Ausgabe 
18.11.1918
 
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Sie sollen auspaffcn, vag sie keine Durchsteckereien macht. Daß sie an niemand schreiben darf, habe ich ihr schon selbst ge. sagt. Jetzt gehen Sie sofort zu ihr und bringen ihr mein Ver­bot. auszugehen. Sie hat Ztmmerarrest, bis sie sich meinem Willen fügt."

Ich werde in allem Ihren Befehlen pünktlich Nachfolgen. Herr Eehe'imrat". beeilte sich Franziska zu versichern, indem sie sich entfernte.

Wohl regte sich ein leises Mitleid mit Hilde in ihrem Her­zen. Aber sie wehrte es eifrig von sich. Nein, hier galt es. fest zum Geheimrctt halten. Bei der geringsten Umgehung seiner Wünsche und Befehle stand ihre ganze Existenz auf dem Spiele. Sie wusste, er würde sie sofort ohne Besinnen auf die Straße setzen, wenn sie sich die kleinste Insubordination erlaubte. Und was sollte sie dann tun? Sie war verwöhnt, hatte lange Jahre ein reiches, bequemes Leben geführt. Und sie wußte von früher, was es heißt, orm zu sein. Nein nein, nur das nicht! Auch war sie nicht mehr jung. Es würde schwer halten, überhaupt noch eine Stelle zu finden. Und eine solche wie hier schon gar nicht. Ueberall würde sie arbeiten müssen für knappen Lohn während sie hier ihre Tage in Ueppigkeit und Wohlleben zu. brachte. Nein, sie wäre töricht, wenn sie sich das alles ver­scherzte. wegen Eefühlsanwandlungen noch dazu ohne reckten Erund. Denn weshalb wollte Hilde nicht Marquise von Neu­mond werden? Das war doch nichts Schlimmes? Ein plän- zender Name, eine Hobe Stellung, ein schöner, liebenswürdiger Mann, dazu große Mittel von beiden Seiten? ...... was

wollte sie denn noch mehr? Es war nur zu ihrem eignen Glück wenn man sie zwang: später würde sie das stlbst einsehen. Und thre Liebe? Ach, was! solche Iugendtorheiten veraehen von selbst W"r hätte sich denn in der Jugend nicht verliebt? Sie seufzte. Bei ihr w^r da? so häufig der Fall gewesen, daß sie sich jetzt nur noch mit Mühe an die Namen der Betreffenden er innerte. ohne welcke sie damals geglaubt hatte, nicht leben zu

föimeit. Also, von öttett Seiten betrachtet, war batz Klügste und Beste, ja eigentlich das einzig Mögliche, ganz tm Sinne des EsheimratZ zu handeln.

Nachdem sie so mit ihrem Gewissen ins Neine gekommen war. ging sie sogleich entschlosten an die Ausführung.

Ohne anzuklopfen, trat sie in Hildes Zimmer. Sie fand da§ junge Mädchen mit blassen Wangen auf einer Chaiselongue ausqestteckt: aus ihren schönen großen Augen blickte ttesste Trostlosigkeit.

Ich komme, um nach dir zu sehen, liebes Kind", begann Franziska mit heuchlerischer Freundlichkeit, denn sie wollte es womöglich auch trrit Hilde nicht ganz verderben: repräsentierte diese doch immerhin die Zukunft, und man konnte nie wisien. was gesckah.Ich hörte durch deinen Papa, was geschehen ist. und möchte dir nun als deine mütterliche Freundin raten, nachzu­geben. Sieh, Kind, du kennst doch deinen Vater, es ist ganz unmöglich, gegen seinen Willen aufzukommen. Das weißt du ja doch. wozu dann also erst der Widerstand? Fügen mußt du dich ja doch!"

Diesmal kann ich's nicht. Tante Ziska?" erwiderte Hilde mit müder Stimme.

Aber. Hilde, so bedenke doch? Der Marquis wird dich sicher auf Händen tragen, er ist ein charmanter Mensch und liebt dich so sehr. Warum willst du ihn und uns alle durch deinen Eiaen- sinn unglücklich machen? Sei doch verständig und gut, und füge dich? Es ist zu deinem Besten, glaube mir!"

-Du bist sehr freundlich, Tante Zi§ka. dich so zu bemühen. Ick glaube, daß du es gut meinst, und ich danke dir. Aber es geht nicht."

Gewiß geht es. verblendetes Kind, es muß gehen! wie konntest du gegen deinen Vater, noch dazu ganz allein, an­kämpfen? Das hast du doch bis jetzt immer eingesehen, warst immer sanft und lenksam woher jetzt dieser Starrsinn?"

Bis jetzt har es sich um andere Dirgs gehandelt, ich bin gern bereit, alles zu opfern, wenn es mein Vater verlangt, so­gar". setzte sie schmerzlich hinzu,mein ganzes Glück. Aber dies ist unmöglich. Dies würde eine Lüge vor Gott und Menschen sem eine Heuchelei durch mein ganzes Leben, dazu eine Treu- losigkett und Schlechtigkeit. Nein. Tante Ziska. ich kann ver- zichten. wenn es mein Vater befiehlt, aber eine erbärmliche Handlung begeben, das kann ich nicht."

Aber was soll denn werden, armes Kind?" erwiderte Franziska wirklich bekümmert, denn wider ihren Willen konnte sie das Mitleid mit Hilde nicht ganz unterdrücken: auch iah sie böse Tage voll Aufregung. Verdruß und allerlei Unannehmlich­keiten vor sich. Und sie liebte doch ihr Behagen so sehr und ihre reichlichen, ungestörten Mahlzeiten?

Das weiß ich nicht, Tante, was Papa zu tun gedenkt", er­widerte Hilde,er kann mich doch nicht mit Gewalt zum Stan­desamt und zum Altar fckleppen. Die Zeiten sind doch, gottlob vorbei. Er würde es natürlich pun, wenn es ginge."

Hilde, Hilde, ich staune über deinen Trotz'" rief Franziska entsetzt.So weit willst du deinen Widerstand treiben? Geh in dich. Kind.. und gib ihn auf' Es nützt dir doch nichts? Gegen den^Starrkopf deines Vaters kommt niemand auf am wenigsten

So muß ich eben abwarten. was kommt", erwiderte Hilde fest. Das weitere wird sich finden."

Also kann nickts. kein Bitten, kein Zureden dich zur Nach- giebi-tteit bewegen?" fragte Franziska eindringlich.

Hilde schüttelte nur den Kopf.

..^o muß ich dir Mitteilen, was dein Vater angeordnet hat so leid es mir tut. Er verbietet dir. dein Zimmer und das Haus zu verlassen, sowie an irgend jemand' eine Mitteilung ergeben zu lassen. Ich bin beauftroitt. achtzugeben, daß seine Befehle befolgt werden, und muß mit schwerem Herzen gehorchen." Fortiehnna feint

Statt besonderer Anzeige.

mm

Verwandten, freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Mittelluna. dah mein herzensguter Sohn, mein heißgeliebter Mann, unser lieber Schwiegersohn uiib Schwager

Albert Holl.

Postagent

Danksagung.

Für die vielen Beweise herz­licher Teilnahme Lei dem Verluste unseres lieben unvergeßlichen Sohnes sprechen wir aus diesem Wege unseren

aus.

innigsten DanL

nach kurzer schwerer Kranlheit im Alter von 27 Jahren heute abend 7,11 Uhr saust entschlafen ist.

Nodheiw vor der Höhe, den 16. November 1918.

Die trauernden Hinterbliebenen:

Johannes V oll IX.

«ätchcn Holl geb. Jacobi Walter Holl.

Gettenau, den 16. November 191g.

Karl Naumann und Frau

geb. Weitzel.

Für d?e vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hin. scheiden und der Beerdigung unseres lieben Vaters, Großvaters, Urgroßvaters. Schwiegervaters und Onkels

Philipp Faber

sagen wir unseren herzlichsten Dank.

Dorheim, den 18. November 1913.

Die trauernd Hinterbliebenen.

2. d. N.: Will). Fr. Faber.

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Am Dienstag, den 19. November 1918, vormittags 11 Uhr.

jolien tm hiesigen Na haus die nachsiehend verzeichnelen. im Grund- buche der Gemarkung Friedberg den verstorbenen Michael Höck Ehele*1en zuge»chriebenen Grundstücke, nämlich

Flur li Nr. 454 = 48 qm, Hosraite in der Stadt, und " " » 15 qm, Grabganen an der Zauerbacherstr.

znm drit en und letz en Male zur öffentlichen freiwilligen Ver­steigerung gebracht werden.

Die Versteigerungsbedingungen können auf dem Geschäfts­zimmer des Gr. Ortsgcrichls während der Gejchüsisstunden etnae- >ehen werden.

Friedberg, 11. November 1918.

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TY e Gefangenen verlangen heute schon in die Lager zurückgebracht zu werden und verweigern die Arbeit, infolgedessen geht der Verrieb sehr schleppend und die Rübenlager werden überfüllt. In den Feldern lggerir noch viele Rüben in kleinen Häufchen unter Blättern. Wir ersuchen deshalb die Landwirte in ihrem eigenen Interesse die Rüben zusammen zu jahren und vor Frost zu schützen.

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Der verehrlichen Einwohnerschaft von Heldenbergen und den umliegenden Ortschaften teile hierdurch mit. daß ich in IBeldciil»erg;en eil?

elektrisches InstaSEa^ionsgescSiäff

eröffnet habe.

Indem ich rasche und gute Bedienung zuslcbere, bitte ich um geneigten Zuspruch.

Hochachtungsvoll

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