HrrzenskSrnpse.
i Nom an von Helene Cchü 1 ty. aeb. von Gersdorsf.
(Eop^ri^dt 1815 by C. Ackermann-Stuttgart.) tO) Nachdruck verboten«
«Sie konnte noch nicht von der Arbeit weg weil man bei der Herrschaft heute ein großes Fest, dir Verlobung der einzigen Tochter, gefeiert hat", entgegnete Hilde, möglichst die Cprech- v'eise der Leute aus dem Volk nachahmend. „Ich bin voraus gelaufe, weil es schon so arg spät ist. damit sie nicht meinen täte, wir kämen gar nimmer"
„Das war' allweil gescheiter gewese", erwiderte der Fischer, weil mir dock nicht fortkönne, bei dem arge Wetter, dem Sturm, der stichduntle Nacht .... nun könne Sie nur stracks wieder heimlaufe'"
^ Hilde erschrak so sehr, daß ihr Herzschlag stockte. O. Himmel, nachdem alles bisher so gut und glatt verlausen war. sollte die p-anze Sache noch scheitern, denn wenn sie nicht bis morgen früh weif iort in Sicherheit war. würde man sie sicher auffinden und zurückschleppen. Wo sollte sie sich verbergen, wo sollte sie Schutz suchen?
..Aber da? ist unmöglich, wir müssen kort, ganz bestimmt, sobald Lina kommt", sagte sie endlich beschämend. Sie wisien ja, es geht um Leben und Tod?"
„Ja. gerade, freilich weih ich das", erwiderte er. aber anders. als Sle's meine. Jungfer .... Wenn wir in s-em Unwetter in meinem Nacken den Rhein rauf fahre wollte, dann ging's um Lebe und Tod, indem wir wahrscheinlich all mit- samme versiuse täte."
„Nein. Josef das tuste nicht'" rief eine ängstliche Stimme vom Bett ber, „das tuste mir und dem Kind nich ank Die Mädu-er müsse ebe bi§ morge am Tag warte?"
-Aber, liebe Frau, bedenken Sie doch, wenn Ihre Mutter am Sterben wäre, was täten Sie bann? würden Sie ruhig im Veit bleiben weil's Wetter gerade schlecht ist?"
..Ach. höre Sie!" erwiderte d'-e Frau, motz tut's der Frau nutze, wenn drei andere dazu sterbe müsse?"
„Aber dag braucht doch gor nicht zu geschehen", überredete Hilde weiter. „Ihr Mann, der Josef, ist ja lo geschickt und stark, der bringt's schon fertig, dag wir sicher ankommen."
Ioief kratzte sich hinterm Cfa.
„Wecht du. Trina". sagte er zu seiner Frau, geschmeichelt von Hildes Zutrauen in seine Kraft und Geschicklichkeit, „ich
ich ^llt'g doch pr^b.er e. weil es der Jungfer und auch
Llcünntt machrrng
K!»s!Mfnr'cn-WBc
am Rlittmot'. den -1. Dez. i. I.. an Haushaltungen ohne In - liche ir elcuckuna ge^cn Voria"e der Lebe» smiNei'a.te au, Zimmer Nr. 9 des Stadt? au'es.
Auf jede be^uasberechiiate Fa- mille ent älli 1 Liter der ,,'w Pre se von 45 Vfg. in den nachstehenden Ge chäiten erhäl lichtst Fr edrich Hilbreckt Wwe.. Lind &
7 bold. EmilStamm. Adolf-chmidi ^chc'de & Füllgrade. Ferd nand Damm Noch^oi'er. Georg Äköbs.
Friedrich Michel.
Friedbcrl*, den ZO. Nov 1918.
Der Bür ermeister.
7*. V. Damm.
tffin Vin'che so arg vrum lpl And weil lch's lhne doch mar ver
spreche hob'."
„Ja. und so ein braver Mann hält sein Wort!" bekräftigte Hilde seinen schwankenden Entschluß.
„Nein. nein, ich leid's nicht! Ich tät sterbe vor Angst?" rkef die Frau wieder, beinahe kreischend, während das Kind, in seiner Nuhe gestört, leise zu wimmern begann.
Da faßte Hi.'de einen Entschluß.
„Gute Frau", sagte sie ausstehcnd und an das Bett herantretend. „regen Sie sich nickt auf. sondern hören Sie mich an! Sie haben Ihr Kindchen lieb, nicht wahr? Nun. wenn der Josef sein Wort hält und uns im Boot forfTcf>offt. fo laß' ich Ihnen für den Kleinen 50 Mark hier, und 50 Mark weiter schicke :dj Ihnen, wenn wir gut angekommen sind."
„Iesies. Maria und Joses? sind Cie denn so reich? 100 Mark' Ja ist denn so etwas möglich?" fckrte die Frau.
„Ja. ich hob' mir in dem reichen Hause soviel gespart", sprach Hilde ruhig. lieber fünfzig habe ich hier in meiner Tasche, das übrioe dobeim auf der Sparkasse"
„Und nun wolle Sks's alles herpebe für Ihr Däsche, s' Linche?" wunderte sich die Frau. „Sie sind aber mal gut' Aber nun. was meinste. Josef?"
Eine so große Summe. die ihr wie ein fast unerschöpflicher Reichtum erschien abzuweifen, vermochte die Frau nicht.
„Nu da geh ich halt und richt'den Nache. derweil kommt dann s' Lincke" antwortete Iclef. zog eine warme Fisckersncke an. setzte einen weichen alten Fllzhut auf den Kopf und ging hinaus,
Hilde fiel ein Stein vom Herzen. Gottlob, anch dieses Hindernis war beseitigt? Wenn nur Lina nicht aufgehalten wurde, wenn sie nur bald käme.
Um die Fron vollends zu bernl>iaen und auck nssen ?»it- verlast zu v-'rmei^en. zog sie ihre Börse h"raus. zählte fünfzig Mark ab und gab sie der Frau in die Hand.
"J a " .! 0(Ttc ^st schicke ich Ihnen durch die Bost
VA. Sie können ganz unbesorgt sein, wenn es anch ein paar Tage dauert ich muß fa das Geld erst vcn der Sparkasie holen."
„O, daß man bei dene vornehme Herrsckotte soviel G-ckd verdiene kann", sagte die Frau immer nock voll Staunen. ..Ab-'r Sie sind an.ck ein gra sauberes Ma'dche. und auch brav. Sie hat man gewiß besonders aern. aelt? Wie bei'e Cie doch geschwind? Den Name macht ick mir doch merke?"
..Traudcken Sckmiß". erwiderte Hilde, zwei in den Rbein- landen sebr^bonsio.e Namen wö'blend. die eine etwaige Rach- lorschung möglichst erschweren mußten.
BclanttLmachrrng.
Wo mir Lina so lange blieb? Iyr ranK es vsr. als häij« sie sckon eine Ewigkeit hier in der Fischerstube zugebracht. Aber als sie auf die lautdickende Wanduhr blickte, sah sie, daß es erst eine halbe Stunde war.
Endlich erscholl ein Klopfen am Fenster. Hilde nahm die kleine Lampe und ging damit hinaus um die Tür zu öffnen. Draußen stand Lina. — Gottlob? zerzaust, durchnäßt, atemlos.
„Ach. Sie find da. gnädiges Fräulein? Gott sei gedankt?" flüsterte sie hereintretend. „Ich habe Todesangst au«gestanden. Sie könnten den Weg verfehlt oder sonst einen Unfall erlebt haben?"
„Und mlr ist's gerade fo wie dir gegangen. Lina", erwiderte Hilde. ..Gottlob daß wir wieder beisammen sind! Aber hier gab's noch die größte Gefahr."
Und sie erzählte ihr mit hastigen Worten von der Weiae- nmg Josefs, sie im Boot fortzuführen, und wie es ihr endlich gelungen sei. ihn doch zu bestimmen.
„Doch nun komm schnell ins Zimmer, wärme und trockne dick noch ein wenig, bis Ios?f uns holt" fuhr sie fort, „und denk dran, daß es hier kein ..gnädiges Fräulein", sondern nur ein „Traudchen Sckmitz". dein Bäschs gibt."
„Linche rief die Frau, als sie ins Zimmer traten, vom Bett ans, ..ist drnn dein' Mutter so arg schlimm dran, daß ihr bardu heut' Nackt fort müßt?"
Das Heulen des Sturmes, als die Tür aufging, hatte ihre Angst aufs Neue entfacht
„Ach^ was Trinche. das ist gar nicht sa arg. wenn nmn drauße ist. wie's hier drin tut', beruhigte Lina, ..du brauchst Nick gar nicht ängstige. Dein Mann wird noch oft berm schleckte Wetter ras müsie! Daran mußt du dich halt gewöhne, dafür
bist du eine Fischersfrau."
Dieie verständige Zuspracke half wirklich. Die Frau kegte sich beruhigt aufs Killen zurück und meinte:
„Eigentlich haste Reckt. Es gehört eben zu feinem Erwerb und ick muß mich nein schicke? Dein Däscke. s' Traudche. bezahlt ihm ja auch ara viel dafür."
Eben polterte Josef mit großem Geräusch wieder zur Tür herein.
„Ist's Linche gekomme?" fragte er. den Kort ins Zimmer streckend. „Allo, dann kommt", fubr er kort, als er si- erblickte.
. Ich mein als, das Wetter wär ein klein wenig bester gewor« den. Ru. Trinche, halt dich brav, morgen mittag bin ich wieder da."
Fortsetzung feint.
^elmnttiumchuttg
2ch bringe hierdurch zur öfien'- li i en Kcnn.nis. daß non J eine a' bis auf weiteres ine Ausstellung von
S3e,iu(’sjdjetncn
fTtr Web-, Wirk- und Suickwaren und von
Schrrhbedarfs- Scheinen
Bin? Mittwochs und Samstaes. vormii a s non H bis 12 Uhr. im städtijcken Lebensnnt.e-Aus cku ; (a tt Post) Zimmer 8. zweiter Stock, stoitsiudet.
Fricdberg. den 29. Nov 1913 Der Bürgermeister 2. D.: Dam in.
Mahlülllls
ttr6e!!icil!k?k-Ltl'!lel'!s.
Unter Bezugnahme auf die D 1t- teilung a s Seite 2 des Stener- zeüels und hiermi' belannt gemacht. baß die bis Ende Noo?nn der 1918 fülligen Steuern '4. Ziel) einschließlich der Nach.rüge dis zum >2. De.ember luli -u enr- rickien sind; nach Ablauf die er Frist beginnt die Zwangsbe.tlei-- bung.
Es wird hierbei dringend empfohlen. sich der Neberweisung aus Banl- oder Scheckguihaben zu bedienen. 2n diesem Falle ist außer dem Namen auch die Heberegi-tcrnu'nmer des Steuer- ze rels an',«geben
Friedberg, den 2. Dez. 1918.
Di- StaMfelfr.
Dachsel.
schwarz, außergewöhnlich groß, hört auf den Namen Watdmann,
entlaufen.
Gegen Belohnung a zugeben bei
Dr. WeckerUng» Friedberg.
t. DI- ^WischeNjchsine Mr die 5% Schuldverschreibungen der VSil. Kriegsanleihe können vom
2. Dezember d. Is. ab
in die endgültigen Stücke mit Zinsscheincn umgetauscht werden.
Ter Umtausch findet bei der „Umtau'ch'telle für die Krlegyanfeikseq". SJerlin W 8, Behrenstraze 22, statt. Außerdem übernehmen sämtliche Nei l sbank- anstaltcn mit Kassenein.ichtung bis zum 15. Juli 1919 die kostenfreie Vermittlung des Umtausches. Nach diesem Zeüpnnkt können die Zwisch.enscheine nur noch unmittelbar bei der „Umlauschstelle sllr die Kriegsanleihen" in Berlin umgelauscht werden. ' ‘
Tie Zwischenscheine sind mit Berzeichniffen. in die sie nach den Beträgen und Innerhalb dieser nach der Nummernsolge geordnet einzuliagen sind, während der Vorm,ltagsdlen «stunden bei den genannten Stellen einzureichen,- Lormulare zu den Verzeichnissen sind bei allen Neichsbankanstalten erhältlich.
Firmen und Kassen haben die von ihnen eingereichten Zwischenscheine rechts oberhalb der Stllcknummer mit ihrem Firmensteinpel zu versehen.
2 - J" Um;ou ^ der Zwischen cheine sllr die i'l 2 °l 0 Schaganwcisunaen der . Kriegsanleihe und für die 4V 2 % un^en oon 19l8 Folge VZSi
frndet gemäß unserer Anfang ds. Mts. oerösfen,lichten Bekanntmachung bereits seitdem
Äcl'.anulmachuna.
Nachdem unsere dringende Mahn rna an ämniche Gasabne''mer den Gebrauch der Gasapparate auf das äußerste Maß einzuich-än en nicht so beachket wurde, wie mir unt r de-n Hinweis auf den Ein t ter Kohlen!a-^e erwarien mußten, eben tn r uns ge wunden. Sperr- ^»'en einwsüh^en und zwar wird vom hcuki en Tage an ür dea s>unden ^
moraens von 9 bis 11 Uhr
narlimittaas „ 1 „ 5 „
uachts „ 10 „ 7 „ morsten^
ber Gasdruck so weit verwindest, taß iealicher Gebrauch der Gas- lampen. Koch- und Hei avparate nnmö l,ch ist.
Die Gasabnehmer werden hiermit ausdl''cklichst daraus auf- merl am gemach», daß^die Hähne an vrn Gasap^a atcn während der Sperr,eiten aeichlosten inn miisten. damit Hn alle oei Wieder- cinlritt der Ea ab'abe ve«mieden werden.
Wiederholt »ordern wir die Eos, nehwer auf. ln den Stunden Gasab-abe den <^'-eb:a"ch der Lalu^pcu. Kock- u> d Ksi'apparale
der
auf bas mü deste Maß e>n ufchiänlen. da »nwlne des oän'iichen Ausb!e^eos ieder Zufuhr icit Wo.h.n die Ko.^enoorräte schon »ehr lnopp geworden , n). 1 *
Stüüt. Licht- und Wasscrwcrle Friedbcri ?. S.
_B a l er.
Dic. Stng, rcn o. Tczemocr 1 ^t<^, os L U.,c
VlllksversmmlllW
ln der LradUircke. Dortrag des Herrn Direktor Dr. Strecker üben
„Dentschkands Erneuerung".
Zu zahlreichem Erscheinen labet ein
__Der Arbeiter- und Sotdalenrat.
A. November d . Ja.
b?> ber „llriilauschstclle für die Kriegsanleihen". Berlin W 8, Behrenstrakie 2‘> [oa-ic ber sämtlichen Reichsbankanstalten mit Kasseneiniichtung statt.
Von den Zwischenscheinen der früheren Kriegsanleihen ist eine größere Anzahl noch immer nicht ,n die endgültigen Stücke umgetauscht worden. Die Inhaber wsT °"'Le,0ldert. diese Zwlschenscheine in ihrem eigenen Interesse möglichst bald bei der „Umtausch, tolle sllr die Kr.egsanleihen". Vert.n »V 8. Behre.utr. 22, zum Umtausch emzurelchen.
Berlin, im November 1918 .
NtichsblUlk-Direlltorilim.
¥epioren
auf dem Wege Hanaueistraße— vaagnraße—Kai.er lraße von eine mKiiegsinvallden Portemonaie m«t Inhalt und Monatskarte. Gegen Belohnung abzugeben in
Havenstein. v. Grimm.
der Ge.chaitsstelle Tageszeitung".
der „Neuen
ßraurr Jungk
Kunst- und Gemüsegärtnerei in emem flouen, der Neuzeit emgerichteien Betriebe gejucht. Derpllegung im Hause.
Zuschriklen umer Nr. 207 an Daube & Co., friabfiil o i«.
Tülljlige
6 diDfijerin
gegen hohen Lohn gesucht.
ll-bfr» L'kdrrt. vi>rr-«rlr»d«ch.
Ltliieißtriiiiß.
Wegen Aufgabe der Oelonomir versleige e ich Donncrsta , de« Derembrr. vornu IO Uhr, »n meiner Ho raite
2 fünfjährige, gut einqe- falirene, miltel'ck were Arbe Lsp'crde (Füchse), 1 Selbstb nder mit Vor- derwaqen,
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