Ausgabe 
1.12.1918
 
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Uiimmer 2S3 ssinjelpreig iüS, Montast. den 1. De-rmder 1918 11. Johnny.

Die .,1 cne o aceareitnng" tndjeuit «eben Uiierltar. Nepelmaßrge BeilagenDer Dauer aus Hessen".Die ^pinnssnbe". Seruaspreis: Be, den Poitanftalten v,erleliahrl,ch Ml. 2.70 hinzu iiiti noch das Bestellgeld: ''ei den Älrenten monatlich 1.00 Ml. einschließlich Tragerlohn. ^nreigen: Grund,erle 25 Psg.» lofale 20 Big^ Anzeigen von auswarrs oeroen durch Vo4nachna,m« erhoben. Eriiillunnson ^rteobera. Hchrittleituna nnd vertan vriedbe'n liegen!, ^anauerlraqe 12. ^ernoreher 48. Bo t, >,et. 5onto Jlt. 48'»!). U nt ^tantfuft a. M.

£if inriidKffirStni Mfhr-ßillitilifn.

ITm Zweifel zu beheben, wird darauf hingewlefen. daß sämtliche bisher vom Waffendienst zurückzestcllten Wehrpflich­tigen als aus dem Heeresdienst entlassen gelten, ausgenommen die Angehörigen der Jahrgänge 1898 und 1899, die zum Hee­resdienst einberus-en und gleichgültig ans welchem Grunde wieder entlassen waren. Diese werden von den Brzirkskom- rnandos dem nächstgclegenen Ersatztruppenteil ihrer Waf'engab- hinfl überwiesen.

Gesuche um weitere Zurückstellung bezw. Entlastung aus dem Heeresdienst, wie sie zur Zeit häufig hier und bei der Kriens- amtssteNe noch eingehen, sind daher nicht mehr notwendig. Für Angehörige der Jahrgänge 1898 bis 99 kann ihnen zunächst aus keinen Fass stattge^eben werden.

Frankfurt a. M.. 30. November 1918.

Im Aufträge des Arbeiter- und Soldatenrats:

Das stellvertretende Generalkommando 18. A.-K gez. v. S 1 u d n i tz , Generalmajor.

pif WcMriiÜf im l'liksr^iMk'l Inöiiflriffflnft

BtenÄfurt a. 30 Nov. (WB.) Wie der Slaatskom- mistar für Demobilmachung mitteilt, haben Arbeitskräfte im linksrhclni'chcn Industriegebiet entgegen aller Zurückziehungs- gerüch^e auf ihren Arbeitsstellen zu b-leiben. Die in dem zu räumenden Gebiet beiderseits des Rheins wohnhaften Heeres­angehörigen können mit Ausnahme der Jahrgänge 1896 bis 99 dorthin entlasten werden. Die Befürchtungen, daß die feind­liche Heeresleitung die We^r-flich'iaen entweder als Kriegs' geangene oder zu Arbeit-Hecken abfuhren laste, entbehrt jeder tatsöchlicken Grundlage. Diese Mahnahmen gelten auch für die Brückenköpfe Köln. Koblenz und Mainz.

Der Arbeiter- und Soldatenrat Frankfurt a. M.

Klndenbnrg und die A.-S.-^iäte.

Dem stellvertretenden Generalkommando 18. A.-K. ist nach­stehende Drahtung aus Wilhelmshöhe von der Obersten Heeres- leitung zugegangen: Nachdem die Delegierten der Bundesstaa­ten den Beschluß gefaßt haben, daß bis zum Zufammentre'en der Nationalversammlung die Arbeiter- und Eoldatenräte als Repräsentanten des BolkZwillens zu betrachten feien, weise ich darauf hin, daß Konflikte mit diesen Körperschafren zu vermei­den sind Festnahme von Perfön-lichkeiten. die dem Arbeiter- und Soldatenrat an gehören durch die Kommandobehörden und Truppen ist strengstens verbot. Wenn einzelne Mitglieder der Rate in unzulässiger Weise in die Maßnahmen der Kom­mandobehörden für die Rückführung des Heeres eingreifen. ist dies unverzüglich der Obersten Heeresleitung unter Darstellung des Falles zu melden. Die Reicksregierung ist ersucht, die Ar­beiter- und Soldgienrate enzuweisen. den militäriscken Anforde­rungen der Kommandobehörden des Feldheeres für die Rück­führung der Truppen wackzukommen und sich jeden eigenmäch­tigen Eingriffes zu enthalten, andererseits dürfen auch Kom- mandoöehörden und Truppen nicht in die örtlichen Angelegen­heiten der Arbeiter- und Soldcteuräte eingrcifen. Beschwerden in dieser Richtung sind an die stellv. Generalkommandos zu lei­ten. Da eine scharfe Abgrenzung der Befugnisse nicht möglich ist. mir erwartet werden, daß von den Truppen des Feldheeres unter Berücksichtigung der Gesamtlage nichts unternommen wird, was Erregung unter der Bevölkerung herbsiführen könnte. Dies gilt insbesondere auch hinsichtlich des Vorgehens gegen rote Fahnen und Abzelcken: an diesen soll, wenn sie in würdiger Form gezeigt od?r der Trupp? etwa in Gestalt von Blumen und dergleichen zur Begrüßung dargebracht werden, ebensowenig Anstoß genommen werden, wie von den A.- und S.-^en und von der Bevölkerung das gleiche hinsichtlich anderer Abzeichen und Flaggen erwartet werden muß.

grz v. H i n d e n b ur g.

Durückleehrcude ibrnppcr».

Berlin, 90. Nov. Das Gouvernement Köln teilt mit: Die lebten deutschen Truppen haben am 4 . Dezember, vormittags 6 Uhr den Rhein zu überschreiten. Alle Militärpcrsonen, die nicht ordnungsmäßig entlassen find und sich nach dieser Zeit auf dem linken Rheinufer aufhalten. laufen Gefahr, interniert zu werden. Die Bezirkskommandos setzen Ihre Tätigkeit fort.

Düsieldorf. 30. Nov. (WB.) Der beschleunigte Rückzug aus dem linken Rheingebiet Lei Düsseldorf wurde trotz aller Schwierigkeiten in der Nacht beendigt. Gegen 5 Uhr über­schritten die drei letzten Divisionen die Nheinbrücke: auch alles Material war herübergefchasft. Infolge des großen Truppen- andrangs glich die Stadt zeitweilig einem großen Heerlager. Die Besetzung wird in der folgenden Nacht oder Sonnt-ag früh erwartet.

*

Bern«, 1 . Dez. (WB.) Die Räumungen km Oberost-Ge- Ltet nehmen ihren planmäßigen Fortgang. Daaö. Mooa.

Rarwa. Pleskau. Ostrom und Bobruifk sind geräumt. Drei Infanrerie Regimenter der Heeresgruppe Mackensen find in Oderberg eingetrossen.

Die deutschen Fnnkenstatkonen.

Berlin, 29 Nov. (WB.) Die ZentralsunNeitung gibt be­kannt: Das ..Berliner Tageblatt" brachte an, 29. November,

abends, die Meldung, daß sich sämtliche Funkenstationen in der Hand von Unabhängigen, die der Spartakusaruppe nahestehcn, befinden und daß diese Unabhängigen ihren Wünschen entspre­chende Nachrichten verbreiten. Demgegenüber stellen wir fest, daß sich sämtliche deutsche Funkstationen unter der Kontrolle der Volksbeauftragten, aller interessierten Neicksstellen und des Vollzugsrates befinden, so daß jeder Mißbrauch durch irgend eine Partei ausgeschlosicn ist.

sie Ilrlirrrfllif irr Llaike üffiM

Berlin, 30. Nov. (WB) Wie wir von zuständiger Stelle erfahren ist die Abgabe von Kriegs:clüffen zur Inter­nierung beendet, bis auf das LinienschiffKönig", den kleinen KreuzerDresden" und ein Torpedoboot. Letztere werden Anfang Dezember nach England überführt. Tie letzte N-Bootstaffel ist am 29. November von Helgoland in See ge­gangen. Es sind damit im ganzen 122 U-Boote zur Ab­lieferung gelangt. Mit dieser Staffel fährt auch der Dampfer der die noch abzustesernden Torpedos transportiert.

In der Ostsee sind die Näumungsarbeiten an Minen und Netzsperren im Gange. Sowphi der Langeland-Belt, wie auch der Sund sind ohne LosifÜrbikse passierbar. Tamil sind die Wege in der Ostsee frei und die diesbezüglichen Bedingungen des Waffenstillstandes erfüllt. Auch Trans­porte in der Ostsee sind nunmehr in die Wege geleitet. Hier­zu sind aus Petersburg kommende Kohlendampfer bei ihi-er Rückkehr herangezcgen und man hofft, aus Finnland und Reval den Abtransport in 14 Tagen zu bewe'.ckstell'igen. Es st'lgt dann bei Abtransport aus Lioau, der längere Zeit in Anspruch nahmen wird.

lieber den Aufenthalt der deutschen Kriegsschiffe in Eng­land ist noch nichts näheres bekannt. Nach den letzten Mel­dungen standen sie vor dein Firth of Forth. lieber das Minensuchen in der Nord^ö sckvweben mit den Engländern zurzeit noch Verhandlungen.

Die in Sebastopol liegenden russischen und deutschen Schiffe sind an die Alliierten übergeben worden.

Bcrl h, 30. Nov. Das letzte U-Voot, U. 117, ist (jente in England interniert worden.

i'f lii'mi'mtna trr Awtt IKaibrnirn

ist, wie von zuständiger Seite bestätigt wird, tatsächlich von französischer Seite von der ungarischen Negierung ge­fordert worden. Begründet wird die Forderung mit den Bedingungen des zwischen Ungarn und General Frenchet d'Esperay abgeschlossenen Waffenstillstandes, der die Räu- m::ng des ungarisck-en Gebiets durch die deutfck)en Streit- k'.öfle bis zum 19. d. Mts. vorsiah. Sinngemäß kann für die deutsche Negierung nur der Vertrag von Eompiegne in Frage kommen, der ohne Fristsetzung lediglich die Zurück' ziehung der deutschen Okkupationstruppen hinter die Grenzen von 1914 fordert. Dieser Vertrag ist zudem später abge- fchlossen als der französisch-ungarische und müßte demnach bezüglich der Truppen Mackensens als eine Erweiterung des letzteren aufgefaßt werden, i§m so mehr, als von französischer Seite keinerlei Vorbehalt geltend gemacht wurde. Der französische Versuch, sich jetzt auf den älteren, weil in seinen Bedingungen fchä'.-feren Vertrag zurückzutziehen, entspricht durchaus der allgemeinen Taktik, keine Gelegenheit zur Er- Mwerup.g der deutschen Sitrration ungenützt zu lassen. Wir hoffen jedenfalls, daß dem ganz und gar unberechtigten Ansinnen der Franzosen unsererseits entschieden entgegen­getreten wird.

Cs handelt sich bei den Truppen Mackensens um insge­samt 10 Divisionen mit erheblichen Munitions- und Materialmengen, Schon die Fristsetzung bis zum 19. Novem­ber in dem französisch-ungarischen Vertrag bedeutete ein un- möglick'es Verlangen angesichts der Lage der Verkehrsvev- hältnisse in Ungarn. Immerhin haben wir von unserer Seite alles getan, auch durch Gestellung von rollendem Material, um den Abtransport der Truppen zu beschleunigen.

Feindeslob klingt.

Bern, 26. Nov. (WTB.) Don dem Berichterstatter des amerikanischen Pressedienstes bei einer Sondcrkommission bei einer amerikanischen Armee wird unter dem 22. Novem­ber erzählt, daß die Teartsck-en, die große Vorräte an Lebens­mitteln und Munition mit sich führten, durch das schnelle Vor­rücken der amerikanischen Abteilungen an der luxemburgisch­

deutschen Grenze überrascht worden seien. Währcird dr« Deutschen auf dem einen Ufer des Flusses dahiirzogen, tonn- ten sie die Amerikaner arrf dem anderen User mar schic, e sehen. Darauf sandten sie einige Offiziere zurück, um die Amerikaner zu erstlchen. nicht so schnell vorzurücken, da es den Deutsck-en unmöglich sei, so rasch nbzumarschieren. olm« in Unordnung zu geraten. Es blieb den Amerikanern nickt- übrig, als ihre Bewegungen zu verlangsanren. Ter Bericht schließt: T:e allgemeine Absicht des deutschen Kriegsvoitz'» ist, die besetzten Gebiete ohne Tumult zu verlassen, die Ver­wirrung i:n Transportwesen febeint zu Ende zu sein. Trotz der Nr?derlage scheinen die Deutschen guter Tinge zu sein. Die abz'ehende Arniee laßt wenig Ausrüstnngsgegenstäude zurück und singt auf dem Rückzug Marschlieder. Ter allge­meine Eindruck herrscht, daß. obschon geschlagen, die Deut­schen mehrt besiegt sind. Ihre Haltung den Amerikanern gegenüber ist gutmütig. Nach allen Berichten gehörst,en die Truppen trotz der revolutionären Gerüchte ihren Ossi­zieren. und es ist wenig Unordnung zu sehen. Lebensmittel scheinen unter den deutschen Truppen in Mengen vorhanden zu sein. Man hat hier den Eindruck, daß die Besetzung des deutschen Gebiets friedlich verlaufen wird und daß die Ame­rikaner nicht wünschen, ihren Einmarsch in Dentfckand be­drückend zu gestalten. Es bestehen wenig Anzeichen, daß das Ueberschreiten der Grenze Unr-uhen Hervorrufen wird.

gif Uühlfn zur 1lfltionfl!üfr:anun!niig.

Wahltag 16. Februar.

Berlin, 30. Nov. (WB.) Der Nat der Volksbeauftrag­ten nahm in seiner gestrigen Sitzrrng eine Verordnung rsibcr die Wahlen zur verfassunggebenden Nationalversanmr- lung (Neichswahlgesetz) an. Das Wahlrecht wird den Grund­sätzen des Aufrufs vom 15. November 1918 entspr-echen. Das Reich nird in dem Gebietsnmfang vom 1. August 1914. ohne daß damit der Entscheidung der Friedensverträge vorge- grifsen wird, in 38 VerhältniswahIkreUe eingeteilt. in denen nach der Einwohnerzahl je seck>s bis zehn Abgeordnete zu wählen sein werden. Die Wahlen sollen, vorbehaltlich der Zustimmung der am 16. Dezember 1918 zusanrmentretenden Neichsversanrmlnng der Arbeiter- und Soldatenräte Deutsch­lands, am 16. Februar 1919 stattfinden. Das Neichswahl- gefetz und die dazu gehörige Wahlverordnung werden morgen im Neichsgesetzblatt verkündet werden.

Berlin, 30. Nov. Tie Wahlordnung zur konstituierenden Nationalversammlung bestimmt, daß auch Personen des Soldatenstandes berechtigt sind, an der Wahl teilzunehmen. Ausgeschlossen vom Wahlr-echt ist 1. wer entmündigt ist oder unter vorläufiger Vornrundschait steht. 2. wer kraft re.ckts- kräft.gen Urteils der bürgerlichen Ehrenrechte ermangelt, dlrmenunterstützung und Konkurs sind nicht mehr Gründe für den Verlust dos Wahlrechts. Voraussetzung der Be­rechtigung zur Wahl ist einjährige Neichsangehörigkeit. Aus du:ch/chnittlich 150 000 Einwohner, berechnet nach der Volks­zählung vom 1. Dezember 1910. fällt ein Abgeordneter. Ein Ileberschuß von mindestens 75(00 Einwohnern im Wrrhb bezirk wird den vollen 150 000 gleichgesetzt.

Der Termin, bis zu dein die Wahllisten auszule^en sind, ist noch nickst festgelegt. Die Wahlvorschläge müssen von mindestens 100 Wahlberechtigten des Wahlkreises unter­zeichnet sein. Sie dürfen nicht mehr Namen tragen, als Ab­geordnete im Kreiie zu wählen sind. Mehrere WaHlvor- ''chläge können mit einander verbunden werden. Die Ver­bindung mutz vor den Unterzeichnern der betreffenden Wahl­vorschläge oder ihr-er Bevollmächtigten iibereinstimmend bis zu einem bestimmten Termin beim Wahlvorsteher ange­meldet werden. Eine solche Verbindung kann nur gemein­sam zurückgenommen werden. Zur Prüfung der Wahlvor­schläge und der Verbindung der Listen wird in jedem Wabl- kl-eis ein Wahlausschuß aus einem Vorsitzenden und vier Bei­sitzern gebildet, der mit Stimmenmehrheit entsäicidet»

Aus dtsn Groh-Nrilnfr Arbkilfrrat.

Berlin, 29. Nov. Beratung des Grotz Verliner Arbetter- ro.ts. L o e w : Wäre die Revolution durch ein klasienbewuß- tes Proletariat vollzogen worden, dann Hütte es nrcht vor den Eeldsäcken des Kapitals Halt gemacht. Die Menschheitobefreiunq fomi nicht von Ebert und Scheidcmann ausgehen. Bufje: Tie Mehrh^itssozialdomokratie trägt mit Schuld am Völker» mord (Beifall und Widerspruch), weg mit den Leuten, die un» während der langen Kriegszeit verraten und betrogen haben! Relchstagbabg. Hermann Müller (Reichenbach): Im Reich

ist die Mißstimmung gegen Berlin ungeheuer. Das po!it»!ch« Leben läßt sich durch Dekrete regeln, nicht aber das Winscholl» leben, sonst kommen wir dahin, wo Rußland durch feinen D^ kretismus hingekommen ist. (Zuruf: Wo ist etz denn? RußlanG ist tot. Rufe: Durch deutsche Macht). Nein, durch Vorgänge im Wirtschaftsleben. Wir mlisten zu einheiliich<R Richtlinien kommen, wir müllen Autorität bade», das durckiu«