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Herxenskttrnpfe.
Roman non Helene Cck: üity. peb von Gersiwrft,
1U15 by C. Äckermann-Stuttgart.)
Nachdruck verbalen.
Nachdem sie etwa nach eine Stunde gewartet hatte, lautete! Lina erschien sofort.
..Nun? nun? wie stets?" fragte ste fast atemlos vor
Spannung.
..Es muh sein. Es gibt keine andere Rettung!" entgegnete Hilde fest ..Der Marquis war unerbittlich."
„Das hatte ich vorausgesehen!" triumphierte Lina, voll Genugtuung über ihre Menschenkenntnis.
„Lina, prüfe dich nochmals!" mahnte Hilde ernst. „Bist du entschlossen, mir zu helfen?"
„Ach, gnädiges Fräulein. freilich, da gibts doch nichts anderes". antwortete Lina. „Di-?" fuhr ste sehr bezeichnend fort, „würden Sie ja halb tot quälen'"
„Also, dann abgemacht! Heute nacht, wenn ich von der Verlobungsfeier zurückgekommen bin. kommst du her. um mich auszukleiden. Während der Mahlzeit bringst du alles her. was wir schon verabredet haben und tust es einstweilen in eine Kommodeschublade. deren Schlüssel du abziehst und zu dir steckst. Du kleidest dich so. wie ich dir es schon heute morgen gesagt habe stur die notigen Haus- und Gartentorschkiistel muht du sorgen du kannst ste dir ja leicht verschaffen. Auch vergiß nicht, den Bootsmann zu benachrichtigen Meinst du nicht dah es ohnedem ginge? Wenn wir nun durch ihn verraten würden!"
..Das geschieht nicht, gnädiges Fräulein!" versicherte Lina. .Er ist ein guter Freund von mir und er weih ja nicht, dah Sie »"'kommen Wenn wir ihn erst wecken und 'heraustrommeln wüsten, so macht das zuviel Lärm und wir verliefen Zuviel Zeit falls unsere stlt'chf doch bemerkt und wir verfolgt würden."
„Ja. du hast Recht, es ist doch bester KV erwiderte Hilde „llrrb nun vor ollen Dingen: lah dir nichts anmerken! Freue
dich mi) den andern über meine Verlobung, trink auf meine Ge- fundbeit. ollerdings nur mäsig. denn du muht lriscb und nüchtern bleiben, aber je mehr die andern trinken, um so bester für
mr«. Mchis fchläfer? so fcvt miH fest etit, als Wel« wrb Vier. Und nun schnell, frisiere mich. Neide mich an. mach' mich jchön! Damit ich würdig zu meiner Verlobung erscheine!"
Und ste wurde schön. Ein ausgeschnittenes. kurzärmeliges kirschrotes Seitenkleid mit langer Schleppe umraufchte ihre Herr liche Gestalt. In ihrem reichen dunkeln Haar, auf ihrem weihen schönen Halse blitzten kostbare Diamanten.
Als ste bald darauf in den neben dem Eßzimmer gekegenen Salon trat, wo die übrigen ste bereits erwarteten, entfuhr dem Marquis unwillkürlich ein ..Ah!" der Bewunderung. Auch ihres Vaters Augen ruhten mit Befriedigung auf seinem schönen Kinde. Fräulein Lehmann war ebenfalls in großer Toilette die Herren im Frack.
Nachdem man einander begrüßt und der Diener gemeldet hatte, dah die Suppe aufgetragen fei. bol der Marquis den Arm. um sie in s Eßzimmer zu führen, das mit seiner festlichen Beleuchtung, feiner blumcn- und filbergeschmückten Tafel einen prächtigen Anblick boj.
Da olle bemüht waren, heiter zu scheinen, so verging das Mahl bei lebhaften Gesprächen und Scherben. Hildes Augen akübten in fieberhaftem Glanze, ste sprach soviel und so lebhaft daß ste kaum Zeit hatte, von den auserlesenen Speisen zu tosten.
Der Geheimrat dachte befriedigt:
„Nun. da haben wir's! Cie ist ja schon vollständig ausgesöhnt mit der Sache. Und mehr als das' So lustia habe ich ste kaum noch je aefehen. Es wäre nicht einmal der Mühe wert gewesen, ihr den Willen zu tun selbst wenn ich es gewollt hätte. O, Weiber? Wetterwendisches, charakterloses, elendes Geschlecht" Als der Braten aufgetragen war und der Diener die feinen schlanken Seklgläser mit schäumendem Champagner gefüllt hatte erhob er sich mit folgenden Worten:
..Wir baben schon oft in gleicher Welse miteinander zu Tisch gesesten. wie drei Hausgenossen mit unserem lieben, langjährigen Freunde. Herrn Marquis von Reymond. Er hat es ner standen, durch seine Liebenswürdigkeit, leinen Geist, feine Talente uns alle an sich zu feste!». Also oft. fast unzählige Male waren wir in frohen Stunden mit ihm vereint So möchte es
scheinen, als fei fein heutiger Besuch, odwohk' wie immer el» willkommenes Ereignis, doch keineswegs okvaß Besondere». Doch dem ist nicht so. Sein heutiger Besuch hei für mein Haus eine liefere Bedeutung. Er hat bei mir um die Hand meiner einzigen Tochter geworben. Ich habe ste ihm mit Freuden zugesagt. da ich keinen würdigeren Gatten für sie finden konnte. Das junge Brautpaar lebe hoch!"
Die Glaser klirrten aneinander. Alle standen auf und schüttelten sich die Hände mit lächelnden Mienen. Es schien olles ln bester Ordnung. Hilde fühlte während des Toastes, wie ihr Herzschlag stockte, wie ihr schwindelig wurde, als sollte ste ohw mächt'.g werden. Doch mit fast übermenschlicher Energie schüttelte ste diese Schwächeanwandlung von sich. Nur jetzt sich nicht verraten! Alles wäre verloren' Aber wie namenlos schwer wurde ihr die Komödie, sie wer der Heuchelei, der Lüge so gänzlich ungewohnt. Sie wunderte sich eigentlich im stillen, daß sie es überhaupt konnte.
Dann fetzte man sich wieder und der Gebeimrot begann in breiter, behaglicher Weise Pläne für das Leben des jungen Paares zu schmieden.
„Ich denke, ihr werdet nichts dagegen hab-m. wenn die Hochzeit so bald wie möglich stattrindet. Wir wollen ste in unserem Stadlhause in C. feiern und zwar so großartig und glanzend. wie es dem Ehrentag meiner geliebten einzigen Tochter und Erbin entspricht. Alle unsere werten Verwandten und Freunde dort und auswärts wüsten dabei sein Und Sie lasten alle Ihnen Nahestehenden ans Frankreich kommen. Marauis! Der Kostenpunkt irielf dabei keine Rolle. Alle sind weine Gäste auch was die Reise angeht. Und dann wißt ihr. Kinder, was ich tue? Ich richte euch ein hübsches kleines Palais in Paris ein als ständigen Wohnsitz. Solange der Marauis fetzt noch bei den Gesandtschaften und Konsulaten tätig ist geht 'br gelegentlich dorthin. Wenn er mal genug hat. zieht ihr eu^> ganz dorthin zurück. und ihr macht dann non da. eurem f>e\m Reisen wohin es euch beliebt. Nun, was saget ihr dazu? Ist meine Idee gut? was?"
^orttehimg feint
Todes-Anzeige.
(Seffern Abend entschlief nach langem, schwerem, in Geduld ertranenem Lesden meine unvergeßliche Catlin. unsere liebe trcubcsorgie Müller, Schwiegermutter, Groß, mutter, Urgroßmutter, Schwägerin und Tante
Frau Katharine Reitz
. . , . oeb. Reich
im 71. Lebensjahr«.
Echzell und WeSeshelm, den 25 . November 1918.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beengung findet Mittwoch nachmittag 2 3 / 4 Uhr statt.
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Versteigerung.
Am Freitag, den 20. November 1918, vorm. 10 Uhr fteige?ung'vo^" D0X Cetn HelMchen Hof in Butzbach Ber-
41 FlÜhett (darunter 37 hochträchtigen, 4 frischmelkenden)
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patt. "
6HrHli n hin r i rt , üt tb ? U nicht zuqelasten. Ersteigerer haben durch be- Sf‘“v ,0 ! cn Juleis ngchzuwei.en. baj sie das Vieh pp. m eigenen Bedarf erwerben wolen und nicht Händler sind.
~ er Nauleis ist sofort zu erlegen, Kriegsanleihe wird in Zahlung genommen. '
Legeben^ ^^"gungen werden vor der Versteigerung bekannt Butzbach, den 25. November 1918.
Der Arbeiter- und Soldatenrat:
W i t t i a. fc 1 i n n
A iEg' 8 s«li saersc §8 ess le
((»ymsiasium und Realschule.)
D-r Unterricht wird im beschränklen Umfang am Mittwoch, den 27. dS. MtS.. wieder ausgenommen. Zur Entgegennahme näherer Mitieilurnen haben sich am Mittwoch um Uhr vor mittags einzusinden:
Die Schüler der Vorklalle. der 6.. 5.. IV.. V., und lV.
im Ho:e oer Seminorkchule (Uiagofse),
alle übrigen Schüler im Hofe der Augustinerschuke.
Don un eren auswänieen Schülern, insbe andere ron denjeni en aus der näheren Um ebung Friedbergs, erwarten wir. datz sie, wenn irgend möglich, gleichfalls exicheinen. Den Elte n die er Schüler mutz es überlasten bleiben, ihren Söhnen m dieser Hinsicht die nötigen Wei ungen zu geben.
Die Direktion: Aitendorf.
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Gambach. den 22. Nov. 1918. I A.: N e u h l. Bürgerinei'ter.
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