Ausgabe 
2.12.1918
 
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Dic- .4!eue Tagesiritung" erichemt ieDcn 'il'Ciltat. Regeimatzrge '-Beilagen ..9er Kauer aus Hellen". ..Die Kpmnllube". 0e,uqspr-is: Bei den Po.tanitalten oiecielräf)ritdi Rtt. 2.70 ^in?,u tritt noch Das Bestellgeld: fei den Uloenten mona'lick 1.00 Mk. einichUeßiich Trageriodn. Anzeigen: Grund^eiie 2b Big., totale 20 piq.. Adrigen von auswärts werden durch' Bo,tnachnadme erhoben. Erfüllünoson ivrtedbera. Schrittleitung und Verlag ^nedbera lHesien'. mnauer^ratze 12. ^ern-vr-cher 18. Bo t, frefrSonto Nr. iS >9. »Hit rrantiurt o. M.

Unmmer 257 Einrelpreig Freitag den 1 . November 1918 _ 11 . Jahrgang.

ine neue Offenftue in Flandern.

Erfolgreiche Abwehr. Der Waffenstillstand mit der Türkei. Revolution in Ungarn.

Graf Tiira ermordet.

Der deutsche Generalstab :_ = meldet:

W. T. Harrp-qrrartrer. der;

31. Oktober Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Bel Zomorgen an der Lys wurde ein Teilanariff der Bel­gier abgemiesen. Südlich der Schelde und am Walde von Nor­mal zeitweilig Artilleriekampf und kleinere Infanteriegefechte.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Ein feindlicher Angriff gegen den Kanal-Abschnitt südlich vcn Eatillon scheiterte. Südlich der Oise niesen wir am frühen Morgen heftige Angriffe der Franzosen ab Oestlich von Lau- diray zeichnete sich hierbei das Reserve-Iinanterie-Negiment Nr. 270 besonders au§. Auch die bis zum Abend nach erneuter Feuerwirkung und unter Einsatz zahlreicher Panzerwagen mehrfach wiederholten feindlichen Angriffe scheiterten. Wo e? dem Gegner gelang, vorübergehend in unseren Linien Fuß zu fassen, warfen ihn unsere Gegenstöße wieder zurück. An der er­folgreichen Abwehr der Panzerwagen haben die zweite Kom­pagnie Inf.-Regl. 414, die Minenwerfer-Kompagnien 464 und 465, bas Rcserve-Feldartlllerie-Regiment Rr. 1 (von ihm der Unteroffizier Kokowstt der 4. Batterie) und Vizcfeldwcbel Hornstein der 2. Batterie Res.-Feldarlillerie-Regt. Nr. 57 be­sonderen Anteil. Auf dem Kampsselde zwischen Mizy le Comte und der Aisne blieb die Artillerietätigkeit lebhaft Nordwest­lich von Hervy wurden am Abend erneute starke Angriffe des Gegners abgewiesen.

Heeresgruppe Gallwitz

Auf beiden Maasufern nahm die Artillerietätigkeit zu.

Die Fliegertätigkeit war gestern besonders rege. Wir schos­sen 58 feindliche Flugzeuge und 2 Fesselballone ab. Leutnant Dörr errang seinen 35., Oberleutnant Auffarth seinen 30., Leut­nant Hantelmann seinen 25. Lustsieg.

Der Chef des Eeneralstabes des Feldheeres.

Die Sicherheit der KciegdanUtye

beruht cvf dem getreuen öe"§che« Vokküverniögrn. d<n deutschrn Boden­schätzen und der in den Stürmen des Krieges benährlen und gestählten Arbeitsamkeit, flnpassungs- fahigkcir und Sparsamkeit des deutschen Volkes.

Darum zeichnet die Kriegsanleihe!

Abendbericht.

Berlin, 81. Okl., abends. (WB. Amtlich.) Erneute Kämpfe kn Flandern. Feindliche Angriffe von der holländischen Grenze

bis Buh nftfim*fl nc.fr Anl ciMitht ifgrl Q miFifmri

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Verständnis mit dem italienischen Oberkommando die Eefechts- linie zur Einleitung der Verhandlungen überschreiten. Wenn demnach aus dem italienischen Kriegsschauplatz die Kriegsareuel ihre Fortsetzung finden, so müssen d e Schuld und Verantwortung lediglich auf Rechnung unserer Feinde geschrieben werden.

Der Ehes De* GkneralsladeS.

38 000 Tonnen versenk'.

E?» frinnö Äscher Uaurerkreurer keschnÄi^t-

Berlin, 30. Olt. (WH. Amtlich.) Im Sperrgebiet um England versenkten unsere U-Boote 38 000 Vrt. Handelsschnfs- raum. Im Mittelmeer erzielte ein deutsches U-Boot einen Tor- pedotrefier auf einen französischen Panrerkreuz-r: die weiter:

Wirkung des Erfolges konnte nicht beobachtet werden.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

ffhtblid'f frfiifirnißt fr auf liiböfutldif SfäMf.

Karlsruhe, 31. Okt. Heute Rocht warfen feindliche Flieger in der Umgebung von Rastatt Bomben ab. ohne Schaden an­zurichten. Auch die offene Stadt Pirmasens wurde erneu: von feindlichen Flugzeugen heimgesucht. Durch abgeworfene Bomben wurden leider drei Personen getötet und neun zum Teil schwer verletzt. Der verursachte Schaden ist gering.

?frWiifff!!l!i!!ßü!id iniN-fr aiirljfi initrrjfidnift?

London. 81. Ott. (WB.) Das Reutecbureau ersäbrt, daß die türkische Negierung dem Waffenstillstand zugestimmt hat.

London, 31. Okt. (WV) Das Reuterbureau erfährt, daß der Waffenstillstand mit der Türkei am 31. Oktober mittags un­terzeichnet worden iit.

(Zusatz des 3Uolnbureaus: Eine amtliche Meldung vom

Abschluß des Waffenstillstandes liegt bisher nicht vor.)

rat die durch­ziehen die Soldaten unter Führung von Offizieren mit gezoge­nem Säbel die Straßen. Hochrufe auf die Republik erschallen. Die Truppen haben sich des Ostbahnhafes bemächtigt, dort wurden nach der Front fahrende Bataillone angehalten. Die Truppen schlosien sich sofort den Revolutionären an. In der Stadt ist auch die Zivilbevölkerung bewaffnet worden. Cie verfügt über ungeheure Mengen Munition und Waffen, da sie die Ungarische Waffenfabrik geplündert hat. Der Komman­dant von Budapest soll sich in den Händen ungarischer Solda-

kewafsnet an die Spitze der Demonstranten zu stellen. Der Zug bewegte sich in eine der Vorstädte, wo das Militär Gefäng­nis gestürmt wurde und sämtliche dort in Haft befindlichen mi­litärischen Häftlinge und wegen politischer und militärischer Vergehen verhafteten Personen und Soldaten bettelt wurden. Es wurden Hochrufe auf die Republik anseebracht. Die Auf­ständischen besitzen reichlich Waffen und Munition.

Die Auslösung dcr Armee. Die Uebergabc der Flotte.

Wien, 31. Okt. Das k. f. $rieg3mintfterium, Marine- sektian. verlautbart folgendes' Aut allerhöchsten Auftrag wird verfügt' Allen Mannschaften, welche der nicht füd slawischen Nationalilat angehören, kann aut Verlangen die Heimkehr bei gleichzeitiger dauernder Beurlaubung acftattei werden. Tie Flotte Marineanstalten und sonstiges Marine, eigentum werden dem südslawischen Nationalrate in Agram und in Pola im Wege des lokalen Ausschusses succristve über» geben. Von den übergebenden k. u k. Behörden und Kom» Mandanten ist die tffeltendmachung des Eigentuntsrechtes der nicht südslawischen Staaten resp Nationen zu seiner- zeitiger Ablösung Protokollen ch ausdrücklich vorzubebalten. Da der Flaggenweck'el ans internationalen (Gründen nicht sofort dlirchstihrbar ist, wäre nach der Ilebergabe an den süd­slawischen Nationalrat der Führung nationaler Abzeichen neben der Kriegsflogoe kün Hindernis in den Weg zu legen. Dem gesamten Stöbe steht frei, auf den Einheiten der Flotte und bei den Behörden noch ordnungsmäßiger Ilebergabe an den südslawischen Naticwalrat weiter dienstleistend zu ver­bleiben. In: Interesse einer ordnungsmästiaen Abwickelung und der Erhaltung des Marineeiaentums haben das Flotten- kommando und das Kriegsministerium. Marinesektion, auf den sueeessiven Abgang der verantwortlichen Stabsperionen entsprechenden Eintlrth zu nehmen. Vom Kriegsministeriittn Marinesektion, wird ein Vertreter mit dem südslawischen Nationalrat in Agram wegen der Festsetzung weiterer Details in Verbindung treten. Die k. u. k. Marinebehörden und Kommandanten haben für die Antt-ech-torstaltuna der Rübe und Ordnung, sonne di? Regelung des Abtransportes weiter Sarge zu tragm. An das Donan-Flattillenkommando ergeht überdies der Auttraa bei der Ilebergabe der Donauflottille an die könialich ungarische Negierung im gleichen Sinne vor- ^vgehen und dementsprechend die nichtungarische Mannschaft zu entlassen.

Wien, 31. Skt. (WB.) Die Mitteilung von der lieber- gäbe der Flotte wurde in der gestrigen Sitzung der deutschen Nationalversammlung von alldeutscher Seite zur Kenntnik der deutschen Abgeordneten gebracht und von der Versamm­lung mit Ausrufen peinlicher Ueberraschung ausgenommen.

Graf Tista ermordet.

Budapest. 31. Okt. (WB) Meid, des Ungar. Korr Bit. Graf Stephan Tisza ist das Opfer eines Attentates geworden Auf einem Spaziergänge mit einer Verwandten in der Hermd nenstraße wurde er von Soldaten durch Revolverfchüsie getötet; seine Degleiterin ist angeblich verwundet.

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meiser:

Wien, 31. Ott. (WB.) Amtlich wird verlautbart:

Das Oberkommando stellte bereits «« 29. Oktober früh durch einen Parlamentär die Verbindung mit der italienischen Heeresleitung her Es sollte kein Mittel zur Vermeidung wei lerer unnützer Blutopfer, zur Einstellung der Feindseligkeiten und zum Abschluß eines Waffenstillstandes unversucht bleiben. Das italienische Oberkommando nah» gegen diesen von den besten Absichten geleiteten Schritt zuerst ei»e unverkennbar ab­lehnende Haltung ein. Erst am 30. Oktober abends konnte Ge noxrl dtzJ Infanterie von Weber mit einer Abordnuue im (kin-

piay vor vem ungarljcyen scanonalrar. ^>n geiryropenen Hoion* r.en zogen vier Regimenter Soldaten unter Führung eines Offiziers heran und schworen dem Nationalrat die Treue. Die Demonstranten durchzogen unter unbeschreiblicher Begeisterung die Straßen der Hauptstadt. Hierbei kam es dazu, daß zwei Mitglieder des Mi'ilärrats verhaftet wurden. Ss waren zwei junge Offiziere. Sie wurden abgefuhrt. Der eine wurde schon nach einigen Schritten von der Menge befreit. Den andern brachte man zum Platzkommando. Die Menge stürmte nach. Die Wache wurde au die Gewehre gerufen. Wie ein Manu stand dann die Bereitschaft des Platzkommandos zur Stelle, ober nicht, um sich aeaen die Menge zu wenden, sondern um sich

Pie Lage in Gestenreich.

Oesterreich-Ungarn ist gewesen. Alle Nachrichten, die von dorther gelangen, zeigen, daß der alte Kaiserstaal an der $9imu Ul ist. ..In. Ungarn, wo die

ragen hat rräsidenten.

Z l u *0 Regierung

Minister fallen. bU Habselig-

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oen iiaonajen ranoesieucH tajeim wen o\t Revolutlo« nach russischem Muster zu betreiben. Es wurden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet, die die Herrschaft an sich gerisien habe«. Dabei durchziehen Haufen von desertierten Soldaten das 2nnfc und treiben Revolution in ihrem Sinne, indem sie die Schlösser und Häuser der Grundbesitzer und Juden plündern.

Das einzige erfreuliche in dem wüsten Chaos, das sich a«A dem österreichischen Kaiserstaate gebildet hat. ist der feste und u»- obänderliche Entschluß der Deutschen, ihre Nationalität hochzu­halten. In ollen deutjck-en Landesteilen finden Versammlungen statt, in denen z. T. unter heftigen Ausfällen gegen das Hau- Habsbura. das Gelöbnis zum Deutschtum erneuert wird.