Herzenskirmpse.
Roman non Helene Scküiky. geb. von Gersborff.
(Eopzrn^hl 1915 by 6 Lckermann-Lluitgarl.)
^0) Nachdruck verboten«
„Ick?" versetzte Lina ängstlich. „Wie sollte ich daß machen?
wird liberal! aufgepaßt, und wenn es herauskommt, ist es um mich geschehen'"
"L'na" sagte Hilde sehr ernst und traurig, „du hast mir eben erst Liebe und Treue bis in den Tod geschworen und nun willst du mich schon im Stich lassen? Sieh, dann bin ich ret tungßlos verloren?"
..Nein. gnädiges Fraulein, nein, ich verlasse Cie nicht" versicherte Lina die wieder Mut gefaßt hatte. ..Aber nur eins mochje ich bi ten. wenn Sie wirklich fortgehen. nehmen Sie mich mit, denn ich hätte Todesangst, nach Ihrer Flucht hier zu bleiben. Der Herr Geheimrat und Fräulein Lehmann würden mich am Ende aar umbringen?"
„Natürlich nehme ich dich mit, daß war ohnedies mein Plan", beruhigte Hilde sie. „Und nun höre, wie ich mir die Sache für den Notfall außaedacht habe!"
Sie entwickelte nun genau ibren Fluchtxlan und was sie Lrna. dafür vorzu bereiten habe. Dann empfahl sie ihr nochmals große Vorsicht und Verschwiegenheit und entließ sie mit dem Versprechen. ihr heute Nachmittag, wenn sie sie zum Diner ankleiden werde alles weitere zu sagen.
„Vergiß nickt, mich wieder einzuschließen und allem pünkt. Uch nackzulommen. was man dir derart befohlen hat. damit sie keinen Verdeckt schöpfen, daß wir uns verständigt haben Di- rauf kommt alles an. Nun geh. hob' Dank einstweilen, und sei klug und mutig? sagte sie zum Schluß.
Als sie allein war. sank sie auf e'nen Sessel. T-ieke Trostlosigkeit wollte sie wieder überfallen. Wie würde stch alles we'- ta gestalten? Würde es ihr gelingen, sich von den unwürdigen Banden zu befreien die sie umgaben? Würbe sie unterliegen? Nein, sie durfte nicht schwach werden, nicht den Mut verlieren' Hatte Gott ihr nicht schon ein sichtbares Zeichen seiner Fürsorge geschickt, indem er das Herz ihrer Lina rührte und sie ihr zu Hilfe sandte? C. es war schon ein ganz anderes Gefühl, semand im Hause zu wissen, der zu ihr hielt, mit dem sie offen reden und sich beraten konnte. Und jetzt galt es. sich zusammenzu- uebmen. ioren Vater. Franziska und vor allem dem Marquis unbefangen gegenüberzutreten. Gleich würde daß Zeichen zum Lunch ertönen, wo sie ihn wahrscheinlich schon vorsinden würde N.ch tat ffiaMrmWH [oüfe dann, dem Programm eni- sinden Wnterreöun 8, von bet für Re soviel adhing, stait-
In einer reizenden Hellen ToNerr«. Die m vorzüglich stand fcepab sie sich eine Viertelstunde später klopfenden Herzens zum Eßzimmer. Unterwegs begegnete ihr wieder der wachstehende Kammerdiener. Man war also noch immer argwöhnisch, traute ihr nicht .... eigentlich mit Recht von ihrem Standpunkt aus, sagte sie sich.
Als sie das Eßzimmer betrat, fand sie die übrigen schon anwesend. auch den Marquis, der ihr mit übertriebenem Eifer cntgegeneilte.
.Mein gnädiges Fräulein, wie glücklich bin ich. Sie endlich wieder zu sehen?" rief er. ihre Hand ergreifend und einen langen Kuß darauf drückend „Und wie schön Sr? sind? womöglich noch schöner, als sonst'" setzte er hinzu, sie mit seinen flammenden Blicken fast verschlingend. „Wie habe ich geschmachtet nach Ihrem Anblick."
Er batte Recht. Die Aufregung hatte rote Rosen auf ihre Wangen und leuchtenden Glanz in ihre Augen gezaubert. Und dies wundervolle Geschöpf sollte in kurzem sein werden. miffami ihren fabelhaften Millionen! Es war ein schwindelhaftes Glück wahrhaftig?
Cie aber merkte nur mit innerem Widerwillen, daß e. einen anderen Ton anschlug wie sonst, er fühlte sich schon als Besitzer ibrer P-rson. Wie gern batte sie ihre Hand entzogen wie gern hätte sie ibm entaegenaeschrien. daß sie ibn hasse, verachte. — denn seit sie wußte daß er hinter ihrem Rücken in*ri picrt barte, war er ibr verächtlich geworden, aber sie tomte nicht, sie mußte freundlich und liebenswürdig lein, denn ihr Vater und Franziska beobachteten sie mit Argusaugen und iede Selbstvergessenheit konnte ihren ganzen Plan, ihre ganze Ret tung verwichten.
„Ich freue mich auch. Cie hie* begraben zu hP^en". brachte
mit Anstrengung hervor „Hoffentlich war Ihr Befinden immer gut. und was macht Ihre Violine?"
Damit mar das Gespräch aus ein Thema gelenkt, wo es Hj* Mi'be machte interessiert und ank-verkiam zu schesn"n denn die Musik war ibr unter allen Umständen und zu jede'- Zeit wirkliche Herzenssache.
..Ich danke Ibnen ffrr Ihre liebenswürdige Teilnahme an meinem Befinden", erwiderte Moronis. ..aber wie könnte I* mich woblbennben obne Cie. Fräulein Hilde die Sonne mnkn^ 77 ? . Neine Violine hat auch getrauert denn wie könnte ick ihr einen andern Partner zumuten. nachdem sie gewöhn: war, van diesen Feenbänden begleitet zu werden/
Dabeiergrifs er wieder Hildes Hand, um dieselbe an die Lippen zu ziehen. Hilde schauerte innerlich, ließ es aber ruh'g geschehen. *
„Meine Violine habe ich mitgedracht für den Fall, daß Sltf ßeneigt wären, zu must ieren". fuhr er fort.
„Das möchte ick allerdings sehr gern", versetzte Hilde. ..Wir konnten vielleicht die Suite von Erieg probieren, die scheint wunderschön zu sein"
Dieser ergiebige und neutrale Gesprächstoff hielt während der gaizen Mahlzeit vor. Der Eehcitnrat war sehr befriediat doh allez sich ,o günstig anlich. Er wars Franziska hie und ba tincn verständnisvollen Blick 3 u, den diese jedesmal mit zustimmendem Nicken beantwortete. Anch fle war überzeugt, Last alles im besten Gange sei und Hilde ihren Widerstand ganz und für :mmer aufgegeben habe.
Rach Beendigung des Lunch erhob sich der Eeheimrat. indem er segle: „Kommen Si?. Lehmann, wir Alten wollen uns Mr Siesta zurückziehen. während die Jugend sich nach Belieben unterhalten mag durch Plaudern, musizieren, Spazierengehen ganz nach Wunsch."
Damit war das Signal zu der bedeutungsvollen Unterredung erfolgt. Hildes Herz schlug zum Zerspringen.
„Kornmen Sie mit mir auf die Veranda. Herr Marquis- egte sie so freundlich sie konnte nachdem sie allein waren, „dort cheint um d'ese Zeit die Heibstsonne sehr warm und behaglich herein, und das kann man in diesen kühlen Oktobertagen schon brauchen." '
..Mit Vergnügen, überall hin. wa Sie es befehlen, teuer, stcs ^rau?ern Hilde", beeilte er sich zu erwidern.
Cie setzten sich auf zwei gegenüberstehende Sessel der Veranda, ein kleines Tischchen zwischen sich, vor ihren Augen emen prachtvollen Blick ins Grüne, das sich schon leicht mit Oelb zu miichen begann, im Hintergrund das malerische Sieben geb.rqe. vor welchem sich die breite Silderschlange des Rheins glitzernd und funkelnd im Sonnenschein hin- und herwand.
„Fräulein Hilde", hob der Marquis an. „wir sind schon so lange Freunde, wozu lange Umschweife machen? Ihr Herr Vater wird Ihnen gesagt haben, mit welchen Hoffnungen ich ?reiher gekommen bin. Auch werden Sie längst erkannt hab»n um mein Herz steht. Fräulein Hilde, ich liebe Sie un*' cnöna), habe Sie schon lange, lange geliebt und . .
„Herr Marquis, halten Sie ein? Ehe Sie weiter reden, möchte ich^Sie etwas fragen", unterbrach ihn Hilde schnell. „Habe ich Ihnen jemals Veranlassung gegeben, an meine Gegenliebe zu glauben?"
„Der Zweifel daran ließ mich bi? jetzt schweigen, indem ich heute durch Ausdaver und Ergebenheit nach und nach Ihr Herz zu rühren", erwiderte er sehr sanft
Fcltietznnp folgt.
Danksagung.
Mc vleUn ^tveNe herzlicher Teilnahme bei dem Hlns^eiden und der ecrt)Ki,rq meines lieben Ehegatten, unseres lieben Vaters Collies Schw»eger.ohnes und Onkels ^o.,nes.
Albert Holl •
Postagent
t>e r otibeT« dem Ge angverein Gerinania. '»wie Herrn Pfarrer Fischer kür die ste^Dcntt. ""."eiche Grabrede sagen wie auf diesem Wege un,eren hetzli^
o. d. Höhe, den 21. November 19l8.
2m Namen der tranernden Hinterbliebenen:
Johannes Holl IX.
[im® fenossensM nii jwimiür mm.
Ge-rr. I8<»4. IJeiclishanK-Giro-Conto. Tel.-No. 15
ö)ü!tti>crUi!itii!!>s.
Donnerötaa. bcn 28. November l. I. nachmittags 4 Uhr. w>rd im Gab haus zun» P äize boj in Ba)-Nau e»m tas dem Vereinigen Ainensonds der Stadt Friedberg rehönge. in der Ge ma'lunq Bad-^tauheim oelegene G u idst ick
Flur Xill Nr. 2 -- 1010 gm. dicker au, der Letikau e auf wei ere 12 Jahre öffentlich r% den lbtei .bietenden oerpal ter. ^rirdberq. den 1). Nov. 1918.
Die städfflche IrNeriklMllllUjion.
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Friedberg, den 22. Nooentber 1918.
Der Bürgermeister
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Bett. Auszahlung noch rnckständiacr Kebührnissc nnv deSEntlasiunaostcloes (<»ö Bik.) anEnh lanene.
Eine Vluszahlunif der Eebührnisse an die betreffenden Entladenen kann erst erfolgen, nachdem die Papiere vom Truppenteil beim Beziikskoinmando eingegangen sind. Diese Papiere werden sosort nach Eingang vom Be- zirkskonlmando in Ordnung gebracht und jeder Entlassene
wird zurAnerkennungder Stammrolle zumBezirtskommando
beoidert. Sobald jeder Einzelne die E:ammrolle anerkennt, kann er gleichzeitig auf Zimmer Nr. 2 des Bezirkskommandos das Entlassungsgeld gegen Quittung erhallen. Solche, die die SlaminroUe bciin Truppenteil anerkannt haben, können das Geld ab 5. 12. erhallen.
Im Aufträge des Arbeiten und Soldatenrates:
_ Bezirkskonimando: W i t t, Oberstleutnant.
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