Ausgabe 
16.10.1918
 
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Herzenskarrrpfe. /

Otrrran öön H? l - ne S ch v 1 ky. geb. von Eersdorff^ (Eop^rigllt 1915 6. Ackermanss-Stutt^5t.)

»ck) Nachdruck verboten.

TVr nächste Tang war die Francaise. welche Hilde dem Mar- ont* ;naosagt halte. Er hatte sich inzwischen seinen Schlachtplan Mrechlgclegt. Wegen der seiner Meinung nach veränderten Situation wollte er eine neue Taktik versuchen, damit ihm durch längeres Zögern nicht der goldene Preis vor der Nase wegge­schnappt würde.

Er Seilte sich daher, Hilde, die umringt von einer Schar von Herren, bei ihrer Tante stand, aufzusuchen. Lange ehe der Tanz seinen Anfang nahm.

Welches Glück, verehrtes gnädiges Fräulein, daß endlich die'e Francaise gekommen ist!" sagte er, ihr zugleich ehrerbietig, doch mit dem Recht des alten Freundes den Arm bietend.Ich konnte kaum den Augenblick erwarten, der mir allein diesen Ball wichtig und interessant macht."

Diese Behauptung ist sehr schmeichelhaft für mich. Herr Marquis, doch kann ich sie in Anbetracht des vielen Schönen und Interessanten, was uns hier geboten wird, kaum für ernst halten", wehrte Hilde lächelnd ab.Ich nehme Sie nur für eine der liebenswürdigen Phrasen, in denen Sie, wie alle Fran­zosen, Meister find." f

Mais, je vous assure mademoiselle", wenn Herr von Ney-

"mond in Affnr gener, fi« er gern in seine eigene Sprache zu­rück. besonders im Gespräch mit Hilde, die das Französische ebenso vollkommen beherrschte wie das Deutsche,ich bin noch nie ln meinem Leben so sehr ernst gewesen. Nur Sie, Cie al­lein sind mir hier von Bedeutung, nur Ihretwegen bin ich hier, o, Sie müssen das lägnst gesehen haben!"

Hilde erschrak. Was sollte das heißen? Er war ihr eigent­lich nur deshalb angenehm, weil er kein Bewerber zu sein schien. Und nun mit einem Male diese warme, bedeutungsvolle Art, mit ihr zu reden!

Doch sie wollte den veränderten Ton ignorieren. Vielleicht irrte sie sich auch, vielleicht war es nur die erhöhte Dallstim- mung, die ihn hervorgebracht hatte. Sie war an den Marquis gewöhnt durch jahrelangen Verkehr, sie hätte ihn ungern durch irgend etwas verletzt, schon ihres Vaters wegen, der ihn so sehr schätzte. Auch musizierte sie sehr gerne mit ihm. da er ein wirk­lich künstlerisches Können befaß, das in Dilettantenbreisen so selten zu finden ist. Außerdem hatte sie keinen Grund, an der Gutartigkeit seines Charakters zu zweifeln, da er sich in ihrer Gegenwart stets aufs äußerste bemühte, alles zu unterdrücken, was ihr im geringsten unangenehm hätte auffallen können. Sie selbst aber war viel zu wahr und gut, um eine solche konsequente Heuchelei für möglich zu hallen. Sie war daher gegen ihn. wie gegen alle Menschen, von jenem echten Wohlwollen erfüllt, das ein von tief innerer Frömmigkeit durchwehtes Gemüt beseelen muß. Cie war nicht imstande, irgend jemand mit Bewußtsein

| zu kränken, am wenigsten jemand, den sie lange unv nayff ! kannte.

Um das Thema zu ändern, sprang sie aus ein ander« Otos »Wie kamen Sie zu der Meinung. Herr Morqwir t«fr 4 Ihnen die Polonaise versprochen hätte? Diese Ihrerseits beweist mir übrigens garnicht. daß meine bätich Persönlichkeit Ihnen wirklich so außerordentlich wichtig sagte sie lächelnd, dabei schelmisch mit dem Finger drohend

Sie ahnte nicht, daß Sie durch diese Wendung von dem Regen in die Traufe kommen sollte, denn dieser Anknüpfungs­punkt kam dem Marquis sehr erwünscht.

O, gnädiges Fräulein, das wäre gerade das Gegenteil von Zerstreutheit. Erstens hoffte ich. dadurch selbst den Vorzug. Sie bei der Polonaise führen zu dürfen, zu erringen und dann. dann wollte ich Sie vor einem Ihnen vielleicht nicht konvenie- renden Tänzer schützen."

Hildes. Gesicht wurde plötzlich sehr kühl.

Zu dieser Vermutung lag aber doch nicht der gerinalle Grund vor", meinte sie sehr bestimmt. ..Wesh lb sollte mir Herr von Eermshosf. der nahe Freund des mir verwandten Hauses, in dem ich als Gast weile, als Tänzer nicht kcmvenie- ren? Außerdem bin ich Ihnen für Ihre sicherlich gute Absicht, mich schützen zu wollen, ja zu Dank verpflichtet, doch möchte tch Ihnen aufs nachdrücklichste versichern, daß ich sehr wohl im. stände bin, mich selbst zu schützen."

Fortsetzung folat.

'i. i jo» ji £& a-> .vtjä

Todesanzeige.

tt dem Allmächtigen hat es gefallen heute mittag um 12 Uhr meine liebe Gattin, unsere liebe Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante

Fm BiiWmcisitt tefd

geb. Dielmann

in ihrem 61. Lebensjahre nach kurzer Krankheit zu sich zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten

Die tieftrauernden Hinterbliebenen:

Bürgermeister Kessel und Familie.

Leidhecken i. den 15. Oktober 1918.

Die Beerdigung findet Freitag, den 18. Oktober, nachm. 2% Uhr statt.

Danksagung.

<ssür die vielen Beweise der Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagen wir aus diesem Wege herzlichsten Dank.

Häuser-Hof bei Ober-Widdersheim, den 18 . Ottober 1918 .

Familie Erb.

Witt

Die Sckäferstelle der Gemeinde Ober-Nosbach im Greife Friedberg ist bis zum 1. Novemver ds. 2s anderweitig zu be etzen. Geeig­nete Bewerber wollen ihre Ge­suche und Besoldungsanspriich. bei der un erzeirbnelen Stelle um­gehend einreichen.

Ober Nosbach,den 14.Okt. 191^.

Er. Lürgermeifleltl (Ydtl-Düliach:

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Am 1 Q . OUober 1918, und vcn da ab Frestags jeder Woche rüh 8 Uhr beginnend, eröffnen wrr aus unserer Grube Weckeoherm M Weckesheim den

Lokalverkauf von Rohbraunkohlen.

Direkt mit Fuhrwerk ab e?olt er olgk die Abgabe ohne Ver­bringung von Bezugsscheinen zu einer Entfernung von 7> Kilo­meter ab <"rube.

Der Preis für 1 Hektoliter = ca. 72 kg. beträgt 1,02 Di einschließlich Ko lensteuer.

Der Rohko leiwettauf auf uifferer Grube Wöl ersheim b Wolfersheim. Dienstags und Freitags jeder Woche, bleibt na wie vor fortbestehen.

Friedberg, den 9. Oktober 1918.

_ Erotzh. Berqwerksdirektion.

Kelraiitttinachmro. Weißkraut ist eingetroffen.

Es we.den vorerst beliefen: aus egebene Bestellscheine 1 ;um Preise von Mk. 10.- per Ztr. Die Ausgabe ersofft Dann, tag. den 17. Oktober, vormittags von 8 Uhr ab, aus dem Ei bahnwagen am Eilqüterschuppen.

Friedberg, den 10. Ottooer 1918.

Ler BÜrgerureifte 2. 33.: D am in.

Ke kanni mach itntt

Das Befahren der Fußsteige innerhalb der Stadt Friedberg und des S'adtieils erbckch nu bc a.ienen und leeren Handwagen, owie sonstigen zur A> na me von Lasten bestimmten Fahrgeräte hat im Laufe ter letzten Zeit einen öeiauuen Umfang angenommen, daß adurch der ,^onqerverkehr erheblich gestört und auch die erhöhten F' ßsteige beschädigt werden.

2rb bringe daher einen A szuq aus der nachstehenden ab- gedruckien Polizei-Verordnung, betr. die Benutzung der Fußsteige n der Ltadt Friedberg vom 15. Auaust 1904 lierdurch Normals mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis. daß nunmehr Ueber- treiungen hiernach unnachsici tlich uc Bestra, ung angezeig werden.

Friedberg, den 11. Oltober 1918.

Ter Vüroermeister.

2. B.: Damm.

. 8 1 -

-uc innerbalb der Stobt ^redbeig und ihrer Gemarkung an­gelegten Fußsteige, sowie alle üffffen nur f. r den Fußgänger- verlelr bestinimien Wege und Durchgänge. düifen. abge ehen v n den un en angefülrten Ausnahmen, mit von Zugtieren gezogenen Fuhrwerken und von Meffchen bewe len Laiwagen, Hand- und Schubkarren, Fahrrädem und dergl. nicht be ahren werden.

ß 3.

Das Ueberfabren der Fußsteige zum Zwecke der Einfahrt nach Hoirailen oder Grundstücken und der Aus ahrl vou solchen ist ge- stat et. so ern dies im Schritt auf dem kürzesten ^'ffege und ohne Au enthalt oe'chieht. Bei erhöhten Fußsteigen müssen, sofern kerne be ondeien Ein ährten angelegt sind, die Randsteine während des Ueffer ahrei s durch Einle en von Keilen zwischen Randsteinen und Gossen geschützt werden. Ebenso muß be m Transport großer Lasten der Fußsteig durch Belegen mit Brettern oder Dreien ce chützr weiden.

8 4.

Es ist verbo en. den Verkehr auf den Fußsteigen durch - e- we'bliche oder andere im Privatrntereffe oor-unehmende Bei» r chtungen. du ch Fe>i ieen von Gegenständen, durch das Tragen von Stöcken o er Schirmen in einer andere Per.onen gefä rdeten Pe er e und durch das führen von Hunden an langer Leine zu stören.

Ferner kann rür bestimmte Straßen oder bei be anderen An­lässen durch Anordnung der Bürgcrmttsterei verboten werden, auf den Fußsteigen in einer den Verke'.r h.ndernden Werte stehen zu bleiben oder durch Gehen in geschlossenen Reihen m einer das Publikum belästigenden Wei,e den Verkehr zu stören.

8 ö.

Außerhalb der Stunden von 5 bis 7 Uhr vormittags dürfen Gegenstavde. die durch ihre Form. Größe oder Beschaffenheit ge­eignet sind, die Vo übergehenoen zu belästigen, zu beschmutzen, zu gefährden oder zu beichädigen, wie größere Trag- und Nrarkt lo be. Koffer und Kisten, Stangen, Kamlnfegerutensilren, land­wärts baf lrche Gerä e. Werkzeuge. Vaumarenalren, Bnnke. Trsche. Kubelpfmnzen Flei chermulden und dergleichen auf den sämtlichen der Stadl gehörigen Fußsteigen weder befördert noch au^gei.ellr werden.

8 6 .

Unter der Bezeichnung Fußsteig sind in dieser Verordnung allgemein dre ausschließlich für den Fußgängerverkehr bestimm e r lußwege bis zu den Randsteinen, bezw bis zur Gaffe begrrßen, ohne Unter chred. ob di selben erhöht, gepflastert, zementiert, a phallren. geplattet oder gekiest sind oder nicht.

8 1

. ^l uro !^ cr ^ an ^^ un ^ cri liegen vorstehende Bestimmungen werden nach § 360. Pos. 9 und 10 des Reichsstraf esetzbuches mit Geld- strafe bis zu 60 Pkark oder mit Haft bis zu 11 Tagen bestra ft. Beil.: Zuteilung von Brennstoffen.

Keknttttimachling.

Bezugnehmend auf meine Bekanntmachung vom 30. Sept. d. I sind berechligl auf Vorzeigung der Kohlenauswetskarte Brennstoffe zu beziehen:

Bezirk II Nr. 9l bis 160 je^drei Zentner Kohlrn bei Gustav warz L Söl ne. G. m. b. H. Fauerbachefftraße Bezirk III 61 bis 160 je drer Zentner Briketts

b:i Kohlen -andlunq Friedr. 'Wirth, Fauerbacherstrahe.

Friedberg, den 14. Oktober 1918.

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