Ausgabe 
5.11.1918
 
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Japans Kriegsziele.

DieTimes" erfährt ans Tokio, daß Marquis Okuma. der Ministerpräsident war, als der Krieg ausbrach, in dem BlattKokumin" einen Artikel veröffentlicht, in dem er die Bedingungen mirtellt. die Japan in Bezug auf die Angelegen­heiten im fernen Osten als Basis betrachtet. England und die Vereinigten Staaten muffen entscheiden, was mit Samoa ge­schehen soll. Hauptsache ist. daß diese Inselgruppe nicht zur Deute Deutschlands im Stillen Ozean wird. Australien muß den deutschen Teil Neuguineas bekommen. Die Marschall-Jn- feln, die Karolinen und die Marianneninseln, die von Japan besetzt wurden, haben zwar für Japan keinen tatsächlichen Wert, in deutschen Händen aber würden sie eine Gefahr tarstellen. Da aber kein Grund vorliegt, aus dem heraus Japan sie in andere Hände geben sollte, wird Japan sie behalten. D>e jetzt unter japanischer Kontrolle stehenden telegraphischen Verbindungen die asingtau mit der Stillen Südsee verbinden, sollen Japan ver­bleiben. Auch die Eisenbahn von Tchinan behält Japan. Japan wird sich weiter mit den Alliierten über die Aufreckterhaltung der Ordnung in Sibirien zu verständigen haben. Alle Ange­legenheiten in Bezug auf Konzessionen und Interessen in Ost- asien dürfen nickt so geregelt werden, daß sie einer Macht eine vorherrschende Stimme geben. In Bezug auf die Beziehungen Zwischen China und den anderen Mächten muß die Politik der offenen Tür und der gleichen Rechte fortbestehen.

Ei» fMlibftrr Diffcriferr irttr (HiölMdlt'nm

Einer der berühmtesten englischen Geschichtsschreiber im 19 . Jahrhundert. Edward Aug Fresman, hat in seinenAusgewähl- ten Abhandlungen" über die elsässisch-lothringifche Frage vom englischen ^Standpunkt aus Sätze geschrieben, die es verdienen angesichts- der französischen Propaganda mit dennatürlichen Sympathien der Elsäsier für Frankreich" dem Vergessen entris­sen zu werden:

Unsere Gewohnheit, alle Plätze mit französischen Namen zu belegen, beschönigt die Schändlichkeit des französischen An- griffr».Alsace" klingt, als handle es sich um ein von alterZ- her französisches Land. Das deutscheElsaß" vermittelt da- gegen eine ganz andere Vorstellung.Cologne".Mayence" .^Treves klingen, als wollten sie geradezu zur Annexion ein- laden, ebenso Liege, Malines, Louvain, und es ist kein Wun­der, daß man Karl den Großen für einen Franzosen hält, wenn man fein Grab in einer so französisch klingenden Stadt wie 22°. ***** i^ht. Aber Köln. Mainz, Trier, Lüttich.

schein, Aachen erbeben sich schon durch ihre Namen als Boll- wcrke gegen^ französische Angriffe. . . . Das Deutsche Reich hat manche ^^tuSelnvg erleiden muffen. Im 10 . Jahrhundert wurden die drei lothringischen Bistümer Mctz, Toul und Verdun durch cm Gemisch von Gewalt und List losgeriffcn Ein Akt ^ama aber uberbietet alle anderen, nämlich bzz staub ^tra^burgs mitten im Frieden durck Ludwig XIV." Dies« Sätze finden sich in Freemans EssayDie Franken und ber .. 00r 1870 Sefchrieben war. Aus demselben eng-, nlchen Aussatz führt die ..Continental Times" vom 18. Oktober auch noch die folgende höchst zeitgemäße Stelle an:Für jeden Angriff finden die Franzosen iinmer fein ausgeklügelte Gründe. Sie annektieren ein Land aus französischer Anwendung der Geographie, aus französischer Auslegung der Veroamrenheit ans französischer Auslegung der Sittlichkeit. Verträge werden gebrochen, alte Rechte mit Fiißen getreten, die Gere igkeit in den Wind geschlagen: ein Grund findet sich immer. Französische Schlauheit ist in gleicher Weife geschickt, die Lehre zu beweisin datz -ir, annektiertes Volk di- Annerian wünschen müsse, wie di- Tatsache,-dag es sie wirklich wünscht. {

schuft, sondern der Herr Botschafter Joffe selbst, der dabei mir ausführendes Organ seiner Regierung ist. Wir haben schon in diesem Frühjahr Veranlaffung genommon, auf gewiffe intime Verbindungen hinzuweifen, die von Herrn Joffe zu unseren Un­abhängigen und auch noch weiter nach links zu den Kommunisten vom Schlage des Herrn Rühle laufen. Diese sind inzwischen so­weit gediehen, daß Herr Zubeil in öffentlicher Versammlung erklären konnte, die russische Regierung habe durch einen Ver­treter den Unabhängigen offiziell Mitteilen laffen, daß sie die unvermeidliche deutsche Revolution mit allen Mitteln unter­stützen werde. Wie. hat diePrawda" vom 17, d. M. aus- einandergefetzt, indem sie schrieb'

Jetzt von Worten zu Taten übergehen, will die Sowjet- regierung ungeachtet der härlesten Verpflegringskrisis denr deutschen Proletariat mit Brot und Waffen und Revolutions- erfahrungen zu Hilfe kommen. Zu diesem Zwecke wird das sozialistische Rußland seine besten Mitarbeiter nach den Län­dern des Westens schicken, wo sie fruchtbaren Boden finden werden.

Ein Berliner Vorortblatt. dieZehlendorfer Tageszeitung" macht darauf aufmerksam, daß der letzte Teil dieses Programms schon verwirklicht worden ist durch die allmählige Entsendung von 3400Kurieren" von Moskau nach Berlin und durch die Errichtung von bolschewistischenKonsulaten" in den deutschen Provinzstädten, deren Tätigkeit man sich nach allem ausmalen knan -

Man wörd danach eine Darstellung, die wieder an Ueber- griffeuntergeordneter Stellen" unserer prächtigen Sowjetver- trejung glauben will, als sträflich optimistisch zurückweisen und von der Regierung erwarten müssen, daß sie sich sehr eingehend mit diesen Dingen befaßt, ihre Aufmerksamkeit auch gegebenen­falls demKuriergepäck" zuwendet und Herrn Joffe und seiner Regierung den Rat erteilt, sich freundlickst etwas mehr im Rahmen der Bestimmungen des Friedensschlusses zu halten.

Jeldfrüchte stehlen, die schamlose Tauschgeschäfte mit Kriegs gefangenen und Schleichhandel in der Umgegend betreiben. Leider befinden sich auck Unteroffiziere unter diesen Anklagen.

In dieser schweren Zeit, wo Ordnung und Selbstzucht dar. erste Gebot sind, versündigt sich ein jeder an seinem Vater­lande. der solche ehrlosen Subjekte nicht zur Anzeige bringt

Die vom Kriegsministerium befohlenen Maßnahme, haben sofort in Kraft zu treten solange, bis eine Besserung, erfolgt ist. gez. v. Reßler. 1

Die Schnellmgs-Flchrpreise.

»etiin, 29. Oft. lWB) In «ine- h-uiiaen Berliner 3et.' tung findet sich die Mitteilung, daß die deutschen Eisenbahnen den Abbau der Verteuerung der Schnellzngsfahrpreise zum 1 . April 1919 durch Herabsetzung von 50 Prozent beabsichtigen. Diese Nachricht ist unzutreffend An zuständiger Stelle ist von einer solchen Absicht nichts bekannt. Die Verteuerung der Schnellzugspreise ist so gehalten (Lösung der höheren Klassel, daß ihre Beseitigung jederzeit ohne weiteres möglich ist. Sie ist denn auch in Aussicht genommen, sobald die Vetriebsvezhäft- n'ffe es zulassen. Leider ist die Betriebslage zurzeit schwieriger denn je. Solange den Eisenbahnen die Verorderung wichtiger Lebensmittel, wie z. V. Kartoffeln, noch Schwierigkeiten berri- tet. kann an eine Aufhebung der Zuschläge nicht gedacht werden

Derkrhr mit HMe,-ftrnchteir.

Demokratie undVAkrr'. und".

Non Dr. Karl M e h r m a n n - Koblenz. /

Graf v. §chmrrm-Wmch f

Berlin. 4. Nov. (WB.) D-r Präsident des Abgeord- netenhauses. Graf von Schwerin-Läwitz, ist heute nachmittag 4 Uhr in seiner Amtswohnung in Berlin seinem Leiden er-

Legen.

Bolschewismus und Uegiernng.

. In -in-r Berliner Vororheitnng, d-rZchlendorfer Tages­zeitung , werden geradezu abenteuerliche Enthülliuizcn über das Treiben der Berliner diplomatischen Vertretung der Sowjet- regrerung gemacht, die von rechtsstehenden Berliner Blättern nachgedruckt werden. Rach diesen Enthüllungen ist der diploma­tische Vertreter der Sowjetregierung. Joffe, an der Arbeit, um das ganze Reich unter dem Schutz der Exterritorialität mit einer Menge anarchistischer Filialen zu überziehen, und zwar sind dies dre Konsulate der Sowjetrepublik, die überall eingerichtet wer­den. Das Zehlendorfer Blatt weist unter anderem auf den er­staunlichen Kurierverkehr der russischen Botschaft hin und be­hauptet daß bei Herrn Joffe währen) seiner Berliner Amts- fuhrmrg bisher nicht veniger als 3 biß 400 Kuriere aus Peters­burg und Moskau eingetroffen feien, von denen man nicht wiffr. wo sie geblieben feien. Auch fei ein umfangreicher Waffen- fchmuggel aus Rußland im Gang und insbesondere würden Handgranaten 'eingeführt.

.. . 3*^» mmmt auch dieDeutsche ^Tageszeitung" Stellung zu dreien Vorgängen, indem sie schreibt:

Das Kriegskabinett hat sich in den letzten Sitzungen endlich mrt einer sehr dringlichen Angelegenheit beschäftigt, den bolsche wiittfchen Umtrieben nämlich, die von der hiesigen russischen Botschaft ihren Ausgang nehmen. Es sollen dagegen verschie­dene sich als notwendig erweisende Maßnahmen erwogen und Le,chloffen ^worden sein. Wenn dieZentrums Parlaments-Kor­respondenz" in diesem Zusammenhang vonuntergeordneten Stellen der russischen Botschaft spricht, so ist das irreführend.

handelt sich um Agitationen, die auf direkte Veranlaffung bei Svwjetregierung in Moskau erfolgen, von denen Lenin in aller Oe,fentlrchkeit gesprochen hat, und die in der russischen Bolsche-wistenpreffe eingehend erörtert worden sind. In ihrem Mittelpunkt steht nicht etwa der Türhüter der russischen Bot-

Das Eigentümliche der Demokratie ist die Verwischung aller Unterschiede in der kompakten Masse. Es ist kein Wunder, daß I es gerade die demokratische Wcltauffafsuna ist, die für den I WilsonschenVölkerbund" schwärmt. Denn Wilson fordert das Verschwinden aller besonderen Staatenzusammenschlüsse inner­halb seinerLiga der Nationen": Warum dieser Fuchs eine

derartige Forderung stellt, ist vom amerikanischen Standpunkt ohne weiteres verständlich. Er weiß, daß für die Vereinigten. Staaten der letzte und heißeste Entscheidungskampf noch aus- j Er fühlt und spürt den amerikanisch-japanischen Gegen­satz an allen Ecken des Stillen Ozeans. Er will den künftigen Gegnern jede Möglichkeit einer Mächteverbindung nehmen: er will ihnen insbesondere die Interessengemeinschaft mit einer im Gegensatz zum Angelsachsentum stehenden deutschen Welt­macht zerschlagen. Ihm liegt also an der dauernden Ohnmacht des Deutschen Reiches Er selber aber sucht durch möglichste Befriedigung der Wünsche seiner europäischen Verbündeten deren Kräfte für immer in seinen Dienst zu stellen. Die Zer­trümmerung des mitteleuropäisch-balkanisch-vorderasiatlschen Vierbundes ist die Voraussetzung der Niederhaltung oder Be­zwingung des Gegensatzes Japans zu Amerika.

Es zeugt von dem vollen Unverstand der deutschen Demo­kratie in Fragen der auswärtigen Politik, daß sie sich dazu her- grbt. Wilsons Verlangen nach Aushebung der Sonderbündniffe in ihr Völkeröundsprogramm aufzunehmen. Es hat noch nie­mals eine Organisation bestanden, die nicht gegliedert war. Jede Organisation ist U'ber- und Unterordnung. Ein Zwang, der alles gleichmacht, unterdrückt die Besonderheiten der orga­nisierten Menschen oder der organisierten Staaten, raubt also der Menschheitsentwicklung gerade ihre wertvollsten Kräfte. Deutsche Demokraten. die auf den Leim des Eimpelfängers Wil- * son kriechen, arbeiten daher dem Ideal entgegen, das sie Über die nationale Wohlfahrt stellen, der Entwicklung der Mensch- heitskultur. Wir siir unseren Teil, die wir nicht so hohe Sprüche machen, die wir uns begnügen, der Menschheit zu dienen, indem wir die nationale Eigenart des Deutschtums auf's Allerschärfste herauszuarbeiten suchen, wir stemmen uns einer V'ölkerdemokra- tte entgegen, die für das deutsche Volk zum Verderben führt, weil sie unsere Kraft für amerikanische statt für deutsche Jn- teroffen dienstbar machen. Wir wollen frei sein, wie die Väter waren.

Pm srr'lggserd'MkttUj int hntie Knipp.

Der DortmunderGeneral-Anzeiger" berichtet:

Das Vcrdiensttreuz für Kriegshilfe erhielten auf der Kruppschen Villa Hügel und deren Umgebung die Haushälterin Rothe, die Wirtschafterin Kullick, die Haushälterin Holzhüter, der Küchenmeister Dorst, der Diener Groß, der Hausmeister Hirschfeld, der Diener Bechern, der Diener Fiernkothen, der Küchenmeister Schlicker, der Stallmeister Brunner, der Bereiter Buffas, der Kutscher Rercke, der Oberchausfeur Heiseler, der Schneidermeister Keffel, die Haushälterin Behrendt, der Portier Hörnemann, der Waldarbeiter Drießen und verschiedene andere.

Es wäre doch interessant zu erfahren, welche Verdienste sich die Herren Haus- und Küchenmeister um den Krieg erworben haben.

Ein Zeichen der Zeit.

Aus dem Kriegsgefangenenlager Limburg a. d. Lahn wird derRh. Ztg." in Köln folgender Jnfpektionsbsfehl über­mittelt, den der Kommandierende General v. Reßler dieser Tage an die Angehörigen des Stammlagers erließ:

Ich spreche den Angehörigen des Stammlagers mein größ­tes Mißfallen aus über den Mangel an Zucht und Disziplin, der in diesem Lager herrscht. Dem Kriegsministerium sind Beschwerden zugegangen, in denen die Angehörigen des La­gers nicht als Soldaten, sondern als eine Horde von Strauch­dieben bezeichnet werden, die den Bauern rücksichtslos die

Die Reichs zetreidestelle hat ein besonderes Rundschreiben über den Verkehr mit Hiufenfrückten^ zu Saatzwecken erlaßen. Sie betont darin, daß schärfere Ueberwachpngsvorschriften als beim Sommergetreide deshalb unbedingt erforderlich sind, weil leider auch noch im vergangenen Jahre erhebliche Mengen wert­vollsten Saatgutes für Speisezwecke im Schleichhandel vertrieben worden sind. Es ist deshalb an der bereits im Vorjahre be­stehenden scharfen Zentralisation festqehalten worden. Aus der anderen Seite sind jedoch wesentliche Erleichterungen eingetre- ten, aus Grund heren eine glatte Versorgung der Landwirtschaft mit dem. nötigen Saatgut gewährleistet ist.

Bei Hülsenfruchtiaatgut sind drei Sorten Saatgut zu unter­scheiden' Eemüsesaalgut, Original- und anerkannte Absaaien und gewöhnliches Saatgut (Handelssaatgut). Obwohl nach der B.'itimmung des § 11 der Saatgutverordnung vom 27. Juni 1918 (Reichs.Ee^tzbl. S. 677) Saatgut von Hülsenfrüchten grundsätzlich nur an die Reichsgetreidestelle abgesetzt werden darf, wird die Reichsgetreidestelle den freien Absatz von Ge- müsesaatgut und Original- sowie anerkannten Absaaten an zu- gelasiene Händler oder zngelaffene landwirtschaftliche Veruss- vertrettlngen. Genoffenschaften und dergleichen sowie unmittel­bar an Landwirte auf Anttag gestatten. Nötig ist aber in je­dem einzelnen Fall ein besonderer Antrag, in dem genau Art und Menge des Saatgutes, das verkauft werden soll, sowie Name und Wohnort des Käufers anzugeb-'n ist. (Sammelan-' träge zulässig). Die sonstigen Bestimmungen der Saalgutver­ordnung über den Saatgutverkehr, namentlich der Bestimmung über die Saatkarle, bleiben selbstverständlich unberührt und stnd auf das sorgfältigste einznhalien.

Als Gemüsesaatgut gelten nur diejenigen Sorten, die io einem besonderen, von der Reichsgetreidestelle im Reicksanzeiger zur Veröffentlichung gelangten Verzeichnis aufgeführt sind. Beim Vertrieb von Gemüsesaatgut dürfen die von der offiziell len Preiskommission ftir Eemüsesamen festgesetzten Richtpreise nicht überschritten werden. Gin Verzeichnis tzpr Richtpreise kanil von der Geschäftsstelle des PreiZuerbandes für Gemüsesamen iw Aschersleben gegen Einsendung von 50 Pfg. bezogen werden. Unter der BezeichnungOriginal- und anerkannte" Absaaien dürfen nur Hülsenfrüchte solcher Wirtschästen veräußert werden,? deren Züchter in dem von der Reichsgetreidestelle im Reichs- anzeiger veröffentlichten Verzeichnis als Erzeuger von Original- oder anerkannten Absaaien ausgeführt sind.

Da eine Notwendigkeit für den Vertrieb von Hlllsenfrucht- saatgut im Spätherbst nicht besteht und außerdem eine Ent­lastung der Bahn im Jntereffe der Getreide- und Kartoffel- transporte dringend notwendig ist, darf der Saatgutverkehr erst nach dem 1. Januar 1919 einsetzen.

Obwohl Originalsaaten und anerkannte Absaaten reichlich vorhanden sind, so daß hierdurch der wirtliche Bedarf an Saat­gut zu einem erheblichen Teile gedeckt wird, hat die Reichsge­treidestelle besondere Vorsorge getrossen, den Verkehr mit sog. Handelssaatgut möglichst einfach zu gestalten. Als Handels, faatgut gilt nach 8 12 der Saatgutverordnung nur solches Saat, gut, das von der Reichsgetteidestelle oder einer hierzu bestellten Saatstelle, meist die Landwirtschaftskammer, als zur Saat ge­eignet erklärt worden ist. Ueber den Verkehr mit derartigem Saatgut gilt folgendes:

Zunächst sind die Kommunalverbände ermächtigt, den Ab­satz unmittelbar von Landwirt zu Landwirt zu gestatten, wenn b.ide Landwirte in ihrem Bezirke wohnen, oder wenn das Saatgut nach einem angrenzenden Kommunalverband ausge­führt werden soll. In dem Antrag an den Kommunalverband auf Genehmigung des Verkaufs von Handelssaatgut ist der Rame des Käufers und die Menge genau zu bezeichnen. Ebenso sind selbstverständlich die sonstigen Bestimmungen der Saatgut Verordnung, namentlich über die Saatkarten, einzuhalten. Will ein Landwirt sein Saatgut an einen anderen Landwirt in einem abgelegeneren, nicht angrenzenden Kommunalverband ver­äußern, so hat er die Genehmigung hierzu ebenfalls bei seinem Kommunalverband in der gleichen Weise zu beantragen. De, Kommunalverband wird alsdann den Antrag an die Reichsge. treidestelle weiterleiten. >

Ferner sind die Kommunalverbände. Saatstellen, landwirt-' schaftliche Berufsvertretungen, Saatbauvereine usw. berechtigt, Len Verkehr von Landwirt zu Landwirt innerhalb ihres V> .irks in der Weise zu vermitteln, daß sie Angebot Nachfrage bet sich sammeln und Verkäufer auf diese Weise zusammenbriugem, Endlich wird die Reichsgetreidestelle auf ihren Sammellagcrnl eine größere Menge Saatgut hinlegen, die im Frühjahr durch die Kvmmunalverbände nach Nachweisung des Bedarfs ;uu Vstz»