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freimb* Me BremerArbetterpolitik*, der Duisburger

Kampf" öffneten.

Me derartigen Gruppen hatten von jeher das gleiche Sckkckml: sie gingen unter, nickt ohne daß sie die siegreiche Revolirtwnspartei durch ihre Schreckensherrsck-,ft schwer ge- schädigt hatten. So oft ein Spartakus in die Höhe kam. ging die Sacke der Revolution zurück. Die gleiche Er* fahruna hat man sckon in der französischen Revolution er­lebt. Als nack dem Sturze Robespierres Franz Laböf. der fick ebenfalls mit dem Namen eines französischen Nevolutzers sckmückte und sich Gracchus nannte, den Verickwörerkluh der Meßben gründete, die Regierung stürzen, das Privateigen­tum einzicben und alle Widersacher vernichten wollte, wurde er samt Anhängern kalt gestellt und nach Beschluß des Nevosu!ivn?romitees geköpft. So kann es auch) einmal dem Spartakus von Berlin begegnen.

Gestrenge Herren regieren nicht lange. Wenn die auf die Spartakusseite neigenden Sozialdemokraten etwa wähn­ten. nach dem russischen Vorbild den Nationalrat entbehren und an die Stelle einer demokrati'cken Volksvertretung ihre eigenen Persönlichkeiten a!s Herrscher setzen zu können, so täuschten sie sich. Schon die Versammlungen der Berliner Soldatenräte und diese geben in der fetzigen Bewegung schließlich doch den Ausschlag ließen keinen Zweifel, daß sie die baldige Vornahme allgemeiner Volksmablen zur Bil­dung einer Nationalversammlung nach der Reichsverfassung und unter Einschluß von Deutsch>-Oesterreich als Vorbe­dingung des Volksstaates fvrderm. Tie Reichsregierung siebt sich zu der Kundmachung veranlaßt, daß sie das Selbst- bestimmungsrecbt der Nation durch baldige Ausschreibung der allgemeinen Wahlen bestätigen will. Auch die Feinde machen die Gültiakeit der Friedensbedingungen von der Zu- stimmuna der Nationalversaminkung abhängig. Bismarck bat 1871 die gleiche Forderung gegenüber der provisovischen Regierung von Frankreich erheben. Tie deutsche Reichs­regierung wird es. auch nicht daraus ankommen lassen die Nationalversammlung auseinanderzusagen. wenn sie in ihr nicht die Mehrheit findet. Sie müßte sonst gleich der rus- f^cben Regierung alle demokratischen Grundsätze verleugnen und an deren Stelle den roten Terror setzen. Das wird sie nicht tun.

Frindesf?i'"'err ans Deutschland?

DerCorriere della Sera" schreibt:

..Wo hatten nur die Einwohner von Lille. die zahlreichen französischen, italienischen, amerikanischen, belgischen und sogar russischen Fahnen herbekommen, mit denen sie die englischen Truppen bei ihrem Einzug in die miedereroberte Stadt begrüß­ten? Es scheint unmöglich, aber die Fahnen waren gekommen aus- Deutschla n d 1 Einige Industrielle aus Bonn

Mn Rhein berichtet -er Sonderberichterstatter de«Temps" voraussehend, was kommen würde, begaben sich vor drei Wochen mit Wagen voll Fahnen des Verbandes nach Lille und verkauf­ten sie dort mit der größten Unverfrorenheit mit gutem Gewinn an die Einwohner. In den Augen dieser Händler ist der Han­del wie Me Kunst: er hat kein Vaterland."

Nachforschungen unter Soldaten zufolge, scheint diese Nach­richt nicht gegenstandslos zu sein. Wir fragen: Wer ist für

diesen Skandal verantwortlich? Ist m Bonn kein Staatsan­walt. der der Sache auf die Spur kommen kann? Ist aber die Nachricht von der feindlichen Presse erkunden, dann soll die Sache bei der Presse der neutralen Lander wieder gekennzeichnet werden. Aber bitte nicht nach einem Jahre! Da fammern armc Mutter nach Windeln für ihre N-uaeborenen. Kinder und Er­wachsene nach Leibwäsche, in den Gasthäusern wird fedetz. ent­behrliche Leinen beschlagnahmt und rheinische Geschäftsleute liefern den Feinden die Fahnen auch zur Feier ihrer Be­freiung Ist das wahr, dann heraus mit den Namen der Ehr- lcsen. die so wenig Verständnis für das haben, was man An standsaefühl nennt!

Ist das wahr? Kann das wahr sein?

?cr kciiiillic lind da rnolfdjf (5M.

3mTag" vergleicht Professor Rein-Jena den deutscher mit dem englischen Geiste, um die dleberleaenbeit des englischer festzustellen. Der deutsche Geist ist vornehmlich wegen seines eingeborenen metaphnfischen Hanges, wegen feines Ueber-Idea lismus dem einbeillich geschlossenen englischen nickt gewachsen Der englische Geist mit seinem Eroberunaswillen beherrscht nick' nur die staotsmännischen Kreise, sondern umsaßt dos gesamt- Volk in allen feinen Schickten die KouAeute und Reeder, die Gewerbetreibenden und Arbeiter. Auch durch die gelehrten' Kreise webt wenn auch in sanfteren Formen, der imperialistisch Höhenflug des englischen Geistes. Die Jugend atmet ihn vor, Kindheit on in sich ein und fühlt sich glücklich und stolr. einem solchen Weltrolk anzuoehören. ihm zu dienen, an der Ausbrei­tung feiner Mackt teilmnebwen. Das aenone Gegenteil hierzu bildet der deutsche Geist ' Rein sagt über ihn'

Nach außen hin ist er besckeid-n: nach innen sucht er in im mer neuen Anstürmen das Beisickselbstiein zu schonen und in dic Tiefen zu dringen, von denen aus stch ein Blick in die unend­lichen Fäden eröffnet, an denen das Weltall hangt. Dieser metaphysikche Drang, der in Sck-'lling und Hegel Triumphe feierte, ist noch lange nicht erstorben. Er zieht immer wieder den deutschen Geist von der Realität der Dinge weg tu eine Idealität der Erscheinungen, von der aus keine Brücke zur Wirk­lichkeit des Leben? führt Diesem m-taphysischen Aua folgen >L 0 Zialisten und Pazifisten in gleicher Weise, wenn auch in ab weichenden Formen. Deshalb hallen ste die Alldeutschen mehr als unsere Feinde, die uns ans Leben wollen. Sie warnen un­sere Volksgenossen eindrinolich. ja nicht dem Haß gegen Eng­land nachzugeben, aber ihre Augen fangen alsbald an. von

Haß zu glühen, sobald der Name ..Alldeutsch" fällt. Und doch sind die Alldeutschen nur eine ganz sanfte Abart de? englischen oder französischen Imperialismus. Fern von dem Gedanken einer Weltherrschaft, wollen sie. m-mn ick sie reckt verstehe, nickn« weiter als unserem deutschen V^Ik die Möglichkeit gesunden Wachstums sichern. Luft und Licllt den Heranwachsenden Gene­rationen in ausreichendem Maß gewähren. Aber das ist der unbegreiflichen Weichheit, die am deutschen Wesen haftet, schon ZU viel. Die Menschheit umarmend, erscheint manchem Deut­schen die leiseste Betonung des Volkstums sckon als eine Sünde gegen den heiligen Geist. In grnzenlwer Bescheidenheit will de, fügsame Deutsche dem Engländer lieber den Eteiabüoel halten als in den Geruch irgendwelcher nationalen Begehrlichkeit kom men.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

26. Sonntag nach Tmn.. 24. November 1918.

Totenfest.

Gottesdienst in der Burakircke.

Vormittags 9% UM: Herr Pfarrer Kleberger. Mitwirkung der Chorschule

Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst. Herr Pfarrer Tiebl.

Von ^1212 Uhr: Ehrengeläute für die Gefallenen.

Nackmittags 5Vs Uhr: Herr Pfarr-r T i e h l.

Gottesdien st in der Friedhostzkapelle.

Nachmittags 2 Uhr: Herr Direktor S ck o e l l. Kollekt« 'ür die Nationalstiftung zum Besten der Kriegshinter­bliebenen.

Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach.

10 Uhr: Gottesdienst. Kollekte. 2. Uhr: Gedächtnis- ieier für die Gefallenen.

«

Katholische Gemeinde.

Sonntag, den 24. Nov. 1918. Letzter Sonntag nach Pfingsten.

Beicktgelegenbeit am Samstag von 5 Uhr an imb Sonntags früh von 6 Uhr an.

%7 Uhr Frühmesse.

8 Ubr Militärge'tesdienst fSingmesse mit Predigt).

i/MO Uhr Hockamt mit Predigt.

Nackmittags 2*4 Uhr: Christenlehre und Armenseelen- Andackt.

Um 4 Uhr: Versammlung des Iünglingsvereins.

Während der Wecke- Um V : 7 und 7 llhr hl Messen.

Freitag Abend 6 % Uhr: Bitt-Andacht.

Verantwortlich kür den politisckrn und lokalen ?eii: Ctto Hirsche!. Friedberg: für den Anzeigenteil: R H ev n er. Fnedberg. Truck und Verlag derNeuen Tageszeitung". A G Friedbera * *

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Telelon Aull Bllbel 239.

Krlrnnntmachnng.

Lebensmittel-Versorgung

für dle Woche vom 2i, bis 30. November 191«.

Es gelange» zur Ausgabe in der alten Post:

Montag, den 25. November,

rofe Ksiben

in Mengen von 25 und 50 Pfund. Preis pro Pfund 16 Pfennig.

Montag, den 25. November:

Maik-Eier

für den Bezirk I und III

vormittags

von -910 Uhr für die Nummern 1150 des Bezirks I

° " " - 151-3..0 1

> "-12.301-450 J

nachmittags

von 23 Uhr für die Nummern 451600 des Bezirks I

n 34 601 aufwär s 1

.. 4-5 n n » des Bezirks III.

Es werden abgegeben auf Eierkarte vlau. Marke 7 u 8 . 2 Eier zu 90 Pfennig. Die Eierkarten sind vorzulegen. Ecerlarten ohne die betreffenden Aiarken berechtigen nicht zum Bezug- einzeln abae- trennte .'Marken sind weil tos.

Der Durchkeuchtvngsapporat wird aufgestellt, spätere Nekla- atianrn erden nickt an enommeu.

Dre Katleler müssen in kurzer Zeit verbraucht werden.

Dienstag, den 26. 9!o»finjer:

84 äse

Mr den Bezirk 11 und Ul durch die hiesigen Kolonialwaren­händler, Zimmer Nr. 7, alle Pot

vormittags

von 610 Uhr für die Rummern des Bellrk lll 1011 .. ., 1-3 U des Bezirks II

» n ~ 12 » . 301-600 M H

nachmittags

von 23 Uhr für die Drummern 601900 des Ve irks II .. - >, .. 901-12(0 II

4 ~- ) .. .. 1 .'Ol auswärts des Be irks !t

Für ,ede aus der Lebensmitielkarte verzeichne e Per on werden 2 fcö c 100 Gramm 311 m Prei.e von 52 verabfolg,.

2 )ie Lebensmittellarten sind als Ausweis vorzulegen.

Mit woch, den 27. Noociuocr. vormittags Von Ü12 Uhr

wi'ässe

in Mengen von 50 'vfunb zum Prer-e von 2 . Mk.

Mittwoch, 27. Novemberr

fiialli-Eflcr

für Bezirk 11

vormittags

von ä 9 Uhr für die Vlunnnern 12OO des Bezirks ll

» "r 1 " . . 201 -iuu . 11

» 11 1 .... 4U1l>i,0 11

11-1- ...» 601-800 U

nachmittags

von 23 Uhr für die Nuunuecn 3 >1 -1000 des Bezirks II - " .. .. 1OO1-12.-O ., U

^ .. 1201 auiwrirls 11

^5 werden abgegeben au (Sierlarte blau. 'Marke 7. 1 Ei zu 4» Pieniuq. r,ie Eterlauen find ,o^,uiegen. (kierkarten ohne die betreuenden Clarken berechtigen nutzt Lum Bezugs einzeln adae- trennre Clarken sind wertlos.

Der Durchteuchtunqsapparat «ird aufgestellt, spätere Rekla­mationen werden nickt annenommen.

Dre Kalkeier müssen in kurzer Zeit verbraucht »erde«.

Freitag, den 29. November r

Butter

Zeiteinteilung wie seither.

Menne und Preis lt. der in unserem Geschäftslokal angeschla­genen Bekanntmachung.

Frirdberg, den 23. November 1918.

Der Bürgermeister

(städt. Lebensmilte l-Lu»schuh) 3. A.: Langsdorf.

Bekannrmachung

des Bezirkskommandos A-riedberg i. H.

Betr. Auszahlung noch rückständiger Gebührnkste und des Entlastungtsgeldes (65 Mk.) an Ent­lassene.

Eine Auszahlung der Eebührnilse an die betreffenden Entlassenen kann erst erfolgen, nackdem die Papiere vom Truppenteil beim Vezirkskommando eingeganqen sind Diese Papiere werden sosort nach Eingang vom Be- zirkstommando in Ordnung gebracht und jeder Entlaffene wirdzurAnerkennungderBtammroUezumBezirkskommando beordert. Sobald jeder Einzelne die Stammrolle an- eikennt. kann er gleichzeitig auf Zimmer Nr. 2 des Be­zirkskommandos das Enilaffungsgeld gegen Quittung erhalten. Solche, die die Slammrolle beim Truppenteil anerkannt haben, können das Geld ab 5. 12. erhallen.

Im Aufträge des Arbeiter- und Soldatenrates:

Vezirlskomniando: Witt, Oberstleutnant.

Halte jetzt wieder

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