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Warsnjlirr.

Zur AufNärong ubr die tatsächlichen Vorkommnisse.

" Als Soldat, der vor drei Tagen aus Warschau zurückgekehrt Ist und die Vorgänge in der Stadt bis zu seiner Abreise am vergangenen SonntcH selbst miterlebt bat. sehe ich mich durch die in den Zeitungen verbreiteten Nachrichten über die Vorkomm­nisse in der Zentrale Polens gezwungen, zur Nichtigstellung der Tatsachen folgendes mitzuteilen.

Den Anfang zum Umsturz, der die Auslösung einzelner Truppenteile zur Folge hatte, machte ein eljässtsches Landsturm- Bataillon. das den Dienst verweigerte und Soldatenräte wählte Weitere klernere Formationen folgten. Am Sonntag, den 10 November abends war die Verbindung zwischen den einzelnen deutschen Truppenteilen vollständig zerrissen. Größte Gefahr war im Anzuge, br die Polen schon aktrv vorzugehen begannen. Kleine Abteilungen waren schon entwaffnet, die Bahnhöfe und Proviantmagc^rne waren von Polen besetzt. Doch gelang es am gleichen Abend noch, die Berbindung^innerhalb der Truppen wieder herzustellen. sodaß ein allgemeiner Soldatenrat gegrün­det werden konnte, der mit Uedereinstimmung der Offiziere, die sich ihm sämtlich unterstellten, auch bald die Macht in seinen Händen hielt. Da die Verpflegung in Frage gestellt war. das Leben von tausenden wehrloser Helferinnen, tranker Kame­raden und Zivilbeamten, die jeden Augenblick ein Opfer der Dclkswut werden konnten, auf dem Spiele stand, wurden sofort Verhandlungen mit den Polen ausgenommen. Der größte Teil der Truppen war zum G.ück noch im Besitz der Masten und hat sie auch trotz aller Schwierigkeiten behalten. Die Zitadelle ist bis zuletzt in unseren Händen gewesen. Sle war besetzt von d^m aus Lager Zablonna herbei gekommenen Offz -Asp.-A-.-Regt. und einem Landsturembataillon. In der Nacht vom Sonntaa zum Montag kam es zu Straßenkämofen mit dem Pöbel der Stadt, die aber günstig für uns ausliefen. Ein am Dienstag ron Bolschewisten unternommener Angriff auf die Zitadelle ist ebenfalls vollkommen gescheitert. Am Montag mittag bereits besetzte eine Kompagnie des Offz.-Asp.-Ab.-Regls. das Schloß vnd übernahm den Schutz der dort befindlichen Berwaltungs? beamten und Militärpersonen. Das Gouvernement der Sitz bes ^oldatenrates wie das Polizeipräsidium waren ebenfalls von Kompagnien dieses Regiments besetzt.

Montag abend hatte der aus sämtlichen Truppenteilen zu­sammengesetzte Soldatenrat die Verwaltung übernommen und begann mH Pilsudski. der Herr der Stadt geworden war. Ver­handlungen zu führen. Die Lage der Dinge zwang zum' Aus- glelch auf gütlichem Weg?. Obwohl sich jeder darüber klar wgr baß die Garnison als solche stch mir Waffen ohne größere Schwie riegkeiten holte durchschlage., können, gebot jedoch die Rücksich: auf 3000 wehrlos deutsche Helferinnen, auf die kranken Kame­raden in den Lazaretten und auf die schutzlos dastehenden Zi- vtlbeainten, mit den Polen vertragsmäßig einig zu werden. De, Soldalenrat hat in unermüdl.cher Tätigkeit die Verhandlungen auch nach drei Tagen zum Abschluß gebracht. Ein Vertrag kam zustande, der den deutschen Truppen die Verpflegung ficher stellte ^d den beschleunigten geregelten Abtransport garantierte. Die Masten blieben in der Hand der Truppen, die gemeinsam mit den polnischen Legionären zur Aofrechterhaltung der Ordnung der wichtigste» Punkte der Stadt besetzt hielten. Den in der kosen Verwirrung entwastnoten Formationen lpurden die,Waffen zu. ruckgegebea. Erst an der Grenzstation sollten die Waffen gegen spatere Verrechnung mit der deutschen Reglerung den Polen zur Verfügung gestellt werden, da die Polen nach ihrer Angabe, die durch die Verhältnisse bestätigt wurde, gegen bolschewistische Umsturzversuche gerüstet sein wollten. Die Waffen sind an der Grenzstation Mlawa unter deutscher Bewachung zurückae- lasjcn worden.

Die Nachricht, daß Eeneralgorwerneur v. Beseler mit den anderen Offizieren Warschau bei Nacht und Nebel. b. h. also fluchtartig, verlassen habe, ist insofern unzutreffend, als Besele'r allein und zwar auf ausdrückliches Verlangen des Loldaten­rates. der damit eine Grundforderung der Polen zur Verhütung größerer Ausschreitungen von Seiten der bewegten Menge ei fönte, in der Nacht vom 11. auf den 12. auf einem ihm vom Soldatenrat zur Verfügung gestellten Motorboot nach Deutsch »* zuruckkehrte. Die anderen Offiziere blieben weiter in der Stabt und gaben eine öffentliche Erklärung ab. daß ste bereit seien, erst m,t dem letzten Mann Warschau zu verlassen, um dem Vorwurf der 0 eigf>eil zu entgehen, falls der Coldatenrat ntcht anders bestimmen sollte. Auf ausdrücklichen Wunsch des Sol­datenrats und sie dann mit ihren Formationen, aber nicht früher

bie Cftniir* ^u^ehr^So wenig wir breOffiziere, haben 0le Ostlziere uns im Stich gelosten.

aus IäSt viel streiten und reden stbsr die Vor­fall- ,n War!Hau Wer aber die La,« richtig erkannt halle' ln die uns durch den für feindliches Gelne! voreiligen Umsturz ein- »e ne Truppenteile, denen di- wichligsten Punkte, wie Vahn- i ' "f. Ptvr>l°n,ma«az!ne. -nvertraut waren, gebrach, haben der mugte einfehen. dah nur der eine Weg übrig blieb, den der ^ lda enrat auch gegangen iff Uni. den erreichbaren Garan- °n ohne unnötige Verluste an Menschenleben, var astem die

^ " T « Stichen Frauen, dann die Beamlen

unö schließlich die als Bedeckung zurückbleibend^i Laidaten

L» e 6 D o1 e -\^T"' fW ,fn """'gliche W-rle verloren

Latte °°n «sten der alten Behörde di- Räumung schon einige

Wockren früh» begonnen - Anzeichen genug waren vorhanden datz es zur Katastrophe in Warschau kommen muhte - dann halte vieles, vielleicht alles gerettet werden können.

Eugen Schmäh l, Oberjäger.

nchen und' finanziellen, auch nntttänschen Mittel anwenveN. Journal des Dcbattz- befürchtet die Vereinigung Dcutsckz- Oesterreickzs mit Deutschland und verlangt/daß die Entente nötigenfalls eine folck-e mit Gewalt verhindere. Tie Entente müsse Deutschland verbieten. Propaganda bei den Nackcharn zu unternehmen und die Vereinigung irgendwclckrer Provinzen mit Deutschland zu proklamieren. Ferner müsse den österreichisch-ungarischen Gebieten die Vornahme von angeblich nationalen Befreiungen bis zur Wiederherstellung und Festlegung der Ordnung untersagt werden. Die Entente müsse ferner Wien besetzen. Action Fran^aise" verlangt sogar, daß -ie Entente einen Einfluß auf die deut- sche Konstituante ansübe. Nach den Wahlen vom 2. Januar 1919 weide die Entente, wenn sie keine Vorkehrungen ge« troffen habe, einem größeren politisch wiederhergestellten Deutschland gegen übevstehen. welches beim Friedenskongreß verlangen würde, als gleichberechtigt mit den übrigen Staaten verhandeln zu können. Weder in Nheinprenßen noch in Deutsch-Oesterreich. noch in Deaitschböhmen. noch in deutsch-polnischen Gebieten dürfe, selbst im Hinblick auf die Konstituante, eine Abstimmung vorgenommen werden. Die Entente müsie daher unverzüglich selbst festsetzen, unter welchen Bedingungen die deutsche Konstituante gewählt wer­den darf. Durch die militärische Besetzung Wiens muss die Entente ihr Veto wirksam machen.

Wilhelm II.

Haag. 21 Nov. In der zweiten holländischen Kammer gab der Premierminister Runs folgende Erklärung über die Ange­legenheit des Aufenthaltes des ehemaligen Deutschen Kaisers in Holland ab:

Der Kaiser ist als Privatperson nach Holland gekommen und betrachtet stch selbst als solche. Die Reoierung hat ihm einen Wohnsitz in Antwerpen angewiesen. Die Gastfreiheit welche Holland stets zeigt, ist eine altüLertt'Ierle nationale Tra­dition. Holland lwt immer Flüchtlingen Gastfreiheit gewöhn und wird dies auch ferner tun. wenn diese nicht mißbraucht wird Es liegt gar kein Grund vor. dem ehemaligen Deutschen Kaiser welcher als Flüchtling zu uns gekommen ist. diese zu verweigern Dennoch wird die Negierung genau darauf achten, daß von die­ser Gostfreun^schast kein Mißbrauch gemacht wird, welche die Inteiesten Hollands beeinträchtigen könnten Die Regierung vertraut jedoch darauf, daß dieses nicht stattfinden werde, und dcß der ebemelige Kaiser und seine Umgebung dies selber be­griffen haben.

Arkülrr nnb {lunrr gkhiinn plaimufn!

Um dag ..ZklWklsiniWNWttcht du Döüirr?

Dcrn, 20. Nov. (DB.) Bei der heutigen Betrachtuna der moglick^n CMtadung d-s Gebiete? des deuten Reiches

vlZi '/r mpä / ® eutic! lnnö Ie> keine homogne

Kation nd besitze kcmcst einheitlichen politischen Geist.

Cnten * e . nmsse iwriiber wackicn. dich die benffcljcn f' K ' nicht w,cr» unter die Hee.jcl-ust Picusiens geraten. j«c Lurch, lUtrung die, er Ausgabe müsse sie alle wirljchait-

Di« ..Volksstimme- hält es in einem bemerkenswerten Auf- faß für nötig, gans besonders zur Hebung des Dolksgeistes auf. zufcrdern. Es heißt da n a:

.Auch in Frankfurt fand sich bereits Gelegenheit, den Nie- derbruch der Moral bei Truppe und Bevölkerung zu beobachten: Soldaten hoben Eüteowaaen geöffnet. Fässer vtk Klsten mit Le­bensmitteln den Bahndamm berabgestürzt und einen fliegenden Schleichhandel eröffnet Bei Post und Bahn hatte Dieberei im größeren Moßstibe sich längst eingefresien: gewiste Etappen­

hengste und militärische Einkäufer triebm es vielleicht noch arger, und mancher Offizier batte ständig Burschen unterwegs zur Beförderung von verirr,treutem Gut Kein Wunder, wenn tu Bazillus der Bereicherung um jeden Preis schließlich weiter fraß.

Vielleicht ist das die schlimmste Folge de?, langen Krieges: die Verwüstung jeder Redlichkeit' Endlich mußte ja breitesten Kreisen jede sittliche Hemmung schwinden, wenn sie sahen, wie überall die Gaunerei sich breit machen konnte, vom Kriegslicie ranken ongefanaen. über den Offizier, der auf Kosten der Mann­schaft stch die basiere Verpflegung nicht nur gefallen ließ, son­dern auch die Familie daheim bedachte, bis wm Feldwebel oder Gefreiten, der sein bißchen Kommandagewalt ausnutzte, um sich Vorteile zu verschaffen. Ein Wunder. daß doch immerhin nur ein Teil des Heeres und Volkes innerlich angefrellen ist: und vielleicht das sicherste Zeichen einer Wiedergeburt des Volks­geist es. daß die deutsche Revolution möalich wurde.-

Wir können uns mit diesen Ausführungen im groben und ganzen einverstanden erklären. Auch wir machen kein Hehl da­raus. daß unsere öffentliche Moral in einer Weise gesunken ist die den Daterlandsfreund mit ernstester Sorge erfüllen muß. Auch darin stimmen wir mit derDolksstimme" überein, wenn sie ihre Betrachtungen mit den Worten schließt:

..Soldat. Arbeiter und Bauer gehören zusammen, nicht nur in ihren Räten, sondern täglich, damit die alte Gewalt nicht wieder kommt und die funv.e Freiheit stiehlt. Einer stehe zum andern, und so stützen alle den Volksgeist!*

$ns sind Worte, die zu begrüßen sind und die auch bei den Dauern Widerhall finden werden. Der Klasienhaß war früher leider zu sehr ousgebildet. als daß der Geist der Verständigung batte aufkommen können. Umsomehr sollte man sich aber auch buten, wieder in den alten Spuren zu laufen. Und das ge­schieht in demselben Atemzug, in dem der Verständigungswille gevrediat wird. Es heißt nämlich in derselben Betrachtung der Volk^'Omme":

..Mögen da und dort die Bauern in Kolonnen und Wagen parks einbrechen und rauben: mag mancher Proviantwagen und manche Kleidcrkammer heimaefucht werden' das olles haben die Franioken in ihrer aroßen Revolution viel schlimmer erlebt."

Mit welchem Rechte spricht hier di« ..Bolksftimme" von Dauern als E i n b r e ch e r ' Wir kennen die Dauern viel zu gut. als daß wir annehmcm könnten, daß sie sich als Einbrecher betätigen würden. Di« ..Dolksstimme" weiß so gut wie wir daß auf dem Lande und in den Dörfern nicht nur Ban"rn wohnen. Wenn daher Plünderungen auf dem Lande vorqekorm m^n sind, so -st es geradezu willenlos, die Bauern solcher Schand- taten zu bezichtigen Oder stützt sich die ..Dolksstimme" bei die sm Anschuldigung etwa auf dieFrankfurter Kl. Prelle". Fn diesem Organ der goldenen Demokratie lesen wir nämlich:

Plündernde Bauer». ,

Bad Kreuznach. 18. Nov. Gestern plünderten Solda^e^ und Zwillsten die Kleidermagazine des Bezirkskommandos und die Kammern der einzelnen Truppenteile. Es spielfe» sich üble Szenen ab. Ganz besonders war die Landbevölkerung dabei beteiligt, die sich im Krieg nicht allein als Wucherer und Ausbeuter des Volkes gekennzeichnet hatte, sondern auch jctzt noch vaterländisches Gut stiehlt, das doch einzig für unserg heimkehrenden Krieger bestimmt fein soll.

Wenn die ..Kl. Preste" derartige unerhörte Anklagen vwr^ bringt, so nehmen wir ihr das weniger übel, denn sie hat Vev- anlasiung. die allgemein; Mißstimmung des Volkes, die siL gegen ihre Parteigenosien. die gewiß als Ausbeuter während des Krieges nicht zurückgestanden haben, auf eine andere Kiasf, cbzulenken. Wenn ober di« ..Volksstimme" in denselbem Augew blick Vcrsöh'lunz und Verständigung rors.chläqt und derartiq» Verdächtigungen sich zu eigen macht, so kann das der allgemeß nen Wohlfahrt nicht dienen.

Keßnnnimachnntt.

Nachstehenden Ausruf des Oberhessischen Viehhandelsverbatrj des Gießen bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis Wir bemerken unsererseits hierzu, daß die wöchentliche Schlacht» Viehanlieferung unter keinen Umständen n.rchlasien darf, sondern verstärkt werden muß. da wir das Fleisch für unsere zurückkeh. renden Krieger aufbrinqen müsten. Die Devölkerungszahl d «4 Kreises wird also in den nächsten Wochen eine erhebliche Ver­größerung erfahren. Ebenso erfordert die Verpflegung der durchziehenden Truppen fjewisie Mehraufwendung an Vieh. I Der Kommunakoerbrnd braucht also für die kommenden Wochen mehr Schlachtvieh als bisher. Dieser Bedarf ist dringend notwendig. >

Wir fordern daher alle Landwirte owf. den Anforderungett der Viehabnahmekommission Folge zu leisten und alles entbehr­liche Vieh dem Kommunolverband zur Verfügung zu stellen. Die Rationierung des Fleischverbrauchs wird bei den knapperr Viehbeständen in Deutschland noch länger bleiben miisien. Aus denisclben Grunde muß auch die Vi^haufbringung durch de» Kommunalverband noch einige Zrif bestehen bleiben, bis wie­der normale Verhältnisie eingetreten sind. Für die Zeit der Uebergangswirifchaft ist ein ordnungsmäßiges Arbeiten der Or^ ganisation der Lebensmittelau^bringung eine unbedingtt zwingende Notwendigkeit. Ein Versagen dieser Organisation durch Schwierigkeiten bei der Ablieferung durch die Landwirte wiiode eme Krijrs und Katastrophe für un'ere Fleifchoerforgunt bedeuten. Darum Landwirte! liefert willig dos angesordert^ Schlachtvieh ab. Die Bezahlung erfolgt wie bisher nach fcaf- bisherigen Grundsätzen.

Friedberg, den 18. November 1918.

Da« Krsisl»«i Frie^berg i. L.: Walter.

Ans der Cjehimt*

*

Friedberg. 23. Nov. Der Bürgermeister schreibt uns: WI aus der Anzeige des städtlschen L-bensmrttelausschulles in der beutig.'N Nummer dieser Zeitung ersichUrch. soll jctzt jeweils am Samstag in einer Anzeige bekannt gegeben werden, welch« Nahrungsmittel und wann solche im Laufe der folgenden Woch» vom Lebensmittelamt vertrilt werden. Man hofft durch dta Vereinfachung und di; gebotene ttobersichllichkeit einem Wunsche der Vürokrjchast entgegenzukommen. Es wird stch empfehlen, die betreffende Anzeige auszrrjchneiden und solange auszubewahq ren als sie Gültigkeit hat.

Friedberg. 23. Nov. Wos gibt es die kommend« Wscher

Montag, den 2b. November: Kalkeier für Dczlik I uiJ> III, rote Rüben: Dienstag, den 26. November: Käs«

für Bezirk II und III: Mittwoch, den 27. November: Kalk­eier für Bezirk II. weiße Rüben: Freitag, den 29. No. reniber: Butter. Näheres über Zeiteinteilung, Menge und Preis stehe Bekanntmachung.

Friedberg. 23 Nov. Wie uns der Bürgermeister mittellb wird er das Eintreffen von uns.'re Stadt durchziehenden oder hier bleibenden Feldtruppen möglichst kurze Zeit vorher öfsenii lich bekannt geben.

Beamten-Vcrkinignng. D«r Ausschuß der hiesigen Be- crmlenvereiuigung, in dem nunur?hr auch 3 Vertreter der: Privatbeamten Mitarbeiten, hielt Donnerstag abend eine Sitzung ab. um über die gegenwärtige politisckze Lage und' die dem Beamtentum daraus erwachsenden Aufgaben eine Ausjprack>e zu pflegen. Diese ergab dolle Uebercinstim- mung in nachstehenden Gedanken: Tie Revolution hat alle', Formen zerschlagen: neu« Werte müssen gebaur werden^ D^rs Beamtentum hat in vollster Pflichterfüllung dem ge-i fallenen Staate gedient. Es hat es dort oft an sclxirfec! Kritik und zeitgeniaßen Forderungen nicht fehlen lasfen.1 Für eine fr^Hjcitlidjc Verfassung und fortschriltlickre Ne< formen zum Besten der Volksgesamtheit sind die Beanrten- gruppen oft in scharfem Gegensätze zu den alten Regierungs« gewa'.ten eingetreten. Si<5 widmen daher dem jetzt werdend den Staatsgefüge gerne ihre ganze Kraft. Im Bewrißtseirr und im Genüsse einer unbeschränkten staatsbürgerlichen Freiheit nimmt das Beamtentum auch am politisckren Leben den regsten Anteil. Es tritt ein für Wirtschaftlid* und soziale Reformen, die den CckMlchen begünstigen und starken und kapitalistisckze Auswüchse und Willkür vom Staate rücksichtslos fernhalten. Für freiheitlickze Rechtsforrnen uud für eine großzügige geistige Kultur, die den seither bevor» zugten Klassen und Ständen nickst weiterhin auf Kosten de, breiren Volksschichten besonderen Einfluß und Dorlcil po» wifhren. kämpfen die Beamten mit voller Energie. St, sehen es als einen Akt der Dankbarkeit gegenüber ben Kriegsteilnehmern an, besonders die du ich den Krieg la Not geratenen Kleinbetriebe zu unterstützen und den, Kricgsbejck)abiaten talkrästige Hilfe und Fürsorge zu!>aici^