Ausgabe 
4.11.1918
 
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Herzenskiimpfe.

9?oitutn von Helene Echütky, geb. von Eersdorff.

(Copyright 1915 by C. Ackermann-Stuttgart.)

29) Nachdruck verboten.

Wa . was sagen Sie da?" der Eeheimrat war ausge­fallen, seine Angen öffneten sich weit, sein gelblich blasses Ge- fi&t sarbje sich braunrot, seine aus der Lehne des Sessels lie­genden knochigen Hände gitterten.Sie . . . scherzen nicht! . Nein . . nein . . es kann nicht sein! - nein . . . nein!"

Seine Worte überhasteten sich, er konnte sie in seinem Zorn nicht richtig herausbringen.

Der Marquis sah mit Befriedigung, daß sein Mittel zu wirken begann. Doch ^,t er so, als wolle er ihn beruhigen.

Herr Eeheimrat, ich bedauere, Eie vielleicht ganz unnötig aufgeregt zu haben", begann er beschwichtigend.

Doch der Eeheimrat unterbrach ihn fast schreiend: $ 1

Wie . . . wie heißt der Mensch?" * /

Leutnant Neinhold von GermKhosf, Herr Eeheimrat."

/.Wie siebt cr aus? Was tut er? Spielt er? trinkt er? 5a; er Schulden? treibt er sich mit Weibern herum?" sprudelte der Geheimrat zornig hervor.

Der Marquis zuckte die Achseln und machte ein vielsagen­des Gesicht, gab aber keine bestimmte Antwort.

Natürlich tut er das!" beantwortete der alte Herr selbst seine Fragen.Kenne ich doch diese Taugenichts nur zu gut. Sie. wenn alle Quellen erschöpft sind, sich in eine reiche Familie drangen, um durch eine Heirat ihr edles Dasein weiterführen zu können. Und dazu wM Hilde ihre Hand bieten? Dazu soll ich mein Vermögen hergebcn?! Nie und nimmer!" schrie er

zornrot und schlug mit der geballte« Faust so heftig auf den Tisch, daß Tassen, Teller und Gläser klirrten.

Dem Marquis lachte vor Vergnügen das Herz ln der Brust. Eine so großartige Wirkung mit diesen wenigen Worten hätte er kaum zu erzielen gehofft' er hatte gemeint, viel mehr stacheln zu müssen. Da fand sein Nebenbuhler eine schöne Bescherung t>or, wenn er mit seinem Antrag vorruckte, das gönnte er ihm? Doch nun galt es. weiter die Sache so zu deichseln, daß er selbst den Nutzen davon hatte.

Herr Geheimrat, ich bitte Sie. nehmen Sie sich die Sache nicht so zu Herzen, regen Sie sich nicht so sehr auf. das könnte Ihrer Gesundheit schaden!" sagte er in liebevoll bewegtem Tone. Die Affäre ist ja vielleicht noch gar nicht so weit gediehen, um Ihre Besorgnisse zu rechtfertigen."

Ach. ja, ja. Sie haben Recht!" erwiderte der Eeheimrat in den Sessel zurücksinkend.Aufregungen sind Eist für mich. Ach. welche Schmerzen!" stöhnte er, die Hand auf die eine Seite der Brust pressend.Aber, was soll ich tun, um die ver­dammte Geschichte zu verhindern?"

Das ist doch die einfachste Sache von der Welt, Herr Ee­heimrat" sagte der Marquis lächelnd:Sorgen Sie, daß Fräu­lein Hilde sofort der Gefahr entzogen wird, befehlen Sie ihr teleoraph:sch. daß sie sogleich nach Hause kommen soll. Damit wird wahrscheinlich alles erledigt sein."

Wahrhaftig, Sie haben abermals Recht, lieber Marquis. Das wollen wir auf der Stelle machen?" sagte der Eeheimrat erleichtert.Das Mädel wird wohl wieder zu Verstand korn­men, sobald sie aus der Nähe des gefährlichen Menschen ent­fernt ist. S'e ist ja im ganzen genommen für ein Frauenzim­

mer eigentlich nicht dumm. Und daim einen Willen hat fft überhaupt nicht, wenigstens mir gegenüber nicht. Wenn si, merkt, daß ich es nicht zugebe, wird sie sich die Mücken au§ dem Kopf schlagen."

Doch gestatten Sie mir eine Bitte, Herr Eeheimrat", sagt« der Marquis, als fiele ihm das plötzlich ein.Sagen Sie dem gnädigen Fraulein nicht, daß Sie diese Angelegenheit durch mich erfuhren. Am liebsten wäre es mir. wenn Sie meinen Besuch hier gar nicht erwähnten, denn - denn -" setzte er zögernd hrrizu.es wäre mir sehr schmerzlich, wenn sie mir zürnte."

^ Der Eeheimrat wurde aufmerksam.

. »Das wäre Ihnen schmerzlich? warum denn? fragte er.

"Z. Der Marquis schwieg und blickte verwirrt zu Boden.

Ah, nun geht mir ein Licht auf!" meinte der Eeheimrat nach Minuten langem Schweigen.Cie haben sich wohl selbst in Hilde verliebt? Nun, ein Wunder wär's ja gerade nicht Denn hübsch ist das Mädel, das ist richtig, das muß ich felbll als Vater zu geben. Und dann das viele Musizieren zusammen Daß mir der Gedanke niemals früher gekommen ist! Aber feil gestanden, ich hätte Sie eigentlich für zu alt gehalten. Sie sind doch über 20 Jahre älter als Hilde. Aber wenn's sich so verhält, weshalb haben Sie denn nicht früher den Mund ausgemacht? Dann wäre die dumme Geschichte gar nicht pas siert!"

Herr Eeheimrat. meine Bescheidenheit, Fräulein Hil des große Jugend und Schönheit. ihr bedeutender Reich tum" stotterte der Marquis,man hätte meine Gefühle miß deuten können ich wagte nicht. . . .

_ Fortsetzung folgt.

Bekanntmachung.

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verwandten. Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß unser braver hoffnungs­voller Sohn, unser lieber unvergeßlicher Bruder, Schwager, Onkel und Enkel

Hermann Naumann

Gefreiter in der 10. Komp. Landw.-Jnf.-Reg. 118, Inhaber d. Hess. Tapferkeitsniedaille u. des Eis. Kreuzes 2. Kl..

am 2. Oktober nach 4jähriger treuer Pflichterfüllung Leben für das Vaterland lassen mugte.

sein

Gettenau, den 2. November 1918.

2n tiefem Schmerz:

Die Hinterbliebenen.

2. d. N.: Karl Naumann u. Frau seb. Meitzel.

Die Zwischenscheine für die 4Ve % Schatzamts rifungen der Vlll. Kriegsanleihe und für d,e4Vr % Schatzanweifunaen

UÖlt 1918 Folge VIII können vom

4. November d. Is. ab

in die endgültigen Stucke mit Zinsscheinen umgetauscht werden. .

Der Umtausch findet bei derUmtauschstelle für die Kriegsanleihen", Berlin W. 8, Behrenstraße 22, statt. Außerdem übernehmen sämtliche Reichsbankanstalten mit Kaffeneinrichtung bis zum IS. Zuli 1919 die kostenfreie Vermittlung des Umtausches. Rach diesem Zeitpunkt können die Zwischenscheine nur noch unmittelbar bei der Umtauschstelle für die Kriegsanleihen" in Berlin umgetauscht werden.

Die Zwischenscheine sind mit Verzeichnissen, in die sie nach den Beträgen und innerhalb dieser nach der Nummernfolge geordnet einzutragen sind, während der Vormittagsdienststunden bei den genannten Stellen einzureichen; Formulare zu den Verzeichnissen sind bei allen Reichsbankanstalten erhältlich.

Firmen und Kaffen haben die von ihnen eingereichten Zwischenscheine rechts oberhalb der Stücknummer mit ihrem Firmenstempel zu versehen.

zugelaufen. Gegen Erstattung der entstandenen Kostin uno des Futiergeldes ab^uholen bei

Frau Karl Diefenbach,

Bingenheim.

Graue deutsche

Schäferhündin

entlaufen. AKederbringer Be­lohnung.

Gusta, Hores Vauernheim

20 Liter Inhalt, gebraucht, preis­wert zu verkaufen, und

ciche Wagen TM.

Peter Veitli,

Älbenstadt.

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steht zu verkaufen bei

Ludwig Cuntz,

Bruchenbrück en (Qberhessen).

Krlrauutmachmig.

Am 2. November 1918 sind zwei Bekanntmachungen: 2 )Nr. 1/11. 18. 5. 2, betreffend Beschlagnahme und Bestandserhebung von Eocablättern und Cocain";

d)Nr. 2/11. 18. 8. 2. betreffend Beschlagnahme" und Bestandserhebung von Pfefferminzkraut, -Lee. -blättern"

erlaffen worden.

Der Wortlaut der beiden Bekanntmachungen ist in den Amtsblättern und durch Anschlag veröffentlicht worden.

Slksso. Gem MmMs 18. ArmckiP.

Mit dem Umtausch der Zwischenscheine für die S^/» Schuldverschreibungen vci YIIL Kriegsanl.'ihe in die endgültigen Stücke mit Zinsscheinen kann erst später be­gonnen werden; eine besondere Bekanntmachung hierüber folgt alsdann

£Sn &i'amEni»j)ltou

mit Einwurf zu verkaufen. Zu enragen in der Ee-chäftsstelle der Neuen Tageszeitung".

5a. Schmieröl

für landwirtschaftliche - und Dreschma chinen.

Ia. Cyl mderöl la. Wagenfett la. Lederfett eonsist. Fett

empfiehlt

Jos. Derfelt,

Elmir. Berteilungöstelle von Schmiermitteln für den Kreis Krledverg, Kaiierstroße m

LlMsWs-VllßtWkilU.

Am Freitag, den 8. November 1918, vormittags 11 Uhr. sollen tm hiesigen Rathaus die nachstehend verzeichneten, im Erundbuche der Gemarkung Friedberg den verstorbenen Michael Höck Eheleuten -ugeschriebenen Grundstücke, nämlich

Flur II Nr. 454 48 qm, Hoftaite in der Stadt, und

" 1 13 = U ' i2 < ! m ' Grabgarten an der Fauerbacherstr.

rum zweiten Male zur öffentlichen freiwilligen Versteigerung ge­bracht werden. ü a ö

Die Versteigerungsbed'nqungen können auf dem Eeschästs- znnmer des Gr. Ortsgerichis während der Gejchäftsftunden einae- sehen werden. ö

Friedberg, den 1. November 1918.

Der Ortsgerichtsvorsteher.

3. V: Falck, Ecrich smann.

Von den Zwischenscheinen der früheren Kriegsanleihen ist eine größere An­zahl noch immer nicht jn die endgültigen Stücke umgetauscht worden. Die Inhaber werden aufgesordert, diese Zwischenscheine in ihrem eigenen Interesse- möglichst bald bei derUmtauschstelle für die Kriegsanleihen", Berlin W 8, Vehrenstraße 22c -um Umtausch einzureichen.

Berlin, im Oktober 1918.

Reichsbank-Direktorium.

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Habe von Sonntag, den 3. November ab prima hochtragende und frischmelkende

Oldenburger

Kühe

zum Verkaufe in meinen Stallungen stehen.

IloSniann,

Fricdlierg.

_ Havenstein. v. Grimm .

Kelranntmachung 1 W ©isslcraut

gelaugt Dienstag, den 5. November, vormittags von 812 Uhr, in der alten Post zum Verkauf. Der Preis beträgt 10 Mk. per Zentner.

Ein weiterer Verkauf, wie seither in größeren Mengen, findet von nun ab nicht mehr statt.

Friedberg, den 4. November 1918.

Der Bürgermeister

j.: Dam m.

2. V.

Zwei braune Russen, /Sfe Ein 4jühr. Fuchswallach, m 6 m Ein Apfelschimmel, 7im& k ) Eine braune Stute, 8 J«h.-««

sollen öffentlich versteigert werden am Mittwoch, den 6. R-vemtze». vormittags 10 Uhr.

Die Versteigerung findet statt bei

Philipp Sleinhäusser, Friedberg,

am allen Bahnhol

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Ziehang 19. cnd 20. November

5. Ueberlinger - Münster

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