?ei$eit. was beschlossen wird. Sonst segeln wir unrettbar in die Anarchie. Achten Sie auf den Zerfall des Reiches. Wenn in Süddeutschland und im Rheinlande diese Tendenzen zum Siege kommen, so wird das auf andere Provirizen weitergreifen, und in Viesen Provinzen kommt vielleicht das Wirtschaftsleben' eher MM Ausbau als in Berlin.
U§»»tv«r!s Warnung.
, Stockholm, 28. Nov. „Aftonbladet" bespricht Frank- 'tt-rchs Haltung gegenüber Deutschland folgendermaßen:
Anstatt auf das ehrliche Streben des besiegten Feindes lrotz der schlimmsten Verhältnisse seine Verpflichtung zu Uc^ibiercn, ÄücksiLt zu nehmen, sucht Frankreich demselben HcndermnL m den Weg zu lagen. Wahrscheinlich folgt es caber deni heimlichm Gedanken, einen Vorwand dafür zu bekommen, daß die Bedingungen nicht redlich erfüllt werden. So wäre die Sache schon klar und so seht man die Plovokatton rn Szene. Das morEch Empörende cm diesem Schauspiel ist krotzaeuk nicht das Bedenklichste. Dir vermebrte Irritation ! E? Staatslebens ni»ß dieses total unterminieren.
weiß in Paris wie wenig dazu gehört, mn m Deutsch- ' einen Brand von einzigartiger Ausdehnung zu eni. Man si^t sicherlich auch ein, daß derselbe auf das ndnge Europa nbergreisen kann, die Länder der Alliierten n . ausgcnonlmen. Wenn nun Frankreich nichtsd<sto- wemaer neuen Brandstoff herbei sckvfft, so ist es klar, daß MSN dort nichts gegen den Bürgerkrieg in Tevtschland hat. ^omrt wird ein Vorwand für die Alliierter! gefunden, das
net um die Anordnungen für eine Art internationaler Polizei getroffen werden, um ihn durchzusetzen. Internationale Kommissionen werden die Einzelheiten in erheblich längerer Zeit ausarbeiten. Fiskalische Fragen, die Frage der Rohstosfbe- schafsung und andere schwierige Probleme müssen von diesen Kommissionen erwogen werden. Offenbar kann aber die Unterzeichnung des Friedensvertrages nicht verschoben werden, bis alle diese Fragen fertiggestellt sind.
Kaiser Karls Doppelspiel.
Wien. ?8. Roo. Das Budapester „Achtuhrblatt" bringt Aeutzerungen Walerles üto König Karl. Wekerle sagte: Der König war unaufrichtig. Er versprach mir. die südslawische Frage in ungarischem Sinne zu lösen und schickte den Grasen Tisza hinunter, um mit den Südslaven zu verhandeln. Eleich- zcrtig beauftragte Karl hinter unserem Rücken Korosec mit der Fundierung des.Mstarijschru Staates. Karl orientierte Koro- sec über alle Abmachungen, so daß Kmosec seine Wühlarbeit gegen uns sofort beginnen konnte. Ich habe den König vor diesem Doppelspiel gewarnt und ihn darauf gemahnt, daß er den Thron verlieren werde. Wäkerle behauptete ferner, daß die Ansprüche der Tschechen auf ungarisches Gebiet auf direkte Er- munterrmZ deZ Kön:gs Karl zurüclzuführen ffoib.
- polnisch^ Kommanöv von de,, Gi'euoln ganz genaue K^mrtrriK hotte aber nicht einschreiten wollte. Hatte man diese Massen- . morde verhindern wollen, so hätte es genügt, wenigstens am 2. Tage nach der Eroberung der Stadt das Stand recht zu verkündigen. Dies war absichtlich unterlassen worden, denn den Legionären war fcfrn vorher versprochen worden, daß chn^en nach der Eroberung Lembergs eine 48stimdige Plum derung im Juhenviertel erlaubt sei.
Ein Soldat.
besetzen, all-? fprUU hierfür. Dadurch 8-nnt- kr-a-ikreick? 9?arHiitM b?fnedigt werd-n. (y? form jiLsch * cm - daß die Alliierten ihre Rechnung ohne den Wirt machen. Auch rnnerhalb ihrer Länder lebt ein von Bolschewismus angEechteS Dieses erhebt vielleicht das Haupt
und tagt bestimmten Protest gegen die Bekämpfung des d?ur- lcben ein. Angesichts dieser Frage dürfte sich die Entente ön5 ^- n ii : ° in lassen, mit größerer Vorsicht zu Werke m f 0 *®*- && bie Wohlfahrt ganz Europas ist es von unleug- brwem Wert, daß setzt, wie sonst die Nationen selbst mit
Z v ******* ahnden Instinkte alles Parasitische und Verfaulte gus ihrem Innern ausfcheiden."
Aklr -es -nHlchk« fsM-MUniiW.
Berlin, 80 Nov. lieber die Richtlinien der Arbeit de? ruUi«k.nnn„terlnms weiß die „Freiheit" zu melden:
Dis Trennung von Kirche und Sinnt wird grundkätzlich n» 4 - ^sl»rvchen. Die Relejki«, ist nicht mchr PrLfunfMche. Die einjuhrum, einer konfestivnslosen Mvralunterrichts wird vordere,tet: Kein Lehrer darf mehr zur Erteilung von Relioions- vnterncht gezwungen werden. Die gemein-nme Erziehung von Kniben und Mädchen ist in einzelnen Fällen fchon jetzt -riolgt. Dir Schüler erholten Selbstverwrltungsbefugniste. F-gI!ch-r Eh-ruviu-smuZ ist wo? dem Unterricht, besonders nun Ee. fchicht-unterricht. verbannt Di- Einheitsschule ist gesichert. Mit dem Abbm,. der Vorschulen wird schon jetzt begonnen. Do, Lblturrenleacromen wird um-restolt-t. Die Examina werdon vermindert. Hervorrcgende wissenjchllftllche Vertreter des So- ziLlismuZ und anderer bisher ferngehaliener Lehrrichtungcn sol- len auf akademische Lehrstühle berufen werden. Lehrstühle und Forschungsinstitute für Sozioloaie werden eingerichtet. Das in großem Stile auffubauende Volkshockschulw^sm wird in or- 8iUlische Beziehung zu Schule und Hochschule gesetzt.
Thrormerffcht in Württemberg.
elnttgort. 8Y. Nov. <WV.) Der König von Württemberg ffat heute folgende Kundgebung erlassen:
»An das württemdergisck^ Volk? Wie ich schon erklärte ssll meine Person niemals ein Hindernis für die freie Entwick- ur»8 der Verhältnisse des Landes und dessen Wohlergehen sein Gelertet von diesem Gedanken lege ich mit dem heutigen Tage me Krone nieder. Allen, die mir in 27 Jahren treu gedient oder mir sonst Gutes erwiesen haben, vor allem auch unfern heldenmütigen Truppen, d-e durch vier Jahre schwersten Ringens Mll größtem Opfermut den Feind vom Vaterland fern ae-
w? en ’ fc3nfe l6) aUC ' Herzensgrund, und erst mit meinem letzten Atemzuge wird meine Liebe zur teueren Heimat und
JSZ, « v W ' Pted,C mMä > *» Warn«.
rn Zf ble nur.schweren S-izens ihre Arheit zum
Ua L^ anhn im mt>iÜsen Umfange nie. TkS, U *™ b '%7 tt mi ^ütz- unser geliebtes Wärt- t*f** in cff?T Zukunft! Dies mein Scherdegruß. - Beben- Haufen, 30. November 1918. sgez.): Wilhelm."
Vnmmn Snbitas Mit mnftntcjü.
5™?' ^ m ° v - Das ischccho.slownkische Pressebureau mel- h-t aus Vodgorica in Montenegro vom 29. 11: Die grotze mon-
JlÄ b--Wn° d-ich-vz -instiurmig, König Nikolaus
Sü£z ss;:.“ —«W
klirvM ieiii! eilist drei Kseslk irsilre.
: m<n iofJt ’ ^ »och Clemer-c-au t 2 n mx wterainicrten. Konferenz b-glci.
baß di- WeUfri-d-nstonferenz die Fr^-msbedingungen nicht innerhalb drei Monaten zur Untcr- ? ^ r°-bercttct haben könne, wird, wie das Llait schreibt
Kreisen England- bestritten. Europa könn-
a^bh ^ a W! "- * ie D-mobilisnti-n und die W.eder. «lfbWptmie rausten notwendigerweise verschoben werden bis
. ift - *‘ e Sriedenslonserenz wird also
wahrscheinl.ch .cn ttn-d-nsocrtrag in der Saupisach- schien- «lg» regeln. Der Beitrag wird sobald als mogl.ch unterzech.
. ^; £n ' 27 * ^ov. Der Feldmarsrwll Kövesz erklärte in
einer Unterredung u. a.: Heute steckt man mich unter einen Hllt tmt jenen welche alles, was sie zu schätzen verpflichtet woi'en, iw. Stiche Klaffen haben. Selbst der Kaiser hat seine ckl-:iee versirsstn. Ich bin jetzt der einzige, der übrig bleibt, um das. was übrig ist, nach Tunlichkeit zu retten. Bei der bdanku-ng des Kaisers habe ich mit diesem keinerlei Fühlung mehr gehabt. Ich will aber als Armeeoberkommandant auf dem Platze öbeiben. und tzi-e letzten Reste d-er einst großen und st^greia>m özLerreich;sch^'ngarisckren Armer nach Hausr be- joibzrn. Sie such ein Gut. das nicht dem Kaiser oder ber Dynastie gehört, sondern sie gehören Oesterreich-Ungarn an Qlw auch hem neuen Staate. W-enn ich meine Aufgabe vollendet babe. werde ich zurücktreten, wie jeder Soldat der ll^n-e Wicht erfüllt hat.
Kit iu €alpn.
, D°rlin, 28. Nov. (282.33.) Die „B. 8- am Mittag- bringt einen ausführlichen Bericht ihres soeben aus Lem- be-g zurückgekehrtk-n Mitarbeiters Mar Reiner über die .^udenpogi-ome in Lemberg. Reiner war vom 1. bis 24. 1t. in Leniberg -inge'chlosieri und hat die entsetzlichen Pogrom« miterlebt. In dem Bericht heißt es- Schon in den ersten Stunden nach dem Einzug der Polen am 22. 11. begannen rm jildrfchen Dwrtet L-mbei-gs die Plünderungen. Die Ge- Schäfte wurden von d-m L^ionären vusg-brock^n und au^ge- raubt. Aber nicht nur Juden, sondern auch deutschster, rr.'chj'chr Offiziere unb Kvitlsien, kurz jedermann, der nach einem Deutickren an.ssah oder deutsch sprach wurde aus wfener Straße ausgeraubt. D:e Pliinderungen nahmen einen immer gewalttätigeren MMDkter cm, ohne daß von den polnischen D-hörden eingesisiritten wurde. Wo den Plünderern Widerstand gestiftet wurde, machen sie von ihren Waffen schonungslos Gebrauch Es ist offenkundig, daß die Plünderungen und die Pogrome von den polnifchn Kommandanten nicht nur gut geheißen, sondern sogar organisiert worden sind, und es wurde offensichtich die Parole befolgt, daß kerne ukrainisck'en Geschfte «eplündert und keine Urka'mcr mißhandelt werden dürfen. Um so bestialischer benahmen sich die Legionäre gegen die wehrlose und waffenlose jüdisch Bevölkerung. Die jüdisibe Miliz war sofort nach dem Einzug von den Bolen entwaffnet und zum Teil erschossen worden. Polnische Patrouillen und Offiziere der polmschu L-gron drangen in Privatwohnungen ein und raubten unter Todesdrohungen <Mb und Wertsachen. Die Aussche'rtungen wurden immer nrlder. Die Plünderer hatten Weinkeller erbrochen und sich betrunken und wurden in diesem Zustande immer b.utdürstiger. Am 23. November begann man mit dem masienho.ften Morden im Judenviertek. Zurrärhst vergnügten sich polnisck« Legionäre damit, in den Straßen des ^ldeuvirrtets einzelne durch die Straßen gchende Juden mederzuschlagen. Spastr begannen sie damit die Juden zusanimenzutreiben und in den Häusern förmlich abzu- .chlachstn. d Eimge hundert Juden stürzten in ihrer Todesangst in die Synagoge und verbarrikadierten sich dort. Tie polnischen Legionäre umzingelten das alte Bethaus und legten Feuer an. Während der Tempel brannte, versuchen zahlreich Juden aus den Fenstern des Gotteshauses zu springen- aber wer sich aus einem Fenster schwingen wollte, wurde von den unten wartenden Legionären- niedergeschlagen Das Dethaus brannte vollständig nieder. In ihm verkohlten mehr als hundert Juden. Dieses Vorgehen wurde von den Polen dal.n rm Großen wiederholt. Das ganze Juden- wertet wurde von den polnischen Legionären umzingelt samt.ich Straßen gesperrt und systematisch Haus für Haus ln Flammen gesetzt. Aus den brennenden Häusern stürzten jammernd Und um Gnade flehend Männer, Frauen und si'lrd.'r auf die Straßen. Sie wurden von den Legionären durch Kolbenhiebe, Bajonettstich und Gewehrschüsse getötet oder m die brennenden Häuser zurückgejagt. Am 23. 11. nackmittags lag der größte Teil des Judenviertels bereits in Trümmern. Etwa 1100 Personen dürften bei diesen Pogromen Ujugekommen sein. Die polnisch VevöHer-ung Lembergs hat die Pogrome mit verhohlener Befriedigung ausgenommen und begrüßt. Nachdrücklich muß darauf hinge- wu'sen werden, daß die Plünderungen und Mordtaten aus- lchließlich von den Angehörigen der polnischen Legion unter der Leitung ihrer Ossizier'e ausgeftchrt wurde» urw daß das ,
§i§ Berliner Znstöndo.
Veksmrjlich ist aus süddeurschen Kreisen bereits vorgeschlagen worden, die Rationalversammrung nicht nach Berlin, sondern in eine mitteldeutsche Ctc-dt. rtrva nach Weimar einzuüe- rufen. Heute begründet die „Germania" eingehend, weshalb unter den gegenwärtigkur Verhallntsseu Berlin nicht in Vet/a.hk kommen kavn:
..So bitter es ist, es enszusprEu. daß unsere demokratisch regierte Hauptstadt keine Sicherheit bietet für die geordnete Tagung des RalronÄlparlaments, es hat keinen Zweck, das zu verschweigen oder zu beschönigen. Die Hauvt- stwdt des Reiches, dieser Wasserkopf, leidet unter den revolutionären Einwirkungen autzcrordentlich. Selbst wenn die Kohlen- und Lebensmittelversorgung in Berlin mit außer-' ordentlichen Atitfrln gesichert würde, so würde immer noch für die Nationalversammlung Berlin ein fragwürdiger Boden sei«. Die Spartakasgruppe und das. was um sie herum- hangt, wird vor dem Verjuch nicht zurücksthrecken, gegen em Parlament, welches ihrem Willen nicht gefügig ist. alle Mit- tel des Terrors atmenden, und hier beherrscht in der Tak Liebknecht die Situation. Man kann annehmen, daß etwa 100 000 Zivilisten in Berlin im Dösitz von Warfen find. Gewehren. Revolvern ustv. Auch eine große Anzahl Maschinengewehre soll sich in Händen von Zivilpersonen befinden. Große Mengen von Mumliou und Hands^anaten sind aus den Depots entwender. Dagegen soll die Schvtzmannschaft ohne Waffen die Ordnung dWchstibv-«. Das Berliner Militär ist zum Teil ohne Waf'en. zum andei'en Teil vollständig unzuverlässig Eine Möglichkeit, in Berlin sichere Verhältnisse zu schaffen. ist bis zum Zusammentritt der Nationalversammlung nicht gegeben. Darum mich der Gedanke ernsthaft erwogen werden, die kommende Nutionaivcrsammlung an einem Orte tagen zu lassen, in dem das Ratwnastarlament wirklich ohne Veeinflussung der Straße und unabhängig von äußeren Ein- Wirkungen seine Beschlüsse fassen kann."
München, 26. Nov. In der „Münchener Post"^ die in da Schweiz feit gcraunnr Zeit durch eine führende Persönlichkeit der bayersschen Soziakdemolralre vertreten ist. wird heute übe, Amerikas Stellung Deutschland u. a folgendes geschriebene „Nack den bisherigen Nachrichten ist Berlin zum Brenn-' pv-nkt einer Gruppe ^worden, deren Sieg den Antergang der deutschen Kultur und des europäischen Friedens bedeuten würde Es ist nicht richtig, onzunehmen. daß Amerika Bolschewik! und Sozialdemokraten in einen Tops wirft und unter dein Deckmantel eines Brrgeberrs gegen die Sparlokns-leute einer freiheitlichen sozialdmokratifck>en Ncvol,rticn Deukschlands einen Riegel vorschieben möchte. Amerika will nur einen aus breiter völkerrechtlicher Grundlage ruhenden dauernden Frieden in Europa und in der Welt. So groß diese Ausgabe rst. Wilson wird Amerikas Willen durcksetzen. Er bot militärisch und Wirtschaft- lich die Macht dazu, die Macht und diesmal wohl auch das Recht. Wird in Berlin nicht sehr rusch urd sehr nachdrücklich Wandel geschaffen, so steht dem deuff^en Volke zweifellos eine harte Prüfung bevor. Mit einer schwächlichen, von unklaren Zielen hin und her geworfenen Regierung wird kein Friede geschlossen, vielleicht auch kein Vorfriede. Dre Dolksbeaustragten der Reichs- regarung mögen diese aus sicherer Kenntnis der Lage kommende Mahnung nicht überhören. Einer festgegründelen Volksregierung. die im Bewußtsein, den Willen einer überwältigenden Mehrheit der Nation zu vertreten, den Mut findet, einer Minderheit phantastischer sozialpolitischer Divisektoren gebieterisch entgegcnMreten. würde Amerika und mit ihm notgedrungen Frankieich^ England und Ibalien den Frieden nicht weigern, und es war? der Friede, den Wiffon vorausgcsagt. Daß aber Amerika diesen Frieden, bei unrühmlicher politischer Trägheit des deutichen Volkes, durch Spartakus und Bolschewismus auf elMne Faust erzwingen würde, ist außer Zweifel."
Gin Vorschlag rar Güte.
Berlin, 29. Nov. (WB.) Die deutsche Negierung übermittelte durch Vermittlung der Schweizer Negierung folgende Ncte an die englische, belgische, italieuijche und amerikanische. Regierung:
Für die Herbeiführung des Weltfriedens, für die Schaffung dauernder Sicherheiten gegen künftige Kriege und für die Wiedel Herstellung. des Veltraueas der Völker untereinander erscheint es dringend geboten, die Vorgänge, die zum Kriege geführt haben, bei allen kriegfübrenden Staaten in allen Einzel- he:ten aufguklären. Ein vollständiges wahrheitsgetreues Bild der Weltlage und der Verhandlungen zwischen den Mächten im Juli 191t und der Schritte, welche die einzelnen Regierungen in dieser Zeit unternommen haben, könnte und würde viel dazu beitragen, die Mauern des Hasses vnd der Mißdeutung nieder- Anreißen, dre während des langen Krieges zwischen den Völkern errichiet worden sind. Eine gerechte Würdigung der Hergänge bei Freund und Feind ist die Vorbedingung für die künftige Versöhnung der Völker, ist die einzige mögliche Grundlage für einen dauernden Frieden und für einen Bund der Völker.
Die deutsche Regierung schlägt daher vor. daß eine neutrale Kl»mmi>sion zur Prüfung d^r Frage der Schuld am Kriege eingesetzt uerde, die aus Männern bestehen scll. deren Ehrrolter und politlshe Erfahrung einen gerechten Urteilsspruch gewahr-' le'sten. Die Regierung;n säwllicher kriegführenden Mächte mußten sich bereit ertlaren. einer solchen Kommission ihr gesamtes Urkaudeunialerial zur VersÜLung zu stellen. Die Kom<


