Ausgabe 
5.11.1918
 
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U,immer L60 Einstlpreis die Lmkr Dienstag. de» 5. Novem ber 1918 11 . Jahrgang.

DiePeuc Ta»e»,ki»nng- erlchemt ,eden W-rlia^. Repeimatzige Beilagen ..Der Sauer aus rrefTct«, ..Dir S-!«a»i>r-i»: Be! den Poitanstaiten meneliährlich Mk 2 70

W«ÜU trw noch das Bestellgeld: bei den Aoenten mona.li« I.m Mk. einlchlietzlich Tragerlohn. Ameise«: -Arund-.eile 2d Prg.. lokale 20% An,eigen von anrwär.s werden durch Bostnachirahm. erhoben. Enüllunasor, Friedbera. Schriftleituna und °Jevia \ lriedbery sHessen,. mnausr'tratze 12. Jern-or^chsr 18. Ba;tj 3 eck- Lo rto Nr. 1859. Amt Frankfurt a M.

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Abermaliger Durchbrnchsverfuch vereitelt. Die Anfiöi-urg Oesterreichs. 4<>000 Tonnen versenkt.

Der deutsche Geueraistab r== meldet: :----- z%

W. T. K. Großes Karrptquartier, den 4. November Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Vorfeldkämpfe vor unseren neuen Linien nördlich von Eent BZir stehen hier am Kanal und am Westrande der Stadt in Eefecktsfühlung mit dem Gegner. Oestlich von Valenciennef- haben wir unsere Front vom Gegner etwas abgesetzt. Der Feind stand am Abend bei Onnaing-Iculain und Villers Pol. Beiderseits von Le Ouesnoy und Landrecies gesteigerter Arlii- leriekampf. Westlich von Landrecies wiesen wir erneute An- ariffe des Feindes im Gegenstoß ab.

Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und G a l l w i tz.

Zwischen Oise und Aisne lebte die Artillerietätigkeit cre. Abend auf. Sie war nördlich von Guise und bei Banogne hier in Verbindung mit erfolglosen Teilanqrisfen des Gegners, von größerer Heftigkeit Im Anschluß an die gestern gemeldete Zu- riickverlegung unserer Front östlich der Aisne nahmen wir auch westlich der Maas unsere Linien etwas zurück. Vorfeldkämpfe südlich von Le Ehesne und bei Verrieres. Clarke Angriffe der Amerikaner zwischen Sommanthe und Vclval brachten wir im Walde südlich von Veloal zum Stehen. Auf dem östlichen Maasufer scheiterten heftige Teilangriffe, zwischen Maas und Mosel mehrfache Vorstöße des Gegners. Westlich der Mosel säuberten wir kleine, aus den letzten Kämpfen noch in Feindes­hand gebliebene Grabenstücke.

Der Erste Generalquartiermeister: Gröl, er.

Am Mittwoch um 1 Ahr wird die Zeichnung auf die 9te Kriegsanleihr geschlossen!

Willst Du zögem, bis es zu spät ist? Abendbericht«

Berlin, 4. Nov., abends. (WB. Amtlich.)

Gewaltiges Ringen zwischen Schelde und Oise. Der von Engländern und Franzosen auf mehr als 60 Kilometer breiter Front erneut erstrebte Durchbruch wurde vereitelt. Zwischen Le O."esn 0 k, und Landrecies fingen Reserven den Stoß des Feindes auf. Auf der übrigen Front brachten unsere vor­deren Kampftruppen feinen Ansturm zum Stehen. Westlich der Maas haben sich am Walde von Dicuelt Kämpfe ent­wickelt.

46000 Tonnen verrenkt.

Berlin, 3. Nov. (WB. Amtlich.) Im Sperrgebiet um England haben unsere U-Boote 1 6000 B r ft versenkt. Es handelt stch fast ausschließlich um tiefbeladene, nach den eng­lischen Häfen einlaufend« Dampfer, darunter zwei Tankdampfer.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Dank öks Küiikrs ün dag Wtllhttr.

Berlin. 1. Nov. (WB. Amtlich.) Dank des Kaisers an bas Westheer.

An Heeresgruppe Deutscher Kronprinz!

Bei meinem Wiedereintreffen im Großen Hauptquartier hat mir der Generalfeldmarschall v. Hindenbnrg »rn«n4 über die

außerordentlichen Leistungen des Westheeres in den letzten Mo­naten Vortrag gehalten.

Allen Führern und Truppen spreche ich meine warme An­erkennung aus. Ich gedenke vor allem der Truppen an der Oise und Aisne. deren Tapferkeit die großen Pläne des Gegners bisher zunichte machte.

Ich hege die feste Zuversicht, daß die Heeresgruppe auch fernerhin ihre Pflicht tun wird.

Wilhelm I. I!.

An die anderen Heeresgruppen des Westens hat der Kaiser ähnlich lautende Tc.'egramme gerichtet.

Basel, 4 Nov. Haoas meldet aus Pari?: Die von den Alliierten seit dem 31. Oktober gemachte Beute umfaßt: Ge­

fangene' 2472 Offiziere, 105871 Mannschaften. 2064 Geschütze, 13 639 Maschinengewehre. 1193 Minenwerfer. Die von den Al­liierten seit dem 15. Juli gemachte Gesamtbeute beträgt an Ge­fangenen: 7990 Offiziere, 364 365 Mannschaften, 6217 Geschütze. 38 622 Maschinengewehre, 3907 Minenwerfer.

O c st r v r c t ch-U ngarn.

Kundgebung des österreichischen StaatsraieS.

Wien, 4. Nov (WB.) Da° Präsidium des deutsch-ösier- leichischen Staatsrates verlaEcnt folgende Mitteilungen: Der Staatsrat faßte in ferner heutigen Sitzung folgenden Beschluß: Der Staatsrat hat die Mitteilung des Armee­

oberkommando infolge der vollständigen Auflösung der Armee* gezwungen gesehen hat sich den Bedingungen des Siegers zu unterwerfen. Deutsch-Oesterreich bat keine eigene Armee. Seine Truppenkörper sind Verbänden zngeteilt, deren slawisch-magyarische Mehrheit nicht mehr kämpfen will. Daher ist Deutsch-Oesterreich, nicht imstande, den Kampf allein fortzusetzen. Aber wenn auch Deutsch-Oesterreich den Kampf an der Seite des Deutschen Reiches nicht allein fortsetzen kann sieht es doch nach wie vor in treuer Freundschaft zum Deut­schen Reiche und will die Friedensverbandlungen in engstem Einvernehmen mit dem Deutsck>en Reiche führen. Es hält an der Hoffnung fest, daß aus dem Zusanunenbruch Oester- reich-llngarns eine staatliche Ordnung hervorgehen wird. Ter Staatsrat erk'ärt schließlich, daß er die deutschen Gebiete Süd- tirols. deren Besetzung durch Italien er nicht verhindern kann als eir^en unabtrennbaren Bestandteil des deutsch-öster­reichischen Staates betrachtet, unb daß die vorübergehende Okkupation dieser Gebiete das Selbstbestimmungsrecht des deutschen Südtirols nicht aufheben kann.

Die italienischen Abgeordneten von Südtirol und^dem Küstenlande sprachen heute bei dem Leiter der Staatskanzlei Tr. Nenner vor. Im Namen ihrer Nation beglückwünschte der Abgeordnete Pittoni die Deutschen Oesterreichs zur Er­richtung ihres eigenen Staatswesens rmd gab der Hoffnung Ausdruck, daß sich nach den vorübergehenden Erschütterungen die alte Freundschaft zwischen den beiden Nationen wieder­herstellen werde. Dr. Renner dankte im Namen des Staats- lates für diese freundliche Begrüßung. Er hob hervor, daß die Deutschen das Land und Volk Italiens nicht nur geachtet, sondern geradezu geliebt haben und zu ihnen gepilgert sind. Das alte Regime Europas hat diese freundschaftlichen Be° Ziehungen zerstört. Das neue Regime der Demokratie, an dem wir arbeiten, wird hoffentlich diese Beziehungen wieder inniger als jemals gestalten.

Anschluß an Deutschland.

Wies. 4 . Nov. Der Staatssekretär des Aeußern von Deutsch- Oesterreich, Dr. Viktor Adler, begab stch zu dem deutschen Bot­schafter. Grafen Wedel, und überreichte ihm eine Kundgebung des Staatsrates. Darin wurde zum Ausdruck gebracht, daß Deutsch-Oesterreich den größten Wert auf eine dauernde Gemein­schaft mit dem Deutschen Reiche legt. Sie wird als Vor­läufer des endgültigen Anschlusses an Deutschland aufgefaßt Alls der Tatsache, daß Dr. Adler sich zum Wortführer dieser Kundgebung macht, wird geschlossen, daß sich jetzt auch die So­zialdemokratie für den Anschlllß an das Reich zu entscheiden be­ginnt.

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Wien, 4 Nov. Der deutsch-österreichisck)« Staatsrat ver­öffentlicht einen Aufruf an das deutsche Volk in Oesterreich, in dem gesagt wird:

Das Land ist in Gefahr. Das Heer löst sich in Um ordnung aus Auch die deutschen Soldaten verlassen leider ihr( Truppen, ohne zu bedenken, daß eine nicht ordnungsgemäß durch» geführte Abrüstung die Gefahr einer ungeheuren Arbeitslos^ kett und schrecklichen Hungersnot heraufbeschwört, daß Plünds, rungen und Brandstiftungen in bedrohliche Nähe rücken. Die Gefangenenlager überfluten das Land. Wir richten daher die Aufforderung an alle, sich ungesäumt bei den deutsch-öfter, reichischen Ersatzkörpern freiwillig zu melden, damit'Abteilunger gebildet werden, die zur Verteidigung von Hab und Gut ur c zur Verteidigung der Freiheit dienen sollen

Nom, 3 Nov (WB.) Die Agenzia Stefani veröffentlicht folgende Note: Am Sonntag sind italienische Land- und Ma rinetruppen in Triest gelandet.

Triest. 3. Nov (WB.) Heute um 4 Uhr nachmittags sin? sechs italienische Torpedojäger eingetroffen und legten as- Molo San Carlo an Der gewesene Triester Bürgermeister Dr Valeria und der Führer der italienischen Sozialdemokrater' Puecher als Vertreter des Triester Wohlfahrtsausschusses er. schienen zur Begrüßung und geleiteten den Befehlshaber der hier eingetroffenen Flottille in den früheren Statthalterpalass zum Sitze des Wohlfahrtsausschusses. Die Menge bereftete den gelandeten Truppen einen festlichen Empfang.

Am Freitag nachmittag 4 Uhr waren schon sechs italienisch» Flugzeuge über Triest erschienen und kreisten eine Vierielftund lang in sehr geringer Höhe über Stadt und Hafen. Die zahl, reich angesammelte Menge begrüßte die Flugzeuge zum Teil mit Tücherschwenken und begeisterten Zurufen. Während sich dann fünf Flugzeuge entfernten, ließ stch das 6.. ein Wasser flugzeug, auf das Meer herab. Es wurde von einem Tende ongehalten und fein Insasse, ein italienischer Marineflieger von stürmischen Kundgebungen der Italiener empfangen uni zum Wohlfahrtsausschüsse geleitet. Er erzählte: Morgen mit.

tag wird unsere Flotte in Triest eintreffen und in kürzester Frist in Triest und in dem anschließenden Küstengebiet Truppe*. Lebensmittel und das nötige Gerät landen.

Die Italiener tit Trient und Triest

Basel, 4. Nov. Die Agenzia Stefani berichtet aus. Nom: Unsere Truppen bewhten Trient und landeten in Triest. Tie italienische Trikolore weht -auf dem Schlosse von Bonconsiglio und im Gebiet von San Giuste. Die Kavallerie- spitzen zogen in Udiue ein. In Rom werden die Glocken deZ Monte Eitorio und des Kapitols geläutet.

Kaiser Karl legt das Armee-Oberkommando nieder.

Wien, 4. Nov. (WB.) Meldung des Wiener K. K. Korr- Bur. Kaiser Karl übergab am 2. November das Armeeober­kommando an Feldmarschall Frbrn. v. Koeveß.

Ansgebrochene Kriegsgefangene.

Wie», 2. Nov. (WB.) Zu den beunruhigenden Gerüchten über die Lage im Kriegsgefangenenlager Siegmundsherberg im Waldviertel, wonach 8000 kriegsgefangene Italiener aus dem Lager ausgebrochen feien und in der Umgegend plündernd um­herziehen. erfährt dieNeue Freie Presse" vom Kriegsministe» rium folgendes: Das Wachtbataillon im Gefangenenlager

Siegmundsherberg verließ unter dem Einflüsse der politischer Vorgänge der letzten Tage seinen Posten,' die vielfach aus sla. wischen Elementen bestehende Wachtmannschast ging einfach weg, um in die Heimat zu gelangen. Im Lager entstand in­folgedessen große Unruhe, und es ist wahrscheinlich, daß in deren Verlaufe einige Kriegsgefangene tatsächlich entwichen sind: der Lagerbefehlshaber Oberst Buresch setzte sich aber sofort mit dem rangälteften gefangenen italienischen Offizier, einem Obersten, in Verbindung. Eine italienische Lagerwache zur Aufrecht r° Haltung der Ordnung wurde bestellt. Heute mittag hier ein- g gangenen Nachrichten zufolge arbeitet der italienische Wacht« dienst tadellos: im Lager herrscht wieder Ruhe. Damit eile« digen sich auch die Gerüchte, daß die italienisch n Kriegsgefange­nen die Stadt Horn besetzt haben und Räubereien und Plünde" rungen im groß n Maßstabe verüben.

Die Deute der Euiente.

In Triest eingeionfen.