Ausgabe 
2.11.1918
 
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Unmmer S58 Cinjklprtis ^ LL Samstag den 3. Novem ber 1918 a Jahrgang.

® if *% tnt ^anesreituny" erichemt ,eden Werllai. Repe.maßige Beilagen ..Ser Sauer aus Hellen". ..Die Spinullube". Ke?ugapr-is: Be. den Postan.tatten o.er.eilährt.ch Mk 2 70 hinzu tritt noch das Bestellgeld: fei den Genien monatli* 1.00 Mk. einschließlich Tragerlohn. An?eigeu: Grundiette 2b Big., lokale 20 Zsg^ Anzeigen von auswärrs meroen durch Bornachnahm, _ _ erhoben. (Srnillunnsorf ftriesbeiq. Hchrittleitnna und U-rlag vriedberg (Hessen,. '»anauer strafe 12. ^ern vrecher 48. Boitj heck-Lomo 'Hz. 4859, Amt ^tantiurt a. M.

Gewaltiges Ringen im Westen.

Die neue Offensive in Flandern. Angriffe der Franrolen gescheitert. Der österreichische jpdtgttg.

Die Cnlenletrnppen in Fiume und Laibach.

Der deutsche Generalstab kmeldet:

W. T. £*. Trostes Harrptqnartier. derr 1. Uovemder Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Zn Flandern hat der Feind seine großen Angriffe wie- ^ der ausgenommen. Zwischen holländischer Grenze und Deinze stießen Belgier und Franzosen gegen die Lpslront. im. besonde­ren gegen unsere Brückenlopssüllungen auf dem Westufer des Flusses vor. Beiderseits von Zomergem nahmen wir die vor. bergehend verloren gegangenen Brückenköpfe im Gegenangriff wieder. An der übrigen Front wiesen wir den Feind vor unse­ren Linien ab. Die Reserve-Infanterie Regimenter Rr. 57 und 79 zeichneten sich bei dielen Kämpfen besonders aus. Den Haupt­angriff führten Engländer und Franzosen zwischen Deinze und der Schelde. Südlich von Deinze, bei Zulte und Anseghem drang der Gegner in unsere Linien ein. Südlich von Deinze warfen Bataillone der zweiten Earde-Infanterie-Divisiou im Verein mit dem Füsilier Regiment Rr. 89 den übe? die Straße Delnze-Kruisboutem vorstoßenden Gegner wieder zurück. Bei­derseits von Anleghem brachten rückwärtige Kampftruppen den Feind vor unserer Artillerie zum Stehen. Die nördlich bei Berlin Kortrik-Oudenaarde kämpfenden Truppen, die den Feind 7»r ihren Linien abwehrten, wurden irn Laufe des Tages zur Wahrung des Anschlußes an ihre Nachbarn auf die Höhen bei­derseits Rötere zurückgenommen. Die Kämpfe fanden am Abend ihren Abschluß westlich der Straße Deinze-Kruishoutem und aus den Höhen in Linie Rötere-Krerkhede. sowie 1 bis 3 Kilometer östlich unserer alten vordersten Postenlinie.

Zn der Sckelde-Riederung dauert die Zerstörung der Ort schäften durch dev Gegner an. Die Städte Tournai, Volencien- nes und Peruwelz lagen unter englischem Feuer. Beiderseits vcn Le Quesnoy und Landrecies rege Artillerie- und Erkun­dungstätigkeit.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Auf den Aisne-Höhen nordwestlich von Ehateau Porcien nahm der Artilleriekampf gewaltige Stärke an Mit frischen Kiästen setzte der Gegner seine starken Angriffe nordwestlich von Herpy fcrt. Sie sind wiederum unter schwersten Verlusten für den Feind gescheitert. Das mecklenburgische Erenadier-R«. giment Rr. 89, das hanseatische Infanterie-Regiment Rr. 75 die Regimenter 230 und 231 der 50. Reserve Division trugen die Hauptlust des Kampfes und wehrten, von ihrer Artillerie wirk­sam unterstützt, die feindlichen Angriffs restlos ab. Das Garde- Kürafsier-Regiment und die Husarsn-Regimenter Rr. 8 und 11 heben sich in den letzten Tagen hier wiederum besonders be­währt.

Heeresgruppe GalIwitz.

Auf dem Ostufer der Maas tagsüber lebhafte Aitlllerie-

tätlgkeit.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Die deutschen Truppen wurden auf das nördliche Donau- Ufer beiderseits von Belgrad und SeMendria zurückgenommen. Der Ilebergang über die Donau ging ohne Störung durch den Gegner von statten.

Der Chef des Eeueralstabes des Feldheeres.

Schelde entzogen. Südlich Valenciennes kamen englische An­griffs« an erfolgreichen Gegenangriffen zum Sieben.

Gewaltiges Rinaen an der A i s n e f r o n 1 und zwischen Argonnen und Maas. Tie Angriffe der Franzosen auf den Aisnehb'hen nordwestlich Chateau Pertien und beiderseits Vouziertz sind bis auf örtliche Einbrvchsstellen gescheitert. Die Angriffe der Amerikaner wurden in Linie Champignculle- Baycnviller-Ainorville ausgefangen.

[j Der österreichische Geueralstab j

i J =r= F .r . meidet: - -- -

Mien. 1. Noo. (WB.) Amtlich wird verlautbart:

Zn Venetien wird die Räumungsbewegung fortgesetzt. Zm Südo'^en haben unsere Hauptkräfre das nördliche Donauufer erreicht.

Drr Ehcs deö EcncralstabeS.

Luftangriffe im September.

Berlin, 31. Okt. Unsere Gegner unternahmen im Septem­ber 41 Luftangriffe auf das deutsche Heimatgebiet. 21 Angriffe galten den Industriegebieten an der Saar, in Lothringen und Luxemburg, einer den Fabrikanlagen in Untertürkheim bei Stuttgart. Bei Burbach setzte eine Bombe eine Modellsckreine- m in Brand. Die Eisenbahnstrecke Saarbrücken-Forbach war durch Treffer für 7 Stunden gesperrt: sonst wurde an Bahnan­lagen nur ganz geringer schnell beseitigter Schoden verursacht Zm übrigen erhielten die Angriff« dank unserer Abwehrmaß- nabmen keinerlei militärische Wirkung. Die anderen Angriffe lichteten sich ae'en Rastatr, Karlsruhe, Mannheim, Mainz. Frankfurt a. M.. Kaiserslavt-rn, Trier. Köln und zahlreiche Städte und Dörfer in der Pfalz. Militärischer Schaden wurde bei diesen Angriffen in keinem Falle bewirkt: Der Schaden

an privatem Eigentum war in Stuttgart, Mainz und Frank­furt beträchtlich, in den übrigen angegriffenen Städten gering. Die Angriffe forderten unter der Zivilbevölkerung 37 Tote. 29 Schwer- und 48 Leichtverletzte: außerdem wurden"^! Soldaten getötet und elf verletzt. Der Feind bubte seine Angriffe mit ungewöhnlich schweren Verlusten. Bei den Geschwadern,igrist'en auf Mannheim wurden einmal fünf und einmal vier Flugzeuge, bei dem Geschwaderangriif auf Kaiserslautern und Frankfurt sieben feindlich« Flugzeuge ebo«schofscn Zm ganzen verlor der Gegner 31 Flugzeuge. Diese blieben sämtlich in unserem Besitz.

Der Flieqerenariff ans Wiesbaden

Berlin. 31. Olt. (WB.) Unsere Gegner fahren fort, fried­liche Städte des Heimatlandes mit Voniben zu belegen. Zn der Nacht vom 23. zum 24 Oktober erschienen zweimal feind- Uche Flieger über Wiesbaden und warfen planlos Bom­ben mitten in die Stadt. Dabei weiß der Franzose ganz genau, daß der bekannte Kurort, wo tausende von Verwundeten und Kranken Genesung suchen, überhaupt keine kriegswichtigen Werke und Anlagen beherbergt. Der Angriff hat unter der Bevölkerung 17 Todesopfer gefordert. Daß solche Roheiten im Sinne der französischen Nation erfolgen, ergibt die Meldung, wonach das französische Geschwader, das am Fronleichnamstagc 1916 in Karlsruhe hunderte von unschuldigen Kindern ermor dete oder verstümmelte, zur Verherrlichung dieser Tat eine Fahne mit der InschriftKarlsruhe" erhielt.

Reichstag unö RSMlMg

sinS einig in Sem festen Willen, Sen Ukisgsanieihe-Aeichnern gezenübsr des Reiches Ehrenpflicht zu erfüllen, jede Verkürzung iheerNechte adzuweheen und U)ncn, so weit es angeht, Erieichiernngen unS Vergünstigungen zu gewähren.

Darum zeichnet Sie Uriezvanleihel

Abendbsricht.

Berlin. 1. Nov., abends. (WTB. Amtlich.) An der Lys° front nördlich Deinze ist die Loge unverändert. Südlich Deinze haben wir uns weiteren Angriffen durch Ausweichen auf die

Durchstechung der ScheLdelchleufen

Amsterdam, 1. Nov. Nach einem hiesigen Blatte teilte der Sonderkorrespondent derTimes" bei der englischen Armee mit. daß dre Deutschen durch die Zerstörung der Schleusen das ganze Scheldetal von Valenciennes bis 6 Meilen nördlich von Conde unter Wasser gesetzt und in einen See von 4 Meilen Breite ver­wandelt haben. Von Valenciennes bis zum Kanal ist das ganze Land überschwemmt: das Wasser ist noch immer im Steigen de griffen, sodaß di« Stadt von Norden und Süden aus nur sehr schwer zu erreichen ist.

DeutZch-Ocsterreich.

Wien, 31. £ft. (WB.) Wiener Korrespondenz Bureau. Der >e u t sch- oste u* eichZ che Staats rat veröffentlicht folgende Mitteilungen Der Nationalrat beriet in seiner heutigen Nachmittaassitzung eingehend über die Bildung einer natio­

nalen Armee Deutsch-Oesterreichs. Es wurde beschlossen, dem neuernannten Staatssekretär für Heerwesen einen Unterstaats'ekretär beizugeben. Dafür wurde Artillerie- lentnant Tr. Julius Deutsch bestellt. Weiter wurde be­schlossen. an die Frontsoldaten folgenden Aufruf zu erlassen: ..Die Nationalversammlung, bestehend ans allen Abgeord- neten Deutsch-Oesterreichs, hat heute die Negierung über- nommen. Sie will sofort Frieden schließen. Sie will Euch und Eure Lieben schützen. Ihr sollt fortan vollberechtigte Staatsbürger sein. Helft uns die große Aufgabe erfüllen und darum haltet Ordnung und Manneszucht. Verhindert Plünderungen und Gewalttätigkeiten. Leistet Euren bis. herigen Vorgesetzten Gehorsam. Tie ordnungsmäßige Demo­bilisierung wird unverzüglich in Angriff genommen. Bald seid Ihr mit uns vereint in friedlicher Arbeit. Das Volk sieht auf Euch. Jetzt gilt es. Opfer für Euch selbst zu bringen."

An die Soldaten der Wiener Garnison wurde ein gleich, lautender Aufruf gerichtet, dem noch folgendes hinzugefügt ist:Im Laufe des morgigen Tages werden Abgesandte

des Staatsrates zu Euch in die Kasernen kommen, denen Ihr geloben werdet, daß Ihr treu zu den von der Voltsregierung beschlossenen Gesetzen steht, und daß Ihr entschlossen seid, eine Cchutzwehr Eurer Mitbürger in kommenden schweren Zeiten zu sein. Am Sonntag, 3. November, werden in allen Kasernen Wiens im Beisein von Abgeordneten des Staats- rate in freier und geheimer Wahl aus Eurer Mitte Soldaten- räte gebildet werden. Sie werden auch als Be^chwerd.-- komnnssion dienen und in ständiger Fühlung mit der Volks­vertretung bleiben. Kamergden! Die Kraft und Soldaten- zucht. die Ihr im Kriege bewiesen, ist uns auch jetzt nock- notwendig. Nur wenn Ihr treu zu den frei gewählten Vertretern des Volkes stehff konrmen wir schnell zum Frie­den und bauen uns einen neuen wahren Volksstaat aut."

Ententetrnppen in Laibach.

Wien. 1. Nov. Eine hiesige Korrespondenz meldet ans Laibach, daß am Donnerstag eine Abteiluna Engländer und Amerikaner, aus Triest kommend, wo die amerikin'sche und eng­lische Flotte von dem Haken Besitz genommen hat. in der Starke von mehreren hundert Mann einoetrosfen ist. Sie wurden von der Bevölkerung mit Jubel begrüßt.

Kkichmg krirlls tiiird) Amnklinkr.

Wien. 31. Okt. (WB) Die. ,.R. Fr. Presse" schreibt: Nack» Meldungen aus Laibach erwartet man in südslawischen Kr.' sen daß die Besetzung von Triest durch die amerikanisch Flotte unmittelbar bevorsteht. Die arnerikanische Negierung

in Fi iedberg zu haben bei: Fr. Fuemlelln*, Elektrotechnisches Büro; A«l. Hell,

Schlosserei und Installationsgeschäit; Karl liftclke, Installationsaeschäft