Reichsangeleaenheit bleik^n, denn sonst ist eme ernherrische, zielbewutzte Wirtschrftspolitrk undurchführbar. Diese Tatsachen bedingen auch, daß die lokalen Bestrebungen, die hier Ulrd da ausgetreten sind, unter allen Unrständen verschwinden.
Sie Kochen auch mit Wasser.
Wir haken neulich einen Aufsatz der Frankfurter ..Volksstimme" gebracht, ans dem ersichtlich ist. dag die nunmehr zur Regierung gelangten Herren zur Einsicht gelangt sind, daß auch sie mit Wasser kochen muffen. Es ist leichter, von dem Standpunkt der Opposition aus die Dinge zu kritisieren, a^s selbst, an das Steuerruder gebracht, das Schiff zu lenken. Das muffen wir euch jetzt wieder bei den Beschlagnahmsmaßregeln des Le- bensmitteldlktators von Frankfurt erleben. Dort sollen nam- : Xtc!) sämtliche Lebensmittelnorröte an Mehl. Fett. Fleisch. Eier und Zucker beschlagnahmt werden und den Betroffenen nur ein Vorrat von je 3 Pfund Mehl. Fett und Fleisch. 4 Pfund Zucker und 20 Eier belassen werden. Die „Vollsstimme" wendet sich gegen den Erlaß mit folgenden Worten.
Der vom Arbeiter- und Soldatenrat eingesetzte Lebcnsmit- leldrkrcttor für die Lebensmittoloerforzung in Frankfurt a. D> Ti. Schmv.de hat eine in d.rs Prioatlebeu tief einschneidende Verordnung erlallen, die unseres Erachtens nicht ganz unbedenk lick fst. Er hat verfügt, datz über bestimmte Mengen hinaus Vorräte nicht e.ufaespeichect werden dürfen: mHdesenoere verordnet tr, daß Vorräte an Getreideniehl. Fleisch, Fleischdauer- rvaren. Wurst. Fette und Eier beschlagnahmt sind und längstens bis zum 28. November an den LekanntgegkSenen Ablieferungs stellen zur Abli.'ferung zu bringen sind ZrveisMos ist diele Maßnahme gut gementt. man will danrtt den großen Hamsterern zu Leibe gehen: aber die Wirkung dürfte wohl eine verfehlte sein. Herr Direktor Schmude wird sich doch wohl darüber im klaren fein, daß mit dieser Verfügung feine Bestände an Le- der.smttleln nur um ein ganz geringes bereichert werden dürften. Auf der anderen Seite aber dürfte die Wirkung dieser Verordnung eine starke Dew'uachrgung in weiten Kreisen der Bevölkerung sein.
Wir haben im Einvernehmen mit dem städtischen Lebens- mittelaml bisher in schärfster Weise den Schleichhandel und das Hamstern im großen verurteilt und bekämpft- Aber wie die Versorgung sich un 4. Krregslahr gestaltete, muhten selbst das! Ceneralkommandv. die Kommunalverbände und die städtische, Lebensinittelstelle nicht nur ein. sondern be'de Augen zudrücken i gegenüber den Verswben der Bevölkerung, lich über den Nahmen desien, was offiziell zur Becteilung gelangt, Lebensmittel zp beschulsen. Darüber waren sich auch die Amtsstellen klar, dass mit den zugeteilten Ratronen niemand auskommen könnte. Eine Folge der mangelhaften Ernährung, unter der das Volk Ni» bereits seit nahezu 4 Iechrev zu leiden hat. sind die bekannten Krankbeilsenchei'.ungön. die i» den Monaten
Tausende von Menschenleben gefordert haben. Wenn angesichts dieser Tatsachen jetzt ein erneuter scharfer Eingriff in die Le- bensmittelbestände der Privathaushaltungen versucht wird, so erscheint uns dies nach jeder Richtung hin äußerst bedenklich.
Der Lebensmitteldiktator hätte in feinor Verordnung eine Einschränkung dahin treffen müssen, daß die Bestände, die rechtmäßig erworben sind, von der Beschlagnahme ausgenommen werden. Wir denken dabei an die kleinen Zuwendungen. die Angehörige von Familien, Väter, Brüder oder Söhne zeitweilig aus Rumänien. Polen und der Ukraine- mit Genehmigung der Heeresverwaltung nach Hause geschickt haben. Das gleiche gilt bezüglich der Vorräte, die sich einzelne Haushaltungen tatsächlich erspart haben, z. B. Zucker und andere Sachen Wir wissen 4Nis buhenden von Fällen, daß Hausfrauen ihren Kindern den Zucker kür den Kaffee, entziehen, um ihn zu Tinmachncscken zu eriparen. Soll auch solcher Zucker nunmehr der Beschlagnahme verfallen?
Selbstverständlich sind wir damit einverstanden- und wurden es nur begrüßen, wenn seitens des Lebensmitteldiktators gegen ; alle bic»errieten Militärpersonen eingoichritten würde, die jetzt mit Kisten und Kasten voll Lebensmitteln aus der Etappe nach Hause kommen. Aber von diesen dürsten^die wenigsten gefaßt werden. Vielleicht, daß da und dort auch in die Speisevorräte irgend einer reichen Familie im Westend eingegriffen wird, aber das bringt nicht so viel ein. wie man erwartet. Wir befürchten vielmehr bei dieser Beschlagnahme dieselben Wirkungen wie bei dem Vorgehen gegen die Hamsterer seitens des bayerischen Kriegswucheramtes. Die kleinen werden gehängt und die großen läßt man laufen.
Nebenbei bemerkt scheint uns die Durchführung dieser Verordnung fast unmöglich, cs sei denn, daß e'n ungeheurer Stab von Kontrolleuren auf die Bevölkerung! losgelaflen wird. Mir sind der Meinung, in einer Zeit der allgemeinen Aufregung, wie wir sie jetzt durchleben, sollte von Maßnahmen abgesehen werden, die nur geeignet sind, ia weite Kreise der Vevölkeruno starke Beunruhigung zu tragen. Wenn man Lebensmittel be schlagnahmen will, dann bietet sich jetzt an den verschiedenen Durchgangs- und Bahnstationen des Militärs viel bessere und 8»hnendere Gelegenheit.
Wir haben die Ausführungen im Wortlaut gebracht, weil fitö wir wirklich keine anderen Worte finden könnten, um uns Legem die in Frankfurt beliebten Vorgänge zu wenden. Die Ausführungen aber zeigen, daß auch die „Volksstimme" ansängt mit den-gegebenen Verhältnissen zu rechnen und den Tatsachen xencht werden mutz.
Ans Lev Seiumt.
Feiedbeeg. 25. Nov. Dom hiesigen Arbeiter- und Soldcffen- rat geht uns folgender Auszug aus einer besonderen Anordnung des stello. Generalkommandos Frankfurt a. M. zu:
Heeresgut darf unter keinen Umständen an Private ohne Genehmigung des Generalkommandos oder der Intendantur o^außert werden. Es ist durch Zeitung und öffentlichen Auch ag bekannt zu machen, datz Private, die entgegen dieser Be- f r-unungen Heeresgut kaufen, dadurch kein Besitzrecht erwerben.
Um das kn den rwffchaften und an den Landstraßen herum- ^ liegende wertvolle Heeresgut usw. zu bergen, sind bei den De- j zirkskommandos Sammelstellen einzurichten, wo auch militärische Bekleidungsstücke und Waffen von zu entlassenden Mannschaften aufzubewahren sind.
Veterinär-, Arznei-, Verbandsmiitel und Geräte sind von den aufzulösenden Formationen an das Deterinärsanitätsdepot Frankfurt a. M., Hohenstaufenstraße 8 abzuliesern.
Eines jedermanns — Soldat wie Zivilist — dringendste Pflicht muß es sein. Heeresgut, Waffen ujw^ was auf der Straße und sonstwo gesunden wird, an die genannte Sammelstelle abzuliesern, damit dieses für uns so wertvolle Material nicht verloren geht.
Im Aufträge des Arbeiter- und Soldatenrats Das stellv. Generalkommando 18. AK.
Frreöberg, 26 Nov. Heute nacht wurde wieder ein auf der Strecke Friedbcra-Noßbach stehender Eisenbahnzug. der mit Mi- li-ärgut beladen war, überfallen. Es hat sich zu einem regelrechten Feuer zwischen Posten und .Zivilpersonen entwickelt. Wie richtig es ist. daß der hiesige Arbeiter- und Soldatenrat rücksichtslos durchgreift, beweisen derartige Fälle aufs neue. Die ' niedrigen Inst'nkte sind bei vielen Leuten so entwickelt, daß } man auf die Allgemeinheit keinerlei Rücksicht nimmt. Eisen- \ babnzüge wurden — wie bereits gemeldet — auch in der Um- ' gegsnd Friedbergs beraubt. Es wird daher vom Arbeiter- und Soldatenrat alles gefcheheu, um dergleichen Fälle zu vermeiden. Auf diese Weise beschlagnahmte Lebensmittel werden der All- gemeincheil zugeführt werden.
Augustknrrschule. Wir machen auf die M'itte'ttwng der Direktion der Awanftimschule über die WisLercrufnabmie des Unterrichts, die sich im Anzeigenteil dev heutigen Nummer
befindet, aufmerksam.
Friedberg, 26. Nm». Die Train-Ersatz-Abj-eilung 16 hält aus der Seewiese am 27. und sorgenden Tagen Pferdever- ft e i g e r u n g e n.
Pfe.'^evs?ftesM?smg?n. Von Donnerstag. den 28. November ab finden in Gießen täglich Pferdeverstcigeru-ngen statt. Die Pferdeverstcigerungen werden nicht auf dem Trieb, wie bereits mitgetri.lt, sondern auf dem stäottschen Pferdemarktplatz am Schlachtvieh Hof abgehalten. Sie beginnen vormittags 11 Uhr. Der Kaufpreis ist in bar zu entrichten. Bezahlung in Kriegsanleihe, die zum Nennwert angenommen wird, ist erwünscht. An der Versteigerung dürfen sich in erster Linie nur Landwirke und Gewerbetreibende beteiligen, die durch Bescheinigung der örtlichen Behörde (Bau-crnrat usw.) Nachweisen, daß sie Pfer-de an die Heeresverwaltung abgegeben haben und noch nicht anderweitig ihren Bedarf an Pferden decken konnten. Händler werden nicht zugelassen. Nähere Auskunft erteilt die Geschäftsstelle des Provinz-Bauernrats in Gießen. Friedrichstraße 6 (Telefon 166) oder die Pferdekommission in Gießen (Telefon 2115).
Der umgekehrte Schleichhandel. Wenn man so hintenherum sich ein bisclwn Fett, sagen wir ma: ein Pfündchen Butter, verschaffen konnte, so hatte die Freude über diesen Erwerb auch eine reckt unangenehme Kehrseite, nämlich man mußte auch die Cchleichhandelspreise bezahlen, und die sind bekanntlich gepfeffert. weil es ja Pfeffer auch nur im Schleichhandel gibt. Dazu kommt noch das unangenehme Bewußtsein, daß man sich nicht erwischen lassen darf, denn dann ist Butter und Geld weg. und man hat vielleicht auch noch Gelegenheit, im stillen, jedoch nicht gemütlichen Kämmerlein über sein Schicksal nachzudenken. Daß man aber Fett erwerben kann und daran noch Geld verdient und dabei der Allgemeinheit nützt, das scheint doch noch nicht so bekannt zu sein, wie nran es eiaentlich erwarten dürfte. Zu Nutz und Frommen der Mitwelt sei daher das- Verfahren dieses umgekehrten Schleichhandels bckanntgegcben: Gehe in den Wald und sammele Bucheckern, die es in diesem Jahre dort in Hülle und Fülle gibt. Bringe die gesammelten Bucheckern zur öffentlichen Abnahmestelle: man erhält dort für jedes Kilogramm Bucheckern bis Zu Dkk. 1.65 und außerdem einen Oelbezugsschein der wiederum für jedes abgelieferte Kilogramm zum Bezug« von 60 Gramm Oel berechtigt und zwar muß für dieses Del nur der normale Preis gezahlt werden, der etwa 96 bis 95 Pfennig betragen wird. Man hat dann markenfreies Del. außerdem noch einen Geldüberickuß: dazu kommt noch das erhebende Bewußtsein. nicht nur für sich selbst, sondern auch für die andern gesorgt zu haben, denn die Oelmenge. die auf den Bezugsschein geliefert wird, ist etwa die Hälfte dessen, was sich an Speiseöl aus den Bucheckern gewinnen läßt, und die andere Hälfte dient dazu, eine sonst notwendige Verkürzung der allgemeinen Fett- ration zu verhindern. Mährend der Schleichhandel die Allgemeinheit schädigt und den Geldbeutel recht kräitig erleichtert nützt der Bucheckernsammler dem deutschen Volk, versorgt sich mit Fett und füllt obendrein seinen Geldbeutel.
Frankfurt a. M.. 22. Nov. Der Frankfurter Magistrat wandte üch ror einigen Tagen mit dem Ersuck)en an die Waf- fenstillstandskomckliffwn, ihm mit Rücksicht aus die Schwierigkeit der Ernährung usw. endgültig Beickeid zu geben, ob Frankfurt in die neutrale Zone oder in das befetzre Gebiet falle. Darauf ist, wie die „Frant'furteL Zeitung" vernimmt, der Bescheid eingegangen. datz nach der neuesten Auslegung der Bedingungen Frankfurt teilweise zum Brückenkopf Mainz gehöre, teilweise neutrale Zone fei. Der Magistrat beschloß darauf, die Waffen stillstandskommissicn und die Oberste Heeresleitung zu ersuche« darauf hinzuwirken, datz Frankfurt überhaupt nicht besetzt werde denn eine geordnete Verwaltung sei in einer teilweise besetzten Stadl nicht möglich. — Heber die Linien, die den Brückenkop» Mainz und das anschließende neutrale Gebiet abgrgnzen. macht jetzt das Kriegsministerium folgende authentische Mitteilung: Das zu besetzende Gebiet findet seine Grenze: Westrand Frankfurt—Reu-Isenburg ausschließlich-Langen einschließlich—Ar- heilgen—einschließlich—Westrand Darmstadt—Pfungstadt aus' schließlich—Gernsheim ausschließlich Die Grenze des neutralen Gebiet-s verläuft von östlich Offenbach—westlich Dieburg—westlich Nieder Modau—westlich Zwinoenborg—westlich Lorsch und von hier in südlicher Richtung 6 Kilometer westlich Weinheim bis 3 Kilometer westlich Heidelberg.
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AuS Siarkrnbnrg.
Darmstadt, 19. Nov. Gut versorg: haben sich eine AnzaÜ Feldgrauer, die von der Front rc{p. aus der (rnin* kamr. m*l nack der Heimat reisten. In Arheilgen wurde gestern etv lirt» bahnwagen beschlagnahmt, der nahezu ganz mti Kletde-rn, P» bensmitteln aller Arr brladen war. darunter auch sine Kuh. die frischmelkend war und auf der Rerse die Kaffeev,cr«h lieferte, enthielt. Auf Veranlassung des hie»5g«n Ätetfecmt«* wurde das Tier heure früh noch dem städrUchen Schiecknb^ übergeführt, um den Fleischmangel nicht ollzufühlbor werv« zu lassen. — Ein bedenklicher Unfall ereignete sich am gestrrgal Tage in E b e r st a d 1. Ein von der Front kommender mHf* Feldgrauen stark besetzter Lastkraftwagen stieß in eiliger Fahrt, mit einem Wagen der elektrischen Straßenbahn zusammen, m» , durch eine Anzahl der Soldaten hernnterfielen und ebenso a»t> eine Anzahl Anderer Verletzungen erlitten, die zum Glück n.ch^ schwerer Natur sind. Der elektrische Wagen erlitt ebenfalls leichte Beschädigungen.
Darmstadt. 19. Nov. Schon wieder ereignete sich ein &\xf bruch in der Filiale der Firma Schade Sc Füllgrabe in de Heinrichstraße dahier. Die Diebe schlitgen in der verflossenem Nacht eine Erkerscheibe ein und hatten schon für etwa 300 3JU. Waren aller Art an sich genommen, als sie erwischt wurden.
IC. Lensheim, 20. Nov. Der Arbeiter-. Bauern- und Sol- daterrat dahier bej hlagnahmte gestern früh 32 Kisten mit Stearinkerzen, die als Umzugsgut an eine hiesige Ehemisch« Fabrik iakturiert waren. Für die bevorstehende Einquartte. rungszeit ist dieses werlvoNc Beleuchtungsmittel eher willkon^ men. — Vier Stück Pensionsschwrine wurden in Schönberg ausfindig gemacht und nut Beschlag belegt.
FC. Groß-Gerau, 20. Now In der hiesigen Zuckerfabrik wurde nachts erngeorochcn und Nahrungsmittel von hohem Werte gestohlen, darunter auch die Hälfte-eines geschlachteten Ochsen.
FC. Jugenheim (Bergstraße). 20. Nov. In der Oelmühl« von Friearcch Krämer wurde eingcbrochen und bedeutende Mengen fertigen Oeles and auch Oelfrucht entwendet.
FC. Vom Odenwald, 1 A. Nov. Großheizog Friedrich und Großherzogin Hiloa von Baden haben sich mit Gefolge aus Schloß Zwingenberg als Privatpersonen niedergelassen. Der Arbeiter- und Soldatenrat Eberbach hat sofort beschlossen, die Wache auf dem Schlosse zu stellen und dafür zu sorgen, daß die Eroßherzog'ichen Herrschaften ungehindert und unbelästigt dort wohnen. Die ..Eberbacher Zeitung" schreibt dazu: Wir rrchten
auch an die Bevölkerung die Dctte, dem Fürstenpaar. das fein badisches Land und Volk stets aufs innigste geliebt hat, den Aufenthalt auf Schloß Zwingenberg so angenehm als möglich zu machen. Der Eroßherzog, der von uns cmmer als ein vor. nehmer, echt ritterlich deutscher Mann anerkannt wurde, soll uns als einer unserer edelsten Bürger mit seiner Gem-shlin am' Neckar herzlich willkommen sein!
Aus Rhcinhksse'n.
Mainz. 25. Nov. Am Dienstag, gegen 10 Uhr vormittags, rucken die-117er nwcki ihrem nruen Standoxt Friedberg i. H. Die Soldaten marschieren zw Fuß. Der Weg führt über den Kaiser-Wilhelm-Ning und die Große Bleiche, über die Brucks nach Castell über den Rhein.
Mainz. 21. Rov. (Cs geht schon Tos*) Der „Hess. Landes? zeitung" schreibt man: Die jetzt frei umherwandelnden eng«
U'ichen Offiziere werden in ihrer Heimat ein nettes Bild der Deutschen entwerfen. Nicht nur die Schuljugend, auch erwachsene Mainzer umringen freudestrahlend und lachend diese Leute. Was müssen diese von der Geistesverfassung ihrer Bewunderer denken? Hcffentlich wahren die Mainzer und Mainzerinnew ihre Würde gegenüber der bevorstehenden französtschen Besatzung! — W'e uns von amtlicher Stelle milgeteilt wird, wurden im Laufe des gestrigen Abends sechs Frauenspersonen, die sich in ärgernis.-rregelider Weise mit englischen kriegsge« fangenen Offizieren auf den Straßen und in den Gasthäusern abgaben. von Patrouillen der Militärpolizei aufgegriffen und dem Prcvinz:alarresthaus zugeführt. Das schamlose Verhalten dieser Frauenspersonen ist umso verwerflicher, als gerade in diesen Tagen unstre braven Truppen in die Heimat zurückkehren.
FC. Worms, 20. Rov. In einer hier abaehaltenen Volts- rersamm.ung wurde Klage geführt über den Mangel an Ar. beitswilliee. Die Leut«, die sich meldeten, suchten zum Teil die Lage craszunutzen, indem sie außerordentlich Hobe Löhne for- derlen. Deccltstehendcr Hafer hätte wegen Arbeitermangel nicht ausgeladen und weil die vorhandenen Lebens- und Futtermittel aus MaNliel an ArLertskläften nicht hätten transporiiert werden können, hallen »Loldoten auf dem Laude bei den Vaueru requirieren müssen. Dre Bereitstellung von Arbeitskräften fei dringend nötig.
FC. Aus Niederhessen. 20. Nov. Ein Flugzeug stürzte bei Dischhausen ab. dre Insassen, zwei Offiziere, waren sofort tot. Der eine derselben wurde als der bekannte Herrenreiter Rittmeister von Görne vom Hufaren-Regiment 14 in Kassel agnos- kiert. _
Kirchliche Nachrichten.
Gottesdienst kn der Durgfrrche.
Mittwoch. 27. Rov. 1918. abends 8>4 Uhr: Gemeinde- versani'ulung. Herr Direktor Schoell.
Offene Stellrn:
28 Knechte. 5 Tagelöhner. 1 Veiwalter, 2 Bäcker. 1 Haus» buttche. 2« Dreiistlwagde, lö Hausmädchen, l Melkerin, 3 Wrrt- schajterrnnen«
Stellens uchender
Mehrere Melkersamilien und ledige Melker, 1 Wärter,
1 Kaisierelin oder Verkau erin, 1 Pflegerin.
Vemntwortlicb fm den politischen und lokalen Tett: Okta Hirsches. Fl iedberp: für den Anzeigenteil: R. Heyn ew 4 Fiiedbelg. Truck lind Verlag der ^Reuen ToaeszcitungE, _ L. G.. Friedbera i, S.


