genau und hatte Falkenaugen: so konnte er. trotz Sturm und Dunkel- heit, alle wirkliche Gefahr vermeiden.
Hilde saß still und zitterte vor Kalte und Bangigkeit. Der Rhein, besten Ufer sie nicht erblicken konnte, breitete sich um sie aus wie ein schwarzes unruhiges Meer, das sie und ihre wackeren Gefährten zu verschlingen drohte. Ihr ganzes Denken be. stand ,n einem innigen Flehen zu Gott, sie auch aus dieser Gefahr gütig zu retten. Erst jetzt wurde ihr klar. daß die Fahrt eigentlich eine Vermessenheit war. mit der sie nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das dieser beiden guten Menschen auj st, Spiel jetzt.'. In ihrer großen Angst und Aufregung vorher halte sie das nickt recht bedacht. In ihr war nur der eine, allmächtige, alles andere übertäudende Drang gewesen: Fort, fort, aus der Machlsphärc ihrer Verfolger zu kommen! Aber jetzt, während der langen, schaurigen. unheimlichen Wafferfabrt. wo si^ Muße hatte, ruhig nachzudenken. überkam sie das Gefühl ihrer Verantwortung für drei Menschenleben mit voller Gewalt.
,.O. mein Gott, mein himmlischer Datcr. hilf! Laß mich nicht zur Mörderin, zur dreifachen Mörderin werden!" so murmelten ihre Lippen destänblg während dieser langen, schweren Stunden.
Unb stundenlang dauerte die ihr endlos scheinende Fahrt, der Kampf mit Wetter. Wind. Wogen und nächtlichem Dunkel. Rach Mitternacht holten sie des Boot bestiegen, jetzt endlich begann sich von Osten her ein fahler, blasier Dammerschein *u verbreiten. Es mochte zwischen 4—5 Uhr fein. Zugleich war es. als ob dre Gewalt des Sturmes nachließe. di? Wogen nach und nach ruhiger würden. Hilde hatte den Ruderern aus einer Schnapsflasche, die ihr Lina zur Verwahrung übergeben hatte, die und da einen Schluck zur Stärkung gegeben auch selbst von Zeit zu Zeit daran genippt, wenn Kälte, Näste und Müdigkeit sie zu überwältigen drahten.
„Linche". rief jetzt Josef, lntzem er ein Rudr ruhen ließ und sich den von der Stirne rinnenden Schweiß abt^acknete. ..Lincke, ruh' auch ein bis che aus? Du bist ein braves Mädche Raffst, als wärst ein Mann. Aber was zuviel ist. ist zuviel. Wenn wir erst wieder ein bißche verschnauft habe, gehts wieder bester."
Auch von Linas Stirn rann der Sckweiß stromweise: dazu haften Regen nutz Westen sie auch van oben durchnäßt, so daß kein trockener Faden an ibrem Körper war.
„Ach, es geht schon noch'." erwiderte das tapfre Mädchen, war aber doch froh über die kurze Ruhepause. „Ausruhe könne wir nachher noch genug'"
"Josef, hören Sie. was ich mir ansgedacht bäbe'" sprach da Hilde. „Wie wär'e, wenn wir jetzt landen würden? Dem
Kchnuilinruchung
Ich bringe hierdurch zur östem« lichen K nninis. daß von lerne on bis auf weiteres dre Ausstellung von
Bcziiysschsinsn
für Web-, Wirk- und Suickwarrn und von
Cchnhbedarfs Scheinen
nur Mittwochs uns Samotaos. vormi, a s von H Ms 12 Uhr. im städtiirhen Lebensmut-Aus il u j (a te Poit) Zimmer 8, zweiter Stock, stattsinoet
«Znedbcr-i. den 29. Nov. 1913.
Der Bürgermeister.
I. B.: Dam in.
Mjüiinfl
tzttbcilikiM-AküM.
Unter Bezugnahme auf die Mitteilung a if Seite 2 de« Steuer* -eirels nirö hicrmi beiannt gemacht. daß die bis Ende Noo?m der 1918 fälligen Steuern 14. ^iei) einichließlich der Rach-rage dis zum 12. De ember 1 !-> u entrichten sind; nach Ablauf die er Frist beginnt die Zwangsbestrei» düng.
Es wird hierbei dringend empfohlen. sich der Uederweifung aus 'Dan.- orec Scheckgmhadeu zu bedienen. In diesem Falle ist außer dem lilamen a ich die Heberegistcrnu'nmer des S.euer- ze rels anzugeben
Frierderg. den 2. Dez. 1918.
Die Etadjkaffe.
213ä‘f)renb der Krankheit und beim Ableben meines lieben Mannes sind mir so zahlreiche Zeichen der aufrichtigen Teilnahme und Trauer entgegenaebrachl worden, dag es mir leider nicht möglich ist, jedem Einzelnen unserer Freunde und Bekannten in Dankbarkeit die Hand zu drücken. Deshalb möchte ich hierdurch Allen meinen und meiner Kinder
innigsten und wärmsten Dank
für die vielen ehrenden Beweise ihrer Treue sagen« Frledberg, den 3. Dezember 1918.
Frau Nina Krombach
geb. Diannhardt.
!|
Wegen Aufgabe der Oelonomie versteigere ich Loiiurroia , der» 5. Dezember, vorm. 10 Uhr, in meiner Hofraite
2 fünfjährige, gut einge- sahrene, mittelst were ArSe tsp'erde (Füchse), 1 Selbstbinder mit Vorderwagen,
1 Zweispänuer-Leiterwa- sen,
1 fieüenschärig. Grubber, 1 Hornburger Pflug,
1 eiserne Egge,
1 Pluhlsah.
Ktilinih Leonharöt Balkes
' Ober-Nosbach bet Füedvera.
-^trßeißtkllüß.
Mittwoch, den 4. Dezember 1918, vormittags 10 Uhr, werden auj dem Vurgplatz zu Vad-Nauheim
30 Pferde
leichten und schweren Schlages, öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigert. Zu der Versteigerung sind Händler nicht zugelassen. Jeder Steigerer muff durch Vorlage eines behördlichen Ausweises varlun, daff er das Pjerd zum eigenen Betrieb benötigt.
Bad-Nauheim, den 2. Dezember 1918.
2m Aufträge des Arbeiter- und Soldatenrates: Das Earnisonkommando.
Der Schuhlurlus in der <8e, werüefchrile Friedberg beginnt Donnerstag, den 5. Dezem- vcr. nachmittag- Uhr, Zimmer Nr. L4.
Angefenigte Schube find in dem Schau.enster der ..Reuen Tageszeitung" ausgestellt.
Zum Riiiiilsmi!
Vuchen'LSgespäne
abzugeben bei
Cedrllder Dön-zes. Ockstadt.
wieder einfetroften.
T^pcfco- iig ul fil iialeumlmiis
«lean Kogler,
»rlcdiierjr, Kaiserstrasse 27. Nabe des Nathaoses.
Ein neuer ich war er
Anzug
billig zv verkaufen.
Kriedderg, Liebfrauenstr. 33.
Prima junge
Fahrknh
hat r« oertaufen
PY. 2«c. Vömel. Vilbel, Telefon 207.
Licht wach mutz es jetzt bald 5 Uhr lein. Der erste Früdzua verläßt B. um -ib Uhr. Wo find wir wohk jetzt?"
„Da drübe muß Remage liege, ich feh' die hohe Türm von der Kirche", entgegnete er. scharf nach dem Ufer auslugend.
„Also kann der Zug um a A6 Uhr dort eintressen", meinte Hilde, „und wir fahren die letzte kleine Strecke vollends mit der E.fenbahn. Dann kommen wir vielleicht noch früher bei deiner Mutter an. Linche" sagte sie zu dieser gewendet.
„Ja. wenn du meinst. Traudche". erwiderte Lina, daß das ging, so wär's mir'fi schon recht, denn ein bißche müd bin ich doch gervorde."
..ES wird gehen, es muß gehen?" sagte Hilde. „Sie auch. Josef, haben säst Uebermcnschliches geleistet? Rudern Sic. so schnell es geht, ans Land, daß wir zu rechter Zeit auf den Bahnhof kommen!"
.Ein brav s. ein gescheites Mädche. dein Büsche. Linche! .... Recht hat sie'" versetzte der Mann beifällig uwd nahm m>t i-stcm Griff die Ruder wieder zur Hand, das Steuer in der Richtung des im zunehmenden Tageslicht sich immer deutlicher ab.zeichncnden Ctödtckens R zuwendeno.
Als hätte die kurze Ruhe, sowie die Aussicht aus das baldige Ende ihrer Drangsale dev Ruderern neue Kraft eingeNößt. so munter bewegte sich der Nachen auf den jetzt stiller gewordener, Rheinfluten seinem Ziele zu.
Bald stießen sie bei R an'e Land. Mit kräUigcm H^nde, druck verabschiedete fick Joses von den beiden Mädchen, die ihm für seine Bereitwilligkeit und seine geschickte Führung herzlich dan-kten und für sein „Trinche" viele Grüße ouftru<ien.
„Also der Rest meiner Schuld kommt, sobald ich s machen kann", versicherte Hilde nochmals.
„Glab's schon, glaub s sckwn' hat gar keine Eil?" erwidert Josef „Sa ein braves Mädche wie dH. Traudche. das hält schon sein Wort. Man kennt schon seine Leut'? Aber nun macht, daß ihr weiter kommt! Der Zug tut^nicht auf euch warte' Adses. mit einander?"
Nach wiederholtem Händeschütteln eilten die Mädchen weiter. Der Bahnhof war glücklicherweise nicht weit vom R^ein» u?er. Dennoch trieb die Sorge, sich au verspäten sie zu schnellem Laufe an. daß sie atemlos ankamen.
Gottlob, der Zug war noch nicht da. Schnell lösten sie zwei Billets dritter Klaffe nnd es blieb ihnen sogar n<»ch Zeit, in der Bahnhofsrestauration je eine Taffe heilen zu trinken,
wodurch sie ihre sinkenden Lebensgeister w,inderbar erfrilchf und aebaben fühlten. Ein Paar frisch gebackener, ne» warmnr Weißbratchen steckten sie in die Tasche nnd selten sich d^nn in ein Abtei! des etnfahrenden Zuges. Sie befanden sich ganz allein, da es zu dieser frühen Stunde nur we.iig Reisende gibt.
Forttepiina iolat
Pocsiebücher. Taqebüchcr. Amateuralbums Postkartenalbuins, Schreibmappen, Schreibunterlagen, feine Briefpapiere. Briefsiegel, Weihnachts-Postkarten
^sribdr. (BtrCCffujj, Friedbern.
e ^aagB aaa—
Vom Felde zurück, habe ich mein
1
i u Vermessungs-Büro 1
wieder eröffnet. Alle mir zugewiesenen geometrischen fg* Arbeiten werden sachgemäß und rasch erledigt
Friedberg (Hessen)
HanauerstraDe 12.
Holler,
Geometer 1. Klasse.
Militär^ormulare,
Entlassungspapiere,
Bürobedarfsartikel.
Friedr. Streckfuff, 8,>«db--ai.s.
Teleion 304.
Zum Schlachten!
!a. weite Kranzdärme, Ia. weite Mitteldärme, Ia. grobe Ochsenbutten, sowie Rinds-, Kalbsund Schweineblasen, reingemahlenen Pfeffer, Murstkordel und Pfefferersatz
empfiehlt
Georg Willi. Zdll, Friedberg L H.
Kaijerslraße 12, Telefon 410.
ßrütirr Inniif %**&
Kunst- und Gemüsegärinerei in einem flotten, der Neuzeit eingerichteten Betriebe gesucht. Verpflegung im Hause.
Zujchristen unter Nr. 207 an Daube & <£•„ iroikfirt i. tS.
Bin vom Militär entlasten und nehme wieder Anmeldungen auf
entgegen
Heinrich Rupp,
Kaiierstraße Nr. 181.


