Ausgabe 
5.11.1918
 
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fethmg gelangen wird. Anträge auf Zuweisung von Hülsen­fruchtsaatgut sind deshalb stets, soweit der Bedarf nicht unmit­telbar von Landwirt zu Landwirt gedeckt werden kann, an den Kemmunaloerband zu richten.

Zur Schaffung der Bestände der Neichsgetreidestelle gilt folgendes Verfahren: Will ein Landwirt seine Hülsenfruchte

sls Saatwarc an die Geschäftsstelle der Reichsaetreidestelle ver­ankern. so hat er sie grundsätzlich in derselben Weise zur Ablie­ferung zu bringen, wie die zu Speisezwecken bestimmten Hülsen­früchte. Die Saatguteigenschaft muh jedoch durch ein besonderes, von der zuständigen Saatstelle ausgestelltes Zeugnis nachgewie­sen werden. Dieses Zeugnis kann der Landwirt sich entweder vorher besorgen, ehe er seine Hülsenirüchte als Saatgut dem Kommissionär des Kommunalrerbandes anb'etet. oder aber die Ausstellung des^ Saatguterzeugnisses erfolgt, nachdem die be­treffende Partie von dem Kommissionär übernommen und dem Sammellager zugegangen ist. (Die Neichsgetreidestelle wird als Saatgüt nur Mengen über 5 Doppelzentner übernehmen. Es kommt für sie darauf an. nur größere geschlossene Partien ein­heitlicher Herkunft zu besitzen, um ein gleichmäßiges Saatgut zur Verteilung bringen zu können, was bei Zusammenstellung vieler kleiner Posten unmöglich wäre. Dadurch werden aber die kleineren Landwirte in keiner Weise benachteiligt, da sie die Möglichkeit haben, ihr Saatgut durch unmittelbaren Absatz an Landwirte, nötigenfalls aber durch die vermittelnde Tätigkeit der Kommunalverbände. Lcmdwinschaftskammern oder sonstige landwirtschaftliche Verufsvertretungen abzusetzen.

Für den Verkehr mit Buchweizen und Hirse zu Saatzwecken gellen die gleichen Bestimmungen mit der Maßgabe, daß der Saalgutzuschlag nicht 15 Mark, sondern 9 Mark für den Dopvel- zentner beträgt. Soll Buchweizen und Hirse den Sammflstellen als Saatgut angedient werden, dann ist das nach § 12 der Samgutverordnurip nötige Saatzeugnis, welches die zustärrdige Saatstelle auszustellen hat, vorher vorzulegen.

Die deutsche Erde.

Venn die Stürme des Krieges vorüber sind, wird die deutsche Erde mehr denn je zuvor ihre Pflicht hm müssen, um gute Ernten zu liefern. Kein brauchbares Stückchen Ackerland darf danw ungenutzt bleiben. Und wir haben noch viele j Strecken Landes, die der landwirtschaftlichen Bebauung erschloß 1 jen werden können Auch in Deutschland gibt es noch^Oed- Moor- und Heideländer, die durch zweckentsprechende Behand­lung in Frucht liefernde Hektare umgewandelt werden können. Hielbei können bunderttausende von Menschen Beschäftigung finden, die zunächst beim Uebergang vom Krieg zum Frieden beschäftigungslos sein würden, wenn es in den Fabriken noch an Rohstoffen fehlt.

Nah den letzten amtlichen Zusammenstellungen gibt es im Deutschen Reiche 31 834 <*74 Hektar Land, die landwirtschaftlich benutzt weroen. Dieses große Arbeitsgebiet verteilt sich auf 5 736 U82 Betriebe. Davon haben 36 759 Brennereien. Die meisten Betriebe haben eine Größe von weniger als einem Hek. tar. Mehr als 1000 Hektar umfaßen nur 369 Betriebe. 500 bis 1000 Hektar groß sind 3100 Betriebe.

Von diesen 32 Millionen Hektar Ackerland kommen 21 Mil­lionen aus Preußen, und zwar auf insgesamt 3% Millionen Betriebe mit 5200 Brennereien. Hier finden wir 840 Betriebe mit mehr als 1000 Hektar Ackerland. Da auf das ganze Reick, nur 369 solcher Riesenbetriebe kommen, verteilen sich also auf das übrige Deutschland nur noch 29.

Von den zwölf preußischen Provinzen stellt Schlesien das meiste Ackerland zur Verfügung, nämlich mehr als 214 Millio­nen Hektar, die sich auf 367 000 Betriebe verteilen. Von diesen haben 27 einen Umfang von mehr als 1000 Hektar. Ostpreußen schließt sich mit ebenfalls 2% Millionen Hektar landwirtschaftlich benutzter Fläche an, die von 219 000 Betrieben bearbeitet wird Hier ist aber die Zahl der Großbetriebe auf 68 gestiegen. Mehr als 2 Millionen Hektar Ackerboden bringt die Provinz Dosen auf. wo 205 000 Betriebe gezählt werden, darunter 83 Großbe­triebe. In dieser Provinz gibt es also die meisten Güter mit mehr als 1000 Hektar landwirtschaftlich benutzter Vodenfläche. -.uch die Provinz Brandenburg bearbeitet mehr als 2 Millio­nen Hektar. Sie hat 53 Großbetriebe. Fast 2 Millionen Hek­tar unter dem Pflug hat die Provinz Pommern, die 51 E'- guter aufzuweisen hat. Die Provirrzen Sachsen und Hannover bearbeiten 1.7 Millionen Hektar. Die elftere zählt 319 000 Be­triebe die letztere 378 000 Mährend wir in der Provinz Sach­sen aber noch 21 Großbetriebe finden, sind es in Hannover nur l. Westpreußen bringt es nur auf 1.5 Millionen Hektar Acker­land mit 32 Großbetrieben,' SchleswigrHolstein auf 1,4 Millio­nen Hektar mit 2 Großwirtschaften, Rheinland auf 1,3 Millw- nen Hektar mit keinem Betriebe von mehr als 1000 Hektar, ^rer Tinbet sich auch nur ein Betrieb zwischen 500 und 1000 Hek- iat. Westfalen mit 1,2 Millionen Hektar Ackerboden bietet 3 gro^e Euter von mehr als 500 £e!tctr und eins von mehr als !nnÜ %??** Hesftn-Nassau hat 735 000 Hektar Ackerfläche, kern 100. Hektar-Gut, wohl aber eins von mehr als 500 Hektar. «chliegUch kommt noch Hohenzollern mit 62 000 Hektar Land. Der größte Betrieb umfaßt hier etwa 300 Hektar. Bon den 37 069 Brennereien, die es im Reiche gibt, liegen 5236 in Preu­ßen. Der Zahl nach die meisten Brennereien hat Baden, näm- Slch 17 349. Das sind meist Obstbrennereien, während die preu, vtzchen Brennereien meist Kartoffeln brennen.

Während also Preußen 21 Millionen Hektar Landes zur Fruchtgabe herrichtet, stellt von den anderen Bundesstaaten Bayern 4 2 Millionen Hektar Ackerboden. Güter über 1000 Hektar gibt es hrer mcht. wohl aber 15 mit etwa 600 bis 1000 Hektar Ackerland. Württemberg bietet 1,1 Millionen Hektar und em Großgub Dann folgt Mecklenburg (Schwerin und Stre^

Million Hektar und 22 Großwirtschaften. Das Königreich Sachsen stellt sich mit 975 000 Hektar in die Reihe

S5nno m n *T m fMsch-Lothringen mit

IZ 5 1'w ® " mit 712 00 ? S-ktar schlichen sich an.

^luch hier fmdet man die 1000 H-ktar-Erenze nicht überschritten, ff? vereinigte Thüringen wartet mit 698 000 Hektar auf Hessen mit 427 000 Hektar, Oldenburg mtt 340 000 Hektar, Braun-

schwetg mit 218 000 Hektar und Anhalt mit 146 000 Hektar. Das kleine Anhalt weist auffallenderweise wieder 5 Betriebe auf, die mehr als 1000 Hektar Ackerland bewirtschaften. Das Ge­biet, das im Bereich der Freien Städte landwirtschaftlich be­nutzt wird, ist naturgemäß nur klein. Immerhin gibt es im Hamburger Lande noch 14 919 Betriebe, die 25 000 Hektar land­wirtschaftlich bearbeiten. Die vier größten Betriebe haben je etwa 300 Hektar Umfang. Lübeck stellt mit 5764 Betrieben etwa 19 000 Hektar Ackerboden zur Verfügung, Bremen mit 12 833 Betrieben nur 16 968 Hektar. Hier ist kein Betrieb größer als 100 Hektar.

Auch aus diesen Zahlen ersehen wir, daß die Kornkammern Deutschlands im Osten liegen, wahrend Kohlen und Eisen im Westen zu finden sind.

DerNolksstaat" Hesten.

Also Hesien soll nun auch zu einem Volks st aat umge­wandelt werden und die Kammer soll in dieser Woche dazu Stel­lung nehmen. Eigentlich haben wir ja von einer Beeinträch­tigung der Volksrechte bisher nichts bemerkt, das Landtags­und Gemeinde-Wahlrecht in Hessen gehörte wohl mit zu den freiesten im ganzen Deutschen Reiche. Außerdem hat man stets auf die Wünsche und Vorschläge der Linken weitgehendste Rück­sicht genommen, weil man Angst vor dieser Seite hatte, während auf die Vorschläge der bäuerlichen Vertreter meist nicht gehört wurde. Aber was tut's? Die demokratische Welle schlägt nun auch zu uns über und wir müssen uns wohl oder übel mit den gestellten Anträgen beschäftigen.

Die Anträge sind eingebracht von den Abgg. Reh und Hen­rich, die der freisinnig-demokratischen Partei angehören. Dir Stellungnahme des letzteren Abgeordneten wundert uns nicht denn er fühlt sich als Volksbeglücker von Beruf ausersehen, sich in alle Dinge zu mischen. Dagegen können wir nicht umhin, unsece! ^ars>laar

TaUcn soll, ist zu bekämpfen. Wenn nicht eine bestimmte Wohn- dauer vorgesehen ist. so können die Elemente, deren Cache auf nichts gestellt ist, im Falle einer Rachuvahl von Wahlkreis z» Wahlkreis ziehen und jedes Mal ihre Stimmen abgeben. Wenn es schon für die bodenständigen Wähler keine Bevorzugung geben soll, so wäre es aber doch unsinnig, wenn man den Prole» tariern auf Umwegen gewisiermaßen Pluralstimmen gewähre« wollte.

Sine weitere Forderung bildet die Verhältniswahl und gegen sie mochten wir am lautesten unsere Stimme erheben. Die Forderung hat anscheinend etwas bestechendes, sie erscheint gerecht, weil die Minderheiten durch sie geschützt werden sollen Sie mag auch für die Städtewahlen eingeführt werden. Aber sie auf's ganze Land auszudehnen, heißt den Wählern das wich, tige Recht ans der Hand zu nehmen, sich den Mann ihres Vertrauens zu erküren. In der Verfassung ist von einer Par­tei keine Rede, die Wähler sollen in die Volksvertretung einen Vertreter wählen, von dem sie annehmen, daß er ihren Wahl- kreis und damit dem ganzen Staate nützen werde. Bei der Verhältniswahl spielt die Tüchtigkeit des Mannes als solcher keine Rolle mehr, die Partei entscheidet einzig und allein, j Die Parteibonzen und Prinzipienreiter werden aufgestellt und \ die Wähler dürfen nur Ja und Amen sagen. Es werden nicht

Verwunderung darüber auszudrücken, daß gerade der Abg. Reh solche Anträge stellt und noch mehr über die Tonart, die ft ihnen zum Ausdruck kommt. Abg. Reh ist persönlich ein durchaus i'-c .i'swLrdiger Mann, dabei ist er als tüchtiger Jurist bekannt unö seine Vereillgung im Verwaltungsleben müßte ihm doch die Erfahrung gelehrt haben, daß man mit demagogischen Phra­sen in der Praxis nicht weit zu kommen pflegt.

Wir sagten, daß uns die Tonart auffällt, die in den An­trägen zutage tritt.Die volle gesetzgebende und die Reichsge- walt", so beginnen die Anträge,gehen auf das Volk über" Es gibt nur einen gesetzgebenden Faktor, der vom Volk ge­wählte Landtag". Es liegt so eine 1848er Tonart in diesen Worten und es fehlt nur noch der Zusatz: Ferschte zum Land

hinaus! den man damals gesungen hat. Phrasen hat man zu dieser Zeit übergenug gedroschen, aber die deutsche Einheit wurde von keinem parlamentarischenPhrasendrescher, sondern von einem Mann der Tat aufgerichtet. Weiß denn Herr Abg. Reh nicht, daß die schönen Reden von dem souveränen Volk eben nichts sind als Redensarten, die himmelweit von der Wirklich­leit entfernt sind. Und wenn er das nicht weiß, dann möge er einmal einest sehr treffenden Aufsatz Nachlesen, den die ihm nahestehendeFrankfurter Zeitung" i. I. 1914 über das parla­mentarische System in Frankreich geschrieben hat und in dem vachgewiesen wurde, daß weitaus die meisten Parlamentarier elende Kreaturen der jeweiligen Regierung seien, die es gar nicht wagen dürfen, gegen den Stachel zu loken, ansonsten sie ihrer Pftünde, als die der Parlamentssitz zu betrachten ist, verlustig gingen.

Doch zur Sache' Der erste Teil der Anträge befaßt sich mil­der Verfasiungsurkunde. Daß die Rechte der Krone nur auf eine rein repräsentative Betätigung beschränkt werden soll, wird an dem bestehenden Zustand nicht viel ändern, denn unter dem gegenwärtigen Großherzog ist's schon so gewesen. Daß die be­sonderen Rechte der Stendesherren und des Lldels beseitigt und die Fideikommiss- aufgehoben werden sollen, ist eine Forderung, über die sich reden läßt. Bedenklich dagegen ist die Forderung, das Familieneigentum des Großherzoglichen Hauses solle in das freie Eigentum des Staates übergehen. Die Forderung hat einen mehr demagogischen Charakter. Bekanntlich kommt heute schon die Nutznießung der Haus-Domänen dem hessischen Staate zu und des ist die Hauptsache. Will man das Eigentumsrecht beseitigen, so darf man aber auch vor den großen Kasienschränken nicht Halt machen. Wir glauben, daß sich dort Vermögen finden, deren Herkommen weit bedenklicher sind, als das des Großh. Hauses und mit deren Konfiskation dann folgerichtig fortge­fahren müßte werden.

Der zweite Teil der Anträge hat das Wahlrecht zum Ziel. Die erste Kammer soll beseitigt oder höchstens eine berufsständig gegliederte Stcindekammer in Frage kommen. In unserer heu­tigen Zeit, wo alle Autorität fallen soll, ist ja eine solche For­derung ganz in Ordnung und doch sind wir überzeugt, daß so mancher linksstehende Abgeordnete manches Mal im Herzen froh gewesen ist, daß es eine Erste Kammer gab; gar oft hat so ein Volksrurrtreter einer Forderung von Partei und des Prin­zips wegen zugestimmt mit der stillen Hoffnung, daß sie an dem Widerstand der Ersten Kammer doch nicht zur Erfüllung käme. Im übrigen sind wir damit einverstanden, daß bei der Zusam­mensetzung der Ersten Kammer mehr die berufständige Gliede­rung in Frage kommen soll. Unseren best. Standesherren fehlt meist das freudige Bekennen zu gefestigten Grundsätzen, wie wir es beim preußischen Adel schätzen,' es haftet ihnen was seniles an, «as schon äußerlitz. dadurch in Erscheinung tritt, daß ein Ver­treter des neuen industriellen Adels die geistige Führung in der Ersten Kammer an sich gerissen hat.

Unsere größten Bedenken richten sich gegen die beantragten Aenderungen im Wahlrecht zur Zweiten Kammer. Daß die Altersstimme fallen soll, mag hingehen. Sie war gedacht als ein Korrigens gegen die radikale Stimmung, die öfters der Jugend innewohnt; aber wir geben ^u, daß sich auch begründete Bedenken gegen die Alterszusatzstimmen geltend machen lasten können. Gegen das Frauenwahlrecht sind wir grundsätzlich und glauben auch nicht, daß mit dem Wahlrecht einer wahrhaften deutschen Frau ein Gefallen getan oder ein Nutzen geschafft wird. Daß alle Veschrärrkungen zum Wahlrecht, auch die Mohndauer.

mehr Männer gewählt, sondern die Stimmen werden für die Parteien abgegeben. Da wir uns nicht für eine Partei- Herrschaft in Reinkultur begeistern, so wüsten wir uns gegen die Verhältniswahl entscheiden. Daß alle drei Jahre neu zum Landtag gewählt werden soll, schließt den Blütenkranz der frei­sinnigen Forderungen.

Offenbar waren die Genosten von der roten Fakultät pein­lich berührt, daß ihnen die Rosa'nen den Wind aus den Segeln genommen hatten. Sie tagten in Darmstadt und verlangten mit gebietender Stimme ein neues Hesten. Hessen wüste ein Volksstaat sein", dieparlamentarische Herrschaft" müste ge- erweitert werden. Das Bundesratsmitglied müste durch das Volk gewählt werden. Inzwischen ist auch ein An- trag der sozialdemokratischen Fraktion im Landtag eingelaufen. der nach dieser Richtung vorgeht. Mit manchem kann man ein­verstanden sein, so mit einer Aenderung der Mahlen zum Kreistag. Es wird aber verlangt: Verhältniswahl für Staat, Provinz, Kreis und Gemeinde (Männer und Frauen) auf dreijährige Wahlperiode, wobei alle Siche­rungen fallen sollen. Hei. das gibt ein fröhliches- Wählen für den Landtag, für den Provinziallandtag und Kreistag, für Gememdcrat und Vundesrat, alle drei Jahre? dazwischen Bürgermeister- und Veigeordnetenwahl. Da kommet wir gar nicht mehr aus den Wahlen heraus und können alle andere Arbeit liegen lasten. Dabei ist es nur ein Vorspiel von dem. was kommen soll, denn vorbeugend lagt der sozialdemo. kratische Aufruf:Vis jetzt ist nur der Anfang zur Volksregie, rung gemacht, die zerschlagene Bresche muß erweitert werden" Da eröffnen sich ja schöne Aussichten! Umsomehr erwachst dem' ehrlichen Volksvertreter in Hesten die Pflicht, die Anträge un­bekümmert um die Zeitströmungen zu prüfen und sich nicht von demagogischen Schlagwörtern verleiten zu lasten. Von der Wählerei ist noch kein Land glücklich geworden und wir fürch­ten. je mehr die Phrase gebraucht wird, das Volk soll sich selbst regieren, umso weniger hat das Volk etwas zu sagen.

ANS htv Heimat.

D-rs Aufbewahren des Bucheckernöles. Das Oel der Buch­eckern hält, was Güte anbetrifft. etwa die Wage zwischen mitt­lerem und gutem Leinöl. Es wird sehr schwer ranzig, weil es wenig freie Fettsäuren enthält und gilt raffiniert im Geschmack sicher und beständig. Unsere Mütter, die alle noch viel Buch, cckernöl verbrauchten, haben es in sauberen Krügen, gut verkorkt, im dunklen Keller aufbewahrt, wo es feine Qualität sicher ge­halten hat -Daraus folgt, daß man sich nicht übermäßig um das Nachlasten der Qualität beim Aufbewahren, auch des nicht raffinierten Oeles. innerhalb des Wirtschaftsjahres zu sorgen hat. Alles Speiseöl soll unter möglichstem Licht- und Luftab- schluß aufbewahrt werden, weil sowohl Licht wie Luft zersetzend' auf die Glnzerine des Oeles einwirken. Geschieht das, so ist ein Verderben nur dann zu fürchten, wenn das Oel Unreinig-' keiten enthält. die bei ihrem längeren Aufbewahren durch ihrs Zersetzungsprodukte auf das Oel Einfluß nehmen.

Dortelweil. In einer der letzten Nächte wurden hier nicht weniger wie 50 Hühner, außerdem noch etliche Gänse gestohlen. Unter dem Betroffenen befindet sich auch ein' Eisenbahner, ein braver Mann, der sich auch redlich plagest, muß und dem seine sämtlichen fünf Gänse gestohlen worden; swd. Dns öftere Vorkommen der Geflügeldiebstähle läßt', ans das Vorhandensein einer organisierten Diebesbande schließen, die in einem benachbarten Dorf ihren Sitz hat.

§j\ Hanau, 3. Nov. Nachdem Landrat und PolizeidirektoF Geh. Regierungsrat Frhr. Laur von Münchhofen zum 1. Nov. d. I. als Regierungsrat an die Kgl. Regierung in Hildesheilst versetzt worden ist, wurde der im Ministerium des Innern ii^ Berlin tätige Regierungsrat Schmitt mit der Verwaltung deS Landratscrmtes Hanau betrau.

TTO. Oberfcelöcrch, 1 . Nov. Die Mühle des Mühlenbesitzerst Wilhelm Link dahier wurde wegen Unzuverlässigkeit geschlossen.

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Offene Stellen:

3 Knechte. 1 Tagelöhner, 2 Fabrik-Schlosser, 2 Hilfsarbeiter,' Kriegsbeschädigte, 12 Dienstmägde, 2 Wirtschafterinnen. 8 Haus­mädchen, 1 Lamrettköchin. 1 Melkerin, 1 Weißzeugbeschlteßerrn. Für Etappe: Männliche und weibliche KrLfte für alle Berufe.

Stellensuchender

Mehrere Melkerfamilien und ledige Melker.

Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!. Friedberg; für den Anzeigenteil: R. Heyne r, Friedberg. Druck und Verlag derNeuen Tageszeitung*/ A. G.. Friedberg i. G.