Ausgabe 
12.11.1918
 
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Ausbreitung von Unruhen, namentlich, ein Uebergreiftri auf größere Städte im Innern des Landes, müßte nicht nur zu den ernstesten Schwierigkeiten, sondern zu gefährlichsten Katastrophen der Volkoernährung führen.

A« die löaliuirH^fittlirfjfn ßiiMjchaslttl Dknllchlauds.

Die Ernährung des deutschen Volkes ist aufs sHverste gefährdet, wenn Unruhen auf dem Lande ausbrechen. Ihrer Aufrechterhaltung stehen schon jetzt die größten Schwierig­keiten entgegen. Sie werden bei Eintreten der Demobil- machung und bei Rückkehr der Truppen in außergewöhn­lichem Maße sich noch steigern. Es ist jetzt oberste Pflicht aller Behörden wie aller Teile der Bevölkerung, unsere Er- nährungowirtschaft im Interesse des Volkstänzen in vollstem Umfange QwEzuochalttn. Jede Störung der Ordnung ans dem Lande muß mit allen Mitteln verhindert werden. Scll die Landwirtschaft lieferungsfähig bleiben, so muß die Sicherung ihrer Betriebe voll gewährleistet werden. Diese Aufgabe fällt in erster Linie den Behörden zu; sie kann aber nur erfolgreich dinchgeführt werden, wenn auch die Land­wirtschaft selbst durch sofortige Bildung von Orts- oder Ge- meindeansschnsien kür den nötigen Sckmtz ihrer Betriebe und der geregelten Lieferung sowie für die tatkräftige Abwehr aller eigenmächtigen Eingriffe in dieselben sorgt. Jedes Zu- ' warten kann verhängnisvoll werden.

Wir fordern deshalb die landwirtschaftliche Bevölkerung enf, sofort mit der Bildung solcher Orts- oder Gemeindeaus- Wüft'e vorzugehen. Diese Assschüsse müssen gebildet werden ton Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Sie müssen getragen 'ein von dem Vertrauen aller ländlichen Kreise; sie dienen keiner Sonderorganilation und treten außer Wirksamkeit, so­bald die derzeitige Notlage beseitigt ist. Auch die Zuziehung von Vertretern der nichtlandwirtschaftlichen Bevölkerung ist dringend erwünscht.

Tie Orts- oder Gemeindecmsschüsse haben bei der aus- fliebiaen Erfassung der für die Gesamtheit erforderlichen Lebensmittel, wie besonders auch bei der nachdrücklichen Be­kämpfung des unheilvollen Schleichhandels mitzuwirken. Sie sollen auch dafür Sorge tragen, daß die landwirtickaftlichen Detkiebe, die zurzeit ohne Leiter sind, zum Zweck ordnungs­gemäßer Bntertühr«na der Wirtschaft beraten und untec- stüvt werden. Sie sollen gleichzeitig ein« HilsZorganisation bilden zvm Schuhe der Personen und zur Sicherung des Eigentums Sie wsse^ auch nach der Rückkehr der Truppen bei Lohnstre'ltigkeiLen und bei Fragen, die das ArLeitsver- hältms^betreffen. eine ansgleichende Tätigkeit entfalten.

Bei der Begründung dieser Aussttzjsie wird man sich selbstverständlich die Arbeitgeber in Frage kommen.

m erster Linke tmFart dlesemgen Männer zu halten haben, die jetzt schon in den bestehenden landwirtschaftlichen Organi­sationen. insbesondere in den Genossenschaften und landwirt­schaftlichen Vereinen führend tätig sind. Die Heranzichung der Vertreter aus den Arbeitnehmerkreisen wird am besten diesen zu überlassen sein, um auch den Anschein zu vermeiden als ob von feiten der Arbeitgeber ein unzulässiger Einfluß hierbei ausgeübt werden könnte.

Wir richten diesen Appell an die berufenen Vertretungen der deutschen Landwirtschaft in den einzelnen Bundesstaaten und Provinzen mit der dringenden Bitte, mit Rücksicht auf den schweren Ernst der Lage mit größter Beschleunigung an die Ausführung dieser Maßnahmen heranzutreten und auf dem Lande auf solche Weife einen ausgebreiteten Wohsfahrts- vnd Ordnungsdienst zu organisieren. Die landwirtschaft­lichen Vertretungen werden an ihre Einzelregierungen bezw. provrnzlichen Verwahrungen mit dem Ersuchen heranzutreten haben, diesen aus der Mitte der Landwukjchaft freiwillig hervorgehenden Einrichtungen weitgehendste Unterstützung im Interesse her Allgemeinheit zuteil werden zu lassen.

Daß bei Bildung der Orts- bezw. Gemeindeausschüsse auf besondere lokale Verhältnisse entsprechend Rücksicht zu nehmen ist, braucht nickst besonders ausgeführt zu werden.

Es darf angenommen werden, daß das KriegZernäh- rngsamt die Einrichtung derartiger Orts- oder Gemeinde­ausschüsse für durchaus zweckdienlich und notwendig erachtet und daß es sich weitgehendst bei der Regelung der Ernährngs- wirtschaft der Mitarbeit dieser Ausschüsse bedienen wird.

Kriegsausschusi der deutschen Landwirtschaft:

Deutscher Landwirtschaftsrat. Bund der Landwirte. Vereinigung der deutschen Bauernvereine. Deutsche Land­wirtschafts-Gesellschaft. Reichsverband der deutschen land­wirtschaftlichen Genossenschaften. Generalverbanb der deutschen Raiffeisengenossenschaften. Dezugsvereimgung der deutschen Landwirre.

Ans der Heimat.

Die allgeiseiRe Lage zwingt uns, gleich den anderen Zei­tungen, enfcr Mett bis ans weiteres hin und wieder nur in zwei Seiten Umfang erscheinen zu lassen.

Friedberq, 12. Nov. Der Bürgermeister erlaßt einen Auf­ruf zur freiwilligen entgeltlichen Abgabe aller entbehrlichen Karbitlampen zwecks Verteilung an die Familien, die über sonstige Deleuchtumwmittel nicht verfugen. Im Intereffe der guten Sache, die der ärmeren Bevölkerung Hilfe bringen soll wird um zahlreiche Ablieferung gebeten.

Bingenheim, 7. Nov. Per der hiesigen Bezugs- und Ab- satzgenossenfchast wurden bis jetzt von Bingeuheimer Samni- tern 11 Zentner Buchockern abgeliefert. Das gleiche Quan­

tum wurde den Samrllern zum Schlagen von Oel belassen. Es sind demnach in Bingenheim bis jetzt 22 Zentner Eckern gesammelt worden. Gewiß eine recht gifte und nachahmens­werte Leistung.

AuS Kurhessen.

IC. Kussel, 7. Nov. Zrn Alter von 68 Jahren verstarb dahier der frühere Landeshauptmann in Hesse«. Riedesel, Frhr. zu Eisenbach, an der Grippe. Der Verstorbene, der Koni gl.' Kammerherr und Vizemarschall der althejsischen Ritterschaft war, wurde am 10. März 1850 in Darmstadt geboren. Nach längerer Tätigkeit als Regierung.'asseffor in Hanau und Geln­hausen wurde er Landrat des Kreises Gelnhausen und im Jahre 1894 einstimmig zum Landeshauptmann in Kassel ge' wählt, aus welchem Amte er am 1. Oktober d. I. schied. Als Landeshauptmann und vor allem als Landrat des Kreises Gelnhausen hat der Verstorbene segensreich gewirkt, und war sehr beliebt. Bel seinem Abgang als Landrat in Gelnhausen wird folgender Vorfall erzählt: Eine Einwohnerin aus Witt­

genborn, der der Verstorbene in verschiedenen Angelegenheiten behilflich war. begab sich, als sie hörte, daß Riedesel von Geln- hausen nach Kass^ übersiedel- zu ihm. um ihm zu danken und von ihm Abschied zu nehmen. Sie wünschte ihm ein Lebewohl mit den Worten:Lasse Sie fichs gut geh-, Herr von Ried!" Ter Landrat antwortete:Ich heiße doch Riedefel, !iebe

Frau", worauf die Bauersfrau entgegnete: .,Ach, so en liwe

gute Mann wie Sie, darf man nett Esel nenne. Also mache Sie's gut mein lieber Herr von Ried!"

'«UUI.UUUII,.

FC. Groß-Gerau, 7. Nov. Der Landwirt Christian Hrch. Schneider von Dornheim wurde vom hiesigen Schöffengericht weil er Getreide ohne Genehmigung weiter verkauft und Ee treibe verheimlicht hatte, zu 1000 M k. Eldstrafe verurteilt.

Kirchliche Nachrichten.

Gottesdienst in der Burgkirche. Mittwoch, 13. Nov.. abends 8*4 Uhr: Kriegsandacht. Herr Pfarrer D i e h l.

FrFflt^dj? g m ri @ f r *7^^ ^;v 1*

Offene Stellen

1 Tagelöhner, 2 Fabrik'chlosser,

Knechte, 1 Tagelöhner, 2 Fabrst'chlosser, 2 Hilfsarbeiter 2 Unterbeamte für Post (Hilfsdienftpflichiigei. 12 Dienffmägde

JlMTi Ifr. H ff ft !nnn<t m V» a h 1 (U - XI * cm ,,

2 Wirtschafterinnen. 8 Hausmädchen. 1 Lazarett-Köchin 1 Weißzeugs beschließerin, 1 Ordonnanz.

CteNensuchende:

Mehrere Melkerfamilien und ledige Melker

Melkerin,

Verantwortlich für den politischen und lokaspn Xeil: Ctto 9 i r f d) e 1. Friedbergz für den Anzeigenteil: N 8 e ri n e r. Fftedberg. Truck und Verlag derNeuen Tageszeitung". ___ _ A G.. sfriedbera r &

AM!

Infolge Mangels an Petroleum ist eine große Notlage in der Beleuchtung der Wohnungen un­serer minderbemittelten ^Bevöl­kerung cirtitsnLen.

lieber 300 Familien müssen l zeitweise völlig im Tuuteln sitzen.' wenn nicht schleunige Abhilfe ge­troffen wird. Es besteht die Möglichlerr, mit Karbid auszu helfe«, aber es fehlen dis nötigen Lampen. An unjere Bevölkerung ergebt daher die Bit e. alle ent­behrlichen Lampen, die zur Kar- biddenutzur^ hergerichtet stad, ms- be>ondeie

Fahrradlampen,

für die Bedürftigsten unseres Volkes gegen entsprechende Be­zahlung abmgeöen. Auf dem Sradihaus, Zimmer Nr. 4, ist eine Sammelliste em gerichtet. Wer für d e ärmere Bevölkerung Gutes tut in dieser schweren Zeit, der hilft dem ganzen Vol.e.

Friedbeva. den 11. Nos. 1913. Der Bürgermeister.

__ I. V: Damm.

Dekan» »machung

Pelss^AkgtstsKWbr

am l'i: wach, Leu 13. SLsve^dre, auf Zi umec Ihr. 9 des Liadi- hart es in den üblichen Geschä,ls- stuaveit mr^er Vorlage derLeoens- mi rellarle.

Die Ausgabe erfolgt nur an Familie» ohne jede sosstise Be- lev rvnz. r«o zwar entsaUl auf eui Euer, der ,um Prefte döü 45 Pfg. in den nur,stehenden Ge.chäflen zu haben ist:

L Arnstein Wwe,

Feimtä, Fm ,

brecht Wwe.,

L-nd & Z. old,

Emll Staauv,

Hch. Webernieier,

2. A. Wtndecker.

Fuedaerg. den l t. Nov. 1618. Der Bürgermeister.

2 . V.: V a m m.

Betr.:

eimaz von Brenn- err.

Kek«n«tmachiiN

Bezugnehmend auf meine Be­kanntmachung vom 99. September ds. Is. sind berechtigt Brennstoffe gegen Vorzeigung der Kohlenaur- weistarte z« beziehen:

Bezirk SS, Nr. 62t bis 720, je

3 Zentner Briketts bei Kohlenhandlung David Krämer, Hanauerstratze,

Ich mache hiermit nochmals dor iuf au'?neiksam. daß die Brenn­stoffmenge» innerhalb 3 Zue eit bei den Händlern abgeholt oder abgsrufen fein müssen. Nach diesem Termin nicht abgeholte Brenn stofftnengen verfallen zu Gunsten anderer Haushaltungen.

Friedüerg, den 11. Nov. 1918.

Der Bürgermkister.

2. V.: Damm.

Wegen Aufgave der Landwirt­schaft und des Geschäfts steht

ein gutes

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mütXeren Alters zu verkaufen bei

Georg Zch. Wagner Wwe.»

SSdel.

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Wilhelm Pres Ww.,Meii»ch.

Zunger. wach anrer

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Ioh. Gebhard

B^fenborn bei Schotten.

Ge ucht lür 15. Äioveutber:

1 Hausmäo ?en,

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das auch mellen kann. Angebote mit Lohn,orderung erbeten an

H. Schultheis

in Steinsurrh bei Bad-Nauheim

Zum baldigen ein tüchtiges

Eintritt juche

> raun er Wallach lauf bei

steht zum Ver-

Heinr. Vschthstd II« =i

Fauerbach b. Nrdda.

Mädchen.

j Auskunft erteilt die Eeschäfts- l stelle der «Neuen Tageszeitung".

Danksagung.

Für die vielen Beweise herzlicher Tellnahme bei dem Hmscheiden und der Beerdigung meines lieben guten Mannes, meines treusorgenden Vaters, lieben Bruders, Schwagers, Schwiegersohnes und Onkels

#ctni Heinrich Pipp II.

sowie für die trostreiche Grabrede des Herrn Pfarrer Strack, Echzell, und für die vielen Kranzspenden sagen allen herz­lichen Dank

Echzell, den 12 . November 1918

3m Namen der tiefirauernd Hinterbliebenen:

Anna Pipp und Tochter.

Soennecken's Schreibtisch- Kalender 1919

Friedr. NttLfiltz,

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