Ausgabe 
18.10.1918
 
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fetn wird, daß sie keine fdRroffe Ablehnung der Wilsonnote enthält, sondern den Weg zu weiteren Verhandlungen offen läßt. In der Note dürfte selbstverständlich auf das ent­schiedenste Verwahrung gegen die Beschuldigung eingelegt werden, daß sich die Deutschen Greueltaten zuschulden kom­men ließen. Was die anderen Punkte betrifft, so müßte ja Wilson bei der Einholung der Meinung militärischer Sach­verständiger ernsehen. daß eine Räuwung^der besetzten Ge- biete eine militarifd>c Unmöglichkeit ist, solange kein Waffenstillstand vereinbart ist.

Inzwischen tobt die Kriegshetze in den feindlichen Län­dern toller wie je, es wird der Beweis geliefert, daß unseren Feinden die Demokratisierung und Parlamentarisierung Deutschlands so gleichgültig ist. als ob etwa aus dem Mar­oder einenr anderen Planeten eine Verfassungsänderung vorgenommen werden wäre. Ausschlaggebend ist dort nur der Racke- und V^rnichtungswille. Im Senat wurde eine Gicueldebatte aufgeführt, die alles früher übertroffen hat. Der französisch? Minister Pichon pries Wilson als den er­habenen Präsidenten, der es ablelme, mit einem Staate zu verhandeln, dessen Heere sich weiterhin durch Verzweiflungs­taten, Veewüsiunaen und Wildheit entehrten. Es müsse voller Ersatz und Strafe für alle angerichteten Schäden und Greuel gefordert werden. Ter französisä)e Senat nchm jubelnd davon Kenntnis.

Wir in England die Stimmung ist. davon gibt nach­stehende liberale Stimme Kunde, die im Vergleich zu den tobend m konservativen Blättern als gemäßigt anzusehen ist. Dw Wesi in irrster Gazette schreibt: Wir müßten mit dem vollzähligen Völkerbund warten, bis Deutschland seiner Lage selbst müde isr. und inzwischen müßten wir Truppenmassen Unterhalten dw genügen es-unschädlich zu machen. Es wäre das kein reiner Friede. Missetaten und Strafen würden ihm siolgen Wir bvften innig, daß die zweite Möglichkeit sich verwirklicht. Wir müssen hierzu das deutsche Volk ermutigen ^nd Wilwn in seinen weiteren Bestrebungen, sich an das deujschc' P^lk direkt zu wenden unterstützen. Aber wir-dür­fen auch nicht davon sprechen, daß wir das deutsche Volk be- strafen wollen, z. ff. mit einer Isolierung, mit einem Boykott oder mtt einem Wirtschaftskriege nach dem Kriege unter der Vorentbaltnng von Rechten. Wir schließen' uns den Äußerungen Maximilian Hardens an. daß der kommende Friede die Unterwerfung Deutschlands unter eine Idee sein muß, die zum Weltnüllen wird, sofern wir es mit einem freien Volk zu tun haben, das sich aufrecht iu dieser Hinsicht benimmt.

Jenseits des Ozeans spricht sich die amerikanische öffentliche Meinung mit qrößter Entschiedenheit für die unerbittliche Fort­führung des Krieges ans. Die gesamte Presse wiederholt: Kei­nen Waffenstillstand. keinen Frieden. Die aus Frankreich und England einaetroffenen Rackrichten. die besagen, daß diese bei­den Lander jegliche Annäherung ablehnen, riesen hier die größte Defriedinung bervor und trugen zu einem noch engeren Zusam­menschluß r-nischen den Vereinigten Staaten und der Entente bei. Man macht darauf aufmerksam, daß der Senat, wenn auch Präsident Wilson die Vollmacht zur Fortführung des Kriege? besitzt, über die Frage des Friedensschlusses befragt werden müsse.

rri^lnni) loll (FlialHotljrPfii rSnffü.

Rotterdam, 14. Ott. Nach demNieuwe Rotterdamsche Courant" schreibt der Parlamentskorrespondent der ..Daily News", er erfahre von maßgebender Seite, daß die alliierten Negierungen sich bei der Beantwortung der beiden Fragen, ob er. möglich sei, den von Deutschland verlangten Waffenstillstand zu gewähren, und unter welchen Bedingungen er gewährt wer­den würde, an den Rat der. militärischen Befehlshaber im Felde halten werden. Die Frage ob die deutschen Truppen auch Elsaß-Lothringen räumen müßten. werde, wie man in ministe­riellen Kreisen annehme, bei der Waffenstillstandsfrage ebenfalls vorgebracht und nach diesen Gesichtspunkten entschieden werden. D.e englische Negierung betrachte den deutschen Vorschlag zur Errichtung einer gemischten Kommission als unerwünscht und unausführbar. Die englische Regierung und das britische Reich nürden nicht zögern, die Zukunft der deutschen Kolonien zum Gegenstand der Beratungen der Friedenskonferenz zu machen Bezüglich des Grundsatzes der Selbstbestimmung und der freien Wahl der Völker halten sie unerschütterlich an ihren Auffastun- gen fest. Dasselbe gilt für die Wiederherstellung und die Ver­gütung für die Verluste der Handelsflotte durch den uneinge­schränkten U Vootkrieg. sowie für die Schadenvergütung für die im Gebiete der Alliierten ungerichteten Verwüstungen

< f tn $\lh ans Mcix.

Die schweren Kämpfe im Westen hoben naturgemäß allgemeine Aufmerksamkeit auch wieder auf Metz, den ae- waltigen Eckpfeiler unserer Landesverteidigung in Loth­ringen gerichtet, und wenn es nach den feindlichen Berichten amg. so müßte die schöne Moselstadt sck)on längst in Schutt und A'cka liegen, zumindest aber ihre Einwohnerschaft ge- ohen sein und dort Schrecken und Entsetzen herrschen. Wie es aber in Wirklichkeit in Metz aussieht, zeigt ein Blick in öleMetzer Zeitung", die verbreiteste Tageszeitung in Lothringen, die unmittelbar nach dem Kriege 1870/71 von dem Verleger Lang ins Leben gerufen wurde und auch in dreien schweren Tagen in einem Umfang fast wie in Frie- , C " § f l l e " erscheint. Ihre Lokalberichterstattung zeigt zu. p °o ?° nbe lmb ^ ünbel in Metz nach wie vor blüht, ln rdrf)er gibt, und daß von

tt^gend einer Ka.aitrophen-Stimmung keine Rede sein kann. L ^genteil feiert Ulan auch in Metz noch heute die Feste wie sie lallen, unterhalt sich im Stadttheater bei Opern und

Äs ^n^d^Ä^^- b t Uld} ! bic massenhaft vorhandenen ^ Wohltatigkeitskonzerte in den verschiedenen Gasthown und Kaffeehäusern in Metz. Die GejeüsckM für

lothringische Gcffchrckts- und Altertumskunde feiert soeben ihr 30 jähriges Bestehen. Sie hat unter der lebhaften An­teilnahme des Vezirkspräsidenten Friherrn von Hammer- stein und zahlreickier Altlothringer und Eingewanderter der Heimatsgeschichte Lothringens und besonders des BiStums Metz, sowie der Altertumskunde und den geschichtlichen Hilfs­wissenschaften als Nachfolgerin der in den achtziger Jahren eingegangenenSoc:t6 d'arch6ologie et d'histoire de la Mosalle" große Dienste geleistet. Die Namen ihrer Mit­glieder haben in der deutschen Gelehrtenwelt einen guten Ruf Neben der Wissenschaft kommt auch die Kunst in Metz trotz der schweren Kriegszeit zu ihrem Recht. In der Garnisonkirch.' wird ein großes Kirchenkonzert mit Beet- a.aven sNeunter" und Hayden'sSchöpfung" gegeben. Auch das Gewerbe siebt nüjt still. Die Schneiderzunft Loth­ringens kündigt in derMetzer Zeitung" die Begründung einer neuen Genossenschaft an. die den gemeinsamen Ein­kauf von Rohstoffen und die Uebernahme von Lieferungen in die Wege leiten soll. Geburten und Sterbefälle werden ebenfalls gewohnheitsmäßig angezeigt, wie auch die Dinge des täglichen Lebens und den besten Beweis für den Lebens- :nut ihrer schönen Stadt bezeugt wohl ein Inserat in der neuesten Nummer derMetzer Zeitung", in welcher gleich fünf junge, hübsche Damen auf einmal Herrenbekanntschaft, selbstverständlich zwecks Heirat, suckln.

ftc Znlrnnst Syriens.

Berlin, 15. Okt. Der hiesigen schweizerischen Gesandtschaft sind heute folgende an den Präsidenten der Vereinigten Staaten, Wilson, an den Präsidenten der französischen Republik. Poin- care und an den König von England gerichteten gleichlautenden Telegramme zur Weitergabe übermittelt worden:

Englischen Zeitungsmeldungen zufolge hat die britische Re­gierung, deren Truppen bekanntlich in Syrien stehen, die fran­zösische Negierung eingeladcn. die Bevölkerung Syriens gemäß den zwischen Frankreich und England abgeschlossenen Verträgen für die Autonomie vorznbereiten". Es handelt sich hierbei um nichts anderes als um die Tatsache, daß Syrien in Zwei Zöllen geteilt werden soll. Eine davon. Palästina, soll unter das eng­lische Protektorat und die andere, Syrien, soll unter das fran­zösische Protettorat kommen. Dieser Krieg der Entente ist also nichts anderes als ein Annexionskrieg gewesen.

Im Namen der syrisch-arabischen Gruppe im ottomanischen Parlament erhebe ich Einspruch gegen jede Einmischung Frank-- reichs und Englands bezüglich der Regelung des Schicksals un­seres Landes Syrien ist ein ottomanisches Land und soll ein ottomanisches Land bleiben, trotzdem die Ottomanen ein oder zwei Schlachten verloren haben

Die Autonomie Syriens muß auf dem Grundsatz fußen daß Syrien den Syriern gehört und daß diese also über ihr Los zu bestimmen haben Ich schlage also gemäß den bekannten Grund­sätzen Wttsons, Lloyd Georges und anderer berühmter Entente- Staatsmänner vor. das Los Syriens durch eine Volksabstim­mung, die natürlich in vollkommener Freiheit und ohne die ge­ringste Veeinflusiung von irgendeiner Seite statlsinden muß. festzusetzen.

Ich wende mich hiermit an alle kriegführenden und nationa­len Regierungen, vor allem an die liberalen Gruppen Frank­reichs und Englands, mit der Bitte zu beachten, daß jede auf brutaler Gewalt basierende Entscheidung betreffend Syriens beim allgemeinen Friedensfchluß als null und nichtig erklärt werden muß, und daß das Los Syriens, wie gesagt, vom Willen der Mehrheit der syrischen Bevölkerung abzuhängen hat. Jode andere Regelung geht gegen die Wünsche des syrischen Volkes und trägt in sich den Kdim zu neuen Kriegen."

Emir Ehekih Arskan, Abg. des Haurcm, Syrien.

Die Unruhen in Portuftal.

Basel, 17. Okt. Aus Lissabon meldet Havos: Die Negie­

rung ist am Montag verständigt worden, daß ein Teil der Gar­nison von Evora sich erhoben und sich der Person des Platz­kommandanten bemächtigt hat. Die Negierung hat sofort die nötigen Maßregeln getroffen. Truppen aus Torres Bedras und Portaleare wurden nach Evora geschickt, u-m die Meuterer zu unterwerfen. Eine spätere Mitteilung des Zivilgouverneurs der Stadt gibt bekannt, daß die Revolutionäre sich unterworfen haben und in der Stadt Ruhe herrscht.

Die rnsilischen KricgsVer'nste.

Haag, 17. Ott. Reuter meldet aus London: Bisher soll

England im Kriege ungefähr eine Million Mann an Toten verloren haben.

MMrurn des KüiiminlirgjMrstkg.

Der gestrigeReichsanzeiger" veröffentlicht nachstehende kai serliche Verordnung:

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser. Könn von Preußen 2C., verordnen auf Grund des Gesetzes über de» Kriegszustand vom 4. 12. 1916 im Namen des Reichs, was folgt Die Verordnung zur Ausführung des Gesetzes über den Kriegs zustand vom 4. 12. 1916 wird, wie folgt, geändert:

1. Paragraph 1 erhält folgenden Absatz 2: Der Oberbe

fehlshaber kann Anordnungen mit verbindlicher Kraft für di. Militärbefehlshaber erlaßen.

2. Es wird folgender Paragraph 3 hinzugefügt: Der Ober befehlshaber trifft alle seine Anordnungen und Entscheldunger im Einverständnis mit dem Reichskanzler oder dem von diesen bestellten Vertreter.

Urkundlich unter unserer höchsteigenhändigen Unterschriß beigedruckten kaiserlichen Insiegel. Gegeben Großes Haupt­quartier, 15. 10. 1918.

/Siegel) Wilhelm. Mar. Prinz von Baden.

DerReichsanzeiger" veröffentlicht ferner eine an de, Reichskanzler und den Kriegsminister gerichtete allerhöchste Cr» t*er, in der bestimmt wird, daß der Militärbefehlshaber die Be. fugniste. die ihnen auf Grund des in der Verordnung vom 31 . Juli 1914 erklärten Kriegszustandes zustehen, nur im Einver- standnis mit den von den Landeszentralbehörden bestimmte« Verwaltungsbehörden ausüben dürfen. Kommt ein Einver. standnis zwischen den Militärbesehlshobern und der Berwab tungsbehörde nicht zustande, so ist unverzüglich die Entschc-idi.ng des Obermilitärbesehlshabers einzuholen. Mit der kaiserliche Veröffentlichung dieser allerhöchsten Order ist die Grundlage ge. schaffen, daß alle auf Grund des Belagerungszustandes ergehen, den Anordnungen der Milttärbefehlshiber nur in Ucbere'mstim- mung mit den zuständigen zivilen Verwaltungsstellen ergehe, können, und daß sie letzten Ende? unter die Verantwortlichkeit des Reichskanzlers gestellt werden.

ft (i : lii!fl!ränf!inifl dcr M'lin-niM.

Berlin, 17. Okt. (WB.) Auf Grund der Vorschrift über dre (bereits mitgeteilte) Aenderung des Gesetzes über den Kriegszustand bestellte der Reichskanzler den Staatssekretär Gröber zu seinem Vertreter für diesen Geschäftsbereich.

Verlange rnrg dreZ ichnnna-fti't.

Berlin, 17. Okt. (WB.) Von den verschiedensten Seiten ist an das Re ich? schahamt und an die Reichssiank das Er­suchen gerichtet worden, die Zeichnungsfrist für die 9. Krieas- anleihe zu verlängern. Wie wir erfahren, ist beabsichtigt, diesen Anregungen stattzugeben nnd den ZeichnungsMuß um ungefähr 14 Tage hinauszuschieben. Der endgültige SchttiNermin dürfte in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden.'

'llg wenn !>rr £<r'fr MMrük".

SBie selbst gemäßigte englische Blätter jetzt triumphiere, und die maßlosesten Forderungen erheben, zeigt der liberal« Manchester Guardian". Das Blatt schreibt:

Deutschland hat sich ergeben. Das sei die unverkennbar« Bedeutung der deutschen Antwort. Der Frieden stehe vielleicht noch nicht sofort bevor, aber die allgemeinen Grundlagen seien bestimmt und angenommen worden. Wilson werde sich nicht zu. frieden geben mit der Antwort auf seine Fra^e über die ver- faffungs'mäßigen Zustände in Deutschland. Das beste wäre, wenn der Kaiser zugunsten seines Enkels zurückträte und Prinz Max von Baden Regent würde. Für einen WafsenstillstanL werden die Alliierten eine militärische Kompensation ver- langen: gegenüber der Erlaubnis, daß der Feind sich aus eine, gefährlichen Lage zuruckziehen kann. Die beste Büraschatt würdr eine vorübergehende Besetzung von Esten, die Räumung van Elsaß-Lothringen durch die Deutschen und die Befttzuna Elfaß- Lothrinaens durch eine neutrale Macht sein. Wei er dürfen die Transportschiffe der Alliierten nickst angegriffen werden. Der U-Bootttieg müsie für immer zu Ende sein. Die Auslieferung der U-Voofflotte wäre eine unau-bleibliche Bürgschaft.Man. chester Guardian" meint ferner, daß während der Verhandlungen ein System organisiert werden könnte, um den Feind und die neutralen Staaten mit den nötigen Lebensmitteln zu versorgen. Deutsche Schiff- könnten dabei Mitwirken. Arckstbald Hnrd' sag imDaily Telegraph": Wenn man Deutschland feine

Kriegsflotte behalten läßt in dem Umfange von vor vier Iah. reu. wäre der Preis des Krieges verhängnisvoll. Nachdem Deutschland feine Kolonien verloren bat, bat es keinen Vor. wand mehr für den Besitz einer Flotte. Es muß Deut'chland klargemacht werden, daß seine Zukunft nicht mebr auf dem Wester liegt und auch nicht unter dem Waster. Die U-Boote wüsten sämtlich ausgeliefert werden und ebenso müste Deutsch, land gezwungen werden, seine Waffen auszuttefern. Ai'ch eine Strafe für die Verbrechen auf See und Entsckädi«'ungen für die vernichteten Schiffe umd Menschenleben müste Deutschland le'sten. Die Verbrecher wüsten vor einem internationalen Gericht er­scheinen.

Schustert die Gnitls'lne . . .1

Es ist bekannt, daß zu alten Z^tenDemos", das viel­köpfige Volk, der schlimmste Tyrann gewesen ist. Das Vlut von Hunderttauseyden floß zur Zeit der französischen Revolution in Strömen, man mußte eine Maschine, nach ihrem Erfinder Euil- lot genannt, beschaffen, die das Kopfabschneiden im Eroßbe- trieb besorgte. Das alles geschah im Namen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Auch die Volksbefreier im gegen­wärtigen Rußland haben eine einfache Art. eine völlige Eleick>. heit der Meinungen herbeizuführen,' wer nämlich anderer Mei. nung ist, der wird einen Kopf kürzer gemacht.

Auch die deutsche Demokratie, kaum häuslich eingerichtet, beginnt ihre Guillotine zu schärfen. Die Rosaroten fangen be- dächtig an. sie holen vorerst aus der mittelalterlichen Folter- kammer nur den Pranger. In einer fortschrittlichen Versamm­lung in Kiel erklärte nämlich der Abgeordnete Hoff, es werde die Stunde kommen, wo man öffentlich die Leute an deu Pranger stellen werde, die diesen Weltkrieg bis heute verlängert und das deutsche Volk in die jetzige Lage geführt hätten.

Deutlicher werden die Sozialdemokraten. Die bayerische» Genossen' hielten in München ihren Parteitag. Es wurde ein Beschluß gefaßt, in dem es heißt: in Erwägung besten, daß

durch die plötzliche Erklärung des verschärften Unterseebootkri» ges die Friedensvermittlung gewaltsam unterbrochen wurde u«tz die Kriegserklärung Amerikas erfolgte, fordert der bayerstchs Parteitag die Neichstagsfraktion auf. unverzüglich einen Anttaß auf Einsetzung einer parlamentarischen UntersuchungskommissioU einzubr'mgen, um diejenigen, die die damalige Friedensaklto» zum Scheitern brachten und die Möglichkeiten einer frühere» Verständigung verhinderten, ohne Unterschied der Per- jon zur Rechenschaft zu ziehen!

Also stimmen wir das alte Lied aus dem Jahre 1848 «p Schmiert die Guillotine. ..