Dnmmer 278 (Fiiiifliirfiü ßt Vienstaq. den 26. Uovemvcr 11»1<S _ II. Za hrqrwy'
Dtp me i pfrorcilnny" ?r ck.eml ,ede" Werlia'. ^ieoeimatz,ge Lerlaoen „Der fatter ans Hellen", ,.9ie 5'p»nnNui»e". Sern^s^reis: Bei den Poitanitatten mecreir^t)ilict) All. 2.70 tin^u tritt noch vas Beiiellgeld; '-ei cen '.' .-enter- mono'lick. 1.00 All. einchlteßlich TcaqeNolm. Anzeigen: airundielie 2b 'iSrfl., ioiale 20 i>iq^ Anzeigen von auswans nerven durch Bo lnachna nue ertzoi^en. E> siilam^sor, ärtedbera. Lchr-jstieitnn^ nnd cks^ina i-neddem '-äesieui. ,ana>»er traqe 12. ^ernvrey.'r 1 s. Bo t, iet. So iro Jlr. H>1. ’1 nt Franifurt a. M.
Kclramiimachuttgeu.
Derlin. 25 Nov. (WB.) Amtlich.) Alle Arbeiter- und Co'.datenräie nerden gebeten. Vorkehrungen zu treffen. daß alle Wafien und Ausrüslungsgeaenstcinde. die auf Bahnhöfen oder anderen Orten ron Truppen oder einzelreifenden Heeresange- höligen niederaelegt oder abgegeben sindgesammelt. bewacht und bei der ersten Geleaenbeit dem nächsten Artilleriedepot zu- gerührt nerven. Die Ausführung dieser Weisung wird großc Werte des Dlsiksnermögens erhalten.
Unterstaatssekretär Göhre, i. A.: Reinhardt.
Frankfurt a. M.. 28 Nov. Hier und da vorgekommene Miß- rr^ständnrsse veranlassen uns. darauf hinzurreisen. doß die Frontlrnppen selbstverständlich nicht zu entwaffnen sind Zu den Fronttruppen zählen auch vorausgeichickte. im dienstlichen Interelle tätige Mililö.rper'.onen, wie Quartiermacher, Derlsin- Lungsoffiziere ufw.
Der Arbeiter- und Soldatenrat beim stellvertr Gencralkommondo 18. A.-K.
An eie fandbevölkcounp.
Berlin. 73. Nov. (WTB Nichtamtlich.) Ar> die Landbevölkerung ? Ibr habt d:e Ausrufe, die euch zur Bildung von Bauernraten Orts-, Gemeinde-. Wirtfchaflsaussckiisien und dergleichen aussordern. zur Kenntnis genommen. Vielerorts hat mcnl diesem Ruse schon Folae geleistet. Es mutz erwartet werden. daß die gesamte Landbevölkerung schleunigst sich dieser Aufgabe widmet und zum Wob! des Vaterlandes mitorbeitel. Di? Aufgaben dieser Körperschaften find zahlreich. Nicht überall ist man über den Wirkungskrers im klaren. Die Unterzeichneten Verbände geben nachstehend Richtlinien für die Tätigkeit bekannt, die Ihr anszuüben berufen seid. Wir erwarten, daß im Interelle der unaehinderten Durchführung der Volksernährung in der Uebergangsbit von allen Bauern- und Landarboiterräten dementsprccsiend gehandelt wird Dieser Name sott ausiprechpn daß im Hauptberuf selbsiändiae Landwirte und Arbeiter in diesen Räten gleikl.berechtiat sind. Auch die Mitarbeit der nicht- landwirtschaftlichen Landbevölkerung ist dringend erwünscht. Ein Bauern- und Landarbeiterrat ist in jeder selbständigen Gemeinde zu wählen Dle Gutsbezirke sind in der Regel der benachbarten Gemeinde anzualiedern. Jeder Rat muß aus mindestens seck-s Personen besteben und zu gleichen Teilen aus den Kreisen der im Hauptberuf selbständigen Landwirte und Arbeiter bezrv nichtlandwirt^chastlicher Landbevölkerung gebildet wroden. Für den Bereich jeder unteren Verwaltungsbehörde ist an deren Sitz ein Kreis- (Bezirks- und dergl.) Bauern- und Lawdarbeiterral zu bilden. Die Unterzeichneten Körnerschaften bilden den Zentral Bauern- und Landarbeiterrat in Berlin, der Anweisungen und Ratschlage erteilt. Die Aufgabe der Vouern- und Londarbeij-rräte ist die Unter^ntzuna der zuständigen Behörden durch: 1 Mitwirkung und Beratung bei Erfassung und Schutz der vorhandenen Lebensmittel, bei Regelung ihrer Ab. lieferung an die hezugsberechtigten Stellen und bei Be Bekämpfung des Schleichhandels: 2. Erhaltung der landwirtschaftlichen Betriebe. Förderung der Erzeugung, insbesondere durch Sicherung von Saataul und Steigerung des Anbaues Winderanshau der Viehzucht. Förderung des Genossens«hcnt?we sens: 8. Mrtwirkunq bei Aufnahme der entlassenen Krieosteil- ncbmer und Beschaffung von Arbeit und Wohnung für diese gemäß den Bestimmungen der Demobilmachurigsbehörde: 4. aeaen- Jeiflae Hille beim Schutz von Personen unid Eigentum. Volks' genollent Die Rot der Zeit fordert die Zusammenfassung aller Kräfte zur Erhaltung der Volkswirtschaft Alles Trennende Hai zurückzutreten. Angesichts der großen Aufgaben tue jeder feine Pflicht. Die Stunde verlangt es gebieterisch.
Rechtso.ussch"ß der deutschen Landwirtschaft.
Bund der Landwirte.
Vereinigung der deutschen Bauernvereine.
Deutsche LandnsirtscbastHgeselsicbast Reichsverband der deutschen Landw Genossenschaften.
Zentralnerbgnd der deutschen Rell-isen Genossenschaften.
Bezugsvereiniaung der deutschen Landwirte.
Deutscher Bauernbund. '
Deutscher Landarbeiterverbaud.
Zentralverband der Forst-, Land- und Weinbergsarbeiter Deutschlands.
Allgemeiner Schweizer-Bund für Deutschland Hauptverband der Landw. Küterbeamtenvereinigungen Deutschlands.
Verband der preußischen Landkreise Die Geschäftsstelle des Zentral Bauern- und Landarbeiter- Rates befindet sich in Berlin W 9, Königgrätzerstraße 19. 2. Dahin find alle Zuschriften zu richten
Dir llbtnsmItsimlimMg Ltntlll'liUlds.
Berlin. 25. Nov. (WB. Amtlich.) Die deutsche Regierung 'erhielt durch VerrZittlung der schweizerischen Regierung in der
Frage der Versorgung Deutschlands mit Lebensmitteln nach stehende Antwort des amerikanischen Staatssekretärs Lansing' In der gemeinsamen Sitzung der beiden Häuser des Kongreßes vom 14 November erklärte der Präsident der Vereinigten Staaten, daß die Vertreter der verbundenen Regierungen in dem obersten Kriegsrat in Versailles in einem einst'mmio gefaßten Beschluß den Völkern der Mittelmächte zuaesagt hotten daß alles unter den gegenwärtigen Umständen Mögliche getan werden solle, um sie mit Nahrungsmitteln zu versehen und um die traurige Not zu erleichtern, die an so vielen Orten ihr Leben bedroht, und daß sofort Schritte unternommen werden sol len. dieses Hitsswerk in derselben Weise systematisch zu organisieren, wie dies im Falle Belgiens geschehen sei Der Präsident gab ferner der Ansicht Ausdruck, daß es sich durch die Verwendung der brachliegenden Tonnage der Mittelmäck-te alsdann ermöglichen lasten sollte, der bedrängten Bevölkerung d*r Mil'el mäckste die Furcht vor äußerstem Elend zu nehmen und ihr Ee leaenheit zu geben, ihre Aufmerksamkeit und ihre Kräfte dev großen und gefahrvollen Ausgaben des politischen Neuaufbaues zu widmen, denen sie j.'tzt überall gegenübersteht. In diesem Sinne beauftragt mich der Präsident zu erklären daß er bereit ist. die Versorgung Deutschlands mit Nahrungsmitteln in günstigem Sinne zu erwägen und diese Frage mit den verbündeten Negierungen sssort aufzunehmen, vorausgesetzt, daß er die Versicherung erbölt. daß in Deutschland die öffentliche Ordnung aufrecht erholtem wird und a"ch weiterhin au'recht erholten bleibt, und daß eine gerechte Verteilung der Nahrungsmittel uv,zweifelhaft garantiert wird.
Die Freiffaatenkottferem.
Berlin, 25. Nov. (WB.) In der Konferenz der beut* scheu Bundesstaaten äußerte nach den, Referat des Vorsitzenden Präsident Eisner schwere Bedenken gegen die Tagesordnung. Die Lage sei bekannt, aber nicht, wie eine neue Lag-' zu schaffen fei. Er schlage vor. die Diskussion in drei' große Gruppen zu gliedern: 1. Waffenstillstands- und
F-riedenshedingungen Zugleich mir d«'r Vorfrage nach der Aktionsfähigkeit der Regierung. 2. Politisch-nationaler Zusammenhang 3. Wirtschaftliche Beziehungen der Gliedstaaten zsm Reich. Das alles müsse nicht nur erörtert, sondern entschieden und abgeschlossen werden. Vorsitzender Ebert drang mit feinem Vorschlag durch. daß mit dem Referat zu beginnen und dann die Gruppierung vorzunehmen lei. wie sie Eisner vorschlage. Staatssekretär Tr. Sols- Da die Teilnahme der Vereinigten Staaten am Krieg« sich als ausschlaggebend erwiesen habe, hätten wir uns mit unserem Waffenstillstands- und Friedensangebot auch an sie gewandt. Außerdem habe Wilson als Einziger rin ehrliches pazifistisches Programm Vertreter;, während alle anderen Gegner Imperialisten seien. In unserer Laae sei aber die einzige Rettung eine entschiedene pazifistische Politik und damit eine Eindämmerung des Inwerialismus. Allerdings herrsche auch in Amerika Siegesstimmung und daher llebsreinstiinmung mit den Wasfenstillstandsbe- linounoen. Amerikas Forderung sei, daß in Deutschland die Ruhe und Ordnung ansrechtei halten werde, sonst drohe es nach den Worten Tafts mit de,n Einmarsch. Eben jetzt sei die Anlloo-t Wilsons eingegangen welche die Versorgung in Aussicht stelle, wenn die öffentliche Ordnung auirechter- balten werde. In England habe die hochfahrende Sieges- srimmung gesiegt. Selbst Lansdowne und Henderson seien verstummt Lord Eecils Rücktritt könne man wohl auf f eii*e Stellung zum Völkerbund zurückführen. die der unseren entspreche. Auch in England werde von Deutschland eine gesicherte Majontätsregierng verlangt. Herrsche in England Sieaesjubel, so sei in Frankreich Siegestaumel an der Tagesordnung. Seine öffentliche Meinung dränge vor allem ans die Unterdrückung jeglichen Bolschewismus, ober es scheine fast, als wolle man in Paris gar keinen Frieden, sondern hofsi' durch Förderung des Separatismus das Reich zu zerstören. In Polen fei das Bestreben der Regierung, die Lia'-üdation der deutschen Okkupation ohne Blut zu erleichtern obwohl die Volksstimniung anders gerichtet sei. Dem deutschen Gesandten sei die Mitteilung gemacht worden, daß man auf die freundschaftlichen Beziehungen zum Reiche Wert lege. Ungünstig wäre die Uebernahme der Regierung durch die nalionaldemcckratische Partei, die entcntefieu-ndlich und deutschfeindlich sei. In der Ukraine scheine sich der Gedanke des russischen Föderativstaates durchsetzen zu wollen wenn sich auch Gegenbestrebungen bemerkbar machten. Rußland fei von der alten Regierung int Interesse des notwendigen Friedensschlusses anerkannt. Auch wir wollten mit der Sowjetregierung in Frieden leben, aber gegen die bolschewistische Propaganda in unserem eigenen Lande durch Moskau müßten wir uns auf das Entschiedenste wehren. Tie Verhältnisse in Rußland seien unerträglich geworden. Das Ende der Sowjet! egiervng schein« bevorzustehen.
Zusammenfassend kommt Solf auf den unbedingten Ver- r.ichtungswtüen Frankreichs, dem die jeparatistißhen Eigen-
n.ö'chtigkeiten im eigenen Lande in die Hände arbeiteten, zu sprechen, so, wenn der Arbeiter- und Soldarenrat in Hamburg selbständig Beziehungen zur Sowjetrepublik angekniipn habe, oder, wenn von anderer Stelle unser Kurier des A»s- lväitigen Amlos auf der Reise nach Wien verhaftet würde. Er habe mit seinen Beamten loyal unter der neuen R gie- rung gearbeitet, aber der Vernichtung des Reiches könne er nicht ohne Protest zusehen. Seine einzige Hoffnung, s>.'i diese Konfeienz: denn die heutigen Verhältnisse zerstörten alle Friedenshofknnngen. (Mehrfacher Widerspruch) /Die Konferenz müsse unbedingt dreierlei betchließen: 1. .Die
Fentralgewalt darf keiner Kont'-otle unt-.nstellt sein, tttfiefa die Einzelstaaten nickt anerkennen; 2. Die Auslandsgeiclxsile dlitten nur der Reichsrdgi.'rung obliegen; 3. Für die Nationalversammlung, die nicht in Berlin, sondern in einem zentral gelegenen Ort zu tagen hat, muß baldigster T^'.min festgesetzt werden- d?nn was heute vorhanden lei, könne nur als Provisorium gelten. Soli schloß mit den Worten, daß er dann an eine glücklich^ Zukunft der Revolution glaube, und sie nicht um ihre F. ächte bringen ivolle.
Hierauf erstattete Staatssekretär E r z b e r g e r seine Rrkciat über die Waffenstillstondr-nerhandlikugen. Er berichtete zunächst über den Entschluß des Kriegskaoinetts. am 8. November dem französischen Oberbefehlshaber die Kapitulation Deutschlands auszusprechen. Die Verhandlungen füh.ten zu dem Ergebnis, daß Eisaß-Lothringen entgegen den. von Foch mitgeteilten Bedingungen nicht als besetztes Gebiet, sondern als selbständiger Staat bezeichnet wurde. Punkte, in denen die Bedingungen Milderung erfuhren, waren- Verlängerung der Räun?ungsftist von 30 auf 36 Tage, Ablieferung von 5000 Lastkraistvagen statt 10 000, di- Bestimmung, daß die 8tückgabe der deutschen Krtegsge» faugenen im Präliminarfrieden geregelt werde, enolich die Zusicherung der Versorgung mit Lebensmitteln. Vorläufig wickelt sich die Erfüllung der Bedingungen verhältnismäßig gut ab. Das Kriegsmaterial wird ordnungsgemäß übergeben. dagegen konnten nur 3000 Lokomotiven und 100 000 Waggons abgoliesert werden. Tie Abniachung über die deutschen Kriegsgefangenen mrldern zu können, erscheint hoffnungslos. Die Rückkehr der Gefangenen vollzieht sich normal. Unmöglich dagegen ist die Riirktührvng der russischen Kriegsgefangenen vor dem 1. Februar 1919. In her Le- bensmitielfrage ist gestern zum ersten Mal- eine cntgegen- kommend gehaltene Depesche Clenienceaus eingetroffen. Zu erwarten ist auch viel von der Ankunft Hoovers in England. Zu zweifeln tst aber entschieden an der Möglichkeit, die Räumungstermine inne zu halten, und es ist zu befütchten, daß die Entente Rechtsmittel suckle, um in Deutschland einzurücken. Hieraus ergibt sich nach seiner Meinung die dringende Notlvendiakeit eines Präliininarfricdens. Ferner erhofft er von dieieni das endgültige Aushören des Blutvergießens. die Heinik-hr der deutschen Kriegsgefangenen "nd die Wahrung der Reickseinheit. Im Falle der Verzögerung befürchte er Nachteile durch längere Besetzung der linksrheinischen Gebiete und durch die Verwu^ächnng der pol- uischeu Ansprüche in Posen u,:d Oberschlcsien schon während des Waffenstillstandes.
0 i s n e r erklärte darauf: Di' R-serate Solls und Erz- b'rgci-: ließen wirklich nichts dav:n melken daß inzwischen d'e Revolution il'.re Arbeit g-wn l'.ab^. Sicherlich wolle De,'l'chsi nd den Frieden, aber i.i. eire'cken würde es nur du-ch völlia uukompromittierte Lü'mnr-. Man fasse sich an Keys, wenn man die Namen der Wallenstillstandsunter- händsier lese. An ihrer Spitze ständen Leute, wie Erzberger, welche die Weltvergiftnng der iJffenflicfien Meinung organisierten. Solf halte Verhandlungen mit Wilson für angebracht obne zu bedenken, daß er dadurch die anderen der Gegner für minderwertig erklär«. Beides r.iüsie ja den Frieden zum Scheitern bringen. Er könne die Tätigkeit dieser beiden Männer nicht anders als QonremrclmioTi nennen. Er kenne die Entente nicht aus den Zeitungen, sondern aus persönlichen Berichten. Ihre Forderungen leien: 1. Mit Männern zu verhandeln die nicht zu:n allen System gehörten. Elemencea» habe erst neulich e» klärt, die ursprünglichen Waffenstillstandsbedingungen gälten nicht dem deutschen Volke, sondern Kaiser Wilhelm ll. Er sei gegangen, ihm müßten aber auch all die kompromittierten Männer nach Holland solaen, wenn sie nicht wegm Landes- und Volks- ve^rats an geklagt werden sollten. Soll, Enzberper und ihresgleichen seien llir alle Zeiten erledigt. Tie 2. Forderung der Entente sei, Männer an der Spitze der deutschen Regierung zu sehen, die das Vertrauen der Masse genossen. Deutschland brauche eine Reichsreaiernng. die ohne Hemmung eine demokratische u„d soziale Politik treibe. Außerdem schlage er dis Einführung eines provisonschen Präsidiums, anstelle deS Bundesrates vor, das alle Verhandlungen mit der Entente führe. Nur auf Grund dieser seiner Vorschläge könne der Separatismus unterbunden wsrdlli, den er in Bayern bekämpfe. der ober stärker sei denn je.


