Die Darenfainille am Kcven?
Stockholm. 5. Ott. Stockholmer Nachrichten aus Rußland Besagen: Entgegen den Gerüchten, die von der Ententepresse
verbreitet werden, befinden sich sowohl dir Zarin wie der frühere Thronfolger als auch alle vier Tochter des Zaren am Leben. Sie werden durch besondere Ueberwachung vor jedem Anschlag geschützt. Die Sowjetregierung hat sich grundsätzlich damit einverstanden erklärt, daß die Zarenfamilie Rußland verläßt. Wegen der heftigen Kämpfe in der Gegend, in der die Zarenfamilie sich befindet, ist zurzeit nicht möglich, dem Wunsche der internierten Mädchen nachzukommen und sie in ein anderes Land zu bringen, Es sind aber Maßnahmen getroffen, damit die Zorenfamilie von dem bisherigen geheimgehaltenen Orte nach einem anderen übergeführt wird.
lUritrre Uttiintittnilgtil in den Deichsii'ikcrn.
Berlin, 7. Okt. Der Staatssekretär des Kriegsernährungsamtes v. Waldow hat vo- einigen Tagen fein Abschiedsgesuch eingereich. Eine Entscheidung darüber ist noch nicht erfolgt. Der Staatssekretär des Reichsamtes des Innern W a ll r a f hat seine Entlassung erhalten. Wie verlautet, soll der Zentrumsabgeordnete Trimborn sein Nachfolger werden.
Da Mechlkl im NkichgMMklnnt.
Berlin, 7. Okt. (WB.) Vizeadmiral Ritter von Mann, Edler von Tiechler, ist zum Staatssekretär des Reichs marine- omts, Kapitän z. See Loehlein zum Chef des U-Vootamtes ernannt worden.
WtrUe }\\ drr Lage.
Die ..Kreuzzeitung" (kons.) schreibt: „Jeder, dem des Va
terlandes Wohl heiß am Herzen liegt, wird niemals diese Stunde vergesien, in welcher er von dem Platze aus. da bis jetzt immer unsichtbar schwarz-weiß-rote Siegesfahnen wehten, die weiße Fahne sich entfalten sehen sollte." Das Blatt äußert auch seine Bedenken wegen dem Schritt der Reichsregierung und betont lebhaft die Entschlossenheit des deutschen Volkes, ^nötigenfalls bis zum Letzten zu kämpfen. „Einen schmachvollen Frieden." so führt die .„Kreuzzeitung" aus, ..einen Frieden, der Deutschland den Lebensatem unterbindet, will in Deutschland kein Mensch. In solcher Lage, wie die unsere es ist, verfällt sicherlich schwach- vollem Untergange, wer sich der Gefahr ehrenvollen Unterganges entziehen wollte. Zur Verteidigung unserer Zukunft als Natron, wird darum im Heere wie in der Heimat nach wie vor ein jeder das größte Opfer zu bringen bereit sein. Lebt so im Volk und Heer der fest entschlossene Wille, den Kamvf. wenn es nötig sein sollte, durchzuführen, bis ein Friede in Ehren und in Sicher- heit erkämpft ist, jo steht ebenso felsenfest die Zuversicht, daß dieses Ziel erreicht werden wird."
„Als der Reichstagspräsident erklärte, daß die Mehrheit detz Reichstages mit diesem Schritt einverstanden sei. hatte die konservative Fraktion sich einer solchen Erttörung zurzeit nicht «mzuschließen vermocht. Heber die Gründe für diesen Entschluß, j Lber die Notwendigkeit des Friedensangebots, seine Ausfuh. rung im einzelnem und seine Aussichten zu reden, schien ihr. bis die Antwort erfolgt ist, nicht am Platze und deshalb unterließ sie es auch, auf einer Erörterung im Reichstage zu bestehen. Nachdem der Schritt getan ist. gebietet die vaterländische Pflicht ausschließlich, alles zu tun, um den nwglichst günstigen Erfolg zu sichern."
Die „Post" (fteikonf.) steht dem Ergebnis des Friedensschrittes sehr skeptisch gegenüber. Sie erklärt, die deutschen De- mokraten hatten ihre linke Wange hingehalten. damit Wilson sie streichele. Sie werden, alles spricht dafür, einen Schlag erhalten. der in der ganzen Welt zu hören ist und der den deutschen Verständigungswahn tödlich trifft, den Wahn wohl verstanden, daß die Feinde zu einer Verständigung zu bewegen seien.
Die „Kölnische Zeitung" snatl.) äußert sich: Wenn der Kanzler erklärte, daß, solange Deutschland von der Gefahr umbrandet ist. auch die außerhalb der Mehrheitsparteien stehenden Kreise unter Zurückstellung olles Trennenden sich z'isnmmen- fchließen möchten, so hat er damit das dringendste Gebot der Stunde ausgesprochen. Die Rede ist das Fazit aus einer geschichtlichen politischen Entwicklung, deren Notwendigkeiten wir nunmehr zu folgen haben, die Ankündigung einer neuen, von Grund aus ander? gearteten politischen Zukunft. Seit dem 4. August 1914 hat ein deutscher Kanzler nicht schicksalsschwerere Worte gesprochen Die Feststellung drängt llch auf. daß, wenn auch die Welt eine andere beworben ist. nichts anders geworden ist im Wesen des deutschen Volkes, da?, verlästert wie kein anderes. doch ein Volk der Arbeit, der Ordnung und tiefen ehrlichen Friedenswillens ist.
Die „K ölnische Volkszeitung" (Ztr.) sagt: Kein
Deuteln, kein Falschen, kein Verschweigen kann unsere Feinde über die Tatsache hinweghelfen, daß sie nicht etwa der deutschen Regierung, oder einem Diplomaten, sondern dem deutschen Volke antworten. Sie müssen auf das Friedensangebot des deutschen Volkes die Antwort an das deutsche Volk geben. Wenn Ziese Antwort ebenfalls von dem Vernichtungswillen gegen das deutsche Volk beseelt sein sollte, dann werden die Feinde wie in den Befreiungskriegen 1813 erkennen müssen, welche Kräfte noch in einem um da? Dasein ringenden deutschen Volke stecken.
Die „Frankfurter Zeitung" (Demokr.) widmet der Lage eine längere Betrachtung, worin es heißt: Studiert man die beiden Noten im einzelnen, in ihren Uebereinstimmungen und in ihren Abweichungen, auch in der Verschiedenheit ihrer Abgangszeiten, so erhält wohl auch der, wie wir, auf solche philologischen Schlüße Angewiesene das richtige Bild des Hergangs. Man hat danach anzunehmen, daß noch dem Zusammenbruch und Abfall BulaarienS die österreichisch-ungarische Monarchie, die
schon vor drei Wochen mit der b<ckamtteir Note Burwns einen selbständigen Friedensversuch unternommen hatte, sich entschlos. sen hat, mit einem Wasfenstillstandsongebot zwecks Herbetfüh- rung von Friedensverhandlungen an Wilson heranzuireten und daß ein entsprechender Schritt der Türkei ebenfalls bevorstand. So vor die Frage gestellt, die Bundesgenosien ganz oder fürs erste allein Vorgehen zu lassen oder sich ihrem Schrittt anzuschließen, hat Deutschland das letztere gewählt. Es hat auch seinerseits den Präsidenten Wilson ersucht, die Herstellung des Friedens in die Hand zu nehmen und alle Kriegführenden zum Beginn von Verhandlungen aufzufordern: der sofortige allgemeine Waffenstillstand wird dann, das ist wohl zu beachten, von der deutschen Note nur gewünscht, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden — es sollen, so lange die Frage des Friedens offen und nicht mit ja oder nein entschieden ist, die Millionen der Kämpfer auf beiden Seiten und die Völker mit ihnen wenigstens davor bewahrt bleiben, daß Menschenglück und kostbares Menschenleben in Massen vielleicht sinnlos weiter zerstört werde, während die Diplomaten klug oder weniger klug mit einander markten! Der Schritt der deutschen Negierung ist, das gehört zum Bilde, nach den Worten des neuen Kanzlers „im Einverständnis aller dastr berufenen Stellen im Reich" getan worden. Die mehrtägige Anwesenheit Hindenburgs in Berlin hat ohne Zweifel diese: Aktion gegolten.
Das Blatt bekommt dann (echt demokratisch) Racheanwandlungen' Diese Schuld, schreibt es. und diese Schuldigen zu erkennen. tut not. Nicht, weil es jetzt an der Zeit wäre, zu rechten und zu strafen: die Zelt auch dafür wird kommen, aber erst nach Friedensschluß, sondern nur, um neues, schlimmeres Unheil zu vermeiden.
Das Blatt läßt dann deutlich erkennen, daß zu den „Schuldigen" auch Ludendorff gerechnet wird. Bezeichnenderweise hegt Las „Berliner Tageblatt", al? engerer Parteigenosie der „Frki. Zig", dieselben Gedanken, indem es droht, daß die Verantwortung gewisser Personen „nicht in Vergessenheit geraten würden."
Der ..V o r w ä r t s" fsoz.) schreibt endlich: „Die Ansprache des Neichstagspräsidenten. die unter den iehigen Verhältnissen einer Reaierungshandlung nahezusetzen ist. hat die Lage, die sich jetzt am Ende des Krieges ergibt, klar genug gekennzeichnet. Ihr Inhalt läßt sich knapp dahin zusammenfaffen. daß der Bund der Mittelmächte im Verfall begriffen ist, während die gegen uns vereinigten Weltmächte noch fest zusammenstehen und die langsame Rückwärtsbewegung unserer ungebrochenen Westfront trotz aller Zuversicht in ihre unerschütterliche Widerstandskraft mit Sorge bettachtet wird."
§rr Anlagan? des MinnrL'jiheir NnüAM.
Es gilt, den Tatsachen gerade ins Auge zu sehen unD die Dinge beim rechten Namen zu nennen: der Amtsantritt des
ersten Prinzen und Erben eines bundesstaatlichen Thrones als Reichskanzler bedeutet da? Ende des bisherigen, in Bismarcks Geist und Traditionen wurzelnden Deutschland und Preußen. Die Umwälzung, die sich auf dem Gebiete der Neicksoeriasiung vollzieht ist grundsburzender, die Fundamente des Bestehenden beseitigender Art: man wird künftig von der Krone Prelißens und von dem Deutschen Kaiser in ganz anderem Sinne, mit wesentlich minderem Bedeuten zu sprechen haben: und wenn etwas geeignet ist. die Tragik dieses Geschehens zu steigern, so die Tatsache, daß die Krone selbst es war. die die erste Erde auf den Sarg ihres bisherigen Wesens und Seins warf. Sie tat es, wie sie dem alten Preußen durch den Erlaß vom 11. Juli 1917 ein Ende bereitete, durch ihre Will^ntzmeinung vom 30. September dieses Jahres Tat es ungewollt, in Unkenntnis der Ausdeutung, die dieser Schritt wie jener vor Jahresfrist finden sollte. Hier wie dort ein Königswort, eine hohe und schöne Absicht der Krone mißbraucht zu niedrigem Parteivorieil, verfälscht in der Tendenz und in der Wirkung. Der Entfesselung aller nationalen Kräfte wider den äußeren Feind sollte der kaiserliche Erlaß die Bahn frei machen: er ebnete sie, wie die Entwicklung zeigt, dem Sieg des Parteihadecs über jegliche von dem Ernst der Stunde geforderte Mäßigung, dem rücksichtslosen Kampfe einer sogenannten Mehrheit gegen den inneren Gegner. Demokratisierung, Parlamentarisierung ist die Parole des Tags und das Zeichen, in dem die prinzliche Negierung steht. Mit der Spitze gerichtet gegen die dynastischen, monarchischen Grundlagen und gegen die Wehrhaftigkeit, den Einfluß und die Bedeutung militärischer Momente. Damit sind die Fundamente preisgegeben, auf denen der Bau des preußischen Staates seit dem Großen Kurfürsten, seit dem Soldattnkönig und seit dem großen Friedrich geruht hat: und für das Einreißen der Pfeiler, die, auf nunmehr schwankem Grunde eines verschwindenden Preußen, den Neichsbau tragen, für die Beseitigung des föderalistischen Charakters des Reichs, für die Mediatisierung der Einzelstaaten, für die innere Aushöhlung jeglichen Staats- und Neichsgedankens wird das innerpolitische Programm des neuen Kurses, wohlwollend gebilligt, weil bestimmend gestaltet von Herrn Scheidemann, erfolgreich besorgt sein.
Dafür freilich tauschen wir ein die großen Errungenschaften des Parlamentarismus und der sozialdemokratischen Beteiliyung an der: Regierung. Errungenschaften, über deren Charakter schon die Aemterjagd d'kser Tage, für den Außenstehenden ergötzlich zu sehen, keine Zweifel läßt. Kann etwas schneller und bündiger eine Probe des zu Erwartenden geben, als dieser potenzierte Klüngel? Da werden, vom Gelds des Steuerzahlers, das doch so kostbar war, wenn es galt, nationale Notwendigkeiten damit zu bestreiten, Heeres- und Flottenrüstunaen zu bewil- ligen, mit deren rechtzeitiger und ausreichender Beschaffung andere als die jetzigen Situationen herbeigeführt worden wären, von diesem Eelde der Steuerzahler werden Versorgungsposten geschaffen für diesen und jenen der Mehrheitshöuptlinge. der doch seinen Anteil nicht misten will an der Verteilung der Exzellenztitel und der Einkünfte. Werden in einer Zeit, wo wahrlich alles andere not täte, neue und komplizierte Aemier gegründet und organisiert und Böcke zu Gärtnern, wie Herr Erzberger, der Presiebeschimpfer, zum Presiechef gemacht. Und weil doch der Feind drohend au die Tore pocht, gerät mau in
erbittertes Feilschen um ein Anterstaatssekretärpöstchen, welch^ noch diesem und jenem und wieder einem anderen zwar nicht um das Vaterland, aber um die Partei Hochverdienten zuge. dacht ist. Solches Schauspiel bietet sich, da der Vorhang sich hebt zum Beginn der Tragödie „Das von innen besiegte Deutsch» land."
Der kaiserliche Ersaß hatte die neue Negierung ols Vev- körperung dieser Begriff« gedacht: wie sie sich darbietet, ist fit ein Spiegelbild des Parteihaders, der inneren Zwiespältigkech und der politischen Kriegsgewinnsucht. Statt der Zusammen« Haltung aller nationalen Kräfte hat sie eine Steigerung der in», neren Enfremdung herbeigeführt, hat einen Graben aufgeworfen, auf desien einer Seite die Machthungrigen und skrupellos den Vorteil der allgemeinen Nöte Nutzenden stehen, auf deren anderer die Kreise, die sich vorbehaltlos, selbst unter schweres Opfern ihrer Ueberzeugung. in den Dienst des Allgemeinwohlt zu stellen bereit waren. Mitten durch das deutsche Volk in sei. neu besten Kreisen geht der Riß, und so steht schon am Anfang des neuen Kursus als böses und unheilkündendes Vorzeichen seine Unfähigkeit, das erste und einzige Gebot der Stunde z« erfüllen: an die Stelle des inneren Haders und des Partei.
egoiZmus die allgemeine Erkenntnis von der NotwendigkeÄ fcu dingungsloser nationaler Pflichterfüllung zu setzen. Aus den dumpfigen Niederungen der Parteileidenschaft ist er emporqe- stiegen: ihm fehlt darum die fortreißende Kraft innerer mora- lischer Stärke: und schwerer Sorgen voll nur kann das deutsch- Volk seinem Wirken entgegensehen.
Klm-gkbnng dkg Snndeg der §andmr!k.
Der Ausschuß des Bundes der Landwirte hat folgende Ent. Schließung gefaßt:
„Wir stehen in ernstestem Kampfe um Deutschlands Zu. kunft. England hat den Vernichlungskampf gegen Deutschland heraufbeschworen, weil deutsche Kraft und Tüchtigkeit seinen auf Deh-rrschung und Ausbeutung der Welt gerichteten Plänen im Wege standen. Wir müsien in diesem Kriege alles einsetzen, um zu einem Frieden zu gelangen, der unsere wirtschaftlich» und politische Freiheit und Sicherheit und damit die Freiheit der Welt verbürgt.
Statt alles daran zu setzen, um die gesamten Kräfte, da- Tun und Sinnen des deutschen Volkes allein diesem Ziele zuzuführen und es so stark zu machen, um diesen Kampf um Sein oder Nichtsein zu bestehen, hat die Demokratie die Zeit dieser ernstesten Not des Vaterlandes benutzt, um ihre eigennützigen Ziele zu verfolgen, und hat dadurch zur Schwächung unserer inneren und äußeren Front beigetragen.
Aus dem Werdegang Deutschlands ergibt sich, daß die jetzt gebildete parlamentarische Regierungsform Deutschland nicht zum Heile gereichen rann. Deutschland und Preußen sind groß geworden durch die gemeinsame Arbeit ihrer Fürsten und Völker. Nur in einer kraftvollen verfasiungsmäßigen Monarchie ist die Stärke unseres Vaterlandes für alle Zeiten gesichert.
Die sozialdemokratische Zwangswirtschaft in unserer Er- nährunpspolitik wirkt hemmend auf die Arbeit der. Land- wirte und aller schaffenden Stände, verteuert und vermindert die Versorgung der Verbraucher. Deshalb fordern mir tm wohlverstandenen Interests unseres gesamten Volkes ihren all. mählihen Abbau, mit dem sofort zu beginnen ist. Der An- trag Rcesicke weist die Wege hierfür. Es ist widersinnig, auf der einen Seite dem Volke weitgehende politische Rechte zu geben und gleichzeitig diejenigen Stände, auf welchen sein Dasein und seine Kraft zum Durchhalten beruht, in uner- ttäpliche Fesseln zu schlagen.
Mehr denn je erwächst den schaffenden Ständen in Stadt und Land die Pflicht, den engsten Zusammenschluß zu suchen, um die Grundlagen zu verteidigen, ans denen des Vaterlandes Kraft nach innen und außen beruht."
Wie man i» Wischnd reift.
Ueher die Zustände in dem nach sozialistischen Grund« sähen regierten Rußland schreibt man uns:
„Von einem wohlwollenden Gegner der Bolschwiki-Re* gierung, einem ukrainischen Geschftsmann Herrn S., der nach Großrußland reisen wollte, wurde auf unsere Frage, ob denn das jetzt überhaupt möglich sei, folgendes erwidert: Möglich ist es schon, nur darf man keine irgendwie wert* vollen Sllchen und kein Geld bei sich haben; man mutz seinen schlechtesten Anzug anziehcn.
Sodann gab er folgende Erlebnisse zum besten, die verschiedenen Herren Mstießen, die diese Warnung nicht beachtet hatten. Ein Herr A. wurde zur Teilung seiner 6000 Rubel mit vier „Reguiranten" veranlaßt. Er selbst behielt „redlicherweise" 1200. Bald darauf niachte sich der so Be* stohlene gleich zusammen mit fünf anderen Herren an die Ausführung einer ähnlichen Requisition. Diesmal handelte es sich um 42 000 Rubel. Die „redliche" Teilung ergab für A. 7000 Rubel. Die Bilanz der Reise war demnach recht günstig für A. 2200 Rubel Reingewinn.
Herr B. steigt mit einem Pelz in ein Abteil. Ein muskulöser Herr C. requiriert den Pelz. B. bittet C., ihm wenigstens im Austausch seinen Mantel dafür zu geben. Tie Bitte wird großmütig gewahrt. Als C. noch immer tief- betrübt und frierend sich in sein Hotel begibt, findet er in der Tasch des Mantels 55 000 Rubel. Für den großmütigen Herrn C., der Herrn V. diesen kostbaren Mantel geschenkt, gilt der Trost: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Der Herr war in der Eile nickst dazu gekommen, den gestohlenen Mantel zu untersuchen.
Unser Gewährsmann Herr S. meint, es wäre wohl bester gewesen, die Deutschn hätten in Großrußland ebensolch Ordnung geschaffen wie in der Ukraine, ehe sie Frieden schlossen. Kein Zweifel sei aber daran, die VoUchewiki- Herren wären — Idealisten. Unter Kerenskr sei s überdies nicht viel anders hergegangeru


