Ausgabe 
15.11.1918
 
Einzelbild herunterladen

Uummev 269 §irchreis gg,

Freitag» den 13. November 1V1-8

11. Iahrgaerg

V,e % l\twe o aneareitnng" erichemt ,eden Werttat. Regeimaßtge Betiapen ..L»er Z?auer aus Oelseu".Die KpinnSude". Se?uroprers: 'Fei den. Poitanstaiten vtenellährttch Mk. 2.70 !,inzu tritt noch das Bestellgeld; vei den Anenten mona'licd 1.00 Rtk. einschließlich Trägertoyn. Anzeigen: Grund,eile 2b Zlg., totale 20 vig^ Antergen von ausmarrs werden durch Bo/tnachnahme erhoben. Eriiillunoson Xrtedberg. Schrittleitung «nd Verlag 7neddera «ttesten,. ^»anauer träne 12. rern>vreh»r 13. Bali de.k-'Ls no Nr. IW. amt Frankfurt a. M.

Anweisungen oon Zahlungen.

Berlin. 13. Nov. (WB. Amtlich.) Aus Anlaß mehrerer Liiuetsällc entschied die Reichsregierung, daß die Arbeiter- und Soldatenräte nicht befugt find. Zahlungen aus Regierungs- und Kreislassen an.zuweisen und zu erheben. Ebenso sind die Ar- btter- und Soldatenräte nicht befugt, die bisherigen Gebühren K.lbstän'drg zu erhöhen.

Dev Wa^enstiWand.

Berlin. 13. Nov. (WB.) Die Vertreter der Entente sind tn S p a a eingetrossen. um dort mit unseren Delegierten die mit dem Abschluß des Wo.ssönsiiltstsndes zusammenhängenden Fra­gen weiter zu besprechen. Staatssekretär a. D. von Hintze ist, .-wie wir ge-gsniiber irrtümlichen Annahmen feslstelleu, an diesen ^ ^Handlungen nicht beteiligt.

Der WafferMöstmrd mr See.

Kspenh-rgen, 11. Nov. (WB.) Nach hiesigen Vlättermel- l düngen haben die hiesigen Wachschiffe bei dem Minenfeld am , südlichen Eingang zum Sund früh um 9 Uhr ihre Liegeplätze verlassen und sind nach Süden abgefahren. Die dänische Re- aie''ung traf nun Maßnahmen zur Kennzeichnung des Minen- fc^ bis e§ unschädlich gentacht ist. C§ wird als sehr wahr­scheinlich angesehen, daß ein Teil der deutschen Flotte, der ge­mäß den Mafsenstillstandsbedingungen in neutralen oder alliier len Häfen desarmiert werden soll, nach Kopenhagen kommt. Da die Desarmiernng nur einen Monat dauern soll, nimmt man nicht an. daß Schisse nach entfernter gelegenen Häfen überge­führt werden

Dänische Zeitungen melden aus Gsedser: Die Engländer

sollen gesteren nachmittag die Funkenstation Warnemünde be­setzt haben. (? D. Red.)

Die Ke'chmg des i tihrn Wliluferg.

Genf, 14 Nov. DasJournal" meldet: Lloyd George gab 'm Samstag Vertretern der Gewerkschaften die Erklärung ab ^ die Besetzung des linken Rhelnusers eine provisorische sei unk lediglich militärischen Sicherungen dient.

Unnütze Befürchtung««.

Berln. 13. Nov. Aus linksrheinischen Landestellen wird gemeldet, daß die Bevölkerung durch Gerüchte beunruhigt wird wonach die Alliierten beabsichtigen, bet der Besetzung dieser Gebiete, die wehrpflichtige deutsche Bevölkerung zu internieren. Demgegenüber sei festgestellt, daß diese Befürchtungen gänzlich haltlos sind. Auf Seiten der Entente bestehen für solche Maß- *egeln nicht die geringsten Gründe.

Die Rückkehr der Frouttrnppen.

Die Frontdepvlattvn des Arbeiter- und Soldatenrates Kob. lenz (Sergeant Mohr, Musketier Becker), sendet folgendes Te» legramm, das wohl geeignet ist. manchen in der Heimat ver­breiteten Gerüchten entgegenzutreten.

Die infolge eines Funffpruches von Hindenburg zur Front entsandte Deputation des Arbeiter, und Soldatenrates Koblenz hat ihre Tätigkeit mit gutem Erfolge ausgenommen, hat all­seitig auftlärenid gewirkt und ist mit Verständnis begrüßt wor- r e. Die Fronttruppen sind in mustergültiger Haltung. Der Abmarsch vollzieht sich planmäßig und in aller Ruhe. Kleinere versprengte Truppenteile werden durch Sammelstellen und aus Wege der Aufklärung ihren Verbänden wieder zugeführt. Die vielfach herrschenden Besorgnisse sind unbegründet. Truv- oen und Bevölkerung werden durch Maueranschläge zur Ruhe und Ordnung ermahnt.

Budapest. 13 Rov. Feldmarschall Mackensen ersuchte nc 7 ungarischen Nationalrat heute telegraphisch aus Hermann- wo sich zurzeit dar Hauptguartter befindet, die rascheste. wA der militärischen Ehre vereinbarllche Hetmbesörderunq der ibm unterstell kn Truppen zu bewilligen. Oberst v. Massow und zwei Offiziere werden hierüber in Budapest verhandeln.

Gkfen ein plltnloikg Ztirßjtißtiäit der Tnippkit.

Berlin. 14. Nov. (WB. Amtlich.) Dem Rat der Bolksbe- rufft ragten ist bekannt geworden, daß durch die Anordnungen des Arbeiter- und Soldatenrates in Köln eine ungeheure Kata­strophe und Ehaos vermieden worden sind, die durch die planlos zurückflutenden Truppenteile und die aus Furcht vor Internie­rung fliehenden, tm militärpflichtigen Aller stehenden Zivil­personen zu entstehen drohten Zum Abfangen dieser Leute wurde im Etappengebiet ein Kordon gebildet, der die zurück- flutenden Soldaten aufnimmt, sie ihren Truppenteilen zuführt und für die Einsammlung der Waisen sorgt. Etn zweiter Kor­don wird an allen Nheinübergängen gebildet.

Das Verhalten des Arbeiter- und Soldatenrates kn Köln in dieser Angelegenheit ist für sämtliche Arbeiter- und Soldaten-'

rate vorbildlich. Es ist eine der wichtigsten Aufgaben dieser Körperschaften, daß sie den von ihren Truppenteilen getrennten Soldaten möglichst rasch zur Rückkehr in die Truppe oder in die Ersatz^ormation und damit zur Regelung ihrer Vcrpslegrurgs- und Ernährungsverhaltnistc verhelfen. Die große Aufgabe der Demobilisierung kann nur dann ohne schwere Erschütterungen der öffentlichen Ordnung gelöst werdet!, wenn die Arbeiter- und Soldatcnräte den Demobilisierungsbehörden freiwillige Hilfe leisten.

An die heimkehrenden Soldaten.

Trotz der Absperrung der Rheinbrücken muß nach den kurzen Erfahrungen der vergangenen Tage damit gerechnet werden, daß sich in kürzester Zeit in den großen Stadien des Westens bedeu­te,rde Masten einzeln von der Front zurückkehrender Militärper- fontn zusammenballen werden Dies umsomehr, wenn diesi Städte wie Frankfurt. Wiesbaden und Mainz an den großen nach dem Osten führenden Verkehrsadern liegen

Die Folgen sind ohne weiteres klar. Ordnungslose, unge­faßte Masten, bewaffnet, ohne Arbeit, ohne ausreichende Le­bensmittel, womöglich ohne hinreichendes Obdach, Eindringen in die Privatwohnungen Raub und Plünderungen, Hungers­not und namenloses Elend des gesamten Westens wäre die uw ausblcibliche Folge.

Das mutz vermieden werden.

Ueber Bereitstellung von Unterkunft und Verpflegung er­gehen noch besondere Bestimmungen. Es kommt aber daratls an, die Masten von den großen anziebungekräftigen Städten zum Abfluten zu bringen und in diesen Städten tmr lo viel Mann­schaften unter Waffen zu halten, als zur Erledigung des Sicher­heitsdienstes und zur Durchführung der Demobilmachung nötig find. Dazu wird folgendes bestimmt:

I. Bvi den Truppen 1>es Korpsbezirks sind zu entlasten: 1 Angehörige dos Landsturms 2. Aufgebots, 2. die Angehörigen folgender Arbettsklassen: a) Eisenbahn etnschl. Privat, und

Kleinbahnen, b) Scbiffabrtsnesen (soweit es sich nicht um An­gehörige des Scbiiss Ersatz-BaLatUons handelt), c) öffentlicher Verkehr (Straßenbahn usw.), 6) öffentlicher Sicherheitsdienst, o) Bergbau uni) Hüttenwesen, f) Elektriziläts-, Gas. und Was­serwerke, g) Beamte der wirtschaftlichen Organisationen der Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Verbände (Gewerffchaslen und dergl) und die Arbeitsnachweisbeamten, h) Landwirte.

Ausgenommen von den Entlastungen sind: 1. die Mann­

schaften der vorgenannten Art. die ihre Entlastung ausdrücklich nicht wünschen, ob- Rücksicht auf ihr Alter. 2. sämtliche Mann­schaften der Jahrgänge 1R93 und 1396, 8 diejenigen Staats- effenbahnec. die sich im Dienstberrich des Fech und der Inspek­tion der Eisenbabntruppen befinden. Sie verbleiben bis auf weiteres zur Verfügung des Fach in ihrer derzeitigen Tätigkeit. 4. alle dieienigen. die mit einer Geschlechtskrankheit bestattet sind

Sämtliche Entlastungen haben trotz der durch die Not ge. botenen Eile streng nach den Grundsätzen der Demobilmachungs- tnstruktion zu erfolgen. Lasten sich die Versorgungsansprücke innerha.lb von drei Tagen nickt klaren so ist vor der Anerkennt­nis der Stammrolle in diese ein Vermerk auszunehmen, daß die Betreffenden ihre Versorgurrgeansprüche nicht ausgeben. Auf das über Meldepflichten, Entlastungsantrage ufw. Gesagte wird besonders h'nge-wicfen

Bei Abfchub der Offiziere und Mannschaften zu ihren De- zirkskommandos oder Ersatztruppenteilen sind ihnen alle zustän­digen Marsch- und Verpflegungsgcbührnisie auszustandigen.

IL Diese Entlass« ngsmak nahmen werden in den Städten schon etwas Luft schaffen. Dies wird aber nicht genügen für alles, was von der Front nachdrängt. Raum zu schaffen. Des­halb mästen auch alle einzeln von der Front und der Heimat in e'ner Garnison des Korpsbezirks eintreffenden Militärpersonsn. die keinem Ersatztruppenteil des Korps engehören, unbedingt so rasch als möglich allgeschoben werden. Mit dieser Aufgabe und allem, was damit zusammenhängt. werden hiermit ausdrücklich die Earnffonkommandos (Gcnlvernements. Kommandanturen) betraut.

Dazu haben diese zunächst im Einvernehmen mit den zustän­digen Arbeiter- und Soldatenräten sinngeinäß gleichlautende Be­kanntmachungen durch die Zeitungen und großen öffentlichen Plakatanschlag zur Kenntnis aller eintreffenden Militärpersonen zu bringen. Die Verfügung der beiliegenden Bekanntmachung ist dadurch wirksamer zu macken, daß die Verpflegung oder Ver­pfleg« ngsautzweise für alle Milltürpersonen mir bei den Ersatz, truppenteilen oder für die sofort Abzuschiebevden bei einer vom Garnisonkommando eigens dazu eurzu richtenden Stelle ausge­geben werden.

Von den sich meldenden Leuten sind diejenigen, deren Ersatz­truppenteil im Korpsbezirk liegt, diesem zuzufüstren. Alle an. deren, gleichviel welchen Alters und Beritts, gleichviel auch ob ihr Vezirkskommando in dem zu besetzenden oder nicht zu be­setzenden Gebiete liegt, sind, soweit sie nicht bitten wegen Ar­beitslosigkeit ufw. noch weiter tm Heeresdienst bleiben zu dürfen umgehend zu ihren Bezirkskommandos zu entlasten.

Wer noch im Dienst bleiben will, ist nach Möglichkeit seinem zuständigen, wenn dieser nicht bekannt ist, einem Ersatztrupse». tetl der betreffenden Garnison zu überweisen.

Den zu ihren Vezirkskommandos zu entlastenden Militär- Personen ist ein Ausweis mitzugeben, aus denen hervorgebt, daß sie auf Befehl des Generalkommandos entlasten worden sind. Der Abfchub hat nach vorheriger Anträge bei der zuständigen Linienkommandanttir nach Transportmöglichkeiten in möglichst geschlostenen Abteilungen von in derselben Richtung Fahrenden zu erfolgen. Die Trupps sind unter Führung verständiger älte­rer Leute zur Bahn zu bringen.

Es ist fchäcfftens darauf zu achten, daß vor jedem Weiter­transport. handele cs sich um einzelne Leute oder Abteilungen, alle Waffen und Munition abgenommen werden.

TU Um einen Ueberblrck über den Gang der Demobil­machung und das Zurückkommen der Truppen zu gewinnen, melden an jedem ungeraden Tag telegraphisch an das General­kommando:

1. die Garnifonkommandos: wieviel Oifiziere und Mann, schatten nach außerhalb des Korpsbezirks liegenden Bezirkskow- mandos in Dem betreffenden Zeitraum abgcfchobLn wurden.

2. die Ersatztruppenteile: a) wieviel Offiziere und Mann» schäften in dem betr. Zeitraum entlasten und b) wieviel Ange­hörige fremder Truppenteile bei ihnen eingestellt wurderr.

Im Auftrags des ArLeiLer- und Sslvatenrats.

Das sLeNvettretenbe Venekülkommancto des 18. Armeekorps ^ez. S t u d n i tz. Generalmajor.

Die Dömnuttg Uolens.

Warschau, 13. Nov. (WB.) Die polnische Negierung sicherte dem Soldatenrat nunmehr zum Abtransport der Maste aller deutschen Reichsangehörigen Eiscnbahnmaterial unter der Be­dingung zu, daß das Eifenbahnmaterlal ihr Zurückgegeben wick). Der Abtransport erfolgt möglicherweise schon ab 14. November m geschloffenen Abteilungen mit Gepäck. Den militärischen Schutz silr den Marsch zur B bn. den Transport und die Strecke übernahnr die polnische Regierung.

f't WWks CWvM linst) MM

Stockholm. 13. Nov. (WB.) ..Allehanda" erfährt ans zu­verlässiger Quelle, man erwarte, daß in den allernächsten Tagen vielleicht schon morgen, ein englisches Geschwader den Belt pas­sieren und nach Reval fahren werde.

Aiilnusst dtiiHAr Mstit rat

inlmiifriuig in Sd)iüf v fn.

Stockholm, 13. Nov. Am 12. November nachmittags nmr> den von der Karlskronaer Eeeleitung fünf deutsche U Boote gesichtet, d.ie die deuffche Lotsenflagge hißten. Der schwedische Befehlshaber Lldmlral Schwod gab einem Torpedoboote Order, den U-Booten entgegelizufahrem Nachdem der Führer des Beetes Nr. 124 mitgsteilt hatte, daß sie in Schweden interniert zu werden wünschten, weil sie sich dem revolutionären Deutsch­land nicht unteczuordnen beabsichtigten, durften die U Boote entwaffnet tn Karlskrona einlaufen. Mannschaften und Offi­ziere wurden interniert.Dagens Nyheter" zuwlge ist gestern früh ein deuffcher Hilfskreuzer vor Malmö auf dem KalbgrunkDs gestrandet. Dieter Hilfskreuzer gebärt der gegenrcvolutionaren Saßnitzer Fraktion an. die von lönigsjreuen Marineoffizieren auf Rügen geleitet wird. Der Kreuzer wünschte gleichfalls In^ ternicrung in Schweden.

VStt

Knncrnrätcu.

Berlin. 14. Nov. (WB) Telegrapbischer Erlaß an alle Ober- und Ncgrerungspräsidenten: Aus Kreisen der Verwal-

tiingsbehörden ergingen Anfragen hierher, in welchen Formen sich die Zusammenarbeit mit den Arbeiter- und Soldatenrä'en Tente mit etwa entstandenen B a u e r n r ä t e n am zweckmäßig­sten vollziehen soll. Auf diese Anfrage ist zu erwidern, daß d'e Verircier des Arbeiter- uub Soldotev'-ates bezw Bauern­rates als Kontrolltnstanz den einzelnen Verwaltungsbehörden, insbesondere also den Obcrpräsidien. den Negierungen und Land- ratsümtern zur Ceit^ zu treten haben und bei allen wichtigen Verhandlungen hinzuziehen sind. Die Form dieser Zuziehung wird sich vom Standpunkt gegenseitiger loyaler Unterstützung an einzelnen leicht sttrden lasten, wenn dabei das Ziel unboding- ter Fernhaltung jeder Storung der öffentlichen Ordnung nn> Sicherheit im Auge behalten wird.

Die preußische Slegiernug: Hirsch, Ströbet.

Zlitruhe in Holland.

Amsterdam. 13. Nov. (WB.) In den Straßen von Amster­dam herrschte heute ztemlich aufgeregtes Treiben. Vor deur Palast der Königin und auf dem Damm vor der Börse hatten sich im Laufe des Nachmittags große Menfckcnmasten angcsam. melt. Vor dem Palast hielt ein revoluttonärer Redner eine Ansprache an dos Volk. 8« ös« er die Menge aufsorderte, die