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Mittmoch, den 27. Uovemver 191^

11. Iahraang.

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Hpinnitube". Se»uzspr-is: Bei ven Bostamtalten vierielsährlich Alt. 2.70 25 Psg., totale 20 6,q., Aazelgen von auswans iverven durch Bo.'tnachnal me Fern orshrr t3. Bo tj 'iet* Sonto llr. } i*nt ^rantrurt a. 2H.

An die Hemmt:

Die Truppen der 5 Armee, die heldenmütig ollen Angriffen ovr Verdun getrotzt haben kehren unerfchültert nach unerhörte­sten Anstrengungen in die Heimat zuruck.

Aufrechten Hauptes, im Bewußtsein, ihre vaterländische Pslick't bis zum Letzten erfüllt und die Heimat vor den Schrecken des Krieges im eigenen Lande ben-a^rt zu haben ziehen sie mtt klingendem Spiel und Besang durch die deutschen Gaue ihrer engeren Heimat entgegen.

Bewohner der schönen Lande an Morrl und Rhein, von Nassau. Hessen u"d Franken, bietet den heimkehrenden tapferer Söhnen unseres Vaterlandes einen

Zank- «nd WUUmmmengrntz

nach dem ste verlangen.

Schmückt E»re Häuser und Straften und laftt dis deutschen Landesfarben rochen, damit w'e daraus dir Liebe der Heimat erkennen, dis wir so lange entbehrt hoben.

Helft alle den Soldaten? Vereine und feder einzelne greift. ?ö. wo Ihr könnt, zeigt die Quartiere, die Wege sorgt mit 'ür ^ die Pferde, helft das Genäck tragen, faßt in die Speichen, wo es rwtia. ist. erleuchtet die Straften, bietet Eure Hille an.

Betrachtet es als vaterländische Pflicht, uns durch Ordnung Arbeit und Geduld zu unterstützen, um drtz schwere W rk zu vollbringen, die Armee geordnet und in Gesundheit nach Hause ;u führen.

Gin jeder helfe dkNttl

Unseres Dankes lind alle gewiß, die in treuer Selbstver­leugnung und mit vaterländischem Opfersinn uns die Heimkehr erleichtern?

Der Oberbefehlshaber:

von der Marwitz, General der Kavallerie.

Berlin, am 22. November 1918.

Unser Vaterland blutet nach vierjährigem Kriege ans schweren Wunden- es steht vor der Gefahr der Auslösung. An Stelle von Recht und Ordnung droht der Umsturz aller Dinge.

Vieles ist zertrümmert, was uns heilig und teuer ist. Und doch dürfen wir dem Verlorenen nicht untätig mdy trauern. Cs ist Pflicht eines jeden, an dem Wiederaufbau des deutschen Staates und Volkes mitzuarbeiten und dem neuen Deutschland neue Form und neuen lebensvollen In­halt zu geben.

lieber unsere Zukunft wird in der Nationalversammlung entschieden werden. Sie ist alsbald einzuberuscm; für die Wabl ist volle Freiheit zu gewähren. Wir sind bereit und entschlossen, aut dein Boden jeder Staatsform mitzuarbeiten in der Recht und Ordnung herrschen. Gegen jede Diktatur einer einzelnen Bevölkerungsklasse verwahren wir »ns. Nur ein geordnetes Slaatswesen schasst uns Brot und Frieden.

Staat und Gesetz, ausgerüstet mit starker Autorität, getragen von dem freien Willen des Volkes, müssen ihren schützenden Einfluß im Volks- und Wirtschaftsleben geltend machen, um die nationale Kultur und die soziale Wohlfahrt zu fördern.

Im Mittelpunkt von Leben und Wirtschaft mutz mehr als bisher der Mensch als sittliche Persönlichkeit stehen. Ein lebensvolles Eln istentu-m. Ehe und Familie sollen die starken Träger des öffentlichen Lebens fein. Deutsches Wesen und deutsche Art nlüssen mehr denn je unser ganzes Volkstum er- fülln.

Zur Durchführung dieser Grundsätze bei der Gestaltung des neuen Deutschlands erstreben wir Unterzeicheten den Zufammenichluß aller gleichgesinnten deutschen Männer und Frauen sowie aller geichgestimmten Parteien und Partei-; richtungsn zu

einer nc a er. Partei, iür die mir den Namen

Deutsch n ationale Do?fts

Vorschlägen.

Um die Wunde».zu heilen, die der Krieg unfrnn schwer geprüften Vaterlands , geschlagen hat, und um Recht und Ordnung wiederherzustellen, sind wir bereit, mit allen Parteien zusammen zu arbeiten, die dasselbe Ziel erstreben. So nmtz es gelingen, unser Volk aus dem Jammer dieser Aage herauszuführen und kommenden Geschlechtern eine bessere Zukunft zu sichen,.

Für das zu Ickxrffende Parteiprogramm schlagen wir als

Aichaltspunkte folgende

Richtlinien -

1. Wir treten ein für ein starkes deutsches Volkstum, das seine Einigkeit. Freiheit und Selbständigkeit gegen äutzere Macht zu wahren entschlossen ist und sich unabhängig hält von freu,den Einflüßen.

2 Wir to-denn die Nück><l,r von der Diktatur einer ein­zelnen Bevölk?runastasse zu der nach den letzten.Ereignissen allein möalickvn parlamentarischen Negierungsform.

3 Freiheit der Person und des Gewissens, freie Meinungsäußerung in Wort und S.'briii und Freiheit der Wisten^cktaft sind verfassungsmäßig festzulegen. Das Privat­eigentum ist gegenüber den geplanten Eingriffen der Sozial­demokratie zu schützen. Dem g'eichen Wahlrecht stimmen wi: auk Grund de'' neuesten Entwicklung.

4 Wir halten wst an dem Grundsatz der Privatwirt­schaft sind aber gewillt ne durch die aemeinwirt''chaftliche Be- tiiebstorm in Genossenschaft Gesellschaft. Staat und Ge­meinde bei den d.ckür geeigneten Betrieben im sozialen In­teresse zu »ordern.

5. Wir fordern den schleunigen Abbau der in, K'iege aes.ch.g'>nen staat'ich'n Zwangswirtschaft und die Auflösung der ^ri"a^ge'rll'chaften .

6 Eine durchgreifende Abbild der Wohnungsnot ist als Voraussetzung jeder gefunden Benölkerungspolitik auch durch Schaffung von «geincktätten wirksam zu fördern.

7. Wi^ fordern Wiederb^völker'.'ng des platten Landes durch umfassende Siedelungsvolitik zur Schaffung von Bauernland und Eigenwlrtscbastsmöglichkeiten für Land­arbeit,'. hierfür ist Großgrundbesitz des Staates der Ge­meinden und Privater in angemessenem Umfange gegen Entschädigung zur Verfügung zu stellen.

8. Für die Wiedergunichtung des durch den Krieg schwer geschädigten Mittelstandes, auch der geistig arbeiten­den Teile der Bevölkerung werden wir e'mtreten.

9. Der Ausbau unterer Sozialpolitik ist fortzusetzen. Das Koa'itionSrecht aller Arbeiter ist sicherzustellen. Ter soziale Ausstieg ist zu erleichtern.

IN Den Beamten, Lehrern Militärpertonen und Ange* stellten den Pensionären und Altvennonären ist eine recht­lich und wirtschaftlich gesicherte Lebensstellung zu gewähr­leisten. Das Beamten reckst und das Staatsarbeiterrecht sind in neuen, Geiste zu gestalten.

11. Weitgehende Fürsorge für die Kriegsbeschädigten und die Hinterbliebenen der in, Kriege Gefallenen ist Pflicht des Reiches.

12. Die Verwaltung ist zu vereinfachen und in sozialem Geiste zu führen. Die Aemter in Staat und Gemeinde sind ohne R'.ickstcht aus Parteistellung und religiöses Bekenntnis nach Maßgabe der Befähigung der Beamten zu besetzen. Das Prüfungswesen darf nickst ausschließlich für den Eintritt in einen Lch-nsberuf Entscheidend fein.

13. Wir treten für eine freiheitliche Gestaltung der Ge- meindewrfassungsge'etze ejn.

Ick. Die öffentlichen Abgaben sind nach den Grundsätzen sozialer Gerechtigkeit und Tragfähigkeit auszuhguen. In dem einheitlich auszubauenden Steuersystem sind Vermögen und Einkommen tz'ir die D-eckung der Reichs-, Staats- und Gemeindelasten in ausgedehntem Matze zur Steuer heran­zuzielen soweit es eine gesunde Volkswirtschaft zulätzt. Tie Kriegsaew.inne sind aus das schärfste zu erfassen.

111. Weitgehende Fürsorge für die Volksschule als Grundlage der Bildung des Volkes ist notwendig. Ter Auf­stieg von der Volksschule zur höheren Vidung ist auch wirt­schaftlich zu ermöglichen. Tie Pflege geistigen Lebens und geistiger Werte werden wir uns angelegen fein lassen.

16. Die Mitarbeit der Frau am öffentlichen Leben ist geboten

ü

Der Geschäftssührende Ausschuß der Deutschkomer- r.ativen Partei nimmt zu diesem Aufruf mit folgender Er­klärung Stellung:

lieber die schweren Lasten des Tages hinaus muß für die Zukunft vorgesorgt werden. Seit längerer Zeit hatte die konservative Parteileitung im Einvernehmen mit den Fraktionen des Reichstages. Herrenhauses und Abgeordneten­hauses die Pflicht der konservativen Partei erkannt, sich mit neuem Geiste zn erfüllen, um den Ausgaben der neuen Zeit gerecht zu werden, die durch den Krieg und die mit ihm ver­bundene Wandlung unserer politischen Verhältnisse ent­standen sind. Als der engere Vorstand der Teutsckzkon- wrvativen Partei am 7. November d. I. eine Neubearbeitung des Parteiprogramms in Aussicht stellte, war zu diesem Zweck bereits wertvolle Vorarbeit in.den Fraktionen ge­leistet worden. Dabei hatte man Bedacht genommen, daß das Progran,m den Zutritt Mrwanbter Richtungen erleich­tern und weitere Volkskrejse als bisher umfassen sollte. Auch in den neuentstandenen Verhältnissen müssen diejenigen Ausgaben gelöst werden, zu deren Erfüllung in jedem ge­ordneten Staatswesen eine starke Rechte unentbehrlich ist. Revolution und Waffenstillstand haben die Fortsetzung dieser

Arbeit aus dem satzungsmätzigne Wege vorerst wesentlich erschwert. Die Zukunft aller äußeren und inneren po!i', tißchen Verhältnisse des Deutschen Reiches ist zurzeit deiarNg unsicher, daß ein endgültiges Parteiprogramm ka"m *Vv gesetzt werden kann Andererseits sind sofortige M nahmen zur Klärung der Parteiverhältnisse unerläßlich ge­worden. zumal da d'e Wahlen zur Nationalversanunluug. in der über Deutschlands Zukunft entschieden werden soll, möglicherweise sehr nabe bevorstehen.

Die^n Bestrebungen der Partei kommt der heute vcr- öffentliche Ausruf entgegen, in den, Männer und Frau,-n verschiedener Parteirichtungen und Berufsstäudc den Z^ ^ammenschlutz -u einer deutschen nationalen Volkspariei aut der Grundlage vorläufiger, als Anhaltspunkte geg-ebe-.«r Richtlinien Vorschlägen. Wir haben sofort die nötigen Sckw'N-- eingeleitet, um. soweit es die Verbältiise gestatten, die Be- 'chlülle der geordneten Parteivertrejunaen über die Stell»"a- nabme der kcnß'rvgtivon Partei zn diesem Vorschlag berbei- zufübren und unseren freunden im Lande die Gelegenbe,t zur Mitarbeit dabei eröffnen.

Geschäfts führender Ausschuß der Dcut'chkonservativen Partei.

In Vertretung:

Stackmann. Graf Westarp

Die rote Fahne.

Kassel. 26. Nov. fwB.1 Bereits vor e'vigen Togen hotte ein Ockizier mit zwei Unterofsizieren eine der von dem Triun-vb. bcgen vor dem Bahnhof wehenden roten Fabnen herckbrur'-ft"« versucht. Heute früh 5% Uhr erschienen Leutnant Kn'iacr. Ritt. Meister Kroska und ein dritter Offizier dellen Namen nich» fest, gestellt werden konnte, und rissen beide rote Fahnen her-tz. rm p c ,erreißen. Auf die von dem Posten alarmierte Mannschaft schoß Leutnant Krüger mit dem Gewehr. Er rtmrtv* daraus von der Wache tödlich verletzt. Der Rittmeister wurde gestellt und abgeführt, der dritte Offizier ebenfalls.

Der Zentral-Arbeiter- und SoldatenrU warnt in einem Aufruf vor Beleidigungen der roten Fahne, die unnachnchtlich geahndet werden mühten und verweist auf das Beispiel der Sockoldernokratie. die trotz ihrer Ansichten die schwarz-weiße und schwarz-weift-rote Fahne unbeanstandet läge.

In verschiedenen Blattern finden wir folgende unverkürzte Nachricht:

Karlsruhe. 26. Nov. Die Rheivbrucke bei Weiftwei! ist au, der badischen Seite von den Franzosen bes.'tzt. Als von s cnt« fchsr Seite dagegen ^protestiert wurde, erklärte der frantzäiich? Offizier, er habe Befehl dazu. Die Franzosen ließen daß sie auf jeden deutschen Soldaten schießen würden, der sich mit der roten Fahne sehen ließe.

d Pcr'ifljr imidifB niO

tfifbtfn Gedietk?!.

Span. 24, Nov (WB.) Heute ist General Nudant solgenbr Note überreicht worden:

Hierher gelangten Nachrichten zufolge ist seit der Besetzung Elsaß-Lothringens durch die Alliierten dar Verkehr zwischen die. sen Gebieten und dem übrigen Deutschland gänzlich unter-'ochen. Dies erstreckt fick nicht nur auf den Personen- und Güterverkehr sondern auch auf den Telefon-, Telegramm- und Postverkehr. Hierdurch ist auch der Zahlungsverkehr zwischen ENaft-Lothringen und dem übrigen Deutschland zum Stillstand gekommen. Wie ohne weiteres ersichtlich, werden hierdurch Folgen l>ervorgo- rufen, die das Wirtschaftsleben in den elfaft-lothringischen Ke. bieten aufs schwerste bedrohen. Die Lohngelder können an vic. len Stellen nicht rechtzeitig beschafft werden. Ferner gehen dt« Gelder für ausgeführte Lieferungen nicht an die Empfangsbe. rechtigfen ein. Seit drei Tagen sind ähnliche Zustände auch H, den besetzten linksrheinischen Gebieten einqetrelen. besonders in Saarbrücken. Es wird gebeten, diese unhaltbaren Zustände, namentlich auch im Interesse der linksrheinischen Arbeiterschaft, die an erster Stelle hiervon betrasfen wird, sofort abzustellen

gez. v. Haniol.

Deutschland selbst m besetze».

London, 26. Nov. (WB.) Reuter. Ter ..Daily Chroniele^ -pgi: Irgend eine verantwortlickze Regierung mutz vom

deutschen Bolle eingesetzt werden, sonst können wir keine andere Wahl haben, als Deutschland selbst zu besetzen, bis die Schwierigkeiten behoben sind. Zu diesem Vorgehen wurde man sicb natürlich nur mit dem größten Widerstreben (1). entschließen.

Mast nttsgelchicde».

Berlin, 26. Nov. (WB. Amtlich.) Das Mitglied deL Vollzugsrats, Walz, ist heute ausgeschieden. Die ihm vo»^ Vollzugsrat erteilte Vollmacht, insbesondere die ans GegeM Zeichnung der Erlasse -es Krieasministers. ift erloschen.