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Heine (Anhalt) setzte sich für Erzberger ein. der immer ein Mitkämpfer gegen den Militarismus gewesen fei. Die Entente sei gegen das deutsche Volt und nicht gegen einen ein­zelnen Unterhändler.

E b e r t bat um die Erlaubnis, den Gesandten Deutsch- Oesterreichs. Ludo Hartmann, vorstellen zu dürfen, der als Gast der Versammlung beiwohnen werde. Hartmann dankte für die freundliche Begrüßung und betonte, es dürfe keine Präjudiz fein, wenn er heute als Gast hier weile, er fühle sich schon völlig zugehörig. (Bravo!)

E e i 1 n e r (Gotha) fand die Verteidigung Heines erklär- fich, da Erzbergers Sünden auch Heines Sünden seien. Er sehe das Programm in der Frage' Ist uns der Frieden lieber als der Sozialismus? Man müsie für die Sozialisierung sein selbst dann, wenn men sich dadurch eine feindliche Besetzung zu- zrehe. Ihm stehe das Volk über dem sogenannten Vaterland und dem Volke könne nur der Sozialismus helfen.

Leprnski (Sachsen) erklärte: Sols will im Intereffe

des Friedens alle Sozialisierung hintan stellen, wogegen schärfste Verwahrung einzulegen sei. ebenso wie gegen die Ein­schränkung der Arbeiter- und Soldatenräte durch die Zentral­stelle. Die Natronalversammlung kann zurückgestellt werden bis die Vorbedingungen für sie geschaffen sind. An die Einbe­rufung des Reichstags ist nicht zu denken, denn er rst mit dem alten Regime gefallen. Die sächsische Negierung will zur ein­heitlichen deutschen Republik kommen, und zwar unter Anschluß von Deutsch-Oesterreich. Alles andere ist als Provisorium zu betrachten. Eine Aufschiebung des Sozialismus zu Gunsten des Friedens darf keinesfalls stattfinden.

Beigeordneter rm Auswärtigen Amt Kautsky unter­stützte Eisners Forderung nach einer Negierung, die von dem MehrheitZwillen getragen sei und keine kompromittierten Män­ner enthalte. Die Friedensbedingungen würden nicht so hart sein wie die Wossenstillstandsbedingungen. Der Pazifismus fei allerdinas die Ausgabe der Männer der Regierung, dürfe aber nicht von den einstigen Kriegshetzern getrieben werden. Er be­dauere. daß die noch nicht festgenommen feien, die durch die eben verössenttichten bayerischen Berichte so schwer kompromit­tiert seren. Dies würde dem Frieden wahrhaft dienen.

Ulrich (Hessen) erklärte: Das alte Regime Jei durch die Soldaten gestürzt worden, denen sich dann die Arbeiterräte an- geschloiien hätten. Der- Kapitalismus müsse liquidiert werden aber erst handle es sich um den Frieden. Unkompromittierte Leute feien zu seiner Herbeiführung gut. aber diese seien selbst unter den Unabhängigen schwer zu finden. Das Reich müsse bleiben, aber eine Berliner Diktatur gefährde es auf das schwerste. Wir wollen nicht von Berlin los, sondern mit Berlin gemeinsam arbeiten. Bis zur Nationalversammlung seien die Arbeiter- und Soldatenräte deren Ersatz. Daß die Negierung dre allen Männer zum Teil im Amte behalte, sei doch selbstver­ständlich. ebenso wie die Beibehaltung einzelner Bundesrats- Mitglieder als Informatoren der Einzelstaaten-ddeutsch- land je, für die größte Beschleunigung der Natlonalversamm Ivng In Baden seien die Wahlen zur Landesversammlung am den 5. Januar festgelegt. Württemberg beeile sich ebenfalls. In Hessen werde der Dermin Mitte Januar fern. Gegen das von Eisner oorgeschlagene Präsidium habe er nichts einzuwenden.

Bernstein wandte sich gegen die Auffassung, als wenn mau erst den Sozialismus durchführen und dann zum Frieden kommen müsse. Unser weitverzweigtes volkswirtschaftliches Le­ben sei unmöglich in ganz kurzer Zeit zu sozialisseren. Die wich­tigste Frage sei die. so schnell wie möglich zum Frieden zu kom- "*? ^betrachte es als ein Unglück, daß man Persönlichkeiten mtt der Führung der Wafsenstittstandsverhandlungen beauftrag, habe, die stark belastet seien und sich von den Methoden des alten Systems zu sehr befangen gezeigt halten. Die Wafs-n- stlllstandsbedcngungen wirkten seiner Ansicht nach auf die zioil-n Verhältnisse nicht jo zerstörend, wie allgemein angenommen r njdnc ^^Uck,' Männer zu den Verhandlungen . ! uimaI bQS ^trauen der Gegenseite genössen und sich andererseits auf die Mehrheit des Volkes stützten, du Wlüen ""derum nur durch die Nationalversammlund

deutsä^en Republik. Sie verpflichten sich. lediglich im Sinne der Rechtseinheit zu wirken und separatistische Bestrebungen zu be­kämpfen.

2. Die Einberufung einer konstituierenden Nationalver­sammlung wird allgemein zugestimmt. ebenso der Absicht der Neichsleitung. die Vorbereitungen zur Nationalversammlung möglichst durchzuführen.

8. Bis zum Zusammentritt der Nationalversammlung sind die Arbeiter- und Soldatenräte die Repräsentanten des Volks- willens.

4. Dis Neichsleitung wird ersucht, auf die schleunige Her­beiführung eines Präliminarfriedens hinzuarbe'tten.

Nardschleswig abgetreten.

Berlin, 22. Nov. Wie die ..Tezehoer Nachrichten" aus siche­rer Quelle vernehmen, ist Nordschleswig schon abgetreten. Die Chaussee Tondern-Apcnrade-Sonderburg soll die Grenze bilden Es sind danach also abgetreten dre ganzen Kreise Sonderburg und Hadersleben und der nördliche größere Teil der Kreise Ton dern und Apenrade. Ob die Abtretung von der wahrscheinlich dänisch zusammengesetzten A.- u. S Räten der beteiligten Kreist vorgenommen wurde, oder ob sie auf Anweisung von Berlin er­folgte. steht noch nicht fest. Sicher darf man annehmen, daß sie durch einen Mwbtspruch und nicht durch Volksabstimmung auf Grund des Selbstbestimmungsrechtes erfolgt ist. Nach einer Meldung aus Apenrade teilte der Reichstagsabgeordnete Haussen gestern auf einer Volksversammlung ein Schreiben mit. daß ihm von Dr. Sols am 14 November zugegangen ist und besagt, daß die deutsche Regierung aus dein Standpunkt stehe, daß auch die nordschleswigsche Frage in llebereinstimmung mit dem Frie- densprogramm Wilsens auf der Grundlage des Seldstbestim- mungsrecktes gilbst werden solle. Im Anschluß hieran teilt Haussen mit, daß an einem der nächsten Tag-» unter Hinweis aus dieses Schreiben durch den dänischen Gesandten in Berlin die Anfrage an die däni'che Regierung gerichtet weiden solle, ob Dänemark Nordichlesnig aufnchmen würde, wenn dieser Lan

ArbchsgrulkWilsl lijMsm Arhmggtöer und -iik!>ütr.

Berlin, 24. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) In gemeinsamer Sitzung vom 19. November haben sich die großen landwirtschaft­lichen Organisationen, vertreten durch den Reichsausschuß der deutschen Landwirtschaft und die Verbände der landwirtschast- lichen Arbeiter und Angestellten, zu einer Arbeitsgemeinschaft ländlicher Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinigt. Die Ar. beitsgemeinschaft ist auf paritätischer Grundlage errichtet. Sit soll den Sitz für ein gemeinsames, von gegenseitigem Vertrauen getragenes Zusammenwirken von ländlichen Arbeitgebern und Arbeitnehmern und zugleich einen zusammenfassenden Mittel. Punkt für die Bestrebungen der einzelnen Verbände bilden. Der landwirtschaftliche Berns mit seinen zahlreichen Zwischenstufe« zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern und dem engen Zu« sammengehörigkeitsgefühl aller seiner Glieder erfordert in die. scn schweren Zeiten vor allem eure Zusammenfassung der Kräfte nm in gemeinsamer Arbeit an dem Wiederaufbau des Wirt schaftslebens auf dem Lande und an der Herbeiführung befrie­digender Verhältnisse zwischen Arbertgel>ern und Arbeitnehmer» auf dem Lande mitzuwirken. Die Arbeitsgemeinschaft bilds zugleich einen Zentral-Vauern- und Landarbeiterrat. Die ge. schäftsfiihrende Ließe befindet sich in Berlin SW. 9. König, grätzerstroße 19. 2 Die Ausarbeitung besonderer Satzungen für die Arbeitsgemeinschaft bleibt späterer Zeit Vorbehalten.

sie InsaWrinisi ker Gresrhrlnebe.

Berlin, 24. Nov. (WB.) Der preußische Finanzminister Simon besprach mit dem Schriftleiter des Volkswirtschaft- lichen Teils derDeutschen Allgemeinen Zeitung" das Pro , [ blem der Vergesellschaftung und erklärte u. a.:

Sckwn die Tatsache, daß die Negierung eine besondere Kommission

ihren

geltend machen könne.

S - Y m a n n lWürttemberg) erklärte: In der Forderung

nach unkompiomill,eilen Männern lind wir uns alle einig -b-n!° -rich-inl Soiss Festste,iung richtig, dag kur den Abjchlutz de- Friedens -ine unangekochi-n- Zeniralgewai, nötig ist. Den "" nai> überwi-g-mLer Ansicht sobald wt« "Tn Uni> Soldatenräte baden die Revoiuiion

g-!»°en und bestehen daher zu Recht. Aber rm, den, Lieg Revolution muh auch ihre Umwandlung kommen. Sie sind e.u Prorusor.um bis zur schleunigst einzuberufenden Naiional- versamm.ung. Gelingt der BerUner Versuch, diese zu verzögern dann siegt der Sozialismus. Württemberg steh, durchaus aus dem Boden der Reuhseinheit. aber wir brauchen Ordnung und £ ' Ldbensmrtt-toerh-Itnis,-. Uebcr unz geht di-Soldaten-

e" ^ ,nroe3 - D'ir haben viele Tausende van

°l äsirssi.chen Finchtl.ngcn zu versorgen. Wir haben keinen Zwei-

d i TZ" , ßeIa,ien °>!r auf dem Boden der Demokratie und des Sozialismus stehen, und nur geringen Widerstand gesunden

Von anderen führte noch Londsberg aus: Eigner

°vve unkornoremittrerie Männer als Friedenounferhändler er k.are aber selbst, datz cs fraglich fei. ob diese wertere Miide- rungen erzrelen konnten. Tic bisherigen Milderungen und die L-densmilieizusage seien den alten Männern genährt worden ua» e»,gegen «isner und Bernstein halte er diese Bedingungen f nertraqlcch. Die zweite Forderung Eisners. daß die Re-

*S werden müsse, un

T.?} . D °! l9, ä "der nichts anderes, als schleunige

Etaberusung der Nationaloersammlung.

Um I Uhr wurde die Sitzung bis 3 Uhr nachm, ausgesetzt.

«

In der Nochmillagssitzung einigte man sich auf folgende Forderungen:

1. Die Ausrechterhaltung der Einheit Deutschlands ist ein

Dringendes Gebot. Alle deutjchen Stämme gehen geschlossen m

gewählt hat, in der hervorragende deut'ck>e Volkswirte und zwar sowohl Männer des praktischen Wirt­desteil bei der bevorstehenden Abstimmung sich für die Wieder- ! schaftslebens als auch der Wissenschaft sitzen, beweist dent- m-reinigung mit>'ema,k ansspreckien sollte. Der Vorstand und die Vertrauensleute des Wuhlervereins nahmen mit 57 gegen 2 Stimmen eine Rewlutron an. die den Wünsch aussvricht daß die nordjct.leswigiche Frc.ge derart gelöst werde, daß Nord­schleswig. berechne 1 von der Linie, die von Flensburg zur Flens­burger Flrde bis zur Kupfermühlenbvcht kolgt. Badburg zur Grenzstation macht, danach südlich Groeslöv vorübergeht und schließlich längs Skelbackken und Didaaen zur Nordsee zieht, als Grenze darüber abstimmen soll, ob es eine Wrederverbindung oder Wieder Vereinbarung mit Dänemark wünscht oder nicht. Die beiden Mitglieder, die gegen die Resolution stimmten, traten der Revolution jedoch unter Vorbehalt betreffend Flensburg unid das umliegende Gebiet ber.

Pogrome ln Golrsien.

Krakau, 2? Nov. (WB.) Tie galizifchen Zeitungen be* richten über Judenpogrome in Galizien. In den letzten zwei Wochvn fanden in einer großen Zahl galizifcher Ort- schnfftn Pogmune gegen die jüdifcl'e Bevölkerung statt. Wie die Krakauer ZeitungNowy Dziennik" mitteilt, fanden ^olche Pagrome in Blizowa, Dobvo. Grodzisko Iwonitz. ^aworzo, Mielia, Morawira. Naswadow, Strzizow, Stczakow, Tzebina, Zator. Tarnow. Gorliza u»nd vielen anderen Orten statt. In allen diesen Ortschoften und ftädten wurden viele Juden mißhandelt und zum Teil ae-

tötet. Neberall wurden sämtliche jüdi'che Läden und viele Privathäuftr geplündert. Tie jüdische Bevölkerikng all die­ser Städte wurde gezwungen sie zu verlassen, und befindet sich in einer furchtbaren Lage. Tie Ausschreitungen geben überall von ^ polnischen Bevölkerung aus. Die polnische Miliz und die Legionäre verhalten sich vollkomnren passiv, zum Teil haben sie sich an den Ausschreitungen beteiligt: in manchen Städten entwaffneten sie die dort gebildete jüdisch? Selbsiwehr vor den Ausschreitungen. Die Erregung in der ganzen galizischen jüdischen Bevölkerung ist groß. Do 7 i ver­schiedenen Seiten gingen bereits Telegramme an Wilson und neutrale Staaten mit der Bitte zur Intervention ab.

Gegen den Kolkchewismus.

Kownv, 22. Nov. (WB) Ter Soldatenrat von Kowno hat 2 n die Berliner Negierung folgende Mitteilung gelangen lassen: Die gestrige Versamknlung der Telegiepten des gro­ßen Sodatenrates hat folgend^ Nesolution einstimmig ange­nommen und sie der Neichskanzlei telegraphisch übermittelt:

An Scheidemann, Neict)skanZlei, Berlin.

Wir stehen auf dem Boden der Demokratie. Wir wollen keine Diktatur, von wo sie auch kommen mag. Wir werden uns nicht einer Partei, die nicht das ganze Volk repräsentiert, fügen. Wir wollen, daß der Wille des gesamten Volkes ge­schieht. Dazu brauZLn wir die konsiituierende National­versammlung auf Grund des allgemeinen, gleichen und ge­heimen Wahlrechts Wir wollen nicht, daß die Diktatur über unser Schicksal entscheidet und der Nationalversammlung bestenfalls die Sanktion des Staatsstreiches überläßt. Und darum erklären wir, daß wir die Negierung, und nur sie. voll und ganz unterstützen, verlangen aber von ihr die Er­klärung, daß sie nur provisorisch ist bis zur möglichst schnellen Einberufung der konstitnierenben Nationalversammlung, die dem Neich eine Verfassung und Negierung geben soll. Der Vollzugsausschuß des Arbeiter- und Soldalenrates hat kiaft seiner revolutionären Machtbefugnis das Aufsichtsrecht liber die Negierung, darf aber die exekutive Gewalt derselben nicht einschränken. Er soll erklären, daß er keine pvlitisclie Km Perschaft ist und daß die ganze politische Osewalt in den Händen des deutscl-en Volkes in seiner Gesamtheit liegt."

lich. daß die Erperimente. wie sie in Nußl^nd vorg^'.wmmen lvnrden. verniieden werden sollen und daß insbesondere ge­fährliche llebersiürzungen verhindert werden. Als die oberste Forderung sehe ich die ununterbrochene Fortführung der Produktion an. Es wird besonders Wert daraus gn legen sein, daß durch die Veraesellsckaftung keine Unterbrechung der bisherigen Tätigkeit eintritt. denn wir haben alle gleiches Intei-esse an d?r bisherigen Höchstleistung. Wir müssen nicht nur eine einheitlich organisierte Produktion ei ns Uhren, sondern zugleich auch ein gut durck>dachtes System, das ber kleinstem Aufwand höchste Erträge gibt. Anstelle der Ver- srliwendung, die bisher getrieben worden ist. muß rationelle Ausnützung aller Möglichkeiten treten. Das Tenwo wird \o sebr beschleunigt wie nur möglich, denn Arbeiter und Unter* nehmer haben in gleicher Weise ein Interesse daran, daß Klarheit darüber geschaffen wird, in welck)er Weise die Pro* duktjon organisiert werden kann. Meine persönliche Ansicht geht dahin, daß man nur die Betriebe vergesellick>iftet. die dazu reif sind. Man spricht mit Recht von der Verstaatlichung der Waffenindnsine. Man erwartet auch die Sozialisierung der Elektrizitäts-Industrie. So wird man insbesondere daran denken. Stromgewinnung für den Staat nutzbar zu machen. Alle Monopol-Produkte wie Kohle. Kali usw. ge­hören unter allen Umständen der Allgemeinheit. Ich denke in erster Neihe an die großzügige Reform der Bodenver­teilung. ferner an eine rationellere Ausnutzung der Zement­industrie. der Ziegeleien und dergleichen, wovon der gesamte Vaumarkt gleichen Nutzen haben wird. Auch kann man erwägen, gewisse Formen des Großhandels der Allgemein­heit nutzbar zu nmck^en, sei es in Verteilungsstellen. Am leichtesten wird die Sozialisierung dort vor sich geben, wo es sich um den Erwerb von Privatmonopolen durch Staats- nionovole handelt, wie z. B. in der chomisckxm Industrie und dergleicl>en. In Betracht kommen nur solche Betriebe, bei denen sichere Aussicht besteht, daß Gewinn erzielt wird. Große Gehälter für leitende Persönlichkeiten werden sich ohne Gefahr für die Leistungsfähigkeit der Betriebe senken lassen zu Gunsten besserer Entlohnung der Arbeiter und An­gestellten. Wir denken garnicht an Gewaltmaßregeln. In Betracht kommt nur Enteignung, keine Konfiskation. Ich denke nur die Entwickelung so. daß bei jeder Unternehmung die Entschädigung von Fall zu Fall festgesetzt wird. Ist dieser Wcrt festgesetzt, dann würde ich Vorschlägen, daß man eine besondere Anleihe, eine Nationalisierungsanleibe. schafft deren ausschließlicher Zweck ist, dem Staate die Mittel zu geben, die er zur Durchführung des Dergesellschaftspro- gramms braucht.

Dir Forderung der Spartakus-Gruppe auf Annullierung der Kriegsanleihen über 5000 Mark bezeichnete Simon in dieser Fassung als ganz undiskutabel. Denn welche Gerech­tigkeit liegt darin, wenn man einem Manne, der sein müh­sam erspartes Geld im Betrage von 20 000 Mark in Kriegs­anleihen angelegt hat, 15 000 Mark fortnimmt, während man dem Kriegsgewinnler, der 50 000 Mark in Aktien einer Kriegsgesellschast anleate. sein Geld läßt? Die Bestände der Sparkassen. Krankenkassen, Invalidenversicherung usw. würden dadurch aufhören zu existieren. waS für die Arbeiter­schaft einen ungeheuren Verlust bedeuten würde. Wenn das Reich Geld braucht, so muß es sich solches im Wege der Be­steuerung besck)affen. nicht im Wege der Annullierung von Anleiben Die Besteuerung wird so sein, daß sie dem Ge- rockchigkeitspriuzip entspricht «nd den notwendigen sozialen Ausgleich bringt. Da ich im Interesse der breiten Massen (s.unbedingt für nötig halte, die i-ndrrekten Steurrn mög­lichst vollkommen abzubauen, so denke ich an die Notwendig­keit durchgreifender Einkommen- und Verniögenssteuern. Ferner muß das Erbrecht in weitestem Maße reduziert wer­den, sodaß auf diese Weise scl-on automatisch die großen Kapitalien bejeitigt werden. Die Svzialisieruna dürste