10 Pfennig bi t Kummet
den 23. ftaucmUcr 1918
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KckatttttmMlinngeir.
©erlitt. 21 Nov. (WB.) An Heimat und Heer! Die Verpflegung des Feldheeres auf dem Rückmarsch 'st durch Plünderung van Vergflegunasziigen und Verpflegungsmagazine'' cufs äußerste bedroht Heimat und Heer werden dringend auf gefordert, mit allen Kräften solche Vorkommnisse zu verhindern da sonst der Zusammenbruch der Verpflegung m>t den sckljmm- stcn Folgen unausbleiblich wäre. Plünderung oder der Versuch einer solchen hat die schärfste Strafe zur Folge.
Ebcrt. Haase. Eöhre.
Berlin. 22. Nov. (WB) Der Post verkehr der Trup pen. Die Truppen, die nach ihrem Friedensstandort zu'ück kebren oder einen anderen Standort beziehen, haben »ich ihr- Postsachen nicht mehr unter ihrer Feldpostadresfe (Feldvostnum mer), sondern nach ihrem Standorte zusenden zu lassen, also unter Angabe des Empfängers. des Truopente les und des Standortes Außerdem haben stch diese Truvpen soaleick beim Postamte ihres Standortes anzumelden. Bis dabin ist eine stostbeförderung an Heeresangehörige während des Rückmarsches unmöglich.
Kriegsminister i. A? Wilsberg. Nnterstaatsfekretar Göhre.
Berlin. 22. Nov. (WB. Amtlich.) Der Bollzugswt des Arbeiter- und Solbatenrates in Berlin erläßt folgende Mahnung? Verschiedene Zuschriften und Telegramme von Soldritenräten der Front, worin die Sorge um ihre An gehört gen und ihr Eigentum zum Ausdruck kommt, veranlassen uns zu folgender Erklärung? Soll sich die Demo- bilisotion in möglichst geordneten Babncn vollziehen, so ist es unbedingt notwendig, daß alle Truppen die Disziplin wahren und nicht selbständig ihre Truppenteile verlassen, sowie Lebensmitteltransvorte 'unter keinen Umständen ge- fäbrden. Nur dadurch. ist es uns möglich. alle Ausgaben der Demobiknotion. insbesondere die Verpflegung und die Ar- beitsbesck^ssung zu regeln. Durch tatkräftiges Eintreten des Heimatbeeretz für die Auf rechteckig!tung der Ordnung und der öUenlichen Sickterbeit ist die Gewähr gegeben, d.ist alle Zuriickkehrendew Deiniat und Herd unversehrt antreffen.
Der Bollzugsrat des Arbeiter- und Saldatenrates in Berlin, gez. Molkenbuhr. Müller, i. A. Nuß. Reinhard.
srr iliidtirorfffi brr dniiiltkn (Trupfn.
Köln 22. Rov. Oberbürpermeister Adenauer teilte in bei gestrigen Stadtrakssthung mit bah b,e Spieen bei Heere wosch< täglich hier eiu^eUen. den Sicherheitsdienst in der Stadt über Nommen hoben. Von morgen an ruht auf ^»en Durchganasstrober jeglicher Verkehr. Gegen die Soldaten und Zivilisten, die Mi- liläraut plündern, wird mit grober Sirenoe voraeoanaen. Au> bem oberrheinischen Bahnhof Biebrich plünderten Soldaten und ZlvilistkN einen Bobnwaaxwn aus. Der Arbeiter- und Sol- datenrat liest ste verhaften und sofort erfchußen.
Aachen. 21. Rov kWB ) Als erste Großstadt konnte Aachen die in ungebrochener Krall heimkehrenden Fronttruv- pen begrüsten. Die Sfadl trug Flaggensthmuck Alle Volks- Ireife beteiligten sich an den Empsanosfeierlichkeiten und er guickten die Durchmarfchierenden mit Erfrischungen. Die gesamte Bevölkerung huldiote den über den herzlichen Empfang sichtlich erfreuten Truppen und dankt- ihnen für d-n opferbereiten erfolgreichen Kampf gegen gewaltige Uebermacht.
Haag 22. Nov. Hollandsck Nieuws-Dureau veröUentlich folgende drahtlose Mitteilung von Marfchall Foch? Das lran zöfifche Kommando stellt fest, hast französische Kavallerie am 21 November in Grosbois in Luremburg, 11 Kilometer westlich von Dietirch. ein deutsches Infanterie-Regiment voraefunden hot. Da dieser Ort zwischen den Linien 1 und 2 lieat und die sev Gebiet bereits am 21 November geräumt sein muhte, so mußten die dort Vorgefundenen deutschen Truppen inter n i e r t werden.
Die Ablieferung dev Sochlcesioilc.
London, 21. Nov. (WB.) Reuter meldet amtlich? Dei Oberbefehlshaber der großen Flotte traf mit dem ersten und Honplteil der deutschen Hochseeflotte zusammen, die heute 9 Uhr 30 Minuten zur Internierung übergeben wurde. Weitere 19 deutsche Unterseeboote wurden heute in Harwick abgeliefert Das 20 Unterseeboot, das zur heutigen Staffel gehörte, erlitt bei der Ueberfuhrt Havarie.
Die Frieden ^Präliminarien.
©er«, 21. Nov. (WB.) Laut „Temps" sind in Der soll letz die Vorbereitungen für die Verhandlungen der Frie denspräliminarien im vollen Gange. An der Herrichlung des Trtonon. tn dem voraussichtlich die Plenarverhandlungen statt
flnden werden, sowie des Scklosies wird eifrig gearbeitet. Der Spiegeliaal. in dem wrhrschetnlich der Frieden unterzeichne? wird, ist bereits hergestesit.
Asquith über die Bedingungen.
London. 21. Nov (WB ) A s q u i 1 h wurde in einer Un terredung nach feiner Ansicht über den Appeli des Fürsten Lich uowskv wegen der Abänderuna der WassenstiNstandsbedinoun-. gen befragt. Aigvith sagte? Wenn ich den Brief des Fürsten L^bnowskv oder einen ähnlichen Appell zu beantworten hätte so würde ich sagen, dost die Wasfenst'llstandsbedingungen meines Erachtens in keiner Westp über das hinausgeben. was die | Socklage gerechlerweife erfordert. Deutschland hat sie sich selbst zuzuschreiben.
firnt Friedensangebot.
Gegenüber der im Volk verbreiteten Meinung, es habe im Jahre 1916 ein feindliches Friedensangebot Vorgelegen das aber von Deutschland nickt beachtet werden, wurde amtlich erklärt. ein solches A,webst habe nicht vsrgcleoen. Demgegenüber erklärt ein Pros. Josse, derzeit Finanzminister in Bauern, dasi er selbst ein vom Vertrauensmann des Präsidenten Wilson »hm übergebenes Friedensano»bot weitergeleitel habe. Daraus wird im Auswärtigen Amt erwidert?
„Es ist zutreffend dost aewisie Mitteilungen des Herrn Di Joffe an den UnterstaatsfekretLr van dem Butzsche gelanot sind Sie sind ausiich'ia und aufmerksam geprüft worden. %ber es handele sich nicht um wnüaen-d autorisierte Mitteilungen. die ^err Io^ke von iHn.'m Gewährsmann in der Schweiz erhalten hatte. Der straffende Amerikaner aalt dem Auswärtigen Amt damals nickt als zuverlötsig. Tvh ^ussawing jst durck spätere Vorgänge bestätigt werden. E? stellte sib besonders heraus daß die BeZiel-.uiaen. die dieser Amerikaner zum Präsidenten Wilson haben wollte, nicht so waren. w:e er sie angegeben hatte/
^ttfhcbttng drr Arbeitcrräte.
In den von den französischen Truppen beseligen Gebieten wurden nach ein-m Bekchl des Generals Foch d^e Arbeiter- unt Soldatenräte aufgehoben.
Die drnU'cheu ^riegogefalrgeklett.
Berlin. 22 Nov. (WB.) In weiten Volkskreisen werden Gerückre verbreitet, wonack d-'u^sche Kriegs-gefanaene nach Frie- densscklust zum Wiederaufbau der durch den Krieg zerstörten Gebiete Belgiens und Frankreichs verwendet werden sollen Diese Gerückte stützen sich aui den Umstand bah Deutschland de reits beim Abschluß des Wafsenstillstondes die feindlichen Krieasgesanaenen zurückaeoeben hat. seine eigenen aber nich' erholt Alle diese und äbnliche Meldungen sind vollkommen unbegründet Die deutsche Wrffenstillstandskommifsion hat viel mehr vor Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens gegen über den ursprünglichen Vorschlägen Fachs zu Gunsten unserer Kriegsgefangenen folgendes erreicht?
1 Di Hcimbefö'rderuna der deutschen Kriegsgesanaenen. di» in Holland und der Schweiz interniert sind, wird wie bisher weiteraeben
2. Alle zu Gunsten der Kriegsgefangenen während der Daue» des Krieges gelcklosienen Verträge bezüglich Behandlung. B? löstiguu.g. Beschäftigung der Kriegsgefangenen. Sonntagsruhe ufw bleiben für die deutschen Kriegsgefangenen unverändert in Kraft.
3 Die Zurückfvhrung der deutschen Kriegsaefangeuen in bh Heimat wird bei Abschluß des Präliminarfriedens aeregelt.
Deutsche Waffenstillstand.-kommifsion:
Staatssekretär Erzberger. Vorsitzender.
Die Lkmeguttg im Deich.
Hohenzollcrn.
Ctuttgatt. 21. Nov. In Hohenzollern wird die Loslösunf von Preußen und der Anschluß an Württemberg ernstlich er- aogen. Der hohenzollernsche Kommunallandtag hat einstimmig einen Antrag angenommen wonach das hohenzollernsche Votk bevor über die künftigen staatlichen Derhältnisie Hohenzollerne entschieden wird, durch allgemeine Volksabstimmung oder durch einen auf freiheitlicher Grundlage gewählten Kommunallandtao gehört werden soll. Der Kommunallandtag erklärt, daß der LanHehkommunalverband der hohenzollernschen Lande in seiner jetzigen Form jedenfalls bis zur endgültigen Gestaltung der deutschen Derhältnisie erhalten bleiben soll, es möge aber in schleuniger Bälde ein neuer Kommunallandtag zusammenbe- rufen werden, der auf Grund dev allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrchts gewählt wird. Die Frdeikommisic sollen aufgehoben werden.
Lin oberster Maerneraj.
Hamburg. 21. Nov. (WB.) Der A.- u. C.-Rat verösfent l»d)t folgende Bekanntmachungen' Am 16. Nooeniber ist für sämtliche Schiffe der Marine und alle Marinelette und Behör
den in Hamburg und Eurhaven der Oberste Mariverat der Nie» derelbe mit dem Sitz in Hamburg gebildet worden. In der Zusammenkunft von Delegierten des Obersten Soldatenrates der Ostsee, des Arbeiter- und Soldatenrares der Nordsee und des ("bersten Marinerates der Niederelbe ist ein Hauotausfchuß der Marine gebildet worden der die militärifchtn Ar.ordnun en für die Marine erläßt. Er hat seinen Sitz in Wilhelmshaven. Zu- , gleich ist bescylosien worden, einen baer-Ausichuß zur Kontrolle , des Neichsmarineamts und des Admiralstabes zu bilden Dieser Ausschuß wird in Berlin zusammentreten? fünf seiner Mitglieder werden als Zentralrat der Marine gewählt werden.
Der Oberste Marinerat der Niederelbe beabsichtigt, für die Mannschaften der in Hambnra Ueoenden Schiffe und der kam- buraiscken Morineteile und Behörden eine dev heutigen Der- hältnisien entsprechende Erhöhung der Löhne eintreten zu lasiert.
ssili'klli'ril drr (Ftilrnff tirrbünbft!
Budapest, 21. Nov. (WB.) Nacb einer Meldung Hncm Heben Korresvondenzbui-eaus wies der Ministerpräsident der tickecko-slowabischen Nevub'ik ^rcirnarz in einem Teleppamm on den »ngarHcftfn M'mistervräüdenten Grafen Karolyi daraus hin. daß die T^ckecko-Slowaken von der Entente als verbündete Macht anerkannt seien und zur Auf» rechterbaltung der Ordnung im Sinne des WaHenslillitands» nertraaes alle für wicktig gehaltenen Punkte in der Slowa^ fei besetzen würden. Falls unaarische Truppen die tsck^cko- slowakischen Sichet heitsaarnisonen vertreiben wollten, würde die tschechoslowakische Republik die Entente um bewaffnetes Eingreifen bitten müssen. Graf Karplni wies in seiner Antwort darauf hin. daß die Alliierten sich noch dem Wassenstillstandsvertrag verpflichtet hätten, sich nicht in die innere Verwaltung des ungarischen Staates einznmifchcn. daß die Tickecho-Slowaken somit nicht das Recht hätten. Teile des unaari'ü-hen Staate? militärisch zu besetzen da die Alliierten nur strategisch wichtige Punkte besetzen durften, die vom Sbetbeß'hlsh.iher bezeichnet werden müßten. Dieser habe aber der ungarischen Repiihlik bisher nicht mitaeteilt. daß die no»dwelllichen Teile Nnaarns non den Alliierten besetzt werden sollten. Ferner heißt es in der Note; Die Regierung der unggrifchien Republik nimmt mit ©eft die Tatsache ;nr Kenntnis, daß Sie Herr Präsident die Anwendung der heinafsnefen tschechischen Truppeu allein damit vegii'mden. daß die ungarischen Berwaltuna^behö''den und die ungarisch^ Gendarinerie ihre Poften verlaftn baden u„d daß die tschiecho-llowafische Regienina ersucht worden sei. Ge- wa'tätiakeiten und Anarchie zu verhindern. Die Regierung der ungarischen Repub'ik muß im Gegenteil die TaHgche betonen daß die «ngaiischen Verwa?tun^s6ehp7-den und die ungarische Gendarmerie in den Gebieten, weichte dem unaarisichen Staate gehören, vor dem Eintreffen der be» wasfneten tschöckHchen Trnvpen guf ihrem Posten waren In einigen Ortfchasten sind sie auch nach dem Eintreffer dieser Truppen aus ihrem Poften aeb'iebeii u^ch in anderer Ortschaften wurden sie eben non dielen tßcheckischen Truppet gezwungen, ihre Poften zu verlassen. Di? Note befggt weiterhin daß. falls die tschechischen Truppen nickt hinner kürzester Feit alles unggrHcke Gebiet räumten. Ungarn sich gezwungen sehe, sich an die Entente zu wenden.
ht FHedberj» zu haben bei: Fr. Fitenrfellvtff,
Elektrotechnisches Büro; Hill«. Hrli v Schlosserei und Installationsgeschaft; Karl lifidke, lostalJatioasicescliält


