Ausgabe 
17.10.1918
 
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Umnmer 344 W;chreig d°Dannerstag. den 17. Vktover 101^11. Jahrgang.

Tic , me ( nr coieitinirt" nidjemt ]eDef Ll.erlla-'. iKeaelmafoige tßeilaoenOer Kauer aus Kellen",Die Spinnkube". Se,ugspre»s: Bei den Posta,iitaiten oierieliäljrlict) SJit 2.7 hinzu tritt noch das Bestellgeld: "ei den v rmter monatlid: 1.00 Mk. einschließlich Trageriodn. An?ergen: Grund«ette 2b Plg totale 20 big.. Anzeigen von auswarrs oeroen durch Potnachnadm erboben/^k'-'iillHNdsorr ^riedbera. Schriflleitnna und Nerlax neddera f *r>ef?cn». 'maauerstraße 12. Hern >v rech er 48. Bost, tzeck-Eaalo 1t r. 48»9. llmi Frankfurt a. M.

MPiijlZzkii A«i»srt.

Forifthnng der Kämpfe in Flandern. |icnc Anarilfe gescheitert. Französische Städte nutcr

eigenem Feuer. 4? 000 Tonnen versenkt.

Der deutsche Generalsial» 7 - - -. - meldet: ,

M. S. ^r-ohes HarrptquarLrer. de.r 16. Oktober Ämtlich.

Westlicher Kriegsschanplatz.

Leeres gruppe Kronprinz Rupprecbt.

In Flandern setzte der Feind seine Angriffe fort. Ihr Hauptstoß richtete sich aus Torhout und gegen die Bahn Isegem- Kortrik. Aach gegen die übrige Kampffront führte der Feind vielfach durch Panzerwagen unterstützte heftige Angriffe. An einzelnen Stellen haben unsere Truppen ihre Linien behauptet; an anderen Stellen wichen sie kämpfend aus und wehrten den Feind an rückwärtigen Stützpunkten vielfach du,.ch Gegenstöße ab Auf dem nördlichen,Angrifssflügel blieb Torhourt in unse­rer Hand. Versuche des Fe'ndes, zwischen Wecken und Tor- bourt fn nördlicher Richtung vorzustoßen. wurden in erster Linie durch Trirppen der 88. Landwehr-Division verhindert. Südlich ron Torhout haben wir die Linie Lichtervelde-Isegem gehalten. Südlich von Isegem gelang es denk Gegner, über die Bahn Ife- gem-Kortrik hinaus vorzudringen; östlich der Bahn brachten wir ihn zum Stehen Wcstlich und südwestlich von Lille setzten wir unsere Liitien etwas vom Feinde ab.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Zwischen Bohain und der Oise griff der Feind erneut nach starker Artilleriewirkung an. Nördlich der Straße Bobain-Aifon- ville hielten wir ihn durch unser Feuer nieder. Aisonville wurde nach heftigem Kampfe gegen den beiderseits des Ortes und gegen den Ort selbst mit starken Kräften mehrfach anstürmenden Gegner gehalten. Auch der nördlich der Oise vorbrechende feind- lick-e Angrrff fef eiterte vor unseren Linien. Die seit Wochen fast ununterbrochen im Kampfe stehende 6. Bayrische Infante­rie-Division. zeichnete sich wiederum besonders aus Kämpfe por unseren neuen Stellungen nördlich und nordöstlich ron Laon und westlich der Aisne, in denen wir dem Gegner vielfach schwere Verluste zufügten. Der Feind stekt hier südlich der Serre und etwa in Linie Lieste-Sistonne-Le Thour-St. Gw- mainmont. An der Aisne-Front Erkundungsgefechte. Der zwischen Olizy und Grandpre auf Mouron entlang der Aisne vorspringende kleine Stellungsbogen wurde geräumt. Die dort kämpfende Trupp? hat den Feind auch gestern wieder zu mehr­fachen für ihn verlustreichen Angriffen veranlaßt und damtt den mit dem vorübergehenden Halten des Vogens beabsichtigten Zweck voll erreicht.

Heeresgruppe Gallwitz.

Zwischen den Argonnen und der Maas sind erneute hef- Angriffe der Amerikaner in unserem Fener und an unseren Gegenstößen gescheitert. Der Feind hat auch gestern trotz Ein­satz weit überlegener Kräfte, starker Artillerie und trotz Ilnter- stützung durch Panzerwaoen nur wenig Gelände gewonnen. Nördlich von Iuvin, am Walde von Bantheville und nordöstlich von Ennel fanden die Kämpfe bei Einbruch der Dunkelet ihren Abschluß. Auf dem östlichen Maasufer zersplitterten sich die zwischen der Maas und nordwestlich von Beaumont gerich­teten Angriffe in dem sehr unübersichtlichen Waldgelände in sehr heftige Teilkämpfe, die zu unseren Gunsten endigten. Der Amerikaner erlitt auch gestern wiederum außerordentlich schwere Verluste.

Der erste Eeuerrttquartiernreistcr: Ludendorff.

Staatssekretär Gröber über die Kriegsanleihe:

Keine Negierung, kein Reichstag es jemals wagen dürfen, die Sicherheit /er Kriegsanleihe anzniaften.

Abendbericht.

Berlin, 16. Ott., abends. (WB. Amtlich.) Nordwestlich von Noeselure, am Sclle-Abfchnitt bei Hausty zwischen Aire und Maas und auf dem Ostufer der Maas sind feindliche Angriffe

gescheiter^

Die von französischen Flüchtlingen angefüllte Stadt D e - na in liegt unter dauerndem Feuer schwerer englischer Artil­lerie. Der Feind beschoß gestern die von uns während des Krieges sorgsam geschonte Wallfahrtsstätte von L i e s s e.

Is Der österreichische Gencralstab jj - meidet:

Wien. 16. Oft. (WV.) Amtlich wird verlautbart:

Auf dem Saffo Rollo vereitelten unsere Sicherungstruppen einen italienischen Vorstoß.

In Serbien und Albanien vollziehen sich unsere Bewegungen und Maßnahmen ohne Einwirkung des Gegners.

Ter bhes des Generalstabe-.

41000 Tonnen verdenkt.

Berlin. 16 Okt. (MTV. Amtlich.) Im Atlantischen Ozean haben unsere U-Boote

41,009 Bruttoregistertonne«

fmndelsschiffsraum, darunter mehrere Tankdampfer und mit Kriegsmaterial beladene Dampfer, versenkt.

Ter Chef deS Adniiralflabes der Marine.

Der Seekrieg.

Washington, 12. Okt. (WB.) Ncutermeldung. Ter Tieonderago" sank infolge von Granatfeuer. Man be­fürchtet, daß der Rest der an Bord Befindlichen, etwa 250, verloren fei. Das Marineamt erhielt die Nachricht, daß 20 Mann der Besatzung an Bord eines englischen F-racht- dampfers einen amerikanischen Hafen erreicht hätten. Früher schon hatte das Amt die Nachricht, daßTiconderago" von ihrem Geleitzuge getrennt wurde.

Der Kcmpf in Flandern.

Berlin, 18. Okt .(WB.) In der Margenfrühe des 11. Okt. letzte bei dichtem Nebel in Flandern von Handzame bis Wer- wick Trommelfeuer ein. das stch in schwerem W llen nach Nor­den hin bis zur Küste kortfetzte Von See her griffen Monitor? ein. die die Küste beschaffen. Auch der gegnerische Fliegereinsatz war ein starker. Gegen Mittag gelang es den Deutschen, den heftigen Ansturm aufzufangett und ihn in kleinere Teilangriffe euff.u lösen, wobei die Belgier. Franzosen und Engländer keine größeren Erfolge mehr erzielen konnten. Mit Artillerievorbe­reitung griffen zwischen Olzy und Termes die Franzosen und Amerikaner wiederholt an. Es gelang ihnen zunächst, westlich Olizy die Aisne zu überschreiten; ober was hier nicht im Ab­wehrfeuer von ihnen vernichtet wurde, geriet in Gefangenschaft. Nur bei Mouron und Termes konnte der Gegner örtliche Er­folge erzielen. Die Angriffe der Amerikaner, durch schwerstes Artillsriefeuer aller Kaliber vorbereitet, hielten unter dem Ein­satz von Tanks zwischen Aire und Maas bis zur Dunkelheit an. Im Laufs des gestrigen Tages wurden eine größere Anzahl Maschinengewehre und über 600 Gefangene eingebracht.

De-kiv, 15. Olt. (WB ) Auch am 14. Oktober lag die Stadt ^D oiici wieder unter schwerem Feuer englischer Ge­schütze.

Die eigenen Vtädte unter Fener.

Berlin, 16. Okt. (WB.) Die Vorstädte von Lille, Lam- bersart und Rochin. ferner D o u a i und D e n a i n wurden am 15. und teilweise euch in der Nacht zum 16 Oktober mit schwe­ren Kalibern beschossen. Das Stadtinnere von Le Quesnoy war am 14. Oktober das Ziel schwerer englischer Granaten. In der Nacht auf den 15. Oktober verursachten feindliche Bomben­würfe in Le Quesnoy, Iolimetz Verluste unter der Bevölke­rung.

Schonung der belekten Städte.

Eens, 16 Okt. (Havas.) DerPetit Parisien" schreibt: Die deutsche Regierung ersuchte die Schweiz der französischen Regierung mitzuteilen, daß 30.000 Bewohner von Balenciennes nicht abgereist sind, und ihr ein allgemeines Abkommen vorzu­schlagen. wonach weder von den Franzosen noch von den Alli­

ierten künftig Städte bombardiert werden dürfen. Die deutsch- Regierung wird im Falle einer Weigerung die V rcmtwortuch für das Leben der Zivilbevölkerung nicht übernehmen

Die mUitärische Sage.

Während zwischen den Regierungen die Frage, ob Krieg ob Frieden, der Entscheidung entgegengeht, muß das deutsch« Heer nach wie vor die Heimat vor feindlichem Einsall sichern Der Kampf geht ohne Unterbrechung weiter. Die Front muss in sich geschloffen bleiben, darf dem Feinde nicht die Mäilich keit geben, eine breite Bresche zu schlagen, die deutsche Kamps kraft darf nicht gemindert, die Arbeit ^Lr den Krieg nicht unter brochen werden. Zwingt uns der Feind zur Fortsetzung d« Kampfes, so bedarf es wie bisher der ganzen deutschen Kraft den in einer Abweisung des deutschen Friedensangebotes llck offenbarenden Vernichtungswillen der Feinde zu brechen. Es geht um Deutschlands Ehre, Existenz und Zukunft. Bisber hat deutsche Widerstandskraft in glänzender Abwehr dem Feind» den Durchbruch der deutschen Front verwehrt; der Kraft der vereinigten feindlichen Großmächte ist es nicht gelungen, das deutsche Heer niederzuringen. Unterstützt von tapferen Truppe- der treuen österreichisch-ungarischen Bundesgenoffen, hat dtt deutsche Streitmacht ihre Front trotz gewaltigsten feindliche» Ansturmes in stch geschloffen gehalten. Die Front trotzt den Feinde, ist stark und bleibt stark. Dies kann angesichts der bis­herigen Abwehrerfolge nicht scharf getiug betont werden; den« alberne, törichte Gerüchte arbeiten daran, jede Rückwärtsbe- wegung an der Front zu einer Niederlage zu stempeln. I« ihrem Dünkel und ihrer Beschränktheit erkennen die Verbreiter solcher Gerüchte nicht, wie sehr sie die Geschäfte des Feindes bs- sorgen, welch schnöden Undank sie unseren braven Truppen zm fügen, die ihr Blut für den Schutz der Heimat hingeben.

Unsere rückwärtigen Bewegungen erfolgen nach einem festen bestimmten Plan, der Feind ist nicht in der Lage, sie zu hinderr oder zu stören. Gerade in der Elastizität der Front liegt ihr« Stärke Die deutsche Führung weiß immer wieder, die feind lichen Absichten auf Auseinanderreißung der Front zu durch­kreuzen. Das kann nur deshalb dauernd gelingen, weil di« Front elastisch in Bewegung gehalten, die eigene Kampfkraft möglichst geschont wird. Je häufiger die Kampfstellung geän­dert wird, desto weniger können die gewaltigen Angriffsmittel der Feinde zur Geltung kommen. Der Verteidiger zwingt durch jeden Stellungswechfdl^den Angreifer zu zeitraubender Erkun­dung. In mühsamer Luft- und Erdbeobachtung muß er stch immer von neuem Ausschluß über die Stärke des Verteidigers verschaffen, genaue Anhaltspunkte für die Gliederung neuen Angriffs suchen, muß seine Artillerie und Minenwerfer nach- ziehen und einschießen, den Munitions- und Verpflegungen - X)t fchub von neuem regeln. Bahnen und Straßen in Ordnung bringen. Dieser Zeitgewinn kommt uns zugute; denn wir nähern uns der schlechten Jahreszeit, die den Eroßkampf zum Abflauen zwingt. Nicht lange mehr, und die Feinde müssen ihre zahlreichen Verbände farbige: Hiffstruppen zur Aufrecht­erhaltung ihrer Gesundheit in das wärmere Klima Cüdfrank- reichs bringen.

Alle Bewegungen, die wir an der Westfront ausfuhren und ausführen werden, vollziehen stch unter dem zielbewußten Wil^ len unserer Führung, den Endsieg des Feindes zu vereite.lt» Die große Bewegungsfreiheit, mit der wir ohne strategische Nach­teile dem Feinde immer wieder Gelände überlasten können, um uns günstigere Verteidigungsbedingungen zu verschaffen, ver» danken wir dem Umstande, daß wir den uns aufgezwungene» Verteidigungskampf wett in Feindesland h neitzgetragen haben, und dort statt in unserem Vaterlande den Endkampf austrage« können. Mit jedem Schritt, den wir in der Mitte des große« Bogens zwischen Nordsee und Maas nach rückwärts tun, wird unsere Front kürzer, sparen wir Kräfte aus und erhöhen wir unsere beweglichen Reserven.

Cin neuer Orenelfeldpig.

Seit dem Friedensvorfchlag der deutschen Regierung cr« den Präsidenten Wilson hat eine unerhörte Hetze von sranzö- stscher und englischer Seite wegen der angeblichen systematischem Verwüstungen bei unseren Rückwärtsbewegungen in Nordsrank- reich eingesetzt. Jede Stadt, die von den englischen und fran­zösischen Geschützen in einen Trümmerhaufen verwandelt worden ist, wird als von den deutschen Truppen verwüstet, geplündert und in Brand gesteckt bezeichnet: Von jedem Dorf, das nach erbittertem Kampf von den deutschen Truppen geräumt wird, soll Amerika wie dem französischen und enalischen Volke di»