Ausgabe 
5.10.1918
 
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dingungen erfolgt am 4. Oftober in der Sobranje. Ueber die Friedensbedingungen verlautet folgendes:

1. Demobilisierung de? bulgarischen Heere? bis auf eine, nach anderen Mitteilungen zwei Divisionen. Die westlich des Meridian von Skopie befindlichen bulgarischen Truppen wer­den in Kriegsgefangenschaft uberfuhrt.

2. Räumung aller seit 1915 besetzten ftcmden Gebiete, doch erhalt Bulgarien voraussichtlich die .Dobrudscha bis Kabanin. Die mazedonische Frage bleibt offen bis zu dem allgemeinen Friedenskongreß

3. Abzug aller Deutschen und Oestcrreicher binnen 4 Wochen.

4. Die Unverletzlichkeit Altbulgariens wird garantiert, ebenso seine Souveränität.

Starn M Mail SchrmkW.

Bukarest 3. Oft. (WB.) Ueber die Ereignisse in Bulga­rien^ schreibt das RegierungsblattSteagul" unter der Ueber- schriftDer Zwischenfall Malinow":Die tiefliegenden Ur­

sachen dieses Zwischenfalls sind noch ein Echeimni?. Die Er­müdung allein kann den von Malinow obne die Zustimmung des Königs gemachten Schritt nicht rechtfertigen. Die Rasch­heit. mit der die österreichisch-deutschen Kräfte in Sofia ein. marschiert und an die Front gerückt sind, ist ein Beweis, daß man in den polnischen Kreisen Wiens und Berlin? schon lange den Verdacht hegte, daß sich in Bulgarien zweifelhafte Dinge xutragen. Die gestern eröffnete und gleich wieder darauf ge­schloffene Sobranfe konnte keinerlei politischen Fingerzeig über Ite tatsächliche Lage in Bulgarien geben. Mir wiffen nur so­viel. daß der Generalissimus der bulgarischen Armee den Vor­schlag des Waffenstillstandes mißbilligt und erklärt hat. daß die Vulgaren an der Seite der Mittelmachte kämpfen würden.' Die Bulgaren werden sich jetzt an das Sprichwort erinnern müssen, daß es nicht gut ist. sich zwischen zwei Stühle zu sehen. Die I Bulgaren wiffen beute, daß man von ihnen verlangt, ihr Land ftlle Krieasschauplatz werden. Es ist nicht unsere Sache, die > f° U f tlt > f« die sie sich entschließen werden, zu billigen oder zu ' tadeln. Wie sie sich betten werden, so werden sie liegen.

^ie Friedrnsbestrebnngerl.

Die englische Antwort an Durian.

Die Antwort der englischen Regierung auf die letzte Rote des Grafen Durian ist in Wien eingetroffen. Dem Vernehmen O?* ^ die Rote in höflichem Ton gehalten und fordert die österreichisch-ungarische Regierung auf. ihre Friedensvorschläge naber zu präzisieren. In Wiener politischen Kreisen wird be- haup^l. dich in nächster Zeit Professor Hofrat Lammasch mit der Mission betraut werden wird, ein Memorandum über die 14 Punkte Wilsons au?zuarbeiten. Das Memorandum soll Kann dem Präsidenten Wilson übermittelt werden.

Ein Friedensschritt Hollands.

Verschiedenen glaubhaften Nachrichten zufolge bat Holland einen erneuten Schritt zur Friedensvermittlunq unternommen.

mas ma * teö an der Meldung ist. daß die Mittelmächte selbst ^eine neue Friedensoffensive" vorbereiten, wissen wir ntcht.

Genf. 4. Ott. DerTemps" meldet, daß die Verbündeten über einen Antrag einer neutralen Macht verhandeln, der am Z Oktober eingegnnaen sei.

Amsterdam. 4 . Oft. Die Blätter melden, daß die «ritsche*.

samen FamiNe des Völkerbundes' keine Verbände, oder besondere Abmachungen und Verständigungen geben. Vier- tens. es kann, und das geht mehr ins einzelne, keine besonderen wirtschaftlichen Kombinationen innerhalb des Bundes geben und keine Anwendung irgendeiner Form eines wirtschaftlichen Dopkotts oder Ausschusses, abgesehen Von der im Völkerbund selbst als Strafmaßregel verhängten Ausschließung von Welt­märkten. die als Mittel der Disziplin und der Kontrolle dienen. Fünftens, alle internationalen Abmachungen und Verträge jeder Art müssen der ganzen übrigen Welt bekannt gegeben werden. Son-derbllndnisse und wirtschaftliche Rivalitäten und Feindschaf­ten sind in der modernen Welt eine ergiebige Quelle von Plä­nen und Leidenschaften geworden, die zum Kriege geführt ha­ben. Es wäre ein unaufrichtiger und unsicherer Friede, der das nicht durch bestimmte Formeln ausschlösse.

Die Nachsicht der Z. G. G.

Ueber die Kriegslage.

Basel, 3. Okt. Zur allgemeinen Kriegslage schreibt der militärische Berichterstatter derBasler Nachrichten" Oberst Eg l i. unter anderem:

Die Schlacht, die jetzt in Frankreich geschlagen wird, ist nicht nur die größte, sondern auch eine der blutigsten des Welt­krieges. Man hat den bestimmten Eindruck, daß die Alliierten unter Einsatz aller verfügbaren Kräfte versuchen, noch vor Ein­bruch der schlechten Jahreszeit eine Entscheidung wenigstens so weit herbeizuführen, daß sich Deutschland während des Winters nicht mehr erholen kann und der Frühjahrsfeldzug 1919 in kur- zer Zeit den endgültigen Sieg der Alliierten bringen wird. An- ers laßt sich dieser unentwegte Ansturm gegen die deutschen Stellungen unter Einsatz gewaltiger Massen und ohne Rücksicht auf die großen blutigen Opfer nicht erklären.

Nur an einz-lnen Stellen, wie z. B. zwischen der Aisne und Marne, an der Somme, in der Woevre und zuletzt in Flandern ist es den Alliierten gelungen, den Deutschen durch überraschende Vorstöße größere Schlappen beizubringen, die aber doch nicht den Umfang annehmen wie die englischen und französischen Nie- derlaaen in der Picardie am Damenweg usw. Immer konnte die deutsche Führung den Einbruch abriegcln. Zu einem Fu- rmfnuten der deutschen Massen kam es nie. Alle anderen Kampfe haben dagegen den Charakter eines äußerst zähen -Ingens um jedes Stück deutschen Schützengrabens, das für die Angreifer unzweifelhaft verlustreicher ist als für die Verteidiger Aus manchen Anzeichen läßt sich erkennen, daß die deutsche Ober.te Heeresleitung noch lange nicht alle Trümpfe ausgespielt hat Die ganze Kampfweise macht den Eindruck des Hinhaltens und de? Bestreb-nz^di- f-indl.chen Streitkraft« festznhallen und imier möglichst a-ringem Einsatz eiaener Kampfmittel auf,»- brauchen Die Beobachtungen, die ich in der letzten Woche tn und hinter der deutschen Front gewacht habe, machen mir dlese Moglichkeit sogar wahrscheinlich. Was Ich an den letzten Tagen an er ,^ront gesehen habe, läßt mich erwarten, daß der deutsche Soldat wie bisher feine Pflicht auch gegen die Uebermacht tun wird, »erner wird die milttärüch« Führung gewiß nicht uer. sogen dagegen muh das Hinterland der Mittelmächte seine in- ner« Festigkeit zurückgewinnen. um den Herhststürmen wider, stehen zu können."

Die neue Drgiernng.

dende Vorbereitung zu einem Friedensschritte der Niederlande in der Sitzung des niederländischen Staatsministeriums am Istz- ten Montag stattgefnnden habe. Der Schritt der niedsrlän. bischen Regierung bestehe in der E i n l a d u n g an die Krieg­führenden, rhre Bedingungen zu einem gegenseitigen Mer- nungsaustausche bekannt zu geben.

DieTimes" schreiben, daß der holländische Gesandte am Frmtag mittag von Lloyd George empfangen wurde. Unmit- telbaT" darauf wurde ein Ministerrat einberufen. DieDaily *7* *5 ei6cn: tlrohe Friedevsmomente werden die

englische Rote an Oesterreich-Ungarn, die Note der Niederlän- der an die Krieafübrenden nnd hoffentlich die bevorstehende Rede des neuen deutschen Reichskanzlers im Reichstage fein.

Lkond Georg« und Lansdowne.

Tlt -D°il" Mail" schreibt zu den be- «orsteb'nden Besprechungen Llopd E-orge- mit Lord Lans-

TL"'* 5 !'* ^^°chung°n werden an den Frtedensbedinaiwaen nichts ändern, aber es ist möglich, daß beide Männer ihre An- stch'en nochprülen, und daß wirns dem Ideal einer gemein- samen Leitung der beiden hervorragenden Männer nähern.

prooramm wilions.

Wortlaut der jüngst von dem ameriknischena Präflden- Z%Z^ a, ! ene r Me ' itm et M mit dcn Friedensbedingungen S °°' Klipp und klar erliärte er, daß

D-Ekand f"bnndeten keine Berständigung wollten"

Deut ckand deutet fortwährend di- Bedingungen an, di- ez ^unehmen bereit wäre, und erfährt immer wieder, daß die A ..tkeine Friedensbedingnngen haben wolle. Sie will den

£?Ä Sr»?,- 4 * 1 und anständigen s-n-

SelbbnetftSndlich versteh, ernter Kerechttakeit nur das ^nas die Entente gmecht nennt. Sein Ftiedenzprogramm faßt. tt in folgenden Sätzen zusammen:

Erürns. ein« unparteiisbe Gerechtigkeit darf keine Unter- Wm* hfren Eins^ließen. gegen die wjr gerecht zu

Ür fenen i,1e Ir,r nicht gerecht zu fein

»üv'ch-n. Cs muß eine Gerechtigkeit sein, die keine Begünstig. M,« kennt und keine vermiedenen Maßstäbe, sondern gleiche Rechte für die verschiedenen in Bedacht kommenden Volker.

Zweitens, kein besonderes oder aboetrenntes Interesse Ersenreiner einzelnen Nation oder ein« Gruppe von Nationen, da- m,t dem gemEinfamen Interesse aller unverträglich ist. kan, m Grundlage irgend eine, Teile, des Abkommen, ge. werden. Dritten,, e, kann in der allsemeiaen aemein-

Berlin, 4. Okt. (WB.) Die Reichstagscrb geordneten Scheidemann, und Erzberger sind zu Staatssekretären ohne Portefeuille ernannt worden. Auch dre angekündigte Ernennung des Reichstagsabgeordneten ^auer zum Staatssekretär des neu zu errichtenden Reichs, arbertsamtes ist heute erfolgt. Ter zum Staatssekretär des Auswärtigen Amtes (an Stelle des nun doch zurückge- tre.enen v. Hintze) ernannte Staatssekretär Dr. Solf wird sich, wie wir hören, auch in seiner neuen Stellung während ter ^auer des Krieges von seinen bisherigen Ressorts nicht trennen dessen (s;esch)äste von dem Unterstaatssekretär Dr. (M e i m geführt werden sollen.

^ Die Rationallibcralen haben das Programm der Mehr- hett angenommen. Dr. Friedberg wird wahrscheinlich Präsident des preußischen Staatsministeriums werden.

Ob man dem neuen Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf parlamentarischen Unterstaatssekretäre bei- geben wird, ist vielleicht noch nicht entschieden. Genannt werden für den Fall die Abgeordneten Konrad Haußmann und Tr. David.

Eine Mnhnnng nn die Keimt m dem Felde.

Aus einem Feldbrief:Leider habe ich wieder viel

Elend mitansehen müssen. Ich bin seit einigen Tagen in einem größeren Dorf, das gestern geräunit werden mußte. Es ist schrecklich für die Leute, ihr Hab und Gut verlassen zu müssen, ohne es je wieder zu sehen. Ich wohnte bei einem Gärtner, einem älteren, einfachen, sch>cinbar sehr anständigen Mann- von seinen beiden Söhnen, die französisci^ Soldaten sind, hat er seit August 1914 nichts mehr gehört. Seine Frau war schon vor dem Kriege tot, seine Tochter ist durch eine Fliegerbombe getötet worden. Dieser Mann hat also auf dieser Welt nur noch sein Häuschen, das er mit bitter verdienten Ersparnissen kurz vor dem Krieg gebaut hatte. Daß einem solchen Manne durch die Räumung sein Letztes, das ihm noch ein bißcl>en Lebensfreude bot. genommen wurde, dürfte klar sein. Mit einem Bündel auf dem Rücken zog er weinend von dannen. Vor einigen Tagen kam eine Frau halb verrückt durch die Straßen gelaufen, die ihr 5jährigeS durch eine feindliche Granate vollkommen auseinander- gerissenes Kind in ihren Arnien trug. Wir können wahr­haftig glücklich srin, daß unser Vaterland nicht hcimgesncht wird, durch diesen Krieg. Das sollten unsere Leute zu Hause beherzigen und wirtlich endlich einmal anderer Stimmung werden. Das ist ja ein Jammer, wenn man hier hört, mr es z» Hause zugeht!"

3 - ® ®- bisher alles mögliche rmcW,,.. oSn noch niemals, daß sie von besonderer Langmut wär/l mso mehr erregt ein Fall Aufsehen, der sich dieser Toee j Pforte m

- ba7t ^ »°bri'an. - «mutt!* «£

Satte eine Geschäftsreise nach der Ukraine nntern°mm-n und

7 C 7 e " ? r « n n0? H°us- «esandt, die alspersönlich^ Effekten. Bücher nsrv." bNeichvet lvai-en Tw» *

in Pforzheim geöffnet n7d a,^

nnlnettianb beschlagnahmte bTe S°/ung, iZn

aÜhT' ^ 3Cn ^ aIeitTfQUrS8en0fTBtlWaft die Fre"

ßßbe an. Dem Kommunalverband oelana es für La^^rp^» r-

den Kinderhort, das WaisenbavZ und LtVin^Zl, \ ?

fiauh"», 66 60 ,^"^enswert es ist, daß Lebensmittel !nz

Land gebracht werden, so darf das doch nicht zugun'ien eintel- nei Familien namentlich nicht in solchem Maßstab a-kchehen Nllgeme.n fragt man sich erstaunt, warum ist die Z « r?* "^lichtig, da sie sonst unerbittlich sede Kleinia-

D 'Wnahmt die ohne ihr Zutun über die Erenze kommt. Die Pforzhenner Lokalpresse ist ob dieses Falles ganz rebelliich geworden. Ruhig ble.bt bei alledem nur die Z E, E die a vom seher etwas olympisches an sich hatte und auch heuie noch durch nichts aus der Fassung gebracht werden kann. Trotzdem ,rd sie wohl Nicht umhm können, doch noch die Frage zu be­antworten, warum dem Pforzheimer Fabrikanten in so großl-m Entgegenkommen eine Ausnahme zugebilligt wurde, wt- si,s s nst in ihrem Eeschastsbereiche noch nicht erlebt wurde.

Woh'n die IWNßöWirkkchlilt führt.

Wozu die Jagden auf dt- Hamster führen können, wurde auf einem Klcinbahnhsfe tm sogenannten Münsterland, der Provinz Westsalen entdeckt. Bei der Entleerung des Aborts

<5 l r 6 't !!! ' n!! BOn ^-b-nsmitteln. wie Eier, Sp.uk. Wurste Butter nsw, zutage gefördert, di« in der Angst vor dem auftauchenden Gendarm schnell dem Bahnhofabort überliefert worden ssnd Eine andere Erklärung ist nicht denkbar.

Also Nicht allein, daß durch das unsachgemäße Lagern kn den Kriegsaesellschaften die Waren waraonweise verderben, auch auf die ooen geschilderte Weise kommen di- gesuchten und be- gehrten Lebensmittel uml

Vom Felde

der Ehre.

Weckesheim. Der Gefreite Hugo Ewald wurde mit dem Eiserner, Kreuz zweiter Klasse au-gezeicknet. Wir gratul,erenl

Ans der Keirnat.

Friedberg. Zur Brot frage. SelbskverständNH war unser gestriger Artikel nicht gegen die Allgemeinheit dn hiesigen Bäckernlpister gerichtet. Wir bekämpfen das System, das verordnet, daß 30% Kartoffelzujatz dem Brot beigemischt werden müssen. Daß bei genügender Sorgfalt und wenn die Streckung nicht zu sehr ausgedehnt wird, ein ganz gute- Brot gebacken werden kann, davon hat uns gestern eine hiesige Bäckersfrau überzeugt. Es ist dabei noch lobend in Betracht zu ziehen, daß der Mann dieser Frau im Felde steht und die Frau mit einem Lehrling allein das Brot backen muß. Leider ist diese Sorgfalt nicht überall zu finden und deshalb sollte die Streckung mit frischen Kartoffeln überhaupt hiw wegfallen.

Friedverg. 5. Okt. (Theater im SaalLau.)' Es f<* hiermit nochmals auf das Gastspiel des Wandertheaters de- Stellv. Generalkommandos 18. A.-K. am Sonntag, den 6. Okt.. abends 8 Uhr im SaalLau aufmerksam gemacht. Die selb- grauen Bühnenkünstler, welche hier bei ihrem früheren Auf­treten mit dem StückTreue um Treue" großen Erfolg er­rungen haben, werden sicher auch mit der Aufführung vov

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