ZjerzeirskkLmpfe.
51 oman von Helene Stfcöffn. geh. von Oüersbotft 9 (Copyright 1915 by C. Ackermann-Stuttgart.)
15) Nachdruck verboten
Hilde folgte ihm und fiihrte mechanisch die verschiedenen Touren des Tanzes aus. Der Marquis bemühte sich, sie durch leichtes Geplauder zu zerstreuen und zu unterhalten. Doch drangen seine Worte kaum in ihr Ohr. in ihr Verständnis gar nicht. Cie warf einen Blick durch den Saal, um zu sehen, wo Neinhold war. Da stand er, nickt zu fern von ihr, an der Seite Frieda Trontheims, mit welcher er den Tanz anführte. Eben sah er auch sie an. ihre Blicke trafen sich. Ein frohe, kameradschaftliches Grüßen des Einverständnisses flog zu ihr herüber.
Und da geschah etwas Wunderbares. Wie eine schwere Last fiel es plötzlich von ihrem Herzen: wie die Sonne mit
einem Schlage eine schwarze Wolkenschicht durchbricht und olles, was eben noch trübe und dunkel war. mit goldenem Licht über- gie t, so leuchtete plötzlich in ihrer Seele die lleberzeuguna von Nbinbolds Wert, der Glaube an ihn hellstrahlend auf. Dieser eine vertraute Blick aus seinen guten Augen hatte genüat. alle finsteren Wolken de? Argwohns zu verscheuchen. Der Marquis, welcher einen Augenblick lein Wächteramt ausgegeben kwtte, um nach seiner kleinen Flamme. Käthe Trontheim. zu spähen, war sebr erstaunt. als Hilde plötzlich wieder ganz guter Laune iu sein schien, ganz munter plauderte und für alles, was er sprach Interesse zeigte.
Was war mit ihr geschehen? O. diese Frauen! Da kenne sich einer ausl War es ihm gelungen, sie durch seine Liebens- wi rdigkeit zu fesseln, daß der momentane unangenehme Eindruck. einem Unwürdigen. Germsboff. ihre Freundschaft geschenkt zu hrben. schon wieder verflogen war? Ja. so mußte es fein. Mas konnte denn auch bei einer Frau tief pkchen? Sie waren ja alle oberflächlich und leicht zu düpieren. Er war wie o^'e Männer seiner Art von der männlichen U-berlegenbeit lest überzeugt. Die Frauen hielt er alle für Wesen oer^nge^er Ga^- tuna. nur zum Vergnügen und Getändel geschaffen. Fn dem lönneren Verkehr mit f>ilde war er schon bie und d". halb un- gläubia zwar, zu der Ansicht gekommen, es könne vielleicht doch einige Ausnahmen geben und sie sei eine davon. Und nun seine es sich, dak sie auch lo war. wie die andern. Einen Au^en- blick batte sie sich verstimmt gezeigt, aus aekräntter Gitelke t natürlich weil er ihr bewiesen, daß man nicbt sie. sond"rn ib^ Geld suche. Fetzt aber war sie wieder lustig und vergnüat. w.'N feine süßen Worte und schmeichlerischen Neden ihre ewig nach Weibrauch nud Huldigung verlangende kleine Weiberseele w,e-
j her getröstet und ins Gleichgewicht gebracht hatten! Es war ihm ordentlich wohl, daß er glaubte, sie niedriger als bisher taxieren zu können. Er fühlte sich ihr dadurch naher. Es hatte ihn einigermaßen mit Scheu erfüllt, in ihr ein höher geartetes Wesen anerkennen zu müsien. besonders in Anbetracht der Zukunft. wo er alz »br Gatte es doch recht mühsam finden würde, immer einen höber gestimmten Ton beizubehalten. als er ihm natürlich war. Jetzt, da er glaubte, sie auch als kleinlich, eitel und launisch zu erkennen, war sie ihm eigentlich viel lieber, wie vorher. Er fühlte sich schon halb als Sieger.
O. wenn er gewußt hätte, wie gänzlich falsch seine Schlußfolgerungen waren, wie weltenfern ihm Hilde innerlich war, wie er eigentlich in ihrer Eefiihlswelt keine Rolle spielte!
10. Kapitel.
Es waren wundervolle Wochen, welche nach dem Hoffest für Neinhold und Hilde folgten. Die Schranken der künstlichen Zurückhaltung waren zwischen ihnen gefallen. Sie verkehrten freundlich und natürlich zusammen. Wie Neinhold in allem ernst und gewissenhaft war. trotz seines sonnig heiteren Temperaments, so auch mii seinem FreuMchaftsgelübde. Er sagte sich, als ihr wahrer Freund müsie er sie näher kennen lernen: of'en und harmlos mit ihr verkehren aber nichts von seinen heißeren Gefühlen verraten. And das führte er mit eiserner Konsequenz durch wenn sich ihm auch oft wärmere, Worte fast unbezwinglich quf die Livpen drängten Im ganzen aber war er erstaunt, daß er es doch verhältnismäßig leicht fertig brachte. And das kam daher, daß sie so klug und verständig war. Wenn man sich mit ihr unterhielt, konnte w"n ganz vergesien. daß sie eine schöne junge Dame der großen Wlt war: ouis Aeuße-ste verwöhnt durch Schmeicheleien und Huldiaunaen all^r Art. Sie holte viel gelesen und nochgedgcht. und sich hauptsächlich durch ihren jahrelangen Berkebr M't ibrem verehrten, geistig hernor- ragenden Pfarrer Meinhardt ein ruhiges und objektives Ar- Ictlcrr über alle Dinge und Menschen anaeei^net. das außerordentlich wohltuend wirkte. Da g"b es keine vorgefaßten starren Meinungen keine bornierten fanatNck>-n Vorurteile sondern nur ein klares, wahrhei^uchendes Prüfen, ein wohlmeinende? Herantreten on neue Mensthen. neue Anschauunaen und den b"llen Millen, ollem gerecht zu werden. Dabei aber doch ein festes Beharren bei dem. was sie als gut erkannt hatte. Alles, was sie sprach. was sie dachte, berührte Neinhold unbeschreiblich srmva-bisch. EZ mar wunderbar, wie sebr sie in onem harmon?"rten. Ihr Geschmack Kunst und Literatur stimmte vollständig überein, und fand sich dennoch einmal eine Meinungsverschiedenheit, so war das nur eine Beranlasiung zu noch animierterer Anterhaltung. da dann jedes mit schönem Ei^er seinen Standpunkt verteidigte.
Das Beste aber war, dvch sie in der allertiefsten Frage. HU das Menschenherz kennt, vollständig auf gleichem Boden starr- den Auch Reinhold war tief religiös. Es dauerte Verhältnis maßrg lange, bis sie das gegenseitig von einander erfuhren. Eine gewisse Scheu hielt sie längere Zeit ab. dies innerste Hei- ligtum zu betreten. Es ist ein so zartes und tiefes Verhältnis unser Verhältnis zn Gott, daß wir. je inniger es ist je mehr das Tasten einer fremden Hand daran scheuen. Aber dann als sie es erst einmal erkannt hatten, welche Befriedigung ge-' währte es ihnen, auf diesem ernsten Gebiete Seite an Seite wandeln, ibre Gefühle und Meinungen austanschen zu können, ohne die Furcht, mißverstanden zu werden? Dies Versieben brachte sie einander sehr nahe, und 5,ilde mußte manchmal still für sich lachen, wenn sie an des Marguis niedrige Verdächtigungen von Reinhard? Ebarokt-r dachte. WasWt ein schlecht ter Menschenkenner dieser kluge Franzose war! Sie glaubte nach immer nicht, daß er mit Absicht und Bosheit verleumdet bot^e. sondern vielmehr, daß er nickst vermochte, die Spreu vom Weizen zu unterscheiden, d. b. d"ß er einfach Neinhold ebenso b-ur- teilte. wie wohl manche seiner Slandesgenossen es verdienen mochten.
Gelegenheit zu vertraulicher Aussprache bot sich ihr und Neinhold häufig. Er kam wie früher tätlich in rms Saus de? Kommerzienrats, brackste meistens die Abende dort zu. Auch wurden olt Ausflüge und Spa.ziemsinge gemacht, die durch dis herrlichen Naturfchonbeiten der Rheinneo-nd sich zu einem besonderen Genuß gestalteten. And auch hierbei fanden sie. daß sie gleichen Sinnes waren. Dieselbe Empfänoskch^il für die wunderbaren Eindrücke, die untere schöne vielgestaltige Eoitcs- welt auf reine unverdorbene Herzen ausübt.
W'un sie bei goldnem Sonnenschein birrch schattige Waid- tne(T - e lackend und plaudernd einen Berg erstiegen, der von den N-'inen einer alten Ritterburg gekrönt, stolz und trotzig in die Werte schaute, wie standen sie dann übermal'lat van d-m araß- arii" schönen Landschaft-bilde dag sich ibren Bli^en bot. zugleich durchlchanert von den Weben der Vergangenheit. die ans den verfallenen Mauern mit la'-tloser und doch so d"usticher Stimme von der Vergänglichkeit alles Irdischen zu ihnen sprach? Cder wenn sie beim maaischen Licht des Vollmonds in einem Boot den Rhein hinab?,ihren. wenn sie still und bewundernd an den van Silberschein umflossenen Fluren. Wäldern. Ortschaften. Beraen und Sckl'^ern vorbei-stisten. — welche wunderbaren Stunden reinen Genusses waren das!
Fettfetzung folgt.
Statt besonderer Anzeige.
. Leute früh verschied nach kurzem, schweren Kranksein meine gebe Frau, die trew sorgende Mutter, meine herzensgute Tochter. Schwester. Schwägerin und Kusine
Frau Ella Schudt
geb. Keller
im Alter von 28 Jahren.
Neumühle bei Lich, Melbach, den 17. Oktober 1918.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Fritz Schudt u. Kinder Anna Keller Ä?we», geb. Herber Martha Keller.
Die Beerdigung findet patt in Melbach am Sonntag, den 20. Oktober, nachmittags 2 Uhr.
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..Für die seither in der Volksküche gespeisten
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kann das Mittagessen. solange dle Schule beschlossen ist. täglich
von 11 bis 12 Uhr abgeholt werden.
Die Wochenkarten werden Samstags, von 11 b s 12 Uhr, lm Ce chäftsiimmer des städt. Lebens- ini. el-Ausschusses ausgegebrn. Friedberg. 18. Oktober 1918. Ter Bürgermeister.
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Am kommenden Die-ista,. de^ 22. Oktober, findet in Friedberg der diessährige
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Am 15. 10. 18. ist eine Nachtragsbekanntmachung betreffend Ergänzung des 8 4 der Bekanntmachung vom 21. 9. 18. Nr. H. M. 580/9. 18. K. N. A.. betreffend Bestandserhebung, Beschlagnahme und Höchstpreise von Weiden, Weidenstöcken, Weidenschienen, Weidenrinde, Weidenstäben, Weidenspitzen, Weidenstrauch, Weidenabsall, Kopfweiden und Na1urrohr(Glanzrohi,Stuhlrohr usw .1
erlassen.
Der Wortlaut der Nachtragsbekanntmachung ist in den Amtsblättern und durch Anschlag veröffentlicht worden.
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