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Widerrechtliche Gefangennahme deutscher Truppen.

Span, 21. Nov. General von Winters<dt übergab ln -ex heutigen Vollsitzung der Wafsensüsiand»kLMtmjlion folgenden Protest:

Die deutsche Heeresgruppe D meldet:

Entgegen den Zungen zu den Waffensirllstandsb^ brngnngen, wonach die Truppen unterer Gegner unseren Truppen derart folgen sollen, daß eine Sicherheitszone von 10 Kilometer zwischen den gegenüberstehenden Streitkräften stets gewahrt bleibt, find fianzöl'isihe Truppen bereits am 17,11. 6 Ubr abends in Schlettstadt eingerückt und haben dort

1. das Ers. Regt. 2.

2. Bau trupp der Tivisions-Fu-Abtlg. 235 und

3. das llebergabekommando für den Armeenachrichtenpark

Schlettstadt unter Lt. Scbafirt.

festgehalten und interniert. Nach Schlettstadt gesandte Parlamentäre sind unverrichteter Dinge zurückgekehrt. Ebenko hat ein an Heeresgruppe Eastelnau gerichteter Funk- Spruch um Freigabe der internierten Truppen zu keinem Ergebnis geführt. Eine Berechtigung zur Festnahme der aufgeführten Truppenteile lag nicht vor.

Daß die Franzosen an dieser Stelle nicht bestrebt waren, die Festsetzungen des Waffenstillstandes zu ballen, haben sie auch dadurch gezeigt, daß sie in den nächsten Tagen von Schlettstadt aus unseren Truppen unmittelbar gefolgt sind."

ssrkkkn'g dkr llfidisbüffmi).

1. Tie Aufrechterhaltnng der Einheit Deutschlands ist ern dringendes Gebot. Alle deutschen Stämme stehen ge­schlossen zur Republik. Sie verpflichten sich, entschieden im Sinne der Ideichseinheit zu wirken und separatistisch^ Be­streb,?n zu bekämpfen.

2. Der Berufung der konstituier Nationalversamm­lung wird allgemein zugestimmt, ebenso der Absicht der Neichsleit'ing, die Vordere!irmgen zur Nationalversamm­lung möglichst bald durchzusiihren.

3. Bis zum Zusamm: tritt der Nationalversammlung find die A. u. S.-Nate d'icy n entanten des Vokswillens.

4. Tie Reichs lei tu ng wird ersucht, auf schlermige Herbei­führung eines Präliminarfriedens hinzuarbeiten.

Aus der Vorgeschichte des Krieges

München. 24 Nov. (WTB.) Der bayerische Ministerpräsi­dent und Minister des Aeußern Kurt Eisner hat vor kurzem bei der Reichsregierung den Antrag gestellt, die Akten über den K»iegsursprung zu veröffentlichen. Diese Anregung war durch die Einsicht veranlaßt, daß nur durch volle Wahrheit jenes Ver­trauensverhältnis zwischen den Völkern hergestellt werden könne das die Voraussetzung für einen Frieden der Völkerversöhnunq ist. Der bayerische Ministerpräsident wird seinerseits bemüht sein, aus diplomatischen Urkunden des bayerischen Dienstes auf- tlärende Beiträge zur Vorgeschichte des Weltkrieges zu veröf­fentlichen. Vorerst seien aus den Berliner Gesandtschaftsberich- ten des Grafen Lerchem> c; ige Einzelherten mitgeteilt.

In einem Bericht vom 18. Juli 191-4 hat der bayerische Ge­sandte Graf Lerchenfeld Beziehungen erörtert, die zwischen der Berliner Regierung und dem verhängnisvollen Ultimatum Oesterreichs an Serbien bestehen. Es heißt in diesem Bericht. Auf Grund von Rücksprachen, die ich mit UrfterstaafssekretLr Zimmermamr. ferner mit den Balkanrelerenten im Auswär­tigen Amt und mit dem österreichisch-ungarischen Botschaftsrat dahier hatte, beehre rch mich, zu berichten: Der Schritt, den

das Wiener Kabinett sich entichloßen hat zu unternehmen und

der in Ueberreickmng einer Rotze in Belgrad bestehen wirk wird am 25. d. M erfolgen. Die Hinausschiebung dieser Aktio b's zu diesem Zeitpunkt hat ihren Grund t-> n. daß man di Abre'se der Herren Poincare und Viviani von Petersburg al warten möchte, um mit den Zweibundmächten eine Verstau d'gung zu erleichtern betr. eine etwaige Gegenaktion. Bis da hin gibt man sich in Wien durch gleichzeitige Beurlaubung de Krieg?Ministers und Chefs des Generalstabs den Anschei friedlicher Gesinnung. Auch auf Presse und Börse ist nicht ohn Erfolg eingewirkt worden. Daß da- Wiener Kabinett in diese Beziehung geschickt vergeht. wird hier anerkannt und man b« bauert nur, daß Graf Trsza. der anfangs gegen schärferes Vor gehen gewesen sein soll, durch seine Erklärung im ungarischen AL geordne-enhaus den Schleier etwas gelüstet hat. Wie mir Her Zlmmerwann sagte, wird die Note, soweit bis jetzt feststeh! folgende Forderungen enthalten: 1. Erlaß einer Proklamatto durch den König von Serbien, in der ausgesprochen wird, daß dl serbische Regierung der oroßscrbischerr Bewegung vollksmme fernstehe und sie nicht billige. 2. Einleitung einer Anterfuchun gegen die Mitschuldigen an der Mordtat von Serpjewo: Teil nähme eines österreichischen Beamten an dieser Untersuchung 3 Elnfchreitcn gegen alle, die an der großserbischen Bewegung be t-rttgt waren. Für die Annahme dieser Forderungen soll ein Frrs. von 48 Stunden gestellt werden. Daß Serbien derartig mrt ferner Würde als unabhängiger Staat unvereinbare For oerungen nicht annehmen kann, liegt auf der Hand, wäre als der Krieg. Hier ist man durchaus einverstanden, daß Oesterreic dir günstige Stunde nützt, selbst auf di- Gefahr weiterer Ver Wicklungen hin. Sb man aber wirklich in Wien sich dazu aus »affen wird, erscheint Herrn von Iazow wie Herrn Zimmerman, Aoch immer zweifeihast, Der Unterstaatssekretär äußerte siü Sahm dah Oesterreich-Ungarn, dank seiner Entschlutzlofigkeit «n .-rsahlönheit. jetzt eigentlich der kranke Mann in Europa ge worden sek. wre früher die Türkei, auf dessen Aufteilung Russen I.aliener, .rumanen, Serben und Montenegriner waften Siarkc- erfolgreiches Einschreiten gegen Serbien werde dazi fuhren datz Oesterreicher und Ungarn sich röieder als staatlich M-.cht suhlen, wurde das darnlederlicg-nd- Wirtschaftsleben wie der aus-ichten und di- fremden Aspirationen aus Jahre hinaus »iederhalteil. Lei der Empörung, di« heute in der ganze.

Monarchie über die Bluttat herrsche, Tömre man wohl mich der slawischen Truopen sicher sein. In einigen Jahren lei dies bet weiterer Fortwirkung der slawischen Propaganda, wie Conrad von Hoetzendorsf selbst zugegeben habe, nicht mehr der Fall.

Man ist also hier der Ansicht, daß es für Oesterreich sich um eine Schicksalsstunde handle, und aus diesem Grund hat man hier auf Anfrage aus Wien ohne Zögern erklärt, daß wir mit jedem Vorgehen, zu dem man sich dort entschließe, einverstanden seien, auch auf die Gefahr eines Krieges mit RMand hin. Die Blankovollmacht, die man den, Grafen Berchlold und dem Grafen Hoyos gab, der zur Uebergabe des allerhöchsten Handschreibens und eines ausführlichen Promemorials hierher gekommen war ging so weit, daß die österreichisch-ungarische Regerung ermächtigt wurde, mit Bulgarien wegen der Aufnahme in den Dreibund zu verhandeln. In Wien scheint man ein so unbedingtes Eintreten Deutschlands für die Donaumonarchie nicht erwartet zu haben und Herr Zimmermann hatte den Eindruck, als ob es den immer ängstlichen und entschlußlosen.Stellen Wiens fast unangenehm wäre, daß von deutscher Seite nicht zur Vorsicht und Zurück­haltung gemahnt worden fei. Wre sehr man in Wien mit seinen Entschlüßen schwankt beweise der Umstand, daß Graf Berchlold drei Tage nachdem er hier wegen eines Bündnisses mit Bul­garien hatte anfragen laßen, telegraphiert chabe, daß er doch noch Bedenken trage, mit Bulgarien abzuschließen. Man hätte es daher auch lieber gesehen, wenn mit der Aktion gegen Serbien nicht so lange gewartet würde und der serblschen Regierung nicht Zeit gelaßen würde, etwa unter russisch.französischem Drua von sich aus eine Genugtuung anzubieten.

Es wird dann in diesem Bericht des Grafen Lerchenfeld an den Grafen Hertling weiter über die diplomatische Aktzion ge­plaudert. Die Reichsleitung werde mit dem Hinweis darauf daß der Kaiser auf der Nordlandreise, der Chef des großen Gene­ralstabs sowie der preußische Kriegsminister in Urlaub seien, be­haupten, durch die Aktion Oesterreichs genau so überrascht wor­den zu sein, wie die anderen Mächte. Weiterhin werden über das vermutliche Verhalten Deutschlands zu den Mächten allerlei Betrachtungen angestellt Es heißt da: Herr Zimmermann

nimmt an, daß sowohl England als auch Frankreich, denen ein Krieg zurzeit kaum erwünscht wäre, aus Rußland in friedlichem Sinne einwirken werden. Außerdem baut er darauf, daß Bluffen" eines der beliebtesten Requisiten der russischen Politik bildet, daß der Ruße zwar gern mit dem Schwert droht, es aber im entscheidenden Moment doch nicht gern für andere zieht- Ueber England wird gesagt, daß ein Krieg zwischen Zweibund und Dreibund England im jetzigen Zeitpunkte schon mit Rücksicht auf die Lage in Irland wenig willkommen sei. Käme es frei­lich zum Kriege, so sei es die Auffaßung in Berlin, die eng­lischen Vet^rn würden wir auf der Seite unserer Gegner finden da England befürchte, daß Frankreich im Falle einer Niederlage auf die Stufe ein-er Macht zweiten Ranges herabsinke und damit das europäische Gleichgewicht gestört werde. Nicht un­interessant ist es. daß in diesem Bericht aus eine ganz vertrauliche Mitteilung hingcwiesen wird, wonach der deutsche Botschaftsrat Fürst Stolberg in Wien schon vor Tagen bei Oesterreich dieFrage einer Entschädigung Italiens durch Abtretung des südlichen Trentnio erörtert habe. (Also schon damals.) In einem Tele­phonat der Berliner bayerischen Gesandtschaft vom 31. Juli 1914 früh wird die Ueberzeugung ausgesprochen,daß die zweifellos redlichen Bemühungen Greys. für Erhaltung des Friedens zu wirken, den Gang der Dinge nicht aufhalten werden." Am gleichen Tage wurde nach München von der bayerischen Gesandt­schaft das folgende Siimmungsbild telephoniert: Es laufen zur­zeit zwei Ultimatum Petersburg 12 Stunden. Paris 18 Stun­den Petersburg Arcfrage nach Grund der Mobilisierung Paris Anfrage, ob neutral bleibt. Beide werden selbstverständ­lich ablehnend beantwortet werden. Mobilisierung spätestens Samstzag, 1. August um Mitternacht. Der preußisch« General- stab sieht dem Krieg mit Frankreich mit großer Zuversicht ent­gegen und rechnet damit, Frankreich in vier Wochen nieder- werfen zu können. Im französischen Heer herrscht kein guter Geist, wEuig Steift euergesck-ütze. schlechteres Gewehr. Im Bericht vom 4. August, woraus übrigens hervorgeht, daß die Türkei sich schon damals verpflichtet hatte sich Deutschland anzuschließen und zu mobilisieren, wird über Belgien gejagt: Neutralität Belgiens kann Deutschland nicht respektieren. Der Generalstabschef hat erklärt, daß selbst englische Neutralität um Preis Respektierung Belgiens zu teuer wäre, da Angriffskrieg gegen Frankreich nur auf Linie Belgiens möglich.

Tftr neue ? mnestieerlnst.

Ankündigung der Amnestie auch für gemeine Vergehen.

Ter Justr-minister hat folgende allgemeine Verfügung erlassen:

Allgemeine Verfügung vom 23. November 1918 über Gewährung von Straffreiheit.

1. Nach Ziffer 6 des Neichsgesetzes vom 12. 11. 1918 (Regierungsblatt S. 1303) ist für alle politischen Straftaten Amnestie gewährt: Tie wegen solcher Straftaten an-

hänaigen Verfahren sind niedergeschlagen. Nähere Aus- h r« n gsa n ord nun gen der Neichsleitung sind noch zu er­warten. Schon jetzt werden die Strafvollsireckunsbehörden angewiesen, die Strafvollstreckung wegen Straftaten, deren politischer Charakter unbedenklich erscheint, alsbald zu unter- brechen und neue Vollftrcckungsmasinahmen wegen solcher Taten nicht mehr einzuleiten. Tie Strafvoll st l ecku ngsbe*

1. örden haben Verfahren wegen Beschuldigungen der in Rede siebenden Art nicht mehr zu bestreiten und Anträge ans Auf­hebung anstehender gerichtlicher Termine zu stellen.

2. Auch wegen nichtpolitischer Straftaten ist ein Neichsgesetz über Gewährung von Straffreiheit zu erwarten. Schon jetzt ine, den die Strafvollstreckungsbehörden angewiesen, die Vollstreckung von Strafen. dj? nicht schwerer sind als drei Monate Gefängnis, nicht mehr einznleiten und bereits an- getretene Strafen von nicht mehr als drei Monaten alsbald zu unterbrechen.

Berlin. den 23. November 1918

Der Justizminisier: Dr. Spatz rl.

Kurl Eisurr Bftlfüt prntldjlinii.

Haag. 25. Nov. Der bayerische Ministerpräsident Kurl Eisner hatte, bevor er sich nach Berlin begab, eine Unterredung mit einem Korrespondenten derDaily Nervs". Diesem erklärte' er. seine persönliche Ansicht gehe dachm. daß zehn deutsche Re­publiken gegründet werden müßten. Der Süden müße ein Gegengewicht gegen Berlin und den Norden bilden. DieLos von Berlin-Bewegung" fei unter den bayerischen Bauern sehr stark. Man kenne nicht znlaßen. daß Berlin das neue Deutsch, land beherrsche. Auch sei die Errichtung von zehn deutschen Republiken mit gleichen Rechten geeignet, ein Gegengewicht gegen Benin herzustellen. Auf der einen Seite müßten bi« Republiken Bayern, Deutsch-Oesterreich und die Vereinigten Staaten Baocu, Württemberg und Heßen, auf der anderen Seite Preußen selbst stehen. Drejes Preußen müße in drei Re­publiken zerfallen.

Der Waffcrkspf.

Ein Mitarbeiter desTägl. Korr." hat sich der Mühe uti{cu. zogen, den Bedarf Grcßberlins an Nahrungsmitteln auszurech­nen. Angenommen, auf den Kopf der Viermillienenstadt käme durchschnittlich im Tape Pfd. Brot, 1 Pfo. Kartoffeln. 15 Gr. Fett und 30 Gr. Fleisch. Das ergibt sckon einen Tagesbedarf von 20 000 Zentner Brotgetreide, 40 000 Zentner Kartoffeln. 1200 Zentner Fett und rund 2500 Zentner Fleisch. Und das ist der heutige Kriegsbedarf. In Friedenszeiten wird wahrschein­lich mehr Brot, sicher mehr Kartoffeln und fünfmal so viel Fleisch verbraucht. Der Bedarf an Vollmilch ist unter heuttgen Verhältnißen rund 10 000 Hektoliter. Auch ohne die andern Lebensmittel, wie Gemüse, Obst, Zucker. Suppeneinlagen usw. braucht Berlin mindestens täglich 10 rollbeladene Guterzuge zu je 30 Wagen, das Fleisch in lebendes Vieh umgerechnet, zusam­men also rund 30 Güterzüge!! Täglich!! Der Iahresbedarf d"r Menscbenmaße Graßberlins ergibt natürlich ganz ungeheure Zahlen. 24 000 Zentner Brot sind bekanntlich täglich tausend Tonnen, also im,Iahre 365 000 Tonnen: von der Bedeutung dieser Zahl macht man sich erst einen Begriff, wenn man bedenkt, daß ganz Würliemberg und Baden in einem guten Erntejahr kaum 275 009 Tonnen Weizen und Roggen er-

(fin Mesch«» .Mruvtt-itgß."

Wien. 25. Rov. Der ..Abend" bringt heute die aufsehener­regende Enthüllung, daß Kaiser Karl sich für das Oberkommando über seine Armee nicht weniger als 1^ Millionen Kronen jähr­lich habe zahlen laßen. Einer der Gcbeimatte des Kriegsmini- steiinms aus der Abteilung 15 b vom Jahre 1918. der die Num­mer 5350 trage, gebe darül>er Auskunft. Der Akt habe folgen­den Worftauf: .Das Zahlomt des Krieasmtnisteriums hat an das K. und K. Hofzahlamt die Gebühr Seiner K. und K. Apo­stolischen Majestät in deßen Eigenschaft als Armeeoberkomman­dant im Betrage von jährlich ly Millionen Kronen unter Rück­wirkung vom Regierungsantritt an auf die Dauer des Krieges zu übcrtretlen. Für die Zeit vom Dezember 1916 bis einschließ­lich Mat 1918 ist di.ße Gebühr brs 2 250 000 Kronen sofort und für die folgenden Mo,rate am ersten jeden Monats mit 125 000 Kronen zu LLerweisen "

Das Schriftstück mußte vorher von fünf Stellen genehmigt werden, darunter auch vom unaarischen und vom österreichischen Ministerpräsidenten und dem Chef des Generalstabs. Interes­sant rst. daß der Kaiser auch für den Monat November die ganze Rate ausbezahlt erhalten hat, Obwohl er bereits am L November das Oberkommando nieoeraelegt hat.

Landtagsabk,eordneter Dsreü.

Ter hessische Landtogsabc^ordnete Korell sprach in einer Versammlung von über 1000 Personen in Bad Kreuznach. Er sagte u. a.: Ein demokratiickres Hessen unter unserem Großherzog wäre mindestens so gut geivesen. wie die jetzige Regier-ung des A.« und S.^Natts. indem oft Leute sitzen, die gar kein Vertrauen in der Bürgerschaft haben. A!s nur vor acht Tagen die Stelle des hessischen Kultusministers ange- bot^n wurde, habe icb abgelehnt, weil ich mir nicht in mein Amt hineinreden lassen will von durch Zufall zusanzmew gesetzten Soldatenräten, deren Diktatur ich mich nie beugen werde

Der Ili!aMknIl!jluß dn llkadkAilche?! KkrilfsNn^.

Tie Besprechungen der akademischen Benrfsstände nach einem festen Zusammenschlüsse zur Wahrung deutscher Kutzurgnter und ihrer Ctandesinttressen haben gestern in einer Sitzung des Neichsausschusses endgültige Ergebnisse geicjtigt. Von zahlreichen anwesenden Vertretern akade­mischer Berufsgenossensck)aften haben 22 mit einer Mitt glftde^znhl von 150 000 ihren Betritt erklärt. Aus der grcsien Zahl oer Organiiaticuen k.u, pur genannt: Ver* ' band deutscher evangelischer Pfarrer-Vereine,Pa;" Verein katholisch-er Priester, Bund höherer Beamten. Verband der; Patentanwälte. Verein deutscher Tiplomingenieur-e, Architek- tenverein, Anwaltverein. Wirtschaftlicher Verband deutscher Zahnärzte. Apotheker-Verein, Iuristenbund Vhilologenver- band und andere. Tie Organisafton der akademischen Be- rufsstcnde bedeutet die Politisierung des Akademikerstandes» nicht aber die Betätigung in parteipolitischem Sinne. Tie Solidarität seiner Angehörigen wird dafür bürgen: daß seine Interessen gewahrt und ihm die Mitarbeit an den staatlichen Aufgaben der Gegenwart gewährleistet bleibt. In wenigen Wocl)en wird die großangelegte Zusammenfassung sich auf das ganze Reich cusged-ynt haben und ihren E'.nfluß ge- gebenensalls gegen die Tlkwtur des ProletariarZ geltend machftn. Das Sekretariat des Neichsausschusses, Berti» NW. 7. Georgensiraße 41. versendet das Programm,