Doi» der Zwangswirtschaft zuw Gewa! 1 sozia!Lsmtts.
Dsr fl^ialjstiscke W'rischaftspolitiker Laiwer fchreivtr
ft'ift fünf Jahre lang hat man dem Vo'ke In allen »einen Suchten die Lehre ren der Allmacht der politischen Gewalt! auf wirnckaftsubem Eediete nicht nur gepredigt, sondern man hgt sie auch durchzuführen versucht, und zroar in einer Weise die die wirtschaftliche Ordnung in zunehmende Auflösung ge- ^ bracht. Treu und Glauben im Verkehr tn steiaend-m Mast' v-r- nicht't hat. Nunmehr wuudrrn sich weite Kreise, daß mij der pol'iisclken Umwälzung die Saat der Zrr-an.r-.'wlrtsckaft ihre Früchte tragt, nachdem diese selbst die grundls«enden Varans- setzungen für die politische Umwälzung etfi geschaffen hat. Es ist gam verständlich, wenn auch vom wirffchaftlichen Siandpunkt aus durchaus verkehrt wenn die augenblicklich-im Besitz d-er politischen Mack^ befindlichen Parteien ihre st.zialistiscken Ideale dinchzusttzen sich anschick-n. Sie setzen die Dr. T:ftnbart-5?ur nur fort, d't vorher schon das Wirftchgstsleden- über sich ergeben lallen muhte. S:e sind d'abei nur sysiemcrischrr und radikaler Der Zwangswirtschaft wie dem tzewalrfv.zraltsmus liegt d'i gemeimadne Irrglaube ergründe, dah mittels politischer Mach- den: Wrrtfchaftsleben eine ihm innerlich fremde Ordnung ar'sgczwrmgen werden könne. Am k-s.nfcgnent?sten und schörfftcn rerrreten diesen Irrglauben drc Bollchee-rsten die das Eigentum. tct ollem das Kapitale,gentum. erst gründlich abschuffen wollen bevor an den Aufbau e-n<r neuen Ordnung gedacht werden könne. Tie übrigen sozialistischen Strömungen stnd in der Konseguenz des Irrglaubens viel weniger scharf, weil sie vor der weitgehenden Vernichtung des Mrffchaftslebns, welche d:e Voraussetzung für dls Erfüllung des Bolschewismus ist. zurück sch, ecken weil sie erkennen, dafi die Arbeiterschaft durch einen solchen Vernichtungsprozeß am schwersten zu leiden haben würde.
Aber diese Erkenntnis reicht nicht aus. um die unabhängige und abhängige Sozialdemokratie von dem Irrglauben ab.zu- treiben, der jeglicher Zwangswirtschaft und jeglichem Gewalt sozialismus eigen ist. Ruch ne haben die Reicht, mittels poli- tllcher Macht und Gewalt das Wirtschafte!-.den zu sozialisieren oder doch einen Ter! der Produktionsmittel zu verstaatlichen. Das Wirtschaftsleben läßt sich aber nur auf Kosten seiner Gesundheit und seines W.ch!ergebenH vergewaltigen. Der Kampf zwischen Arbeit und Kapital ist ohne schwere Schädigung ui: afTe Teile eines Volkes nur mrt wirtschaftlichen Waffen auszu trageu. nicht mit der Anwendung von politischen Gewaltmitteln.
Es hat ganz den Anschein als ob kn Deutschland diese Lehre erst erper tme: tell gefunden werden mühte, bevor jene Ausfastung des Sozialismus obsiegt, die allein den sicheren wirtschaftlichen Auftiteg des gesamten Volkes in allen seinen Schichten genehr- lcrsten kann Unter dem wirtschaftlichen Mißerfolg gewaltjozio- l.siecher Erperimente wird man der von vrs getragenen Auf- fastung des Sozialismus steiaende Aufmerksamkeit schenken, die bksber so gut wie ganz gtTeMt Hai. E Svstem der Zwangs- wrrrschaft hat sich an ihren Urhebern zum Teil schon schwer ge. rächt, aber wir sind noch lange nicht am Ende se.ner Wirtschaftern und politischen Konfeguenzcn. Aus den Leiden und Schmerzen. die seine Answirkung schon gebracht hat und noch weiter bringen wird, wächst lengsam aber sicher jene Auffassung des Sozialismus hervor, die allein dem Wesen des Wirtschaftslebens entflicht Dis die Führer Deutschlands freilich zu dieser Auftastung gelangt sein werden, durfte noch viel Unheil und StaNn dem deutschen Wirtschaftsleben und damit sen- deutschen Vofte dadurch zugesugt werden, daß der Glauben an d'e Allmacht der politischen Gewalt dem Wirtschaftsleben gegenüber vorherrschend bleibt. ö d
Jm Sturm der Nkelkcn.
«in TM« STuf unj> Ab, so stell, sich die Geschichte des be»k- ^)LN Volkes^ dar. Von der Höhe und dem Glanz des alten Kaisertums führte sie in die Niederung des Westfälischen Friedens mit der Ohnmacht und Zerrissenheit des staatlichen Le- bens. Der großen friederizionffchen Zeit folgte ein Jena und fchTvere Zeit der Fremdherrschaft. Diese ewige Wellenbewegung stand mckt still. Deutlich erkennbar ist sie und stehj noch vor a.-er Auge n wahrend des V erlaufes des letzten Jahrhunderts.
von Lekpzkll über Ollmütz führte die Entwicklung nach Cedcm und Versailles. Auf der Höhe des Ansehens und der Macht standen Reich und Volk. Und wieder setzten gewaltige Wellenbewegungen ein im Jahre 1914. Ein nationales Erwachen begann und ein nationales Derftachen folgte. wie kaum die deutsche Geschichte je gesehen. Jäh ist die trotz aller Schwankungen deutlich erkennbare Aufwärtsentwicklung des deutschen Volkes unterbrochen worden. Das auf höchster Stufe wenschheit- licher Entwicklung stehende deutsche Volkstum ist in Gefahr, zu versinken in das wesen- und staatenlose Nichts, das der auf russischem Boden gewachsene Bolschewismus hernufbeschwört. Nicht nur die Hungersnot mit ihren furchtbaren Begleiterscheinungen erwächst aus seiner auflösenden Tendenz, er häuft auch auf das deutsche Volk die Schmach und Schande, dulden zu wüsten, daß infolge der militärischen Schwäche wertvoller alter deutscher Vo^bsoden ein Raub dsr Nachbarvölker wird, und setzt uns' der Gefahr der Besatzung durch die feindlichen Heere aus.
Unermeßlichen, nicht anszudenkenden Schaden mußte also ein Siea der Spartakusleute mit sich bringen. Deutschlands w-rtickcnNicke Neuaufrichtung wäre, wenn nicht für immer, fo doch mindest:ns für lange Zeit dahin. Aber kaum jemals könnten die sich aus einer feindlichen Besatzung mit den farbiaen Hilfstruppen für das deutsche Volkstum ergebenden sittlich- nationalen Folgen überwunden werden. Auf diele Folgen hin- zuwersen galt in den letzten beiden Jahren in gewissen Kreisen als ein Verbrechen an dem Glauben an den Verstöndigungs- ftieden. Heute aber, da selbst Herr Eczberger. der sich vermaß, in zweistiin-diger Unterredung mit den feindlichen Staatsmännern einen annehmbaren Frieden zu schaffen, erklären muß. daß die Feinde trotz der bedenklichen Zustande nicht das geringste Entgegenkommen zeigen, beginnt ein furchtbares Erwachen au? den Träumen der völkerbrudernden Verständigung. Jetzt, da die bis zuletzt stegreich-en deutschen Truppen kampflos auch das deutsche Land am Rhein raumen, und da die Revokuftonsregie- rung ans eigener Machtvollkommenheit ohne die parlamentarische Vertretung des Gefcrmtvolkes zu hören bestrebt ist. den einschneidendsten Maßnahmen gesetzliche Kraft zu geben, folgt der hochgehenden Woge aus den ersten Novembertagen wieder eine andere, deren Kraft und Bedeutung zunebmen wird, wenn die Regierung nicht rückhaltlos mit den Bestrebungen bricht, die^ den Zusammentritt der Nationalversammlung vereiteln wollen. Daß geht klar aus der Depesche hervor, die für die soualdenockratische Organisation der oberen Rheinprovinz der leitende Redakteur der ..Rheinischen Zeitung". Johann Meerfeld, an die Berliner Negierung gerichtet hat:
„Die kommende feindliche Besetzung verursacht nn Rheinland eine neue nationalistische Melle, die unsere Errungenschaften gefährdet. Wir ersuchen dringend, die Wahlen zur Nationalversammlung zu beschleunigen. Die Trennung -von Kirche und Staat darf nur durch die Gesetzgebung eines rechtmäßigen Parlaments erfolgen."
Die Regierung mag das als ein Sturmzeichen werten. Die aus der Diktatur einer Minderheit geborene Vergewaltigung erträgt ein Volk auf die Dauer ebensowenig wie die Unterjochung durch fremde Eroberer. Und wie im Rheinland besonders die Frage der Trennung von Kirche und Staat die Gemüter bewegt, so bewegt das ganze Volk ohne Unterschied der Gaue die Frage der Vergesellschaftung und Sozialisierung des Eigentums. Das nicht nur als Ausdruck eigensüchtiger Motive, sondern in Erkenntnis der großen wirtschaftlichen Schaden für die Gesamtheit, die sich aus der Vernichtung der Einzelwirtschaft ergeben. Jeder einseitige, diktatorische Zwang weist selbst im „Vorwärts" Dr. A. Hofrichter hin:
„Die sofortige Vergesellschaftung oller Produktionsmittel, der unmittelbare Uebergang aus dem kapitalistischen Gegenwartsstaat in den sozialistischen Zukunftsstaat hängt von der überzeugten Mitarbeit der ungeheuren Mehrheit des Volkes ab und setzt einen gewissen Reichtum an Produktionsmitteln und Rohstoffen voraus. Ein im wesentlichen agrarischer Staat kann besteben, wenn auch seine Industrie ruiniert wird: ein industrieller Staat wird durch grobe, übereilte und schädliche Eingriffe tödlich getroffen. Zu verwirklichen ist die Vergesellschaftung der Produktionsmittel in einem so ausgesprochen industriellen Staate wie Deutschland nur dann, wenn eine qualifizierte Mehrheit der Bevölkerung, ganz besonders
aber mich die geistigen Arbeiter, §sn der Noiw«StzzML strichen Unternehmens not! überzeugt sind und an ihm bewußt Mitarbeiten. Mit anderen Worten: nur die Vertretung des ganzen Volkes, nur die Nationalversammiuna kann die letzten und schwersten Probleme unserer Gesellschaftsordnung lösen. Jeder andere Versuch führt zur Diktatur, die mehr als ein Verbrechen, die ein Fehler und ein naiver Mnfinn dazu {ft. Denn sie ist von vornherein wirkungslos sie kann nur zerstören, nicht aufdauen. Die neue sozialistische Wirtschaft laßt sich nicht dekretieren sie muß geschaffen werden, sie ist ein technisch-organisatorischer Prozeß."
Wird also die Nationalversammlung ausgeschaltet, errincch der Spartakusbund die Oberhand, dann ist die Anarchie die Folge und für die Entente der Zeitpunkt der Erfüllung ihrer Hoffnung auf die völlige Besetzung Deutschlands da. Das muh vermieden werden, darf nicht zur Tat werden, >xnn sonst wärc das deutsche Volk am Ende seiner Geschichte. Es würde aus- gelöscht werden unter den Völkern.
Und Inuit auf's nrnl
»Und liegt im Staub der Kronen Glanz,
'^riraut und rührt die Hand und glaubt.
Seht her. ein junger Eiäienkranz Lcgt sich um eurer Göttin Haupt.
Tut eure Pflicht! Erkennt die Zeit! schafft Ordnung in den Trümmergraus,
Und baut aufs neu', stellt euck bereit Statt Scklossesprunk ein festes Haus.
Nicht Reichtum dient uns zum Beglücken,
Und nicht nur die Brillanten schmücken.
„Der Mammonsgeist bracht' uns zu Fall,
Gebt nie dem fremden Geist mebr Raum.
Ihr deutschen Brüder, sammelt all Euch unter'm heil'gen Eichenbaum.
Reicht euch die Hand in Lieb und Treu'
Nnd denkt und dicktet, werkt und schafft!
Schon im Entschlüsse wächst euch neu Die göfterreiche. deutsche Kraft.
So wendet auch aus Weltvrandsgluten Für uns sich alles noch zum Guten.
(Walter Schulte vom Brühl aus Neckarsteinach in der „Tägl Rundschau^.
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Kirchliche Nachrichten.
Evongekifche Gemeinde, l. Sonntag im Advent, 1. Dezember 1918. Gottesdienst in der Burgkirche.
Vormittags 8 Uhr: Militärgottesdienst. Herr Psarree Kleberger.
. Vormittags 9% Uhr: Herr Direktor Schoell. schiedspredigt. — F-iep des hl. Abendmahls.
Vormittags 11 Uhr: Kindergotte§dier>st. Herr Psarrvx
Ritter.
Nachmittags 5% Uhr: Herr Pfarrer Kleberger.- Kollekte für die Herberge zur Heimat.
Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach.
10 Uhr Gottesdienst. 11% Uhr Jugendgottesdienft.
»
Katholische Gemeinde.
Sonntag v-n t Dezember 1918, 1. Sormlag sm Abvent Beichtgelegeriheit am Sam-tag vor, 4 Uhr an »nL Sonnlcw? ?rüb v°n 6 Uhr an.
Uhr Frübmefte.
8 Uhr hl. Messe. Gemeinsame hl. Kommunion der Mna» linge.
Uhr Horbamt mit Predigt.
Nachmittags 2% Uhr Rosenlranz-Vruderschafts-AndaK mit Segen und Umgang.
Mährend der Moche: Um 1 / 2 ? Uhr hl. Messe, um 7 Uhe Rorakeamt.
Freitag abends &/ A Mr: Bitt-Andmacht
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