Nummer 334 Tii yklMS h )°
Samstag, den 8. OKtoder 1918
11. Jahrgang.
Dtp ..Z enr Gayeo,eitnng" eiitfjemt ]eDen Werllar. Recelmaßrge Beilagen ,.0er Rauer aus Hessen". ..Zie Spinnssube". Se?«gspreis: Bei den Posta,Walten oiecrelräljrUcti '.»Kt. 2.7- ^in.^u tritt noch Das Bestellgeld: Hei Den Winter. monatlick 1.00 Mt einschließlich Trägeriobn. Anzeigen: Grundwerte 25 Psg.. lokale 20 Prq^ Anzeigen von auswärts werden Durch Bo.tnachna ■ m* erhoben. EnüllünasoN KrteDbercu ödtriftleittuin nnd A-rlan Trieöberq freuen), ^.anauerstraße 12. Fern-vrecker 48. Post, Yeck-Lanto Rr. 18 .»g. int Froatfurt a. M.
Die W«M«z MmK VA? Kchmk«.
Sein Sohn Sons als Nachfolger. — Das Dingen im Westen, erfolgreiche Abwehr. — Rückwärtige
Bewegungen in Albanien. — Damaskus von den Engländern beseht.
Der deutsche Generalstab r —.. meldet: . —==== »
W. T. K. Großes Aarrplqnartiev. den 4. Oktober Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
In Flandern griff der Feind mit starten Kräften zwischen | Hooglede und Roeselare an. Beiderseits der Straße Staden- Roeselare drang er in unsere Linien ein. Bayerische und rheinische Truppen warfen ihn in schneidigem Gegenstoß wieder zurück und machten hierbei etwa 100 Gefangene.
Bor Cambrai nichts Neues- Teilkämpfe südlich von Au- beuckeul und bei Provrll«, in denen 70 Gefangene eingebracht wurden.
Heeresgruppe Boehn.
Auf breiter Front zwischen Le Gatelet und nördlich von St. Quentin setzte der Engländer erneut zu einheitlichem Durchbruchsversuch an. Beim ersten Ansturm gelang es dem Gegner. Le Catelet zu nehmen, bis Beaureavoir und Monlbrehain vorzustoßen und in Eequohart einzudringen. Beiderseits von Le Gatelet warfen wir den Feind wieder in und über feine Ausgangsstellungen zurück. Teile der Reserve-Infanterie-Negimen- ter 90 und 27 unter Major Goder. Rittmeister Freiherrn von Wangenheim und Oberlentnant Sleuner, sowt» Batterien des 2. Earde-Feldartillerie-Regiments und des Feldartillerie-Regiments 208 zeichneten sich hierbei besonders aus. Beaurevoir wurde wiedergenommen. Umfassend angesetzter Angriff sächsischer, rheinischer und lothringischer Bataillone brachte un? wieder in den Besitz von Montbrehain. Sequehart blieb nach wechselrollem Kampfe in Händen des Feindes. Am Abend folgten starkem Feuer südlich von St. Quentin feindliche Angriffe, die vor unseren Linien scheiterten.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Auf dem Rücken und an hen Hängen des Chemin des Domes dauerten die heftigen Vorpostenkämpfe auch gestern an. Stärkerer Angriff der Italiener wurde abgewiesen. An der neuen Ai-rne- und der Kanalfront nordwestlich von Reims stehen wir überall in Eefechtsberührung mit dem Feinde.
In d>.-r Champagne griff der Franzose mit teilweise frisch eingesetzten französischen und amerikanischen Divisionen auf breiter Front zwischen der Suippes und Aisne an. Seit Beginn der Schlacht östlich der Suippes und bei St. Marie ä Py im Kampfe stehende westfälische und Jägerregimenter schlugen auch gestern wieder alle Angriffe des Feindes ab und machten hierbei mehr als 106 Gefangene.
Nördlich von Somme-Py gelang es dem Gegner, auf dem Höhenzuge zwischen St. Etienne und Somme-Py, dem Meißen Berge und der Medecch-Höhe Fuß zu fassen. Im Gegenangriff warfen wir den Feind über die Höhen zurück. Kleine Franzosennester sind zurückgeblieben.
Auf der Front zwischen Orfeuil und der Aisne sind die Angriffe des Feindes vor unseren Linien gescheitert Südlich von Liry und südwestlich von Monthois kam es hierbei zu besonders heftigen Kämpfen. Regimenter der Garde und aus Pommern. Rheinländer und Bayern warfen den Feind hier völlig zurück. Im Verein mit bayerischen Pionieren wurde dem in Challe- range eingedrungenen Gegner der Ort wieder entrissen. Auch gm Abend wiederholte Angriffe scheiterten.
Heftige Teilangriffe des Feindes zwischen der Aisne und dem Argonn-er Walde wurden abgerviefen.
Wir fchosien gestern 25 feindliche Flugzeuge und 7 Fesselballone ab. Leutnant Jacobs errang feinen 35., Bizefeldwebel Doerr seinen 30. Luftsieg.
Der Erste t^enerasouartiermeister: Ludenborff.
er jetzt auf seinen, Geldsack sitzt, Der spart für den Feind Mer Kriegsanleihe zeichnet, Spart für seine Binder,
Aürndbericht.
Berlin. 4. Oft., abendz. Amtlich,) Heftige
Angriffe des Femocs beiderseits von Roeselare. nördlich vcn S1. Quentin, am Ehemin des Dames und in der Champagne wurden a b g e w i e f e n.
Zwischen den Argonnen und der Maas sind erneute Durch- bruchtzrersucke der Amerikaner gescheitert.
Der österreichische Generalstab . meldet: ===-]
Wien, 4. Oft. (233123. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:
Ital'entscher Kriegsschauplatz: Ein durch Artillerie unter
stützter Angrnf italienischer Sturmtrupps auf Stellungsteile in Iudicarien scheiterten im Handgranatenfeuer unserer Besatzungen
Albanischer Kriegsschauplatz: Die Rückverlegung unserer
Gefcchtsfront vollzieht sich plangemäß ohne Störung durch den "ackrückenden Feind Am 2. 10. bombardierten zirka 30 Einheiten feindlicher Seestreitkräfte und eine größere Anzahl feindlicher Flieger durch zwei Stunden die Stadt und den Hafen Durazzo. Der Sachschaden lst unbedeutend. Der Versuch des Gegners, mit Torpedc-sahrzeua.cn und Gleitbooten in den Hafen einzudringcn, scheiterte an der Abwehr der Lapdnerteldigung und eigener Seestreitkräste, wobei ein feindliches Gleitboot in Grund geschossen wurde.
Der Ehcs deö GrneralsiabeS.
Die Abwehrschlacht.
Berlin. 3. Okt. (91323) Der Frontberichterstatter des Wolffbureaus meldet: Der 1. Oktober ist für die verbündeten
englisch französisck belgisck cn Truppen eine große Enttäuschung gewesen. Wo sie angrissen. wurden sie unter schweren Verlusten abgewiesen. Anfänglicher Geländes,ewinn wurde durch den schneidigen Gegenstoß deutscher Bataillone sofort wieder wett gemacht. Wenn der Feind auch noch nicht zu großem einheitlichen Angriff ansetzte, so waren die Einz-lkämpfe doch mehr erbittert und die gegnerischen Angriffsziele weit gesteckt. So sollte z. V. ein belgischer Eingriff noch Eefang.nenaussagen Kartemark erreichen. Er kam nicht einen Schritt vorwärts und kostete die 2lngreifer außer blutigen Verlusten 5 Offiziere und 82 Mann als Gefangene Dasselbe Mißgeschick erlitten die Versuche der Belgier, auf Roeselare durchzustoßen. Trotz der starken Artillerieuntersiützunq wurden drei Angriffe hintereinander von den tapferen Badensern und Rheinländern abre- wiesen. Glänzend bewährte sich dabei wieder die Artillerie, die unmittelbar hinter der Infanterie ausfuhr und durch Treffer in geschlosiene Kolonnen dem Feinde schwere Verluste zufügte. Bei dem letzten Eingriffe in diesem Abschnitt waren auch englische Tanks beteiligt, von denen einer durch einen Volltreffer zerstört und die anderen zur Umkehr gezwungen wurden. Es gelang den (Engländern, in den Vormittagsstunden das Dorf Ledegen von Norden umfastend zu nehmen Erst als der Feind auf 100 Meter heran war und das einzige Maschinengewehr durch den Tod des wackeren Schützen ausfiel, wurden die Protzen herangerufen. Es gelang, ein Geschütz noch zurückzubringen: d'e anderen mussten zurückgelasten werden, va die Pferde gefallen waren. Sie wurden jedoch bei der Rückeroberung des Ortes Ldegen zurückgewonnen. Der Gegenangriff wurde gegen und über den Ort hinaus vorgetragen. Weiter südlich hatte der Feind ocrübergehend auf einer wichtigen Höhe Fuß fasten können. Ein sächsisches Regiment führte einen glänzenden Gegenstoß durch und brachte die Höhe wieder voll in deutschen Besitz.
Ter deutsche Widerstand.
Rotterdam, 3. Okt. Der Korrespondent der „Times" schildert den starken Widerstand der Deutschen südlich von Cambrai. Außer 9 Divisionen wurden Llbteilungen vcn Scharfschützen und Maschinengewehren gestern dort auf je 10 Meter eingesetzt. Den ganzen Tag hindurch wurde der Widerstand immer stärker, und es wurden immer wieder neue Truppen herangcbracht, was schließlich zu Gegenangriffen führte. Die Kanadier schaffen, bis rhre Gewehre und Maschinengewehre heiß geworden waren, und wichen dann zurück, bis auf das Gelände, das sie früh am Tage gewonnen hatten.
Die ffrnbfldiiffpi Den Ciinliirdicn.
Karlsruhe. 4. Okt. Der „Matin" meldet, daß di« Fernbr schießung von Dünkirchen und Umgebung systematisch forL- gesetzt werde. Alle fünf Minuten erfolgten Einschläge. Metzr als 60 Granaten sind bisher auf die Stadt gefallen.
Der Seekrieg.
Ein englisches Kanonenboot gesunken.
London, 3. Okt. (WB.) Reuter meidet amtlich: Am 30. September sank ein englisck)es Kanonenboot infolge eines Zusammenstoßes mit einem Handelsschiff. Ein Offizier und 52 Mann werden vermißt.
Berlin, 4. Okt. Die Meldung schwedischer Blätter, daß das gesunkene schwedische Kanonenboot „Gunhild" auf eine deutsche Mine gelaufen sei, ist unzutreffend. Ebenso unzm treffend ist die von Branting im „Sozialdemokraten" gebrachte Meldung, daß das genannte Kanonenboot kurz vor dem Unglücksfall deutsche Torpedoboote beim Minenlegen an der kurz vorher gesäuberten Stelle überrascht habe. Jetzt gibt auch das schwedische Marineministerium zu, daß die „Gunhild" nicht auf eine eben neu gelegte deutsche Mine gelaufen fei.
Haag, 3. Okt. (WB.) Meldung des Haager Korrefpon- denzbureaus: Wie verlautet, hat der Abgeordnete var-
Vorrt van Zij wegen der ernsten Unregelmäßigkeiten, die an Bord des Hospitalschiffes „Koningin Regentes" vorge^ kommen sein sollen, einen schriftlichen Antrag an den Marine- minister gerichtet.
Mßiche KrikßsjlW in da ökiiWkki NarM.
Berlin, 4. Ott. (MB.) Das russische Großkampfschip ..Wolja" und eine Anzahl im Laufe des Krieges fertiggesiell»ei Einheiten, die bisher unter deutscher Aussicht standen, find von uns besetzt worden. Die verbündeten Strcitkräfte im Schwarzen Meere erhalten dadurch zum Schutze der Meerengen eine rech erhebliche Verstärkung. Der Scbritt fand im Einverständnisse mit der Regierung in Moskau statt.
Pairaobus non drn ssünliindan lirstlch
Nach englischen Berichten haben die Engländer die Stadt Damaskus eingenommen und dabei 7000 Türken ge* fangen genommen.
dks Königs uon chllllnr'klk.
Sofia, 4. Okt. (WB) König Ferdinand hat gesterr zu Gunsten des Kronprinzen Boris abgedankt. Könitz Boris trat die Regierung an.
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Dieser Schritt des König? macht feine Haltung nicht klarer. Es ist kaum anzunehmen, daß er von d«n Vorgängen in feinem Lande nicht vollständig unterrichtet gewesen sein soll. Trotzdem besuchte er kurz zuvor seinen Dundesgenosten und lauschte mtt deren Fürsten Vruderküste. Und noch in den Tagen des Abfalles drahtete er nach Berlin und Wien und versicherte Bun- destreue. König Ferdinand scheint sich den deutschen Prinzen anzurerhen, die im Ausland sehr bald shre Rationalität oe* gessen und lediglich an ihre eigene Person denken.
Rücktritt Malinows?
Berlin, 4. Ott. Es verlautet nach dem „Lokalanz.*, daß der bisherige bulgarische Ministerpräsident Malinow zurückgetreten sei. 2luch die neuesten Nachrichten klären die Verhältnisse ln Bulgarien noch nicht völlig. Vom deutschen Standpunkt aus betrachtet hat sich aber die Lage nicht gebcstert. Die bulgarische Preste scheint einmütig mit dem geschlossenen WassensNll- stand einverstanden zu sein. Sie hebt hervor, daß es ein unvermeidlicher Schritt gewesen sei. und daß die Vorwürfe de, Vün-dnisuntreue unberechtigt feien Das Vorgehen fei ein« Folge der Unterschätzung der militärischen Bedeutung der Ca- lonlkisront.
Die Friedensbedingnng««.
Berlin. 4. Ott. (WB.) Der Transocean-Eefellschast geh? aus Sofia unterm 2. Oktober folgende Meldung zu:
Bulgariens Waffenstillstand ist heute unterzeichnet worden Die offizielle VeröfjeuUichung dieses Dchrittes »nd der Bm


